flicken

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungfli-cken
Wortbildung mit ›flicken‹ als Erstglied: ↗Flickarbeit · ↗Flickerei · ↗Flickfleck · ↗Flickkasten · ↗Flickkorb · ↗Flicklappen · ↗Flickschneider · ↗Flickschuster · ↗Flickwerk · ↗Flickwort · ↗Flickzeug
 ·  mit ›flicken‹ als Letztglied: ↗anflicken · ↗aufflicken · ↗ausflicken · ↗einflicken · ↗herumflicken · ↗zuflicken · ↗zurechtflicken · ↗zusammenflicken
eWDG, 1967

Bedeutung

etw. ausbessern, auf etw. einen Flicken setzen
Beispiele:
die zerrissene Hose, das alte Kleid, Sachen, Schuhe, Stiefel flicken
einen Schlauch, Kessel, eine Pfanne, Sessel, einen Korb, ein Netz, Draht flicken
der Fischer flickt die Netze
die beschädigte Leitung, angebrochene Leiter war notdürftig mit einem Stück Draht geflickt
das Dach, der Zaun muss geflickt werden
er trug eine geflickte Hose
die geflickten Mauerreste traten wieder hervor
Männer ... in geflickten hohen Gummistiefeln [S. LenzBrot153]
landschaftlich, umgangssprachlich etw. stopfen
Beispiele:
die Wäsche, Säcke flicken
die Mutter hat das Loch (im Ärmel) wieder geflickt
bildlich
Beispiele:
umgangssprachlich es wurden Versuche unternommen, den Pakt zu flicken
salopp sie wollten ihm etw. am Zeuge flicken (= etw. Nachteiliges, Übles nachweisen)
salopp sie konnten ihm nichts am Zeuge flicken
umgangssprachlich Die Menschen, in der Regel, / Verstehen sich aufs Flicken und aufs Stückeln [SchillerPiccolominiI 2]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

flicken · Flicken · Flickwerk
flicken Vb. ‘ausbessern’, mhd. vlicken ‘einen Fleck auf-, ansetzen, ausbessern’, Verbalableitung von ↗Fleck (s. d.), mhd. vlec ‘Stück, Zeug, Lappen’ (wie spicken von Speck); ursprünglich nicht obd., wo bletzen (zu obd. Bletz m. ‘Fleck, Lappen’) gilt. Dazu Flicken m. ‘Stoff-, Lederstück zum Ausbessern’ (18. Jh.), nd. Flicke, älteres Fleck in dieser Bedeutung verdrängend. Flickwerk n. ‘zusammengestückelte, schlechte Arbeit’ (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(wieder) herrichten · ↗ausbessern · flicken · ↗kitten · ↗nachbessern · notdürftig reparieren · ↗zusammenbasteln  ●  ↗flickschustern  ugs. · ↗schustern  ugs. · ↗zurechtmachen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Achillessehne Deich Fahrradschlauch Fischer Fischernetz Klebeband Kreuzband Kriegsschaden Leck Loch Reifen Riß Sandsack Schlagloch Schlauch Sehne Zeug Zeuge anflicken ausbessern einflicken flicken herumflicken kitten notdürftig nähen reparieren schustern zurechtflicken zusammenflicken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›flicken‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich glaube, die sind noch immer dabei, das Netz zu flicken.
Bild, 28.08.2004
Wenn sie einen platten Reifen hatten, mussten sie ihn selber flicken.
Der Tagesspiegel, 20.07.2001
Der Schaden war immens, man würde Jahre brauchen, das Netz zu flicken.
Jentzsch, Kerstin: Ankunft der Pandora, München: Heyne 1997 [1996], S. 173
Jetzt hatte er nur noch den hinteren Reifen zu flicken.
Hilsenrath, Edgar: Der Nazi & der Friseur, Köln: Literar. Verl. Braun 1977, S. 93
Nichts konnte ich mehr, nicht einmal mehr im Winkel sitzen und flicken und stopfen.
Bischoff, Charitas: Bilder aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 7137
Zitationshilfe
„flicken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/flicken>, abgerufen am 17.06.2019.

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