feindlich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungfeind-lich
WortzerlegungFeind-lich
Wortbildung mit ›feindlich‹ als Erstglied: ↗Feindlichkeit  ·  mit ›feindlich‹ als Grundform: ↗-feindlich
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
dem Landesfeind, (militärischen) Gegner angehörend
Beispiele:
ein feindliches Land
die feindlichen Truppen rücken vor
das feindliche Heer greift an
er ist im feindlichen Feuer gefallen
einen feindlichen Angriff abschlagen
feindliche Sender hören
Ein anderes Mal […] hatten sie sich durch die feindliche Linie geschlagen [SeghersDie Toten6,20]
2.
feindselig
Beispiele:
eine feindliche Begegnung, Auseinandersetzung, Atmosphäre
das war ein feindlicher Akt
sich mit feindlichen Blicken messen
einer Sache feindlich (= ablehnend) gegenüberstehen
jmdm., gegen jmdn. feindlich gesinnt sein
feindliche (= verfeindete) Brüder
Der Mann muß hinaus / Ins feindliche Leben [SchillerGlocke]
ihre Worte klangen kalt, fast feindlich [Storm3,63]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Feind · anfeinden · verfeinden · feindlich · Feindschaft · feindselig · Feindseligkeit
Feind m. ‘Gegner, Widersacher’. In ahd. fīant, fījant (8. Jh.), mhd. vīant, vīent, vīnt, asächs. fīand, mnd. vīent, mnl. vīant, nl. vijand, aengl. fēond, engl. fiend, anord. fjāndi ‘Feind, Teufel’, schwed. fiende, got. fijands, germ. *fijand- liegt (wie bei ↗Freund, ↗Heiland, s. d.) ein erstarrtes, substantiviertes Part. Präs. vor, dessen zugehöriges Verb in ahd. fīēn ‘hassen, verabscheuen’ (8. Jh.), aengl. fēogan, anord. fjā, got. fijan begegnet, danach aber nicht erhalten ist. Mit den Verwandten aind. pī́yati ‘schmäht, tadelt, beschimpft’, griech. pḗma (πῆμα) ‘Verderben, Leid’, lat. paene ‘beinahe, fast, ganz und gar’ (ursprünglich Neutrum des Adjektivs *pēnis ‘beschädigt, mangelhaft’) ist von einer Wurzel ie. *pē(i)-, *pī- ‘weh tun, beschädigen, schmähen’ auszugehen. anfeinden Vb. ‘angreifen (mit Worten)’ (15. Jh.), zu einem im 17. Jh. verlorengegangenen Infinitiv spätmhd. vīnden, nhd. feinden, wozu auch verfeinden Vb. ‘feind werden’ (17. Jh.). feindlich Adj. ‘gegnerisch’, ahd. fīantlīh (um 1000), mhd. vīentlich, vīntlich. Feindschaft f. ‘Gegnerschaft’, ahd. fīantscaf (8. Jh.), -scaft (um 1000) ‘Feindseligkeit, Haß, Zwist’, mhd. vī(e)ntschaft. feindselig Adj. ‘feindlich gesinnt, gehässig’ (15. Jh.). Feindseligkeit f. ‘feindliche Gesinnung, Gehässigkeit’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abteilunge Angriff Bomber Bruder Flieger Flugzeug Gegenangriff Geleitzug Handelsschiff Handelsschiffsraum Heer Kampfgruppe Kombattant Kämpfer Lager Luftwaffe Panzer Propaganda Rakete Stellung U-Boot Zerstörer gegenüberstehen gesinnt gesonnen Übermacht Übernahme Übernahmeangebot Übernahmeofferte Übernahmeversuch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›feindlich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und was wappnet einen Immigranten beim Überlebenskampf in feindlicher Umgebung besser als Erfahrung im Durchboxen?
Die Welt, 29.05.2004
So kann sie sich auch selbst gegen feindliche Übernahmen schützen.
Der Tagesspiegel, 10.12.1999
Während sie lächelte, blickten die braunen Augen kalt, beinahe feindlich auf Holt.
Noll, Dieter: Die Abenteuer des Werner Holt, Berlin: Aufbau-Verl. 1984 [1963], S. 129
Aber er wollte nicht bloß den Sieg, er wollte die völlige Vernichtung des feindlichen Heeres.
Delbrück, Hans: Geschichte der Kriegskunst im Rahmen der politischen Geschichte - Erster Teil: Das Altertum, Berlin: Directmedia Publ. 2002 [1920], S. 1054
Ich weiß nicht, warum du feindlich bist - was wollt ihr?
Rubiner, Ludwig: Die Gewaltlosen. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1919], S. 16639
Zitationshilfe
„feindlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/feindlich>, abgerufen am 17.10.2019.

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