frank

GrammatikAdverb
Aussprache
eWDG, 1967

Bedeutung

umgangssprachlich frank und freiganz offen, geradeheraus
Beispiele:
sie erklärte ihm frank und frei, dass sie damit nicht einverstanden sei
etw. frank und frei bekennen
sie bietet ihm frank (= ganz ohne Scheu) und frei die Hand [FalladaBlechnapf224]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

frank Adj. ‘offen, frei’, spätmhd. franc ‘frei’ ist wie mnd. frank, mnl. vranck, nl. vrank, frank, engl. schwed. frank eine Entlehnung von afrz. franc ‘frei’ (als Gegensatz zu ‘hörig, untergeben’), ‘von Lasten befreit, geistig frei, kühn, edel von Geburt’ (frz. franc ‘frei, freimütig, offenherzig’), das selbst germ. Herkunft ist (vgl. auch ital. span. port. franco). Das vorauszusetzende germ. Adjektiv bildet die Grundlage für den Volksnamen der Franken (spätlat. Francī). Nimmt man Verwandtschaft des Wortes mit ↗frech (s. d.) an, so verstehen sich die Franken als die ‘Mutigen, Kühnen’; sie gelten als Oberschicht im fränkischen Reich, als die ‘Freien’ im Gegensatz zur hörigen (leibeigenen) galloromanischen Bevölkerung. Die Bezeichnung afrz. franc mit der Bedeutung ‘frei’ hat sich unter diesen Verhältnissen entwickelt. Andere wollen die Grundlage des Volksnamens in Wörtern wie aengl. franca, anord. frakka ‘Wurfspieß’ sehen und die Franken als ‘die mit einem typischen Spieß Bewaffneten’ auffassen (im Hinblick auf den Namen der Sachsen, der als ‘die mit dem *sahs-, dem Steinschwert Bewaffneten’ gedeutet wird; s. ↗Messer). Nhd. frank lebt heute nur noch in der tautologischen Formel frank und frei (18. Jh.); vgl. mnd. vrī und vrank.

Typische Verbindungen
computergeneriert

bekennen erklären frei frisch gestehen zugeben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›frank‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er ist da, gestand er frank und frei, sehr optimistisch.
Die Zeit, 07.10.1983, Nr. 41
Bei den Ranglisten des angenehmen Lebens, bei Restaurants, Hotels darf dagegen frank und frei der Nationalstolz die Folge bestimmen.
Die Welt, 18.06.2004
Er sehe eben etwas besser aus als der Durchschnitt der Politiker, sagte er einmal frank und frei in einem.
Der Tagesspiegel, 03.05.2002
Aufgabe des Rates war es, dem König in seinen Entscheidungen behilflich zu sein und frank und frei die Meinung zu sagen.
Härtel, Herbert: Indien. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1965], S. 22841
Da geht beispielsweise im Bundestag der SPD-Abgeordnete Bindig her und fordert frank und frei Solidarität mit den »Freiheitskämpfern« und einen islamischen Staat.
konkret, 1988
Zitationshilfe
„frank“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/frank>, abgerufen am 21.08.2019.

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