erblühen

GrammatikVerb · erblühte, ist erblüht
Aussprache
Worttrennunger-blü-hen
eWDG, 1967

Bedeutung

gehoben voll aufblühen
Beispiele:
im Mai erblühen viele Blumenarten, Baumarten
der erblühte Flieder duftete sehr stark
[Eva] ging stundenlang zwischen den eben erblühten Veilchen umher [Wasserm.Wahnschaffe1,95]
übertragen sich voll entfalten
Beispiele:
eine zu reifer Schönheit erblühte Frau
Kunst und Wissenschaft erblühten unter seiner Regierung
Andererseits war Erika Grünlich ... ein großes, erblühtes Mädchen, frischfarbig und hübsch vor Gesundheit und Kraft [Th. MannBuddenbrooks1,449]
Auch in den fernsten Winkeln des Landes erblühte die neue Poesie [Weiskopf8,83]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

blühen · erblühen · verblühen · abblühen · aufblühen
blühen Vb. ‘in Blüte stehen’, ahd. bluoen (8. Jh.), mhd. blüe(je)n, asächs. blōjan, mnd. blȫ(y)en, mnl. bloeyen, blōyen, nl. bloeien, afries. blōia, aengl. blōwan, engl. to blow gehören wie ↗Blume, ↗Blüte, ↗Blatt (s. d.) und lat. flōs ‘Blume, Blüte’ (s. ↗Flor, ↗Flora) zu ie. *bhlē-, *bhlō- ‘Blume, Blüte, Blatt, blühen, üppig sprießen’, einer Erweiterung der in griech. phýllon (φύλλον) ‘Blatt’ (s. ↗Chlorophyll), lat. folium ‘Blatt’ (s. ↗Folie, ↗Folio) vorliegenden einfachen Wurzel ie. *bhel-. Offenbar ist hier schon sehr früh eine semantische Verselbständigung gegenüber ie. *bhel- ‘aufblasen, aufschwellen’ (in ↗Ball, s. d.) und seiner Erweiterung *bhlē- (in ↗blähen, ↗blasen, s. d.) eingetreten. Dazu die Präfixverben erblühen ‘aufblühen’, ahd. irbluoen (9. Jh.), mhd. erblüejen; verblühen ‘zu blühen aufhören’, ahd. firbluoen (um 1000), mhd. verblüejen; abblühen (16. Jh., synonym mit verblühen); aufblühen, mhd. ufblüejen (synonym mit erblühen).

Thesaurus

Synonymgruppe
aufblühen · blühen · erblühen
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Blume Farbe Frühjahr Garten Glanz Glück Landschaft Leidenschaft Liebe Lächeln Park Pflanze Phantasie Pracht Rose Ruine Schatten Schönheit Strauch Tulpe Wange Wüste endlich erst gedeihen vergehen verwelken voll wieder zart

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›erblühen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In ihrer Grazie kann ihre Schönheit erst voll erblühen, wenn sie inszeniert ist.
Der Tagesspiegel, 12.01.2002
In den siebziger Jahren endlich erblühte dem Dreißiger der schauspielerische Ruhm.
Vossische Zeitung (Morgen-Ausgabe), 04.03.1916
Unter diesen Händen mochten wohl Felder erstehen, Gärten erblühen, Dörfer sich gründen.
Klepper, Jochen: Der Vater, Gütersloh: Bertelsmann 1962 [1937], S. 876
Und wo sie nun wieder erblühe, blühe sie schöner und reicher auf.
Hauptmann, Gerhart: Der Narr in Christo Emanuel Quint, Berlin: Aufbau-Verl. 1962 [1910], S. 215
Im April über Nacht erblühten sie mit einemmal, alle zugleich.
Heyking, Elisabeth von: Briefe, die ihn nicht erreichten. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1903], S. 5898
Zitationshilfe
„erblühen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/erblühen>, abgerufen am 22.05.2019.

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