erlöschen

GrammatikVerb · erlischt, erlosch, ist erloschen
GrammatikVerb · erlöscht, erlöschte, ist erlöscht
Aussprache
Worttrennunger-lö-schen
Grundformlöschen1
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
aufhören zu brennen, verlöschen
Beispiele:
die Lampe erlischt, erlöscht
das Feuer, die Kerze war erloschen
der rote Lichtschein in der Ferne ist erloschen
ein Lichtsignal flammte auf und erlosch, erlöschte wieder
sie hielt eine erloschene Zigarette in der Hand
er hielt eine erlöschte Kerze in der Hand
ein erloschener Vulkan, Krater (= ein nicht mehr tätiger Vulkan, Krater)
Es dauerte mehr als eine Stunde, bis der Brand von Leuna erlosch [SeghersDie Toten6,23]
bildlich
Beispiel:
gehoben der Tag war, die Sterne waren schon erloschen
übertragen schwächer, matt werden, in der Intensität nachlassen
Beispiele:
sein Interesse, Geist, die Aufmerksamkeit, ihre letzte Hoffnung erlischt
seine Liebe, Leidenschaft, sein Hass ist erloschen
seine Augen sind, der Glanz in ihren Augen war erloschen
er sprach, flüsterte mit erlöschender, erloschener Stimme
Pohlmanns Gesicht war plötzlich grau und erloschen [RemarqueZeit zu leben186]
Dann erlosch ihr Lächeln, und sie faltete die Hände [BaumKristall45]
gehoben, verhüllend sterben
Beispiele:
er war am Erlöschen
sein Lebenslicht erlischt (= er stirbt)
Die beiden letzten Tage saß Narziß an seinem Bett ... und sah zu, wie er erlosch [HesseNarziß5,322]
2.
erlosch, ›ist‹, erloschen
aufhören zu bestehen
Beispiele:
der Vertrag, das Eigentumsrecht, Urheberrecht erlischt
das Mandat, Patent, Konto, die Firma, seine Mitgliedschaft (im Verein) ist erloschen
der Anspruch auf die Gewährung einer staatlichen Beihilfe erlischt am Jahresende
mit seinem Tode erlischt die Rentenzahlung
das Theateranrecht erlischt mit Ende der Spielzeit
das Pachtverhältnis gilt mit Wirkung vom ... als erloschen
die Seuche ist erloschen (= verschwunden)
Mit dem Tode des Konsuls ... war das gesellschaftliche Leben in der Mengstraße erloschen [Th. MannBuddenbrooks1,311]
Weil aber in Bukarest der Herbst ... unwahrscheinlich schön war, erlosch die Epidemie zu Beginn des Winters [BrugschArzt213]
da das erlauchte Geschlecht längst erloschen (= ausgestorben) ist [C. F. MeyerHochzeit d. Mönchs3,227]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

löschen1 · erlöschen1 · verlöschen · löschen2 · auslöschen · erlöschen2 · Löschkalk · Löschblatt · Löschpapier
löschen1 Vb. ‘aufhören zu brennen, zu leuchten, ausgehen’, ahd. irlescan ‘erlöschen’ (s. unten), mhd. mnd. leschen ‘aufhören zu brennen, zu leuchten, zu tönen, zu sein’, asächs. leskan. Das im Nhd. nur noch selten gebrauchte starke Verb (vgl. die Flamme, das Leben lischt, Prät. losch) ist wohl im Sinne von ‘sich legen’ eine Bildung mit sk-Suffix zu der unter ↗liegen (s. d.) dargestellten Wurzel ie. *legh- ‘(sich) legen, liegen’. Es ist erhalten in erlöschen1 Vb. ‘aufhören zu brennen, zu leuchten’, ahd. irlescan (9. Jh.), mhd. erleschen, und in verlöschen Vb. mhd. verleschen. Dazu das schwache transitive Kausativum (‘erlöschen machen’) löschen2 Vb. ‘das Brennen, Leuchten beenden, ausmachen, ersticken, beseitigen, tilgen’, ahd. lesken ‘auslöschen, beruhigen’ (8. Jh.), mhd. leschen ‘auslöschen, verdunkeln, beendigen, (ver)tilgen’, asächs. leskian, mnd. leschen, mnl. lesscen, nl. (transitiv und intransitiv) lessen, wozu auslöschen Vb. ‘ausmachen, tilgen’ (15. Jh.) und erlöschen2 Vb. ‘zu brennen aufhören, beseitigen’, ahd. irlesken, mhd. erleschen. Rundung von e zu ö zuerst beim schwachen Verb (15. Jh.), danach auf das starke übertragen, jedoch endgültig erst im 19. Jh. Löschkalk m. (15. Jh.). Löschblatt n. und Löschpapier n. (beide 17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
