ethisch

GrammatikAdjektiv
Aussprache
HerkunftGriechisch
Wortbildung mit ›ethisch‹ als Erstglied: ↗Ethik  ·  mit ›ethisch‹ als Letztglied: ↗sexualethisch
eWDG, 1967

Bedeutung

die Ethik betreffend
Beispiele:
ein ethisches Problem
eine ethische Frage, Erkenntnis
von bewusst sittlicher Gesinnung
Beispiele:
eine feste ethische Einstellung, Haltung zeigen, haben
ein ethisch einwandfreies Verhalten
Die Verbindung mit der Natur ruft im Menschen gute ethische Eigenschaften hervor [Natur u. Heimat1962]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ethos · Ethik · ethisch
Ethos n. ‘sittliche Haltung des Menschen, sein Handeln bestimmende Gesinnung’. Griech. ḗthos (ἦθος) ‘Charakter, Wesensart, Sitte, Herkommen’ sowie (im Plur.) ‘gewohnter Aufenthaltsort’ wird im 18. Jh. von deutschen Schriftstellern aufgenommen, erlangt aber erst im 20. Jh. den heute vorherrschenden Sinn ‘als Triebkraft für das eigene Handeln akzeptierte Moralnormen der Mitglieder einer bestimmten gesellschaftlichen Gruppe’. Das auch ins Lat. entlehnte (griech.-lat. ēthos) griech. Substantiv steht als dehnstufige Bildung neben griech. éthos (ἔθος) ‘Gewohnheit, Sitte’ (aus *Ϝέθος) und führt mit aind. svadhā́ ‘Eigenheit, Charakter, Gewohnheit, Sitte, Wohnsitz’, lat. sodālis ‘Kamerad, Gefährte, Tischgenosse’ auf ie. *su̯ē̌dh-, eine Erweiterung des Reflexivstammes ie. *se-, *s(e)u̯e- (s. ↗sich). Ethik f. ‘philosophische Lehre vom Sittlichen, vom moralischen Bewußtsein und Verhalten der Menschen’, Entlehnung des 16. Jhs. von lat. ēthica f., ēthicē f. ‘Moralphilosophie’ nach gleichbed. griech. ēthiká, ēthikḗ (ἠθικά, ἠθική); diese Formen sind Substantivierungen (Neutr. Plur. bzw. durch ein gedanklich zu ergänzendes Substantiv veranlaßtes Fem. Sing.) des von griech. ḗthos (s. oben) abgeleiteten Adjektivs griech. ēthikós (ἠθικός) ‘den Charakter betreffend, sittlich’. ethisch Adj. ‘sittlich, moralisch, auf die Ethik bezüglich’; im Anschluß an gleichbed. lat. ēthicus, griech. ēthikós (s. oben) im 17. Jh. aufkommend.

Thesaurus

Synonymgruppe
ethisch · ↗moralisch · ↗sittlich
Antonyme
  • ethisch

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aspekt Bedenken Dammbruch Dilemma Dimension Erwägung Fragestellung Gesichtspunkt Grundsatz Imperativ Implikation Investment Kriterium Maßstab Norm Postulat Prinzip Reflexion Rigorismus Standard begründet juristisch moralisch philosophisch rechtlich religiös unbedenklich vertretbar ästhetisch ökologisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ethisch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er wolle seine Politik auch "ethisch verantwortet" durchführen, deshalb müsse er sich der Kritik seiner Kirche stellen.
Süddeutsche Zeitung, 16.03.2002
Auch damals ging es um eine "fundamentale ethische Frage" (Rau).
Der Tagesspiegel, 28.05.2001
Damit gleitet das ethische Problem hinüber in eine metaphysische Betrachtungsweise.
Hirschberger, Johannes: Geschichte der Philosophie, Bd. 1: Altertum und Mittelalter. In: Mathias Bertram (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1948], S. 2597
Arbeitet gut, ist stark von sich eingenommen, sehr ethisch veranlagt.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1934. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1934], S. 148
In dieser Funktion konnte das Recht in der Tat nur das »ethische Minimum« garantieren.
Weber, Max: Wirtschaft und Gesellschaft. In: Weber, Marianne (Hg.), Grundriß der Sozialökonomik, Tübingen: Mohr 1922 [1909-1914, 1918-1920], S. 626
Zitationshilfe
„ethisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/ethisch>, abgerufen am 18.04.2019.

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