folgenschwer

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungfol-gen-schwer (computergeneriert)
WortzerlegungFolge-schwer
eWDG, 1967

Bedeutung

mit schwerwiegenden Folgen
Beispiele:
eine folgenschwere Tat, Entwicklung
ein folgenschwerer Brand, Unfall
die Lage, Katastrophe ist folgenschwer
hier liegt ein folgenschwerer Irrtum vor
einen folgenschweren Fehler begehen
eine folgenschwere Entscheidung treffen
der Ausfall der Turbinen im Elektrizitätswerk wirkte sich folgenschwer für die gesamte Stromversorgung aus
Die Unordnung in der Stadt drinnen wird noch folgenschwerer aufs Land übergreifen [O. M. GrafUnruhe77]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

folgen · Folge · folglich · folgsam · folgenschwer · folgerecht · folgerichtig · folgern · Folgerung · Gefolge · Gefolgschaft · erfolgen · Erfolg · verfolgen · Verfolger · Verfolgung · verabfolgen
folgen Vb. ‘hinterhergehen, der nächste sein, sich nach etw. richten, sich aus etw. ergeben, gehorchen’, ahd. folgēn ‘folgen, treu dienen, nachjagen’ (8. Jh.), seltener folgōn ‘Folge leisten’ (9. Jh.), mhd. volgen, auch ‘Heerfolge leisten, beipflichten’, asächs. folgon, mnd. volgen, mnl. volghen, nl. volgen, aengl. folgian, engl. to follow, anord. fylgja, schwed. följa ist trotz zahlreicher Deutungsversuche in seiner Etymologie ungeklärt. Außergerm. Verwandte sind fraglich; erwogen wird Verwandtschaft mit kymr. ol ‘Spur’, ar ol ‘nach, hinter’, korn. ol ‘Fußspur’, so daß sich eine Form ie. *pelgh-, *polgh- ergäbe (Kluge ²¹211 f.); andere vermuten einen Zusammenhang mit der Wortfamilie ↗befehlen (s. d.) mit einer Bedeutungsentwicklung ‘bedecken ‒ beschützen ‒ in jmds. Gefolgschaft treten’ (Falk/Torp 1, 291 und 227). Die naheliegende Annahme, das Verb (mit den Endungen ahd. -ōn bzw. -ēn) als Ableitung von einem Nomen aufzufassen, bleibt ebenfalls zweifelhaft, da Folge f. ‘Ergebnis, Wirkung, Reihe’ erst spät im Kompositum ahd. selbfolga ‘Sekte’ (11. Jh.) bezeugt ist, danach mhd. volge ‘Gefolge, Begleitung, Verfolgung, Nachfolge, Beistimmung’. Hier liegt eher eine postverbale Bildung vor. folglich Konj. ‘daher, infolgedessen’ (1. Hälfte 17. Jh.), ohne Tradition zu ahd. folglīhho Adv. ‘in der Folge, hintenan’ (9. Jh.); in älterer Sprache nicht nur kausal (s. oben), sondern auch temporal im Sinne von ‘danach, ferner, weiter’ (bis ins 19. Jh.) verwendet. folgsam Adj. ‘brav, gehorsam’ (17. Jh.); vgl. ahd. gifolgīg ‘gehorsam, gefügig’ (um 1000), mhd. gevolgec, -volgic, nhd. gefolgig (bis ins 18. Jh.). Daneben wird folgsam (wie folglich, s. oben) als kausale (17. Jh.) und temporale (18. Jh.) Konj. benutzt. folgenschwer Adj. ‘von schwerwiegender Wirkung’ (18. Jh.), wohl nach frz. gros de conséquences, entsprechend noch im 19. Jh. auch folgeschwer. folgerecht Adj. (18. Jh.), heute häufiger folgerichtig (19. Jh.) ‘sich aus den Tatsachen logisch ergebend’, für frz. conséquent (s. ↗konsequent). folgern Vb. ‘eine Folge ableiten, einen Schluß ziehen’ (16. Jh.), bei Luther geringschätzig im Sinne von ‘Sophisterei treiben’, seit dem 18. Jh. im Wortschatz der Philosophie üblich ‘einen logischen Schluß ableiten’; dazu Folgerung f. ‘logische Ableitung, Schluß’ (18. Jh.), älteres ↗Konsequenz (s. d.) teilweise ersetzend. Gefolge n. ‘Begleitung’, seit dem 17. Jh. belegt, geläufig seit dem 18. Jh. für ‘Begleitung einer fürstlichen Person, Hofstaat’; im Gefolge ‘zeitlich oder kausal folgend’ (18. Jh.). Gefolgschaft f. ‘Gesamtheit der Gefolgsleute’ (eines germanischen Fürsten), Fachwort der Geschichtswissenschaft; dann auch ‘Anhängerschaft’ (19. Jh.). erfolgen Vb. ‘als Folge eintreten, geschehen’, ahd. irfolgēn ‘verfolgen’ (9. Jh.), mhd. ervolgen ‘zuteil werden, erreichen, erlangen’, reflexiv ‘sich erfüllen, zutragen’; dazu Erfolg m. ‘Wirkung, Erreichen eines Zieles’, Rückbildung zu erfolgen (17. Jh.); erfolglos, erfolgreich Adj. (19. Jh.). verfolgen Vb. ‘(in feindlicher Absicht) hinterhergehen, zu erreichen suchen’, verstärktes ↗folgen (s. d.), mhd. vervolgen ‘Folge leisten, beistimmen, nachfolgen, befolgen’, asächs. farfolgon; dazu Verfolger m. ‘wer jmdn. feindlich verfolgt’ (15. Jh.) und Verfolgung f. ‘feindliches Nachsetzen, Versuch, ein Ziel zu erreichen’ (14. Jh.). verabfolgen Vb. ‘zuteilen, übergeben’ (17. Jh.), neben gleichbed., heute seltenem abfolgen.

