farbig

GrammatikAdjektiv
Worttrennungfar-big (computergeneriert)
WortzerlegungFarbe-ig
Wortbildung mit ›farbig‹ als Erstglied: ↗Farbigkeit  ·  mit ›farbig‹ als Letztglied: ↗dreifarbig · ↗gegenfarbig · ↗starkfarbig
 ·  mit ›farbig‹ als Grundform: ↗-farbig
eWDG, 1967

Bedeutung

in verschiedenen Farben
a)
bunt, mehrere Farben aufweisend
Beispiele:
eine farbige Postkarte, Abbildung
ein farbiger Druck
die Schüler sollten den Plakatentwurf farbig ausführen
farbig fotografieren
an der Wand hing ... ein farbiges Bildnis von Garibaldi [HesseSteppenw.4,290]
b)
eine andere Farbe als weiß oder schwarz aufweisend
Beispiele:
eine Vase, Schale aus farbigem Glas
das Bad war mit farbigen Kacheln ausgelegt
die Zimmerdecke ist farbig gestrichen
c)
abwertend keine weiße Hautfarbe besitzend
Beispiele:
die farbige Bevölkerung Amerikas
farbige Soldaten
d)
übertragen lebendig, lebhaft
Beispiele:
er gab eine farbige Schilderung von den Sitten und Bräuchen des fremden Landes
ein Film mit spannender, farbiger Handlung
die Fußballfreunde dürfen am Sonntag mit einem farbigen Spiel rechnen
Denn ihm war die Gabe der farbigen Rede ... gegeben [H. FranckMarianne129]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Farbe · färben · farbig · Farbiger · Färber · Schönfärber · Schönfärberei · schönfärben
Farbe f. ‘Oberflächentönung, optischer Eindruck, Mittel zur Kolorierung’, ahd. far(a)wa (8. Jh.), mhd. varwe, var, mnd. varwe, mnl. var(u)we, vaerwe, verwe, nl. verf ist eine Substantivierung der femininen Form des Adjektivs ahd. faro (um 1000), mhd. var(e) (flektiert ahd. far(a)wēr, mhd. varwer) ‘gefärbt, farbig’, das meist mit einer Farbangabe verbunden ist, z. B. ahd. blāfaro, brūnfaro, mhd. -var, nhd. -farb, dann durch -farben abgelöst. Das Adjektiv ist mit ie. u̯o-Suffix gebildet zu ie. *perk̑- ‘gesprenkelt, bunt’, das wie die Variante ie. *prek̑- besonders in Bezeichnungen für gesprenkelte, buntgetupfte Tiere auftritt, vgl. griech. pérkos (πέρκος) ‘Sperber’, próx (πρόξ) ‘(geflecktes) reh- oder hirschartiges Tier’ sowie die unter ↗Forelle (s. d.) behandelten Formen. Anders Must in: IF 86 (1981) 255 ff., der im Hinblick auf neuerlich aufgefundenes got. farw- ‘Aussehen, Gestalt’ eine Entlehnung des Substantivs aus arab. farw, farwa ‘Pelz, (farbenprächtiges) Pelzwerk’ annimmt. färben Vb. ‘kolorieren, anmalen, Farbe verleihen’, ahd. far(a)wen (9. Jh.), mhd. verwen. farbig Adj. ‘bunt, koloriert’ (16. Jh.), zunächst auch färbig, farbicht. Seit dem 19. Jh. für nichtweiße Hautfarbe (vgl. engl. coloured); in dieser Verwendung substantiviert Farbiger m. (19. Jh.). Färber m. ‘wer das Gewerbe des Textilfärbens ausübt’, mhd. verwære; vgl. (mit anderer Bildungsweise) ahd. far(a)wo (9./10. Jh.). Schönfärber m. ‘Gewerbetreibender, der Textilien mit hellen Farben färbt’ (17. Jh.; Gegensatz Schwarzfärber); heute nur noch bildlich ‘wer die Dinge in ein günstiges Licht zu rücken versteht, einen Sachverhalt beschönigt’ (20. Jh.). Schönfärberei f. ‘Werkstatt des Schönfärbens’ (18. Jh.), ‘beschönigende Darstellungsweise’ (20. Jh.). schönfärben Vb. ‘Stoffe mit hellen Farben färben’ (18. Jh.), übertragen ‘bemänteln, entschuldigen’ (19. Jh.), eigentlich ‘schöner machen, als es ist’.

Thesaurus

Synonymgruppe
bunt · ↗farbenfroh · farbig · gefärbt · ↗mehrfarbig  ●  ↗färbig  österr., südtirolerisch · ↗panaschiert  fachspr., botanisch
Unterbegriffe
  • auffällig bunt · ↗bonbonfarben · ↗farbenfroh · ↗farbenprächtig · farbstark · fröhlich bunt · ↗grellbunt · ↗knallig · sehr bunt · so bunt, dass es in die Augen sticht  ●  aufdringlich bunt  abwertend · ↗knallbunt  ugs. · knallebunt  ugs. · kreischend bunt  ugs., abwertend · ↗quietschbunt  ugs. · schreiend bunt  ugs., abwertend · verrückt bunt  ugs., regional
Assoziationen
Antonyme
  • farbig
Synonymgruppe
anschaulich · ↗bildhaft · farbig · ↗illustrativ · ↗lebendig · ↗lebensnah · ↗plastisch · ↗sinnfällig
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abbildung Abglanz Balken Bilder Display Faltkarte Fassung Fläche Glas Glasfenster Grafik Holzschnitt Illustration Instrumentation Kontaktlinse Kreide Lithographie Prospekt Radierung Reproduktion Schilderunge Streife Tafel Zeichnung bebildert bemalt gefasst leuchtend schwarzweiß unterlegt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›farbig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Darauf steckt das Kind farbige Ringe in verschiedenen Größen pyramidenförmig zusammen.
Die Welt, 12.05.1999
Eine zweigeschossige Villa, überall ist es finster, nur hier glimmt noch farbiges Licht hinter den Fenstern.
Der Tagesspiegel, 11.12.1996
In jener Zeit verzichtet er zunächst auf große farbige Gemälde.
o. A.: Lexikon der Kunst - M. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1992], S. 23734
Es ist fast so einfach wie oben, vom farbigen Dia sich ein zweites farbiges Dia zu zaubern.
Spoerl, Alexander: Mit der Kamera auf du, München: Piper 1957, S. 259
Zu neutral gehaltener Kleidung gibt ein farbiger Schal oft eine hübsche Note.
o. A.: Das Lexikon der Hausfrau, Berlin: Ullstein 1937 [1932], S. 265
Zitationshilfe
„farbig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/farbig>, abgerufen am 23.05.2019.

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