fasslich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungfass-lich (computergeneriert)
Ungültige Schreibungfaßlich
Rechtschreibregeln§ 2
Wortbildung mit ›fasslich‹ als Erstglied: ↗Fasslichkeit  ·  mit ›fasslich‹ als Letztglied: ↗leichtfasslich · ↗schwerfasslich
eWDG, 1967

Bedeutung

verständlich, begreifbar
Beispiele:
der Lehrsatz, die Abhandlung, Rede ist (für jmdn.) leicht, schwer, kaum fasslich
der Unterrichtsstoff ist für Kinder von 6 bis 8 Jahren fasslich (= dem geistigen Fassungsvermögen der Kinder angepaßt)
etw. in fasslicher Form darstellen
etw. klar und fasslich formulieren, vortragen
Es kann nicht gelingen, den notwendigen Gang eines Menschenschicksals in allen seinen Teilen faßlich zu machen [G. Hauptm.Quint1,305]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

fassen · faßlich · faßbar · unfaßlich · unfaßbar · gefaßt · Fassung · fassungslos · abfassen · befassen · erfassen · einfassen · Einfassung · umfassen · umfassend
fassen Vb. ‘(mit der Hand) ergreifen, in Gewahrsam nehmen, enthalten, eine Fassung, Umrahmung geben, sich innerlich zu eigen machen, begreifen’, reflexiv ‘die Selbstbeherrschung (wieder)erlangen’, ahd. faʒʒōn ‘in ein Gefäß füllen, gießen, beladen, bepacken, mit etw. bekleiden’ (9./10. Jh.), mhd. vaʒʒen ‘ergreifen, zusammenpacken, aufladen, überziehen mit etw., rüsten, kleiden, schmücken’, mnd. mnl. vāten, vatten, nl. vatten, anord. fata ‘lose zusamenfügen’ ist wohl zu einem in ahd. faʒʒa ‘Bündel, Bürde, Gepäck, Last’ (um 800), anord. fata ‘Kanne, Bütte’ belegten Substantiv gebildet und gehört daher etymologisch zu ↗Faß (s. d.); vgl. Wissmann Nomina postverbalia 1 (1932) 12. Ausgangsbedeutung ist ‘(in ein Gefäß) füllen, umhüllen, bekleiden’, die in den heute vielfältigen Verwendungsweisen sowie in den meisten Ableitungen und Komposita noch erkennbar ist. faßlich Adj. (17. Jh.), faßbar Adj. (19. Jh.) ‘gut verständlich, einprägsam, konkret’; unfaßlich Adj. (16. Jh.), unfaßbar Adj. (17. Jh.) ‘das geistige Fassungsvermögen übersteigend, absurd’; gefaßt Part.adj. ‘innerlich gerüstet, beherrscht, gelassen’ (16. Jh.). Fassung f. ‘Umrahmung, Vorlage, Version, Selbstbeherrschung’, ahd. faʒʒunga ‘Last, Ladung’ (Hs. 12. Jh.), mhd. vaʒʒunge ‘Faß, Bekleidung, Schmuck’; fassungslos Adj. ‘bestürzt, außer sich’ (19. Jh.). abfassen Vb. ‘in Schriftform bringen, konzipieren’ (17. Jh.), ‘abfangen, festnehmen’ (19. Jh.). befassen Vb. mhd. bevaʒʒen ‘besetzen, befestigen’, später (bis zum 17. Jh.) ‘mit den Händen begreifen, umfassen, einschließen, erfassen’, heute meist reflexiv sich mit etw. befassen ‘beschäftigen’ (18. Jh.). erfassen Vb. ‘ergreifen, begreifen, registrieren’ (17. Jh.). einfassen Vb. ‘umgeben, umschließen, einfüllen’, mhd. īnvaʒʒen; Einfassung f. ‘Einrahmung’ (16. Jh.). umfassen Vb. ‘(mit den Armen) umfangen, einschließen’ (15. Jh.); umfassend Adj. ‘weitreichend, universal’ (18. Jh.). Ferner s. ↗verfassen.

Thesaurus

Synonymgruppe
augenfällig · ↗begreiflich · ↗eingängig · ↗einleuchtend · ↗einsichtig · ↗erklärlich · ↗ersichtlich · ↗fassbar · fasslich · ↗glaubhaft · ↗klar · ↗nachvollziehbar · nachzuvollziehen · ↗plausibel · ↗schlagend · ↗schlüssig · ↗sinnfällig · ↗triftig · ↗verstehbar · ↗verständlich · ↗überzeugend  ●  ↗evident  geh. · ↗intelligibel  fachspr., Philosophie · ↗noetisch  fachspr., griechisch, Philosophie
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Darstellung Form Formel Weise kaum klar leicht schwer

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›fasslich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Diese wirkliche Armut ist kaum faßlich, sie kann auch nicht gut im politischen Kampf verwendet werden.
Der Tagesspiegel, 28.08.1998
Wie gerne glaubte ich an die sittigende Kraft dieses übermenschlichen Buches, dieser kaum faßlichen Übersetzung von Luther.
konkret, 1983
Um jedem verständlich zu sein, bediente er sich einer faßlichen Bildsprache.
o. A.: Lexikon der Kunst - P. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1993], S. 10653
Hier sind doch nur dramatisch spannende Momente einem breiteren Leserkreis faßlich vorgeführt.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1931, S. 299
Sonst ist versucht worden, den Inhalt der Verkehrsregeln in einem möglichst kurzgefaßten, interessanten und leicht faßlichen Stil zu erläutern.
o. A.: Verkehrskunde für die Führerscheinklassen 1-3-4, Remagen: Verkehrs-Verl. 1965, S. 448
Zitationshilfe
„fasslich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/fasslich>, abgerufen am 26.04.2019.

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