erblassen

GrammatikVerb · erblasste, ist erblasst
Aussprache
Worttrennunger-blas-sen
Grundformblass
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
blass werden
Beispiele:
gehoben sie erblasste jäh, plötzlich vor Schreck, Entsetzen
gehoben das Gesicht des Verletzten war tief erblasst
gehoben mit erblassten Lippen lag die Ohnmächtige am Boden
gehoben Draußen fing es zu dämmern an. Der Himmel erblaßte [G. HartlaubGroßer Wagen47]
übertragen
Beispiel:
vor Neid erblassen (= sehr neidisch werden)
2.
dichterisch sterben
Beispiel:
Doch wisse: wenn sie verstrichen, die Frist, / ... So muß er [der Freund] statt deiner erblassen [SchillerBürgschaft]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

blaß · erblassen · verblassen · Blässe · bläßlich
blaß Adj. ‘von schwacher Farbe, bleich’, ahd. blas ‘weißstirnig’ (auch in der Zusammensetzung blasros ‘Pferd mit weißem Stirnfleck’, Hs. 13. Jh.), mhd. blas, auch ‘kahl, schwach, gering, bleich’, asächs. blas ‘glänzend weiß’ gehören mit ↗Blesse (s. d.) und den dort behandelten Wörtern zu einer nur im Germ. nachweisbaren Erweiterung der Wurzel ie. *bhel- ‘glänzen(d), weiß’, die als ie. *bhles-, *bhlos- anzusetzen wäre, wozu auch mnl. bles, anord. blesōttr ‘mit weißem Stirnfleck’, ferner mhd. mnd. blas ‘Fackel, brennende Kerze’, aengl. blæse ‘Fackel, Feuer’. Das Adjektiv blaß gewinnt seine heutige Bedeutung ‘bleich’ offenbar erst gegen Ende des 13. Jhs. Luther verwendet das Adjektiv nicht, gebraucht aber erblassen. Die seit dem Frühnhd. bezeugten Verben erblassen und verblassen ‘blasser werden’ werden bis Anfang des 19. Jhs. ohne Bedeutungsunterschied nebeneinander gebraucht. Erst danach wird erblassen im Sinne eines plötzlichen Blaßwerdens sowie übertragen für ‘sterben’, verblassen bei Sachen im Sinne von dauernder Verfärbung verwendet. Blässe f. ‘blasses Aussehen’ (Mitte 17. Jh.). bläßlich Adj. ‘ein wenig blaß’ (2. Hälfte 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Farbe verlieren · blass werden · bleich werden · erblassen · ↗erbleichen · ↗verblassen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anblick Neid da erröten neidvoll

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›erblassen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Denn solange wir fröhlich und üppig altern, solange müssen wir nicht erblassen.
Süddeutsche Zeitung, 05.12.1996
Er erblaßt und zittert, doch vermag er sich zu beherrschen.
Vossische Zeitung (Morgen-Ausgabe), 06.03.1925
Wir standen und warteten, sahen die Sterne erblassen, sahen die Nacht hinsterben und den jungen Tag geboren werden.
Voß, Richard: Zwei Menschen, Stuttgart: Engelhorn 1911 [1949], S. 119
Zwar war er zu seiner Zeit berühmt, aber die wachsende Lully-Mode ließ seinen Stern erblassen.
Borrel, Eugène: Dumanoir. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1954], S. 20405
Freilich auch das Gefühl der Schuld erblaßte allmählich in mir.
Müller-Jahnke, Clara: Ich bekenne. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1904], S. 9224
Zitationshilfe
„erblassen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/erblassen>, abgerufen am 22.07.2019.

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