flattrig

GrammatikAdjektiv
Nebenform flatterig · Adjektiv
Worttrennungflatt-rig · flat-te-rig
Wortzerlegungflattern-ig
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
abwertend flatterhaft
Beispiel:
die flattrigen […] sündhaften Mädchen [M. WalserHalbzeit182]
2.
unruhig, unstet
Beispiele:
ein flattriger Puls
er glitscht voller Unruhe auf seinem Stuhl hin und her, sein Blick wird flattrig [KeunMitternacht115]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

flattern · Flattergeist · flatterhaft · flatterig
flattern Vb. ‘unruhig, scheinbar planlos mit schnellen Flügelschlägen fliegen, vom Winde bewegt werden’, nd. nl. fladderen; vgl. frühnhd. vladeren, fladern ‘flackern’ (15. Jh.), mhd. vlederen, vledern ‘flattern’ (s. ↗Fledermaus). Noch im 16. Jh. übertrifft fladern, fladdern an Häufigkeit das seit etwa 1500 auftretende flat(t)ern, das im 17. Jh. im Hd. üblich wird. Das mit unterschiedlicher expressiver Ausprägung des Dentals (teilweise unter Analogiewirkung von flittern?) auftretende Verb verbindet sich vielleicht mit lit. plazdė́ti ‘flattern, kräftig mit den Flügeln schlagen, flimmern, flackern’, lett. pledināt ‘(die Flügel) bewegen’ und stellt sich zu einer Dentalerweiterung der unter ↗Falter und ↗voll (s. d.) genannten Wurzel ie. *pel(ə)- ‘gießen, fließen, füllen, schwimmen, fliegen, flattern’. Oder sind flattern und flittern lautmalenden Ursprungs? Flattergeist m. ‘unbeständiger, wetterwendischer Mensch’ (16. Jh.). flatterhaft Adj. ‘unbeständig, leichtfertig’ (17. Jh.). flatterig Adj. (18. Jh.), älter flattericht (16. Jh.) ‘lose, unbeständig, schwankend’.

Thesaurus

Synonymgruppe
fahrig · ↗fiebrig · flackernd · flatterig · ↗zappelig  ●  durch den Wind  ugs. · ↗fickerig  ugs., norddeutsch · ↗fickrig  ugs., norddeutsch · fitzig  ugs. · ↗flackerig  ugs. · ↗flackrig  ugs. · ↗hibbelig  ugs., regional · ↗wibbelig  ugs., regional · wie Rumpelstilzchen  ugs. · ↗wuschig  ugs., regional · ↗wuselig  ugs.
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wer die Kosten des flattrigen Wohnungsbaus trägt, steht noch nicht fest.
Bild, 14.12.1998
Fast eine halbe Stunde dauert das, erst dann kann der Mann im flattrigen schwarzen Baumwoll-Anzug hinauf auf die Bühne.
Süddeutsche Zeitung, 30.08.2004
Und die amüsierte Gesellschaft mit ihren flattrigen Erregungskurven wirkt dagegen schlagartig schal.
Die Welt, 23.06.2001
Zugleich aber ist dieser flattrige Gegenstand so extrem unterschiedlich wie keine andere denkbare Produktform.
Die Zeit, 25.09.1987, Nr. 40
Nach kaum vier Wochen ist dieses flattrige Ding mit ihrer Lebenswahl fertig.
Keller, Paul: Ferien vom Ich, München: Bergstadtverl. Korn 1963 [1915], S. 258
Zitationshilfe
„flattrig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/flattrig>, abgerufen am 18.06.2019.

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