Thesaurus

Synonymgruppe
ernst · ernst zu nehmen · ↗ernstlich · folgenschwer · ↗gravierend · ↗groß · ↗massiv · ↗schwer wiegend · ↗schwer wiegend · ↗schwerwiegend · ↗tiefgreifend · von großer Tragweite · ↗weitreichend · ↗wichtig
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Atomunfall Blackout Crash Entschluß Fahrfehler Fauxpas Fehleinschätzung Fehlentscheidung Fehler Fehlgriff Fehlpass Fehlschuss Fehltritt Fehlurteil Havarie Irrtum Kollision Lapsus Massensturz Mißgeschick Mißverständnis Panne Patzer Reaktorunfall Trugschluß Unfall Unterlassung Verkehrsunfall Verwechslung Zwischenfall

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›folgenschwer‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Drei Jahre später war die folgenschwere Wirkung immer noch nachweisbar.
Der Tagesspiegel, 16.02.2004
Weil das nicht geschieht, trifft der junge Mann eine folgenschwere Entscheidung.
Bild, 10.06.2003
Und wo es sich um Herabsetzung des geistigen Seins handelt, empfinden wir das mit Recht als folgenschwer.
Hartmann, Nicolai: Der Aufbau der realen Welt, Berlin: de Gruyter 1940, S. 925
Die Frage, vor die wir hier als Ärzte gestellt sind, ist viel weittragender und folgenschwerer.
Horster, Hans-Ulrich [d.i. Rhein, Eduard]: Ein Herz spielt falsch, Köln: Lingen 1991 [1950], S. 354
Die ganze, so nachdrückliche und folgenschwere Abwehr ist mit einem einfachen Beile ausgeführt worden.
Grimm, Hans: Volk ohne Raum, München: Langen 1932 [1926], S. 1009
Zitationshilfe
„folgenschwer“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/folgenschwer>, abgerufen am 17.06.2019.

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