flüssig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungflüs-sig
Wortbildung mit ›flüssig‹ als Erstglied: ↗Flüssiggas · ↗Flüssigkeit · ↗Flüssigkristall · ↗Flüssigseife · ↗flüssigmachen
 ·  mit ›flüssig‹ als Letztglied: ↗dickflüssig · ↗dünnflüssig · ↗feuerflüssig · ↗halbflüssig · ↗leichtflüssig · ↗schwerflüssig · ↗zähflüssig
 ·  mit ›flüssig‹ als Grundform: ↗verflüssigen
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
zweiter Aggregatzustand zwischen fest und gasförmig
Beispiele:
flüssiges Metall, Glas
flüssiges Erz ablassen
flüssige Treibstoffe, Brennstoffe
flüssige Fette, Nahrung(smittel)
flüssiger Leim
Physik flüssige Luft, Kohlensäure
flüssige Kohle (= Öl)
umgangssprachlich, scherzhaft flüssiges Brot (= Bier)
ein Stoff befindet sich im flüssigen Zustand
die Butter wird in der Sonne flüssig
Wachs durch Erwärmen flüssig machen
er konnte nur noch Flüssiges (= flüssige Nahrungsmittel) zu sich nehmen
2.
ohne Stockung, kontinuierlich fortschreitend, fließend
Beispiele:
eine flüssige Rede
ein flüssiger Produktionsablauf
der flüssige Handlungsablauf im Roman
er gab eine flüssige Darstellung seiner Erlebnisse
der flüssige (= reibungslose) Straßenverkehr
das war ein recht flüssiges (= zügiges) Fußballspiel
er schreibt einen flüssigen (= gewandten) Stil
das Buch ist äußerst flüssig und leichtverständlich geschrieben
Nach erfolgter Erprobung der neuen Verkehrs-Signalanlage wird die Kreuzung ... im Interesse eines sicheren, flüssigeren und übersichtlichen Verkehrs umgebaut [Tageszeitung1963]
Der dünne Herr ... sprach flüssig, nicht zu schnell, nicht zu langsam [Feuchtw.Oppermann42]
am schwingenden Trapez leicht und flüssig turnen [GrassKatz88]
3.
Beispiele:
flüssige (= verfügbare) Gelder, Kapitalien, Mittel
ich habe gerade (kein) Geld flüssig
»... Die Leute haben eben nie Geld.« »Oder sie sind nicht gleich flüssig [DöblinAlexanderpl.120]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Fluß · flüssig · Flüssigkeit · Flußspat
Fluß m. ‘größeres fließendes Gewässer, größerer natürlicher Wasserlauf’, ahd. fluʒ ‘Fluß, Strömung, Flüssigkeit’ (8. Jh.), mhd. vluʒ, asächs. fluti, mnd. vlōt ist schwundstufiges Abstraktum (i-Stamm, daher Plural Flüsse mit Umlaut) zu dem unter ↗fließen (s. d.) behandelten Verb, ursprünglich ‘das Fließen, Strömung’ (in alter Zeit häufig von Blut und anderen Körpersäften). Erst im 16. Jh. wird Fluß (als Synonym neben Strom) zur allgemein üblichen Bezeichnung für ‘fließendes Gewässer’ (dafür zuvor ahd. aha, mhd. ahe, s. ↗Aue), bis im 18. Jh. zwischen Fluß ‘größerer natürlicher Wasserlauf’ und Strom ‘großer, breiter Fluß’ unterschieden wird. flüssig Adj. ‘so beschaffen, daß es fließen kann, wässerig’, auch ‘ohne Stocken, zügig, glatt’ (von der Rede), ahd. fluʒʒīg ‘fließend, wogend, schmelzbar’ (11. Jh.), mhd. vlüʒʒec, vlüʒʒic. Flüssigkeit f. ‘wässerige Substanz’, spätmhd. vlüʒʒecheit (14. Jh.). Flußspat m. Mineral, Kalziumfluorid (16. Jh.), eigentlich ‘fließendes Mineral’, das als Flußmittel dem Schmelzprozeß zugesetzt wird (s. ↗Spat).

Thesaurus

Synonymgruppe
dünnflüssig · fließfähig · flüssig · nichtviskos · ↗wässerig · ↗wässrig  ●  ↗fluid  fachspr.
Synonymgruppe
gut bei Kasse · ↗liquid · ↗liquide · ↗schuldenfrei · ↗solvent · ↗zahlungsfähig · ↗zahlungskräftig  ●  flüssig  ugs.
Unterbegriffe
  • flüssig sein · liquide sein · über die nötigen finanziellen Mittel verfügen  ●  (genug) Geld haben  Hauptform · das Geld (für etwas) ist da  ugs. · das nötige Kleingeld haben  ugs., scherzhaft · es ist genug Geld da  ugs. · gut bei Kasse sein  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
aufgetaut · flüssig · geschmolzen · ↗liquid · zerflossen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abfall Aggregatzustand Ammoniak Blei Brennstoff Butter Eisen Gestein Gold Helium Kohlenwasserstoff Kombinationsspiel Kraftstoff Lava Magma Metall Methan Methanol Mittel Nahrung Natrium Sahne Sauerstoff Schokolade Stickstoff Treibstoff Wachs Wasserstoff gasförmig geschrieben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›flüssig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn ich Einkaufen gehe, lege ich mir die Sätze vorher so zurecht, dass ich weiß, die Wörter kriege ich flüssig raus.
Der Tagesspiegel, 23.06.2000
Wann raten Sie, das Papier wieder zu flüssigem Geld zu machen?
Süddeutsche Zeitung, 26.10.1996
Durch geschickte Gliederung gestaltet er seine flüssig geschriebene Darstellung übersichtlich.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1930, S. 436
Ich hatte soviel Geld augenblicklich nicht flüssig, verschaffte ihm aber das Geld.
Friedländer, Hugo: Ein Landgerichtsrat auf der Anklagebank. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1921], S. 4333
Und der Weg vom ersteren zum letzteren ist eben flüssig.
Weber, Max: Wirtschaft und Gesellschaft. In: Weber, Marianne (Hg.), Grundriß der Sozialökonomik, Tübingen: Mohr 1922 [1909-1914, 1918-1920], S. 688
Zitationshilfe
„flüssig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/flüssig>, abgerufen am 12.11.2019.

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