fallenlassen

Alternative Schreibungfallen lassen
GrammatikVerb
Worttrennungfal-len-las-sen ● fal-len las-sen
Wortzerlegungfallenlassen
Rechtschreibregeln§ 34 (E7)
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
verursachen, dass etw. fällt
Beispiele:
er hat das Notebook auf den Boden fallenlassen
ich habe die Vase aus Versehen fallengelassen
Handarbeit er hat eine Masche fallenlassen
2.
etw. aufgeben, von etw. zurücktreten
Beispiele:
seine Absicht, ein Ziel, Vorhaben fallenlassen
er hatte seinen Plan, Anspruch fallenlassen, fallengelassen
seinen Widerstand fallenlassen
einen Gedanken, ein Thema fallenlassen
bildlich
Beispiel:
seine Maske fallenlasssen (= seine wahre Gesinnung zeigen)
3.
jmdn. fallenlassenvon jmdm. seine Gunst abwenden, sich von jmdm. lossagen
Beispiele:
einen Geschäftspartner, Freund fallenlassen
Soll die Familie den ungeratenen Sohn schlankweg fallenlassen [St. ZweigBalzac110]
Ich freue mich, daß der Hauptvorstand ihn jetzt hat fallenlassen [Thälm.Reden1,47]
4.
etw. beiläufig äußern
Beispiele:
Andeutungen, anzügliche, beleidigende, dumme Bemerkungen fallenlassen
eine Frage fallenlassen
nebenher, hier und da ein Wort fallenlassen
über etw., jmdn. kein Wort fallenlassen (= nichts verraten)
Er habe ja vorhin schon fallenlassen, daß sie heute an einem Wendepunkt ihres Lebens angekommen seien [ZuchardtSpießrutenlauf265]

