fragmentarisch

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungfrag-men-ta-risch
HerkunftLatein
eWDG, 1967

Bedeutung

bruchstückhaft, in Bruchstücken
a)
unvollendet
Beispiel:
dieses Werk hat der Autor fragmentarisch hinterlassen
b)
Beispiel:
daß dem Anthropologen nur fragmentarische Knochenfunde zur Verfügung stehen [Urania1958]
c)
unvollständig
Beispiele:
sein Bericht hatte etwas Fragmentarisches an sich
vielleicht vermagst Du aus diesem fragmentarischen Rapport eine Kontinuität herauszulesen [HermlinGemeinsamkeit139]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Fragment · fragmentarisch
Fragment n. ‘Bruchstück’, im 16. Jh. aus lat. fragmentum ‘abgebrochenes Stück, Bruchstück, Splitter’ (zu lat. frangere ‘zerbrechen’, s. ↗Fraktur) entlehnt. fragmentarisch Adj. ‘bruchstückhaft, unvollendet’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
bruchstückhaft · fragmentarisch · ↗holzschnittartig · ↗inkomplett · ↗lückenhaft · ↗oberflächlich · ↗skizzenhaft · ↗teilweise · ↗unvollendet · ↗unvollkommen · ↗unvollständig · verkürzt
Assoziationen
  • an einzelnen Stellen · hier und da · ↗stellenweise
  • (noch) im Aufbau · noch nicht abgeschlossen · noch nicht fertiggestellt · ↗unfertig
  • (nur) zur Hälfte fertiggestellt · angefangen und nicht zu Ende gemacht · ↗halb fertig · ↗halbfertig

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aufzeichnung Autobiographie Biographie Charakter Einblick Erzählen Erzählung Fassung Fund Gestalt Hinterlassenschaft Inschrift Komposition Notiz Porträt Skizze Wahrnehmung Zitat Zustand erhalten freilich geblieben höchst leider nur sprunghaft teils widersprüchlich Überlieferung überliefert

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›fragmentarisch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit dem Alter dürfte auch die fragmentarische Form dieses Buches zusammenhängen.
Die Zeit, 25.08.2005, Nr. 35
Denn Schönheit ist unerreichbar und das moderne Bewusstsein notwendig fragmentarisch.
Der Tagesspiegel, 14.08.2002
An diesen reizte mich am meisten die Deutung dunkler und fragmentarischer Dichtungen.
Witkowski, Georg: Von Menschen und Büchern, Erinnerungen 1863-1933. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1938], S. 1178
Ohne ein solches Gegenüber kommt offenbar menschliches Verhalten in seinem ambivalenten Verhältnis zu seiner fragmentarischen Welt nicht aus.
Plessner, Helmuth: Conditio Humana. In: Mann, Golo u. a. (Hgg.) Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 184
Diese Mehrleistung der deutenden gegenüber der beobachtenden Erklärung ist freilich durch den wesentlich hypothetischeren und fragmentarischeren Charakter der durch Deutung zu gewinnenden Ergebnisse erkauft.
Weber, Max: Wirtschaft und Gesellschaft. In: Weber, Marianne (Hg.), Grundriß der Sozialökonomik, Tübingen: Mohr 1922 [1909-1914, 1918-1920], S. 5
Zitationshilfe
„fragmentarisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/fragmentarisch>, abgerufen am 22.05.2019.

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