ausgehen · erlöschen
Synonymgruppe
(die) Augen für immer schließen · (jemandem) schlägt die Stunde · (jemandes) letztes Stündlein hat geschlagen · ↗ableben · das Zeitliche segnen · den Tod erleiden · erlöschen · in den letzten Zügen liegen · in die ewigen Jagdgründe eingehen · sein Leben aushauchen · sein Leben lassen · seinen Geist aushauchen · ↗verdämmern · ↗verscheiden · ↗versterben · ↗wegsterben  ●  (die) Reihen lichten sich  fig. · ↗abtreten  fig. · ↗dahinscheiden  verhüllend · ↗davongehen  fig. · ↗entschlafen  fig., verhüllend · ↗fallen  militärisch · ↗gehen  verhüllend · sanft entschlafen  verhüllend, fig. · seinen letzten Gang gehen  fig. · ↗sterben  Hauptform · uns verlassen  verhüllend · von der Bühne des Lebens abtreten  fig. · von uns gehen  fig. · über die Klinge springen (lassen)  salopp · (den) Arsch zukneifen  vulg., fig. · (den) Löffel abgeben  ugs., fig., salopp · (den) Weg allen Fleisches gehen  geh. · (seine) letzte Fahrt antreten  ugs., fig. · ↗dahingehen  geh., verhüllend · dahingerafft werden (von)  ugs. · den Geist aufgeben  ugs. · die Hufe hochreißen  derb, fig. · dran glauben (müssen)  ugs. · in die Grube fahren  ugs., fig. · ins Gras beißen  ugs., fig. · seinen Geist aufgeben  ugs. · vor seinen Richter treten  geh., fig. · vor seinen Schöpfer treten  geh., fig.
Unterbegriffe
  • eines natürlichen Todes sterben · keines gewaltsamen Todes sterben
  • den nassen Tod erleiden · den nassen Tod finden · ↗ersaufen · in den Fluten umkommen · ↗untergehen  ●  ↗ertrinken  Hauptform · ↗absaufen  ugs. · ↗versaufen  derb
  • (den) Hungertod sterben · an Nahrungsmangel zugrunde gehen · bei/in einer Hungersnot umkommen · vor Hunger sterben  ●  ↗verhungern  Hauptform · hungers sterben  geh., veraltet
  • abkratzen  derb · ↗abnippeln  derb · elendig sterben  derb · elendig verrecken  derb · ↗hopsgehen  derb · ↗krepieren  ugs. · ↗verrecken  derb
  • aus dem Leben gerissen werden · aus der Mitte des Lebens gerissen werden · in Schönheit sterben · mit wehenden Fahnen untergehen  ●  jung sterben  Hauptform
  • ersticken
  • abkacken  derb · ↗abkratzen  derb, Hauptform · ↗abnibbeln  derb · ↗abnippeln  derb · ↗abschrammen  derb · den Arsch zukneifen  derb · ↗hopsgehen  ugs., salopp
  • (den) Tod finden · ↗(ein) Opfer (des / der ...) werden · (jemanden) das Leben kosten · (sein) Leben lassen · (sein) Leben verlieren · getötet werden · tödlich verunglücken · ↗umkommen · ums Leben kommen  ●  draußen bleiben  veraltend, historisch · zu Tode kommen  Hauptform · ↗(jemanden) dahinraffen  geh. · dahingerafft werden  geh. · ↗draufgehen  ugs., salopp · ↗hopsgehen  ugs., salopp · tot bleiben  ugs., regional, veraltet · vor die Hunde gehen  ugs., sprichwörtlich · über den Deister gehen  ugs., salopp, norddeutsch · über den Jordan gehen  ugs., salopp · über die Wupper gehen  ugs., regional, salopp
  • an Blutverlust sterben  ●  ↗verbluten  Hauptform
  • (den) Kältetod erleiden · ↗erfrieren
  • über den Deister gehen (norddt.)  ugs. · über den Jordan gehen  ugs. · über die Klinge springen  ugs.
