flanieren

GrammatikVerb · flanierte, hat flaniert
Aussprache
Worttrennungfla-nie-ren
HerkunftFranzösisch
Wortbildung mit ›flanieren‹ als Letztglied: ↗herumflanieren · ↗umherflanieren · ↗vorbeiflanieren
eWDG, 1967

Bedeutung

veraltend müßig umherschlendern, bummeln
Beispiele:
auf und ab flanieren
durch den Park, die Straßen flanieren
flanierende Damen
die Models flanierten (= gingen) über den Laufsteg
Schnuppernd flanierte Knulp durch die abendlichen Gassen und über den verödeten Marktplatz [Hesse3,18]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

flanieren Vb. ‘umherschlendern, bummeln’, Mitte des 19. Jhs. entlehnt aus gleichbed. frz. flâner, dem das in der Normandie gebräuchliche Dialektwort flanner zugrunde liegt. Etymologische Beziehungen zu anord. flana ‘blindlings vorwärtsstürzen’, norw. flana ‘gefallsüchtig sein’, schwed. flana ‘müßig, leichtsinnig sein, spielen, tollen’ sind möglich.

Thesaurus

Synonymgruppe
(ein wenig) herumspazieren · (einen) Bummel machen · (einen) Spaziergang machen · (einen) Stadtbummel machen · (einmal) an die frische Luft gehen · (sich die) Füße vertreten · (sich) die Beine vertreten · flanieren · frische Luft schnappen · ↗herumschlendern · ↗promenieren · ↗schlendern · ↗spazieren gehen · ↗umherbummeln · ↗wandeln  ●  ↗(sich) ergehen  veraltet · ↗spazieren  Hauptform · dahintändeln  geh. · ↗lustwandeln  geh. · ↗umhertigern  ugs.
Oberbegriffe
  • einen Fuß vor den anderen setzen · ↗gehen · ↗laufen  ●  zu Fuß gehen  Hauptform · ↗latschen  ugs., salopp · zu Fuß laufen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arkade Boulevard Bürgersteigen Corso Einkaufsstraße Fußgänger Fußgängerzone Gasse Laufsteg Liebespaar Maximilianstraße Model Promenade Pärchen Schaufenster Spaziergänger Strandpromenade Tourist Trottoir Uferpromenade bummeln entlang entlangflanieren flirten herumflanieren shoppen umher vorbei vorbeiflanieren vorüber

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›flanieren‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Man hat immer gern am Großen Haus flaniert, in den warmen Nächten.
Die Zeit, 29.04.1999, Nr. 18
So flanierten 1908 weiß gekleidete Männer mit weißen Persil-Sonnenschirmen durch belebte Geschäftsstraßen.
Hars, Wolfgang: Nichts ist unmöglich! Lexikon der Werbesprüche, München: Piper 2001 [1999], S. 320
Wie der Dichter durch Wien flanieren die Sätze durch das Buch.
Die Welt, 07.04.2001
Dafür ist es nun ein wahres Vergnügen, sich in den wohlverdienten Pausen flanierend die schönsten Ecken zu erschließen.
Süddeutsche Zeitung, 28.04.1994
Man ging erst nachmittags hin und flanierte dort so richtig.
Süddeutsche Zeitung, 26.11.2004
Zitationshilfe
„flanieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/flanieren>, abgerufen am 15.10.2019.

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