erwürgen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennunger-wür-gen
Grundformwürgen
eWDG, 1967

Bedeutung

jmdn. mit den Händen durch Zudrücken der Luftröhre töten
Beispiele:
er hat ihn erwürgen wollen, hat seinen Bruder im Affekt erwürgt
er steht vor Gericht, weil er seine Frau aus Eifersucht erwürgt hat
übertrieben den könnte ich (kalt) erwürgen!
gehoben, übertragen etw. gewaltsam unterdrücken, abwürgen
Beispiele:
[fremde Interventen] die ins Land drangen, um die Freiheit ... zu erwürgen [BredelHeerstraßen198]
Er erwürgte diesen düsteren Gedanken [O. M. GrafBolwieser96]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

würgen · erwürgen
würgen Vb. ‘(jmdm.) die Kehle zudrücken, den Atem nehmen, erdrosseln, mühsam schlucken, Brechreiz haben oder erzeugen’. Das schwach flektierende kausative jan-Verb ahd. wurgen ‘ersticken machen, erdrosseln’ (8. Jh.), mhd. würgen ‘an der Kehle zusammenpressen, erdrosseln, mühevoll aussprechen’, reflexiv ‘sich abquälen’, asächs. *wurgian (erschließbar aus asächs. wurgarin ‘Würgerin’), mnd. wörgen, aengl. wyrgan ‘erwürgen, erdrosseln’, engl. to worry ‘quälen, ärgern’ hat neben sich ein gleichfalls schwach flektierendes, ursprünglich intransitives ēn-Verb mhd. (md.) wurgen, worgen ‘Atemnot haben, ersticken’, mnd. worgen ‘ersticken, mühevoll schlucken’, mnl. (intransitiv und, wohl durch Zusammenfall, transitiv) worghen, wurghen ‘ersticken machen, nach Atem ringen’, nl. worgen, wurgen. Nur auf das Hd. beschränkt ist ein starkes Part. Prät. mhd. erworgen ‘erwürgt’, das einen hochstufigen Infinitiv mhd. erwergen voraussetzt. In frühnhd. Zeit beginnt worgen zurückzutreten; der intransitive Gebrauch wird von würgen mit übernommen, das gegen Ende des 18. Jhs. in der Literatursprache allein üblich ist. Mit den genannten Verbformen sind verwandt asächs. wurgil ‘Strick’, anord. virgill, virgull ‘Strick’, urga ‘Tauende, Schleife’, asächs. warag ‘Verbrecher, Frevler’, aengl. wearg ‘Wolf’, anord. vargr ‘Wolf, Übeltäter, Geächteter’, eigentlich ‘Würger’, schwed. varg ‘Wolf’, got. gawargjan ‘ächten, verdammen’ sowie lit. ver̃žti ‘schnüren, einengen, pressen’, aslaw. otvrěsti ‘öffnen’, povrěsti ‘binden’ (povrьzǫ ‘ich binde’), russ. (älter) otverzát’ (отверзать) ‘öffnen’. Auszugehen ist von ie. *u̯erg̑h- ‘drehen, einengen, würgen, pressen’, einer Gutturalerweiterung der Wurzel ie. *u̯er- ‘drehen, biegen’ (s. ↗werfen). erwürgen Vb. ‘zu Tode würgen’, ahd. irwurgen (9. Jh.), mhd. erwürgen (md. erwurgen, -worgen).

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandem) die Kehle zudrücken · (jemandem) die Luft abschnüren · ↗(jemanden) ersticken · (jemanden) würgen · ↗erdrosseln · erwürgen · ↗strangulieren
Oberbegriffe
  • (jemandem) (den) Lebensfaden abschneiden · ↗auslöschen · ↗ermorden · ins Jenseits befördern · ↗killen · ↗meucheln · tot... · ↗umbringen · ums Leben bringen · zum Schweigen bringen · zur Strecke bringen  ●  (jemandem) das Lebenslicht auslöschen  fig., variabel · ↗töten (absichtlich)  Hauptform · (jemandem) den Garaus machen  ugs. · ↗abmurksen  ugs. · ↗abservieren  ugs., salopp · ↗ausknipsen  ugs., fig., salopp · ↗entleiben  geh. · in die ewigen Jagdgründe schicken  ugs. · ins Gras beißen lassen  ugs., fig. · ins Nirwana befördern  ugs. · ↗kaltmachen  ugs. · ↗totmachen  ugs. · um die Ecke bringen  ugs. · ↗umlegen  ugs. · vom Leben zum Tode befördern  geh. · über die Klinge springen lassen  ugs., fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ehefrau Eifersucht Ex-Freundin Freundin Geschlechtsverkehr Joggerin Lebensgefährtin Othello Prostituierte Python Rentnerin Schal Strumpfhose Stundenhotel betäuben eigenhändig enthaupten erdrosseln erhängen erschlagen erstechen ersticken ertränken mißbrauchen schänden umschlingen vergewaltigen vergiften verscharren zerstückeln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›erwürgen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er hatte einen Erzieher zu erwürgen versucht, aber der war schneller.
Süddeutsche Zeitung, 13.12.2002
Es dauert nicht mehr lange, dann werden sie uns erwürgen.
Die Zeit, 16.05.1980, Nr. 21
Als ich von Scheidung sprach, hat er versucht, mich zu erwürgen.
Schwarzer, Alice: Der »kleine Unterschied« und seine großen Folgen, Frankfurt a. M.: Fischer-Taschenbuch-Verl. 1977 [1975], S. 83
Umgebracht hat er ihn, Ihr Sohn, gemordet, aufgemacht und erwürgt.
Walser, Martin: Halbzeit, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1997 [1960], S. 276
Nun, der Löwe sei bereits erwürgt, jetzt würde er gern einen gewissen Stall ausmisten.
Huch, Ricarda: Der Dreißigjährige Krieg, Wiesbaden: Insel-Verl. 1958 [1914], S. 638
Zitationshilfe
„erwürgen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/erwürgen>, abgerufen am 19.10.2019.

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