  • (sein) Leben geben · (sein) Leben opfern · ↗(sich) opfern
  • (seinen Verletzungen, einem Leiden) erliegen · dahingerafft werden (von)  ●  sterben an  Hauptform
  • an Wassermangel zugrunde gehen  ●  ↗verdursten  Hauptform
  • (ur)plötzlich sterben · plötzlich tot sein · tot umfallen
  • als er ans Sterben kam · als er nun sterben sollte · als er sich zur letzten Ruhe begab · als er sich zur letzten Ruhe bettete
Assoziationen
  • auf dem Feld der Ehre gefallen (pathetisch) · auf dem Feld der Ehre sein Leben gelassen · den Heldentod gestorben (pathetisch) · ↗gefallen · getötet worden  ●  draußen geblieben  ugs., Jargon
  • (seinen Verletzungen) erlegen · aus dem Leben geschieden · dahingegangen · dahingeschieden · gestorben · mit jemandem ist es aus · nicht mehr sein · nicht mehr unter den Lebenden · nicht mehr unter uns (weilen) · seligen Angedenkens (nachgestellt) · seligen Gedenkens (nachgestellt) · ↗tot · tot und begraben (Verstärkung) · ↗verschieden · ↗verstorben  ●  draußen geblieben  militärisch · ↗gefallen  militärisch · hat uns verlassen  verhüllend, fig. · ↗selig (nachgestellt)  veraltet · von uns gegangen  verhüllend, fig. · (jemand) hat es hinter sich  derb · draufgegangen (bei)  ugs. · gehimmelt  ugs. · ↗mausetot  ugs. · unterm Torf  ugs., salopp, fig. · verblichen  geh. · weg vom Fenster  ugs., fig.
  • (den) Freitod wählen · (die) (letzte) Konsequenz ziehen · (sein) Leben wegwerfen · ↗(sich) (selbst) richten · ↗(sich) (selbst) töten · ↗(sich) (selbst) umbringen · (sich) das Leben nehmen · (sich) etwas antun · (sich) vom Leben zum Tode befördern · Hand an sich legen · Selbstmord begehen · Suizid begehen · seinem Leben ein Ende machen · seinem Leben ein Ende setzen  ●  (sich selbst) (den) Garaus machen  geh. · (sich) ein Leid antun (lit.)  geh. · (sich) ein Leids antun (lit.)  geh., verhüllend · ↗(sich) entleiben  geh.
  • (jemandem) (den) Lebensfaden abschneiden · ↗auslöschen · ↗ermorden · ins Jenseits befördern · ↗killen · ↗meucheln · tot... · ↗umbringen · ums Leben bringen · zum Schweigen bringen · zur Strecke bringen  ●  (jemandem) das Lebenslicht auslöschen  fig., variabel · ↗töten (absichtlich)  Hauptform · (jemandem) den Garaus machen  ugs. · ↗abmurksen  ugs. · ↗abservieren  ugs., salopp · ↗ausknipsen  ugs., fig., salopp · ↗entleiben  geh. · in die ewigen Jagdgründe schicken  ugs. · ins Gras beißen lassen  ugs., fig. · ins Nirwana befördern  ugs. · ↗kaltmachen  ugs. · ↗totmachen  ugs. · um die Ecke bringen  ugs. · ↗umlegen  ugs. · vom Leben zum Tode befördern  geh. · über die Klinge springen lassen  ugs., fig.
