existieren

GrammatikVerb · existierte, hat existiert
Aussprache
Worttrennungexis-tie-ren (computergeneriert)
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›existieren‹ als Letztglied: ↗fortexistieren · ↗koexistieren · ↗weiterexistieren
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
da sein, vorhanden sein
Beispiele:
darüber existiert ein Gesetz
dort muss ein gewaltiges Gebirge existiert haben
es existiert kein Katalog von diesen Büchern
die Stadt existiert nicht mehr
sie tat, als ob ich gar nicht existiere (= anwesend sei)
zahllose Anekdoten existieren darüber, wie Schauspieler über dieser Stelle entgleist sind [WintersteinLeben1,72]
2.
auskommen, leben
Beispiele:
davon kann man nicht existieren
wenn ich nur existieren kann, bis ich das Bild verkauft habe
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Existenz · existieren · existent · Existentialismus
Existenz f. ‘Vorhandensein, Dasein’, im 17. Jh. als philosophischer Terminus entlehnt aus spätlat. exsistentia ‘Bestehen, Dasein’, Abstraktbildung zu lat. exsistere ‘heraustreten, vorhanden sein, stattfinden’ bzw. zum Part. Präs. exsistēns (Genitiv exsistentis) ‘bestehend, vorhanden’; zu lat. sistere ‘(fest)stehen machen, (ein)stellen, hemmen’. Verb und Part. werden ins. Dt. entlehnt in den Formen existieren Vb. ‘vorhanden sein, dasein’ (17. Jh.) und existent Adj. (18. Jh.). Existentialismus m. subjektiv-idealistische Strömung der Philosophie, die in ihren Betrachtungen von der individuellen Existenz des Menschen ausgeht (1919), danach frz. existentialisme (1925, später aufgenommen von J.-P. Sartre).

Thesaurus

Synonymgruppe
bestehen · existieren · ↗geben (es gibt / es gab ...) · ↗sein · sich befinden · vorhanden sein · ↗vorkommen · ↗vorliegen  ●  ↗lauern (Gefahren)  fig. · ↗da sein  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
existieren · ↗leben · lebendig sein  ●  ↗vegetieren  abwertend · am Leben sein  ugs.
Unterbegriffe
  • (ein) kümmerliches Leben fristen · in ärmlichen Verhältnissen (leben) · kümmerlich leben · unter ärmlichen Bedingungen  ●  (sein) Leben fristen  Hauptform · unter äußerst bescheidenen Verhältnissen leben  positiv, verhüllend · zum Sterben zu viel und zum Leben zu wenig (haben)  Spruch · äußerst bescheiden leben  positiv, verhüllend · ↗vegetieren  ugs.
  • am Leben sein · unter den Lebenden sein · unter den Lebenden weilen  ●  ↗(noch) leben  salopp · es gibt jemanden noch  ugs., salopp
Assoziationen
  • (ein) kümmerliches Leben fristen · in ärmlichen Verhältnissen (leben) · kümmerlich leben · unter ärmlichen Bedingungen  ●  (sein) Leben fristen  Hauptform · unter äußerst bescheidenen Verhältnissen leben  positiv, verhüllend · zum Sterben zu viel und zum Leben zu wenig (haben)  Spruch · äußerst bescheiden leben  positiv, verhüllend · ↗vegetieren  ugs.
  • (all) sein Lebtag · durch sein ganzes Leben · ↗lebenslang · ↗lebenslänglich · sein Leben lang · zeit seines Lebens · ↗zeitlebens  ●  sein ganzes Leben hindurch  Hauptform
  • Lebendigsein (an sich)
  • Luft bekommen · Luft holen · ↗atmen · ↗hauchen  ●  Luft kriegen  ugs.
  • bevor der Sargdeckel zuklappt · bevor man tot ist · solang(e) es noch geht · solang(e) man lebt  ●  solang(e) noch das Lämplein glüht  fig. · bevor alles zu spät ist  ugs., fig.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Artikel Exemplar Form Papier Phantasie Programmbeispiel Wirklichkeit bereits bislang daneben fortexistieren gar heute lange lediglich mehr mittlerweile nebeneinander nicht noch nur praktisch schon tatsächlich unabhängig weiter weiterexistieren wirklich zwar überhaupt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›existieren‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie braucht den Tod, und ohne sie würden wir nicht existieren.
Die Zeit, 21.01.2013, Nr. 03
Deshalb müßten beide Systeme für etwa 20 bis 30 Jahre nebeneinander existieren.
Die Welt, 08.11.2004
Ihr fühltet euch so wertlos, daß ihr nicht wagtet, zu existieren.
Schwanitz, Dietrich: Bildung, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 265
Dieser Text existiert in vielen Ausgaben, das Original ist indes nicht mehr erhalten.
Soeder, Renate: Lin-chi I-hsüan. In: Notz, Klaus-Josef (Hg.) Lexikon des Buddhismus, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 635
I. hörte damit praktisch auf zu existieren, auch wenn der Name formell bis 1942 benutzt wurde.
o. A.: Lexikon der Kunst - I. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1991], S. 14885
Zitationshilfe
„existieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/existieren>, abgerufen am 21.09.2019.

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