erstaunen

GrammatikVerb · erstaunte, ist/hat erstaunt
Worttrennunger-stau-nen (computergeneriert)
Wortzerlegunger-staunen
Wortbildung mit ›erstaunen‹ als Erstglied: ↗erstaunenswert · ↗erstaunlich  ·  mit ›erstaunen‹ als Grundform: ↗Erstaunen
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
mit Hilfsverb ›ist‹
in Staunen geraten
Beispiel:
er erstaunte sehr, als er von dieser Änderung erfuhr
oft im Part. Prät.
Beispiele:
sie machten erstaunte Gesichter
jmdm. einen erstaunten Blick zuwerfen
erstaunt aufblicken
über jmds. Ansichten, Absichten ehrlich, sehr erstaunt sein
altertümelnd, spöttisch über jmds. Ansichten, Absichten bass erstaunt sein
selten
mit Hilfsverb ›hat‹
sich erstaunen
Beispiel:
Darüber erstaunte sich längst niemand mehr [SeghersAusflug84]
2.
mit Hilfsverb ›hat‹
jmdn. in Staunen versetzen
Beispiele:
jmdn. durch seine Fertigkeiten, Sachkenntnis erstaunen
es mag erstaunen, wenn man liest, dass ...
das erstaunt mich sehr!
daß er so freimütig ... mich betrachtete und seine Meinung herausplauderte, erstaunte mich [HesseCamenzind1,260]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

staunen · erstaunen · erstaunlich
staunen Vb. ‘verwundert sein’, im 18. Jh. von dem Schweizer A. v. Haller in die Literatursprache eingeführt, schweiz. stūnen ‘in Gedanken versunken vor sich hinblicken’, eigentlich ‘starr sein, starr blicken’. Vergleichbar ist mnd. stǖnen, mnl. stunen ‘sich widersetzen’ und wohl auch griech. stȳ́ein (στύειν) ‘steif emporrichten’, aind. sthū́ṇā ‘Pfosten, Pfeiler, Säule’, so daß Anschluß an die schwundstufige Form der Erweiterung ie. *st(h)āu-, *st(h)ū- (s. ↗stauen, ↗Staude, ↗stützen) der unter ↗stehen (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *stā-, *stə- ‘stehen, stellen’ möglich ist. Im Hd. früher bezeugt ist erstaunen Vb. ‘in Verwunderung versetzen, geraten’ (16. Jh.), ebenfalls aus dem Schweiz., eigentlich ‘erstarren, vor Verwunderung starr werden’. erstaunlich Adj. (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
erstaunen · ↗frappieren · für Überraschung sorgen (journal.) · in Erstaunen setzen · ↗verblüffen · ↗verdutzen · ↗verwundern · ↗überraschen  ●  ↗(jemanden) wundern  ugs.
Assoziationen
  • außer Fassung · ↗entgeistert · ↗fassungslos · geschockt · ↗ratlos · schockiert · ↗verständnislos · wie vom Schlag getroffen  ●  ↗(ganz) durcheinander  ugs., fig. · (ganz) von den Socken  ugs. · (jemandem) bleibt die Spucke weg  ugs., fig. · (jemanden) trifft der Schlag  ugs., fig. · dazu fällt jemandem nichts mehr ein  ugs. · die Welt nicht mehr verstehen  ugs. · erstaunten Auges (humor. altertümelnd)  geh. · ↗konsterniert  geh. · ↗verdattert  ugs. · wie vor den Kopf geschlagen  ugs.
  • Erstaunen · ↗Verblüffung

Typische Verbindungen
computergeneriert

Befund Bemerkung Beobachter Echo Fachleute Fachwelt Fülle Kenner Laie Lektüre Leser Offenheit Wendung Zuhörer amüsieren daher entsetzen enttäuschen erfreuen erschrecken ich insofern irritieren rühren selbst verblüffen verwundern verärgern wenig überraschen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›erstaunen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dass er wieder mit ganz neuen alten Stücken angereist ist, mag andere erstaunen.
Süddeutsche Zeitung, 15.04.2002
Was scheinbar so vernünftig begründet wird, kann dennoch bei näherem Hinsehen nur erstaunen.
Die Zeit, 18.01.1993, Nr. 03
Die bewegliche kleine Dame war offenbar erstaunt, ihn zu sehen.
Doderer, Heimito von: Die Strudlhofstiege oder Melzer und die Tiefe der Jahre, Gütersloh: Bertelsmann 1996 [1951], S. 1007
Es erstaunte mich flüchtig, aber ich war noch zu benommen, um darüber nachzudenken.
Le Fort, Gertrud von: Das Schweißtuch der Veronika, Frankfurt a. M.: Fischer 1959 [1928], S. 205
Ich erstaunte, wie freundlich die Kinder zu mir waren, alle die Kinder, die doch so gut gekleidet waren.
Bischoff, Charitas: Bilder aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 6939
Zitationshilfe
„erstaunen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/erstaunen>, abgerufen am 19.04.2019.

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