ertrinken

GrammatikVerb · ertrank, ist ertrunken
Aussprache
Worttrennunger-trin-ken (computergeneriert)
Grundformtrinken
Wortbildung mit ›ertrinken‹ als Grundform: ↗Ertrinken
Duden GWDS, 1999

Bedeutung

durch Versinken im Wasser ums Leben kommen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

trinken · Trinker · Trinkgeld · Trinkspruch · betrinken · betrunken · ertrinken
trinken Vb. ‘Flüssigkeit zu sich nehmen’, ahd. trinkan (8. Jh.), mhd. trinken, asächs. drinkan, mnd. drinken, auch ‘ertrinken’, mnl. nl. drinken, afries. drinka, aengl. drincan, engl. to drink, anord. drekka, schwed. dricka, got. drigkan, germ. *drenkan. Gesicherte außergerm. Anknüpfungen fehlen. Zweifelhaft ist daher auch der Versuch, das gemeingerm. starke Verb als nasalierte Form mit aind. dhrájati ‘gleitet dahin, bewegt sich, fliegt’ zu verbinden und auf eine Wurzel ie. *dhreg̑- ‘ziehen, dahinziehen, gleiten, streifen’, ausgehend von einer Bedeutung ‘mit dem Mund ziehen, einen Zug machen’, zurückzuführen. Handelt es sich (nach de Vries Nl. 137) um ein Substratwort? Trinker m. ‘wer trinkt’, besonders ‘wer regelmäßig und zuviel Alkohol trinkt’, ahd. trinkāri (11. Jh.), mhd. trinkære, trinker ‘Trinker, Säufer’, Nomen agentis zum Verb. Trinkgeld n. ‘Geldsumme, die als Dank für erwiesene Dienste oder über den verlangten Preis hinaus (eigentlich zum Vertrinken) gegeben wird’, mhd. trincgelt ‘Zeche für Getränke, Zechschuld, Geld zum Vertrinken als Belohnung’; auch (seit 1. Hälfte 18. Jh.) ‘Entgelt, dessen Geringfügigkeit im Widerspruch zum geleisteten Dienst steht’. Trinkspruch m. ‘bei festlichem Anlaß vorgetragener Spruch bzw. kurze Rede, die mit einem gemeinsamen Schluck Alkohol bekräftigt wird’ (um 1800). betrinken Vb. reflexiv ‘sich durch Genuß von Alkohol berauschen’ (16. Jh.), mhd. betrinken ‘aus etw. trinken’; betrunken Part.adj. ‘stark berauscht’ (1. Hälfte 17. Jh.), älteres ↗trunken (s. d.) ablösend. ertrinken Vb. ‘im Wasser umkommen’, ahd. irtrinkan (9. Jh.), mhd. ertrinken, auch ‘austrinken, trinken’.

Thesaurus

Synonymgruppe
den nassen Tod erleiden · den nassen Tod finden · ↗ersaufen · in den Fluten umkommen · ↗untergehen  ●  ertrinken  Hauptform · ↗absaufen  ugs. · ↗versaufen  derb
Oberbegriffe
  • (die) Augen für immer schließen · (jemandem) schlägt die Stunde · (jemandes) letztes Stündlein hat geschlagen · ↗ableben · das Zeitliche segnen · den Tod erleiden · ↗erlöschen · in den letzten Zügen liegen · in die ewigen Jagdgründe eingehen · sein Leben aushauchen · sein Leben lassen · seinen Geist aushauchen · ↗verdämmern · ↗verscheiden · ↗versterben · ↗wegsterben  ●  (die) Reihen lichten sich  fig. · ↗abtreten  fig. · aus dem Leben scheiden  fig. · ↗dahinscheiden  verhüllend · ↗davongehen  fig. · ↗entschlafen  fig., verhüllend · ↗fallen  militärisch · ↗gehen  verhüllend · sanft entschlafen  verhüllend, fig. · seinen letzten Gang gehen  fig. · ↗sterben  Hauptform · uns verlassen  verhüllend · von der Bühne des Lebens abtreten  fig. · von uns gehen  fig. · über die Klinge springen (lassen)  salopp · (den) Arsch zukneifen  vulg., fig. · (den) Löffel abgeben  ugs., fig., salopp · (den) Weg allen Fleisches gehen  geh. · (seine) letzte Fahrt antreten  ugs., fig. · ↗dahingehen  geh., verhüllend · dahingerafft werden (von)  ugs. · den Geist aufgeben  ugs. · die Hufe hochreißen  derb, fig. · dran glauben (müssen)  ugs. · in die Grube fahren  ugs., fig. · ins Gras beißen  ugs., fig. · seinen Geist aufgeben  ugs. · vor seinen Richter treten  geh., fig. · vor seinen Schöpfer treten  geh., fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Badewanne Bootsunglück Fischer Fluchtversuch Flut Fluß Fährunglück Gartenteich Hochwasser Kentern Küste Ostsee Pool Schiffsunglück Schwimmen See Seeleute Seichter Stiefvater Swimmingpool Teich Tommy Untergang erfrieren erschlagen jämmerlich kentern qualvoll verdursten Überschwemmung

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ertrinken‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dann wäre ich fast ertrunken, weil plötzlich meine Arme gelähmt waren.
Bild, 03.05.2000
Eine Mutter habe ihre fünf Jahre alte Tochter ertrinken sehen, berichteten die Überlebenden.
Süddeutsche Zeitung, 24.11.1997
Ich öffnete den Mund und atmete ein, bereit zu ertrinken.
Moers, Walter: Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 195
Aber es war, als wolle sie mit mir zusammen ertrinken.
Schlink, Bernhard: Der Vorleser, Zürich: Diogenes 1995, S. 70
Man wird das leere Boot auffinden und annehmen, daß er ertrunken ist.
Courths-Mahler, Hedwig: Ich lasse dich nicht, Augsburg: Weltbild Verl. 1992 [1912], S. 184
Zitationshilfe
„ertrinken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/ertrinken>, abgerufen am 22.09.2019.

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