ergötzlich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennunger-götz-lich
Wortbildung mit ›ergötzlich‹ als Erstglied: ↗Ergötzlichkeit
eWDG, 1967

Bedeutung

gehoben amüsierend, Vergnügen bereitend
Beispiele:
eine ergötzliche Geschichte
ein ergötzliches Gespräch
[ich] sah stundenlang dem ergötzlichen Spiel der sanften Tiere zu [WelkHoher Befehl454]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

ergötzen · ergötzlich
ergötzen Vb. ‘erheitern, Vergnügen bereiten’. Ahd. irgezzen (um 1000), mhd. ergetzen ‘vergessen machen’ steht als Kausativum neben ahd. irgeʒʒan (8. Jh.), mhd. ergeʒʒen ‘vergessen’ (zu Herkunft und Verwandtschaft s. ↗vergessen). Aus ‘vergessen machen’ entwickelt sich ‘entschädigen, vergüten’ und in frühnhd. Zeit über ‘erquicken’ die heutige Bedeutung ‘erfreuen’. Die Schreibung ergötzen, die auf mundartlicher Rundung beruht, begegnet im 15. Jh. zuerst im Obd., doch hält sich ergetzen bis ins 19. Jh. ergötzlich Adj. ‘unterhaltsam, erheiternd, Vergnügen bereitend’ (obd. 15. Jh.) neben ergetzlich (14. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
appetitlich · ↗delektabel · ↗delikat · ↗deliziös · ergötzlich · kulinarischer (Hoch-)Genuss · ↗köstlich · ↗lecker · lukullischer (Hoch-)Genuss · mundend · ↗schmackhaft · ↗wohlschmeckend  ●  (da) könnte ich mich reinlegen  ugs. · ↗gluschtig  ugs., schweiz. · schmeckt nach mehr  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
angenehm · ↗erbaulich · ↗erfreulich · ergötzlich · ↗erhebend · ↗glücklich · ↗gut · ↗günstig · ↗herzerfrischend · ↗vorteilhaft · ↗wohltuend  ●  ↗charmant  fig. · ↗gefreut  schweiz. · ↗pläsierlich  veraltet · ↗sympathisch  fig. · ↗erquicklich  geh. · ↗ersprießlich  geh. · herzerquicklich  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anekdote Schauspiel höchst

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ergötzlich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Oft ist sie ergötzlich, oft stimmt sie traurig, aber immer ist sie aufschlußreich.
Die Zeit, 01.03.1965, Nr. 09
Aber am ergötzlichsten ist es doch um 10 Uhr und um 11 Uhr, kurz, immer dann, wenn drüben gerade die Pause zu Ende gegangen ist.
Tucholsky, Kurt: Die Aufpasser. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1914], S. 658
Buch und Hörspiel bereiteten vielen Menschen frohe und ergötzliche Stunden.
Brenk, Klaus: Schleusingen und Umgebung, Leipzig: VEB F.A. Brockhaus Verlag 1965, S. 10
Dem Naturell Washingtons entsprechend, geschieht das vor allem durch Hinweise auf ergötzliche Rankünen.
Die Welt, 21.04.2004
Ergötzliche Fabeln sind aber auch die Werke des Plautus und Terenz.
Curtius, Ernst Robert: Europäische Literatur und lateinisches Mittelalter, Tübingen: Francke 1993 [1948], S. 449
Zitationshilfe
„ergötzlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/ergötzlich>, abgerufen am 24.06.2019.

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