  • arbeiten bis zum Schluss · in Ausübung seiner Tätigkeit sterben · in den Sielen sterben · in treuer Pflichterfüllung sterben · jemand arbeitet, bis er tot umfällt
  • (bald) gehen · (es) geht zu Ende (mit jemandem) · (jemandem) wachsen schon Flügel · (jemandes) Tage sind gezählt · es bald hinter sich haben · in den letzten Zügen liegen · mit dem Tode kämpfen  ●  im Sterben liegen  Hauptform · es nicht mehr lange machen  derb
  • knapp überleben · noch einmal mit dem Leben davonkommen · reanimiert werden · von den Toten auferstehen  ●  dem Tod ein Schnippchen schlagen  fig. · dem Tod von der Schippe springen  fig. · ↗wieder auferstehen (von den Toten)  biblisch · beinahe draufgehen bei  derb, variabel
  • Ableben · ↗Abschied · ↗Exitus · Hinscheiden · ↗Lebensende · ↗Sterben · Versterben  ●  ↗(jemandes) Tod  Hauptform · ↗Abberufung  verhüllend, fig. · ↗Heimgang  religiös · ↗Hinschied  schweiz.
  • absterben (Pflanzen) · ↗verdorren · ↗vertrocknen  ●  ↗eingehen (Pflanzen)  Hauptform · ↗kaputtgehen  ugs.
  • eingehen (Tiere) · ↗krepieren · ↗sterben · ↗verenden
  • Leiche · ↗Leichnam · Toter · sterbliche Hülle · sterbliche Überreste · toter Körper
  • in Massen sterben · in Massen umkommen · massenhaft sterben · sterben wie die Fliegen
  • Abgelebter · Dahingegangener · Dahingeschiedener · Ermordeter · Gefallener · ↗Leiche · Verblichener  ●  Entschlafener  verhüllend · Toter  Hauptform · Verstorbener  Hauptform · Getöteter  geh. · Verschiedener  geh.
Synonymgruppe
aussterben · erlöschen · ↗untergehen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anschnallzeichen Aufenthaltserlaubnis Aufenthaltsgenehmigung Beamtenverhältnis Betriebserlaubnis Betriebsgenehmigung Fackel Feuer Firma Flamme Flutlicht Funke Glut Hochofen Kerze Lampe Lebenslicht Licht Lichtbogen Prokura Scheinwerfer Startampel Strohfeuer Urheberrecht Versicherungsschutz Vertretungsbefugnis Vulkan Widerrufsrecht automatisch schlagartig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›erlöschen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Glaube daran, daß der letzte Akt dieser schier unendlichen Geschichte schon geschrieben ist, erlischt zusehends.
Der Tagesspiegel, 27.07.1999
Das Vorrecht erlischt drei Jahre nach Ablauf der Zeit, für die das Erbbaurecht bestellt war.
o. A.: Verordnung über das Erbbaurecht. In: Schönfelder: Deutsche Gesetze : Sammlung des Zivil-, Straf- und Verfahrensrechts (Ergänzungslieferung), München: Beck 1997
Und die Nacht schaute ins Zimmer herein mit erloschenen Augen.
Hilsenrath, Edgar: Der Nazi & der Friseur, Köln: Literar. Verl. Braun 1977, S. 134
Nun sind aber auch alle menschlichen Werte für ihn erloschen.
Die Zeit, 17.06.1966, Nr. 25
Ohne irgendeine Art von Verwirklichung dieser Normen aber erlischt die Fähigkeit des nachvollziehenden Verknüpfens.
Müller-Blattau, Joseph: Form. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1955], S. 13718
Zitationshilfe
„erlöschen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/erlöschen>, abgerufen am 22.05.2019.

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