ermatten

GrammatikVerb · ermattete, ist/hat ermattet
Aussprache
Worttrennunger-mat-ten (computergeneriert)
Grundformmatt
Wortbildung mit ›ermatten‹ als Erstglied: ↗Ermattung
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
mit Hilfsverb ›ist‹
körperlich matt werden, an Kräften verlieren
Beispiele:
der Kranke ermattete während des Transportes immer mehr
die Boxer, Ringer ermatteten in der letzten Runde zusehends
Schon leisten die Engländer nur mehr letzten Widerstand, aber auch die französischen Truppen ermatten [St. ZweigSternstunden17]
häufig im Part. Prät.
Beispiele:
die Bergsteiger waren von dem schwierigen Aufstieg sehr ermattet
von Durst, Hunger, der Hitze ermattet
die ermatteten Radrennfahrer nahmen eine Erfrischung zu sich
gehoben, bildlich nachlassen, weniger werden
Beispiele:
er fühlte seinen Mut, seine Phantasie ermatten
Unsere Lust an der Sache ermattete aber endlich [Stifter2,366]
2.
mit Hilfsverb ›hat‹
jmdn. matt, müde machen
Beispiele:
die große Hitze, das anhaltende laute Geräusch hatte sie ermattet
die Anstrengungen der Reise ermatteten ihn schnell
Sie ermatteten die römischen Heere durch einen Kleinkrieg [MehringDt. Geschichte7]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

matt1 · ermatten · mattieren
matt1 Adj. ‘schwach, kraftlos, glanzlos’ wird vielfach als übertragener Gebrauch des gleichlautenden Ausdrucks im Schachspiel empfunden (s. ↗matt) und auch so gedeutet. Vielleicht ist jedoch mhd. mat ‘schwach, kraftlos, erschöpft’ (13. Jh.) eher als Entlehnung von afrz. mat ‘besiegt, niedergeschlagen, betrübt, müde, schwach’ (mfrz. frz. ‘glanzlos’) anzusehen, das (nach FEW 6, 1, 518 ff.) auf lat. mat(t)us ‘vor Trunkenheit weinerlich’, spätlat. ‘niedergeschlagen, traurig, feucht’ beruht. Dies ist über synkopiertes *maditus oder madidus ‘naß, feucht, betrunken, weich, schlaff, faul’ (mit nachfolgendem Ersatz der Doppelmedia durch expressive Doppeltenius) an lat. madēre ‘naß, feucht sein, triefen, betrunken, weich sein’ anzuschließen. ermatten Vb. ‘schwach, kraftlos werden’ (16. Jh.); vgl. ahd. irmattēn ‘fade werden, betören’ (10. Jh.). mattieren Vb. ‘glanzlos, undurchsichtig machen’ (19. Jh.), frz. mater, auch matir.

Thesaurus

Synonymgruppe
abbauen · am Ende seiner Kräfte sein · die Kräfte verlieren · ↗erlahmen · ermatten · ↗ermüden · ↗erschlaffen · kraftlos werden · müde werden · ↗nachlassen · nicht mehr (weiter) können · schlapp machen · ↗schlappmachen · ↗versagen  ●  ↗abkacken  derb · am Ende sein  ugs.
Assoziationen
  • erlahmen · ↗festfahren · ↗gleichbleiben · ins Stocken geraten · ins Stocken kommen · lahm liegen · ↗ruhen · ↗stagnieren · ↗stehen bleiben · ↗stillstehen · ↗stocken  ●  ↗einfrieren  fig. · auf Eis liegen  ugs., fig. · nicht weiterkommen  ugs.
  • nichts in den Armen haben  ●  Pudding in den Armen haben  ugs., fig. · nix inne Mauen haben  ugs., ruhrdt., veraltend, rheinisch
  • (die) Kraft verlieren · Ermüdungserscheinungen zeigen · ↗erlahmen · ↗lahmen · müde werden · ↗nachlassen · schlechter werden · schwächer werden · sich verschlechtern  ●  ↗schwächeln  ugs.
Synonymgruppe
abhetzen · ↗aufreiben · ↗brechen · ↗enervieren · ↗entkräften · ↗entnerven · ermatten · ↗ermüden · ↗heimsuchen · mürbe hauen · mürbe klopfen · mürbe kriegen · mürbe machen · ↗strapazieren · ↗zermürben  ●  ↗kleinkriegen  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Glanz Leser bald erschöpfen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ermatten‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber wieso muß man deshalb die eigenen Kräfte im Zank ermatten lassen?
Der Tagesspiegel, 13.12.1997
Hier sinken die Helden der Berge ermattet auf die kleinen Hocker im Pub.
Die Zeit, 27.10.1989, Nr. 44
Nachdem er dort gelaicht hat, treibt er völlig ermattet stromabwärts und geht bald darauf zugrunde.
Natzmer, Gert von: Tierstaaten und Tiergesellschaften, Berlin: Safari-Verl. 1967, S. 200
Dann lag er ermattet da und sah, daß es dunkel im Zimmer war, nur das Fenster hell.
Schaeffer, Albrecht: Helianth II, Bonn: Weidle 1995 [1920], S. 886
Die Blätter ermatten und fallen raschelnd von den Bäumen herunter.
Brief von Wilhelm Busch an Nanda Keßler vom 14.10.1904. In: ders., Gesammelte Werke, Berlin: Directmedia Publ. 2002 [1904], S. 28325
Zitationshilfe
„ermatten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/ermatten>, abgerufen am 22.10.2019.

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