erringen

GrammatikVerb · errang, hat errungen
Aussprache
Worttrennunger-rin-gen (computergeneriert)
Grundformringen1
Wortbildung mit ›erringen‹ als Erstglied: ↗Erringung  ·  mit ›erringen‹ als Letztglied: ↗selbsterrungen
eWDG, 1967

Bedeutung

um etw., jmdn. ringen und es, ihn erhalten, etw., jmdn. mit großer Mühe gewinnen
Beispiele:
er hat den Preis, einen Sieg errungen
er konnte den zweiten Platz, die Weltmeisterschaft, neue Erfolge erringen
sich [Dativ] etw. in harter Arbeit, schwerem Kampf erringen
bei der Wahl neue Sitze erringen
dieses Fabrikat konnte sich [Dativ] Weltgeltung erringen
jmds. Wohlwollen, Vertrauen, Neigung erringen
sich [Dativ] geistige Freiheit, Klarheit erringen
das Errungene verteidigen
gehoben jmdn. erringen
Beispiele:
Wer ein holdes Weib errungen [SchillerAn die Freude]
als habe er die Geliebte erst vor kurzem sich errungen [Storm1,43]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

ringen2 · erringen · Errungenschaft · abringen · niederringen · Ringer · Ringkampf
ringen2 Vb. ‘mit drehenden, kreisenden Bewegungen, mit Griffen und Schwüngen paarweise kämpfen, sich mühen, sich anstrengen’. Das starke Verb ahd. (h)ringan ‘kämpfen, sich abmühen’ (8. Jh.), mhd. ringen, mnd. mnl. nl. (älter) ringen ‘kämpfen’ (westgerm. *hrengan) stellt sich im Sinne von ‘sich im Kreis bewegen, sich hin und her bewegen, sich mühen, kämpfen’ zu der unter ↗Ring (s. d.) angegebenen nasalierten Erweiterung ie. *(s)krengh- der Wurzel ie. *(s)ker- ‘drehen, biegen, kreisend bewegen’. Vgl. Pfeifer in: PBB (H) 79 (1957) Sonderbd., 94 ff. und Mitzka in: Zs. f. Mundartforsch. 34 (1967) 137 ff. Die vornehmlich in md. Mundarten neben intransitivem ‘kämpfen’ begegnende transitive Bedeutung ‘drückend winden, drehend zusammenpressen, Wasser aus der Wäsche wringen’ stammt dagegen unter Verlust des anlautenden w- aus nordd.wringen (s. d.). erringen Vb. ‘durch Mühe, Anstrengung erlangen, gewinnen, erkämpfen’, ahd. ir(h)ringan (9. Jh.), mhd. erringen; Errungenschaft f. ‘durch Anstrengung Erreichtes, Erworbenes, wohltätige Neuerung’ (16. Jh.), anfangs ‘das von den Ehegatten während der Ehe erworbene Vermögen’ (entsprechend mlat. acquestus); in Verbindung mit der Märzrevolution 1848 in Berlin entwickelt sich die Bedeutung ‘sozialer Fortschritt’. abringen Vb. ‘etw. von jmdm. gegen seinen anfänglichen Widerstand erhalten’ (Mitte 16. Jh.). niederringen Vb. ‘zu Boden zwingen, überwinden, besiegen’ (1. Hälfte 19. Jh.). Ringer m. ‘Ringkämpfer, Wettkämpfer beim Ringen’, ahd. (h)ringāri (9. Jh.), mhd. ringer. Ringkampf m. (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) aneignen · erringen · ↗erwerben · ↗sammeln
Synonymgruppe
durchbringen · ↗durchdrücken · ↗durchsetzen · erringen · ↗erstreiten · ↗erwirken · ↗erzwingen  ●  ↗durchboxen  fig. · durchstieren  schweiz. · ↗ertrotzen  geh., veraltend
Assoziationen
  • (sich) energisch durchsetzen  ●  (mit der Faust) auf den Tisch hauen  fig.
  • im Hauruckverfahren · im Schnelldurchgang · kurzen Prozess machen · ohne (viel) Federlesens · ohne große Diskussion · ohne sich (lange) mit Formalitäten aufzuhalten  ●  ↗durchdrücken  ugs. · ↗durchpauken  ugs. · ↗durchpeitschen  ugs.
  • einklagen · gerichtlich erstreiten · per Gericht durchsetzen
Synonymgruppe
an etwas gelangen · ↗erlangen · erringen · ↗erzielen · es bringen zu · ↗gewinnen · ↗schaffen · zu etwas kommen  ●  ↗einfahren (journal.)  fig. · ↗erreichen  Hauptform
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Achtungserfolg Bronzemedaille Direktmandat Erfolg Etappensieg Goldmedaille Kommunalwahl Landtagswahl Mandat Medaille Mehrheit Meisterschaft Meistertitel Olympiasieg Parlamentssitz Parlamentswahl Punktsieg Pyrrhussieg Saisonsieg Sieg Silbermedaille Sitz Teilerfolg Teilsieg Titel Triumph Unabhängigkeit Wahlkreis Wahlsieg Weltmeistertitel

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›erringen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er hat die Kraft, eine Regierung zu stürzen, doch nicht mehr die Kraft, die Macht zu erringen.
Der Tagesspiegel, 10.09.2002
Es will nur keine Stadt den zweifelhaften Ruhm erringen, als erste ihr Theater zugemacht zu haben.
Die Zeit, 10.09.1982, Nr. 37
Mit seinem ersten öffentlichen Konzert 1895 in Wien errang er einen sensationellen Erfolg.
Lehmann, Ursula: Flesch. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1955], S. 13145
Das alles kann aber nur der Sieg bringen und den gilt es jetzt erst zu erringen.
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 04.02.1945, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Der Kardinal zeigte sich öfters dem Orden geneigt, doch hat er wesentliche Erfolge für ihn nicht erringen können.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1930, S. 338
Zitationshilfe
„erringen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/erringen>, abgerufen am 18.08.2019.

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