expedieren

GrammatikVerb · expedierte, hat expediert
Aussprache
Worttrennungex-pe-die-ren
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›expedieren‹ als Letztglied: ↗rausexpedieren
eWDG, 1967

Bedeutung

etw. absenden, befördern
Beispiel:
Briefe, Telegramme, Pakete, Waren expedieren
abwertend jmdn. an einen anderen Ort expedieren
Beispiel:
Von unsern eignen Leuten in den sogenannten Heldentod expediert [TollerFeuer3]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

expedieren · Expedition
expedieren Vb. ‘für den Versand, die Abreise fertigmachen, abfertigen, absenden, befördern’, älter auch ‘fertigmachen, zu Ende bringen, erledigen’, Entlehnung (1. Hälfte 16. Jh., vgl. schon mnd. expediert ‘ausgefertigt’, 15. Jh.) aus lat. expedīre ‘losbinden, fertigmachen, erledigen, in Bereitschaft setzen, kampfbereit machen’ (mlat. auch ‘absenden, schicken’), eigentlich ‘aus der Fessel losmachen’, abgeleitet von lat. *pedis, einer Nebenform von lat. pedica ‘Fußschlinge, -fessel’, zu lat. pēs, Genitiv pedis ‘Fuß’ (s. auch ↗Dispatcher). Der moderne Gebrauch ist wohl beeinflußt durch entsprechende Verwendungen von frz. expédier, ital. spedire (s. ↗spedieren). Expedition f. ‘(Aufbruch zu einer) Unternehmung’, heute besonders ‘Forschungs-, Erkundungsreise’ (seit Ende 16. Jh.), in älterer Zeit vor allem ‘kriegerische Unternehmung, Kriegszug’ (Anfang 16. Jh., dazu Kriegsexpedition, Ende 16. Jh.; vgl. gleichbed. mfrz. frz. expédition, engl. expedition), entlehnt aus lat. expedītio (Genitiv expedītiōnis) ‘Erledigung, Abfertigung, Durchführung, Feldzug’. In der dt. Geschäftssprache ist Expedition außerdem seit dem 16. Jh. im Sinne von ‘Abfertigung, Versand’ üblich, daher ‘Versandabteilung’ (2. Hälfte 18. Jh., im Zeitungswesen auch ‘Anzeigenabteilung’).

Thesaurus

Synonymgruppe
abschicken · auf die Post geben · ↗aufgeben · ↗übersenden  ●  expedieren (scherzh. oder veraltet)  geh.
Assoziationen
  • abgeschickt werden · auf die Post gehen  ●  ↗rausgehen  ugs.
Synonymgruppe
(jemandem) zeigen, wo die Tür ist · ↗ausquartieren · ↗entfernen · ↗hinausschicken · ↗hinauswerfen · nach Hause schicken · ↗wegschicken  ●  expedieren  abwertend · (jemandem) die Tür weisen  geh. · ↗(jemanden) hinauskomplimentieren  geh. · des Saales verweisen  geh. · ↗hinausbefördern  ugs. · rausschicken  ugs. · ↗rausschmeißen  derb · ↗rauswerfen  ugs. · vor die Tür setzen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

hinausexpedieren zurück zurückexpedieren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›expedieren‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nachdem man sie am Morgen zunächst zugelassen hatte, habe man sie zwei Stunden später wieder auf die Straße expediert.
Die Welt, 30.10.2000
Meine Post liegt manchmal drei Tage herum, bis sie expediert wird.
Die Zeit, 03.01.1972, Nr. 01
Er ließ sie kurz vor Redaktionsschluss aus dem Blatt expedieren.
Süddeutsche Zeitung, 18.07.2002
Wenn man nicht allzu zimperlich ist, wird man den ungebetenen Gast an den Tellerrand expedieren und im Essen fortfahren.
Smolka, Karl: Gutes Benehmen von A - Z. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1957], S. 17776
Oder sie wird als Stückgut zum Großhändler expediert und von ihm in Postpaketen verschickt.
Rieger, Wilhelm: Einführung in die Privatwirtschaftslehre, Erlangen: Palm & Enke 1964 [1928], S. 136
Zitationshilfe
„expedieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/expedieren>, abgerufen am 16.10.2019.

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