Thesaurus

Synonymgruppe
abschmeißen · ↗abwerfen · fallen lassen · ↗hinwerfen · ↗niederwerfen
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemanden) (plötzlich) im Stich lassen · ↗(jemanden) aufgeben · (jemanden) seinem Schicksal überlassen · fallen lassen  ●  (jemanden) fallen lassen wie eine heiße Kartoffel  ugs. · (jemanden) ins Bergfreie fallen lassen (Verstärkung)  ugs. · ↗(jemanden) sitzen lassen  ugs.
Assoziationen
  • (die) Hilfe verweigern · nicht helfen · seinem Schicksal überlassen  ●  am ausgestreckten Arm verhungern lassen  ugs., fig. · ↗hängen lassen  ugs. · im Regen stehen lassen  ugs., fig. · im Stich lassen  ugs.
  • (die) Beziehung beenden  ●  (jemandem) den Laufpass geben  geh., fig. · ↗(jemanden) abschießen  ugs. · ↗(jemanden) abservieren  ugs., salopp · Schluss machen (mit)  ugs. · in die Wüste schicken  ugs.
  • (jemandem) die weitere Unterstützung versagen · (jemandem) seine Unterstützung entziehen · (jemanden) fallenlassen · (jemanden) fallenlassen wie eine heiße Kartoffel · (jemanden) nicht weiter unterstützen · (seine) Hand von jemandem abziehen · nichts mehr zu tun haben wollen (mit jemandem)
  • (ganz) auf sich gestellt · (sich) selbst überlassen · ↗(völlig) allein · (völlig) isoliert · allein auf weiter Flur · allein gelassen · auf sich (allein) gestellt · einsam und allein · ganz allein · ↗mutterseelenallein · niemand kümmert sich um · sehr allein · von Gott und allen guten Geistern verlassen
Synonymgruppe
(einer Sache) ein Ende machen · (sich) abwenden von · (sich) verabschieden von · ablassen von · ad acta legen · ↗aufgeben · ↗beenden · fallen lassen · fallenlassen · hinter sich lassen · ↗sausen lassen · ↗stoppen · ↗vergessen  ●  (einen) Schlussstrich ziehen  fig. · Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.  sprichwörtlich · ↗beerdigen  fig. · (davon) Abschied nehmen  ugs. · an den Nagel hängen  ugs., fig. · den Rücken kehren  ugs., fig. · ↗einstampfen  ugs., fig. · sterben lassen  ugs., fig. · zu Grabe tragen  ugs., fig. · über Bord werfen  ugs., fig.
Assoziationen
Antonyme
Synonymgruppe
(den) Vertrag nicht verlängern  ●  (jemanden) fallenlassen  fig. · (jemanden) kalt abservieren  ugs., fig., variabel
Synonymgruppe
(jemandem) die weitere Unterstützung versagen · (jemandem) seine Unterstützung entziehen · (jemanden) fallenlassen · (jemanden) fallenlassen wie eine heiße Kartoffel · (jemanden) nicht weiter unterstützen · (seine) Hand von jemandem abziehen · nichts mehr zu tun haben wollen (mit jemandem)
Assoziationen
  • (sich) abgrenzen · ↗(sich) distanzieren · ↗abrücken (von)  ●  nichts am Hut haben wollen (mit)  ugs. · nichts zu tun haben wollen (mit)  ugs.
  • (mit jemandem) fertig sein  ●  (bei jemandem) ausgespielt haben  fig. · es sich mit jemandem verscherzt haben  variabel · (bei jemandem) abgemeldet sein  ugs., fig. · (bei jemandem) unten durch sein  ugs., fig. · (bei jemandem) verschissen haben  derb
  • (für jemanden) erledigt sein · (jeglichen) Kontakt mit jemandem (zu) vermeiden (suchen) · (jemandem) aus dem Weg gehen · (mit jemandem) fertig sein · (mit jemandem) keinen Kontakt mehr suchen  ●  ↗(den) Kontakt (zu jemandem) abbrechen  Hauptform · (für jemanden) gestorben sein  ugs., fig. · bei jemandem abgemeldet sein  ugs., fig. · mit jemandem nichts mehr zu tun haben wollen  ugs.
  • (jemanden) (plötzlich) im Stich lassen · ↗(jemanden) aufgeben · (jemanden) seinem Schicksal überlassen · fallen lassen  ●  (jemanden) fallen lassen wie eine heiße Kartoffel  ugs. · (jemanden) ins Bergfreie fallen lassen (Verstärkung)  ugs. · ↗(jemanden) sitzen lassen  ugs.
  • (die) Hilfe verweigern · nicht helfen · seinem Schicksal überlassen  ●  am ausgestreckten Arm verhungern lassen  ugs., fig. · ↗hängen lassen  ugs. · im Regen stehen lassen  ugs., fig. · im Stich lassen  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anklage Anklagepunkt Anschuldigung Bedenken Bemerkung Beschuldigung Einwand Forderung Gegenzug Hemmung Hülle Kartoffel Klage Mandant Maske Mordanklage Mordvorwurf Plan Sammelklage Schützling Staatsanwaltschaft Verjährung Vorbedingung Vorbehalt Vorhaben Vorwurf beiläufig gänzlich hochjubeln nebenbei

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›fallenlassen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nur weil er alt wird, darf man ihn jetzt nicht fallenlassen.
Bild, 29.07.2002
Ein Teil der protestantischen Unionisten befürchtet, von der britischen Regierung fallengelassen zu werden.
Süddeutsche Zeitung, 01.09.1994
Aus einem Meter Höhe soll man das Gerät fallenlassen können.
C't, 1992, Nr. 8
Mich widerstandslos ins Leere fallenlassen, ohne Angst vor dem Nichts, ohne den Willen, die Minute, die Stunde zu füllen, ohne die Absicht zu denken?
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1941. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1941], S. 113
Oft kann man denselben freilich nach einigen Jahrzehnten wieder fallenlassen, weil nun in der Hauptsache von selbst geschieht, was man früher erzwingen mußte.
Schmoller, Gustav: Grundriß der Allgemeinen Volkswirtschaftslehre Erster Teil, Berlin: Duncker & Humblot 1978 [1900], S. 52
Zitationshilfe
„fallenlassen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/fallenlassen>, abgerufen am 24.08.2019.

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