erklecklich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennunger-kleck-lich (computergeneriert)
eWDG, 1967

Bedeutung

umgangssprachlich beträchtlich, erheblich
Beispiele:
die Firma hat einen erklecklichen Profit, Gewinn erzielt
erkleckliche Verluste, Einbußen erleiden
er hat eine erkleckliche Summe, Menge gespart
die Rennfahrer haben schon eine erkleckliche Strecke zurückgelegt
ich warte schon eine erkleckliche Weile
die Hauptstadt ist um ein erkleckliches größer als andere Großstädte
daß es dort recht erklecklich stinkt [Bergengr.Rittmeisterin26]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

kleckern · klecken · Klack · klack · klacks · Klacks · klacken · erklecklich · Klecks · klecksen
kleckern Vb. ‘tropfenweise fallen, Kleckse, Flecke machen’, übertragen ‘langsam, mühsam vorwärtsgehen, vorankommen’, Iterativbildung (17. Jh.) zu heute nur noch mundartlichem klecken Vb. ‘(von Flüssigkeiten) geräuschvoll fallen, Flecke machen, schmieren’, übertragen ‘gut vonstatten gehen, gut ausgehen, ausreichen’, ahd. (9. Jh.), mhd. klecken ‘platzen, krachen, bersten, (sich) spalten, klecksen, klatschen, schallend schlagen’, übertragen ‘ausreichen, genügen, wirksam sein’. Verwandt sind Klack m. ‘Riß, Spalt, Knall, Krach, Klecks, Fleck’, ahd. (11. Jh.), mhd. klac (Genitiv klackes) ‘Riß, Spalt, Knall, Krach, Klecks, Fleck’. Entsprechend klack Interjektion schallnachahmend für einen knackenden, klatschenden Ton (beim Brechen, beim Reißen, beim Aufprall einer breiigen, tropfenden Masse), auch (zumal in der Doppelung klack klack) für einen kurzen, harten Ton. Expressiv erweitert klacks Interjektion Dazu Klacks m. ‘kleiner Fleck, eine kleine Menge dickflüssiger Substanz (wie Marmelade, Senf), Geringfügigkeit’ (18. Jh., doch wohl älter) sowie klacken Vb. ‘platzen, klatschen, schlagen, Flecke machen’ (17. Jh.), iterativ klackern (18. Jh.), engl. to clack ‘klappern, rasseln’, anord. klaka ‘zwitschern, gackern’, vielleicht auch griech. glázein (γλάζειν) ‘einen Gesang erklingen lassen’. Diese offensichtlich schallnachahmenden Bildungen führen auf ie. *glag-, eine Erweiterung der Schallwurzel ie. *gal- ‘rufen, schreien’, die sich auch in anord. kalla ‘nennen, sagen, rufen’ (woraus wohl engl. to call ‘rufen’), aslaw. glagolъ ‘Wort’, glagolati ‘reden, sprechen’, russ. (älter) gologólit’ (гологолить) ‘schwatzen, plappern’, mir. gall ‘Ruhm’ sowie (über andere Erweiterungen) in ↗Klage, ↗klingen (s. d.) fortsetzt. erklecklich Adj. ‘ausreichend, beträchtlich, erheblich’ (17. Jh.), zu dem im 19. Jh. untergegangenen Präfixverb erklecken ‘genügen, helfen, nützen’ (16. Jh.), vielleicht schon (zweifelhaft belegtes) mhd. erklecken. Klecks m. ‘(Farb-, Tinten)fleck, Klümpchen’ (18. Jh.), älter Kleck (16. Jh.), aus klecken rückgebildet. klecksen Vb. ‘Kleckse machen, schlecht malen, schreiben, Zähflüssiges worauf fallen lassen’ (18. Jh.), zu Klecks bzw. Iterativbildung zu klecken.

Thesaurus

Synonymgruppe
(ganz) anständig · ↗(ganz) schön · ↗achtbar · ↗anerkennenswert · ↗ansehnlich · ↗beachtenswert · ↗beachtlich · ↗beträchtlich · ↗erfreulich · erklecklich · kann sich sehen lassen · ↗nennenswert · nicht unerheblich · nicht wenig · nicht wenige · ↗ordentlich · recht groß · ↗respektabel · ↗signifikant · ↗stattlich · ziemlich groß  ●  (ein) hübsch(es Sümmchen)  ugs. · das ist schon was!  ugs., Redensart · ↗ziemlich  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ablösesumme Anteil Anzahl Auswahl Beitrag Betrag Buchgewinn Einkommen Einnahme Einsparung Ersparnis Ertrag Gewinn Kursgewinn Maß Menge Prozentsatz Quantum Rendite Rest Stück Summe Teil Vermögen Zahl Zubrot durchaus

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›erklecklich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ist nicht auch der Trainer verantwortlich für das kaum erkleckliche Ergebnis?
Süddeutsche Zeitung, 11.07.1998
Für risikofreudige Investoren sind zwar immer noch erkleckliche Gewinne möglich.
Die Zeit, 12.01.1996, Nr. 3
Bei den heutigen Programmen, die vor allem pixelorientiert sind, bringt das einen erklecklichen Overhead mit sich.
C't, 1990, Nr. 11
Doch auch mit konservativen Fonds lassen sich erkleckliche Erträge erzielen.
Die Welt, 15.11.2005
Das ist in einer Viermillionenstadt schon eine erkleckliche Menge von Menschen.
Döblin, Alfred: Berlin Alexanderplatz, Olten: Walter 1961 [1929], S. 193
Zitationshilfe
„erklecklich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/erklecklich>, abgerufen am 26.04.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Erklärungszusammenhang
Erklärungswert
Erklärungsversuch
Erklärungsprinzip
Erklärungsnotstand
erklettern
erklimmen
erklingen
erklirren
erklügeln