fürstlich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungfürst-lich
Wortbildung mit ›fürstlich‹ als Erstglied: ↗Fürstlichkeit  ·  mit ›fürstlich‹ als Letztglied: ↗hochfürstlich
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
entsprechend der Bedeutung von Fürst (Lesart 1)
Beispiele:
die fürstliche Familie, der fürstliche Hof, Kammerdiener, das fürstliche Schloss
die fürstlichen Gemächer, Besitzungen, Güter
in fürstlichem Dienst, fürstlicher Gunst stehen
sich dem fürstlichen Befehl widersetzen
2.
sehr reichlich
Beispiele:
ein fürstliches Essen
er bekam ein fürstliches Gehalt, Trinkgeld
ein fürstliches Einkommen haben
großzügig
Beispiele:
jmdm. ein fürstliches Geschenk machen
jmdn. fürstlich bewirten, belohnen
prunkvoll, prächtig
Beispiele:
fürstlich leben
er bewohnt ein geradezu fürstliches Haus
das Hotelzimmer war fürstlich eingerichtet
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Fürst · fürstlich · Fürstentum
Fürst m. ‘dem Hochadel angehörender Herrscher, Monarch, hoher Würdenträger’, ahd. furisto ‘der erste, vorzüglichste’ (um 800), Superlativ zu ahd. furi Adv. ‘voraus’ (s. ↗für), mhd. vürste, asächs. furisto bezeichnet substantiviert den ‘Anführer, Herrscher’, eine Bedeutung, die die Entsprechungen der übrigen germ. Sprachen nicht aufweisen (nl. vorst stammt aus dem Nd.), vgl. aengl. fyr(e)st, engl. first, anord. fyrstr ‘der erste’. Zugrunde liegt ie. *per, *pṛ ‘das Hinausführen über’ (s. ↗für, ↗vor, ↗ver-). fürstlich Adj. ‘einem Fürsten entsprechend, vornehm, reich’, mhd. vürste(n)lich. Fürstentum n. ‘einem Fürsten unterstehendes Territorium, Fürstenwürde’, mhd. vürst(t)uom; vgl. ahd. furisttuom ‘Erstes, Vorderstes, erste Stelle, Vorrang, Herrschaftsgewalt’ (10. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
fürstlich · ↗hoheitsvoll · ↗königlich · ↗majestätisch · ↗royal  ●  ↗regal  lat. · ↗erlaucht  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Absolutismus Brauerei Entlohnung Geblüt Gemach Gnade Gönner Hofhaltung Kodifikation Kunstkammer Marstall Mäzen Mäzenatentum Platzverhältnis Prunkraum Repräsentation Residenz Salär Schatulle Trinkgeld Wunderkammer bewirten dinieren entlohnen entlohnt grundherrlich gräflich honoriert ständisch wahrhaft

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›fürstlich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die fürstlichen Besitzer des Hauses verfügten, dass es unverändert bleiben soll.
Der Tagesspiegel, 19.01.2001
Wahrlich fürstlich reist es sich dagegen auf den hinteren Sitzen.
Bild, 09.02.1999
Ich gebe mein Geld lieber für ein fürstliches Essen aus.
Jentzsch, Kerstin: Seit die Götter ratlos sind, München: Heyne 1999 [1994], S. 270
Aber wie lang werdet Ihr so ein fürstliches Leben führen?
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 16.07.1940, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Er war ein ritterlich fürstlicher Mann, freigebig und glänzend, tapfer und hochstrebend.
Elias, Norbert: Über den Prozeß der Zivilisation - Soziogenetische und psychogenetische Untersuchungen Bd. 2, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1992 [1939], S. 372
Zitationshilfe
„fürstlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/fürstlich>, abgerufen am 19.04.2019.

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