flunkern

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungflun-kern (computergeneriert)
Wortbildung mit ›flunkern‹ als Erstglied: ↗Flunkerei · ↗Flunkerer  ·  mit ›flunkern‹ als Letztglied: ↗anflunkern · ↗vorflunkern · ↗zusammenflunkern
eWDG, 1967

Bedeutung

umgangssprachlich die Unwahrheit sagen, schwindeln
Beispiele:
er hat wohl nur ein bisschen geflunkert
flunkere nicht!
hier ist viel geflunkert worden
weil er vor Leuten flunkert und protzt [St. ZweigBalzac177]
Mit dem ersten Blick nämlich erkannte sie, daß der hochwürdige Neffe nicht geflunkert hatte [WerfelVeruntreuter Himmel107]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

flunkern Vb. ‘schwindeln, aufschneiden’ dringt aus dem Nd. ins Hd. (18. Jh.). Nd. flunkern, nl. flonkeren ‘glänzen, schimmern’ sind am ehesten als ablautende Iterativbildungen des 17. Jhs. zu mnd. flink ‘glänzend, blinkend’, mnl. vlinken ‘glitzern, flackern, schnell bewegen’ aufzufassen und etymologisch an ↗flink (s. d.) anzuschließen. Die Bedeutung ‘aufschneiden’ entwickelt sich (wohl über ‘glänzen wollen’) bereits im Nd.

Thesaurus

Synonymgruppe
(ein) falsches Spiel spielen · (es) mit der Wahrheit nicht so genau nehmen · (etwas) wahrheitswidrig behaupten · ↗betrügen · die Unwahrheit sagen · ↗hochstapeln · ↗schwindeln  ●  ↗lügen  Hauptform · mit gespaltener Zunge sprechen  fig. · ↗cheaten  ugs. · flunkern  ugs. · ↗mogeln  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • (ein) notorischer Lügner (sein) · (jemand) lügt, wenn er den Mund aufmacht · (jemandem) (frech) ins Gesicht lügen · lügen ohne rot zu werden · schamlos lügen  ●  (jemand) lügt schneller, als ein Pferd laufen kann  ugs. · andauernd lügen  ugs., variabel
  • das Blaue vom Himmel herunterlügen · lügen wie gedruckt · lügen, dass sich die Balken biegen
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

gern lügen mal vorflunkern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›flunkern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wie sich später herausstellen sollte, hatte er natürlich auch in diesem Buch ganz schön geflunkert.
Der Tagesspiegel, 19.11.1999
Alle hatten sie ihm weisgemacht, sie seien sehr erfolgreich; nun merkt er, daß sie da wohl geflunkert haben.
Süddeutsche Zeitung, 21.12.1996
Man kann noch so viel flunkern, die Liebe lässt sich nicht veralbern!
Bild, 21.03.2001
Sie quasselten und wimmerten und flunkerten: die Frau fand sich in das Unvermeidliche und handelte; das pflegte dem Hause gut zu bekommen.
Wilamowitz-Moellendorff, Ulrich von: Erinnerungen 1848-1914. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1928], S. 7643
Die Leute wussten schon, dass ich flunkerte, aber sie unterhielten sich dabei.
Alexander Granach, Da geht ein Mensch: Leck: btb Verlag 2007, S. 316
Zitationshilfe
„flunkern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/flunkern>, abgerufen am 21.05.2019.

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