finstern

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungfins-tern (computergeneriert)
Wortbildung mit ›finstern‹ als Letztglied: ↗umfinstern
eWDG, 1967

Bedeutung

veraltet es finstertes wird dunkel
Beispiel:
Übermorgen, wenn's finstert, werd'n wir ... Besuch krieg'n [Anzengr.1,77]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

finster · finstern · verfinstern · Finsternis
finster Adj. ‘dunkel, düster’, ahd. finstar (8. Jh.), mhd. vinster (vgl. ahd. finstar, 9. Jh., asächs. finistar n. und ahd. finst(a)rī(n), 8. Jh., asächs. finistri f. ‘Finsternis’) stehen neben gleichbed. ahd. thinstar (8. Jh.), mhd. dinster. Vorauszusetzen ist eine Stammform germ. *þimsra-, die einen Übergangslaut t aufnimmt und deren anlautender Dental durch Dissimilation vor einem dem Wurzelvokal folgenden n (aus älterem m) in den Labial f übergeht, so daß Verwandtschaft mit mnl. deemster ‘finster, dunkel’, asächs. thim ‘dunkel’, ahd. themar ‘Finsternis, Dämmerung’ besteht, sich ein Anschluß an die unter ↗Dämmerung (s. d.) genannte Wurzel ie. *tem(ə)- ‘dunkel’ und eine genaue Parallele zum substantivierten Femininum aind. támisrā (ie. *teməsrā) ‘dunkle Nacht’ ergibt (s. auch ↗diesig). finstern Vb. ‘finster werden, finster machen’, ahd. finst(a)ren ‘(die Augen) verdunkeln’ (um 1000; vgl. bifinst(a)ren ‘verdunkeln, verfinstern, bedecken’, 9. Jh.), finst(a)rēn ‘dunkel werden, überdeckt sein’ (8. Jh.; vgl. gifinst(a)rēn ‘dunkel werden’, um 800), mhd. vinstern ‘finster machen’; heute fast nur verfinstern Vb. ‘finster machen’, mhd. vervinstern, reflexiv ‘finster werden’ (18. Jh.). Finsternis f. ‘Dunkelheit’, ahd. finstarnessi, -nissi n. (9. Jh.), mhd. vinsternisse f. n.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Gestalt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›finstern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auf halbem Weg des Menschenlebens fand ich mich in einen finstern Wald verschlagen.
Die Zeit, 08.05.2006, Nr. 19
Es überkommt einen anscheinend aus heiterem Himmel und finstert ihn unaufhebbar und verzweiflungsvoll ein.
Die Welt, 05.06.1999
Lichte Flächen tun sich manchmal in einem finstern Himmel auf.
Kolb, Annette: Die Schaukel, Frankfurt a. M.: Fischer 1960 [1934], S. 5
Finstre, schwarze Riesenfalter flattern durch den kleinen Konzertsaal der Musikhochschule.
Süddeutsche Zeitung, 03.02.2000
Noch zu Lebzeiten Josephs warf die furchtbare Reaktion, die nach seinem Tode hereinbrechen sollte, ihre finstern Schatten voraus.
Goldfriedrich, Johann: Geschichte des Deutschen Buchhandels vom Beginn der klassischen Litteraturperiode bis zum Beginn der Fremdherrschaft. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Geschichte des deutschen Buchwesens, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1909], S. 28593
Zitationshilfe
„finstern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/finstern>, abgerufen am 24.10.2019.

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