erübrigen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennunger-üb-ri-gen (computergeneriert)
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
etw. durch Sparsamkeit übriglassen und nicht aufbrauchen, etw. einsparen
Beispiele:
er hat viel Geld erübrigt
jeden Cent, den er erübrigte, gab er für Bücher aus
ich kann dafür, für Sie keine Zeit erübrigen
Ein Stück Brot kann ich erübrigen [RemarqueZeit zu leben309]
2.
etw. erübrigt sichetw. ist überflüssig, braucht nicht mehr getan zu werden
Beispiele:
nach dieser Änderung erübrigt sich jetzt alles Weitere, jede weitere Diskussion
es erübrigt sich, davon zu sprechen, darauf hinzuweisen
ich glaube, das hat sich nun erübrigt
3.
veraltet etw. erübrigt (jmdm.)etw. bleibt (jmdm.) zu tun übrig
Beispiele:
es erübrigt uns noch zu fragen, ob ...
Nachdem der Kardinal ... entfernt war, erübrigte noch, das Geschehene dem Kaiser beizubringen [Ric. HuchDreißigjähr. Krieg1,170]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

über · überall · überein · überhaupt · übrig · übrigens · erübrigen · Überbein · überraschen · Überraschung
über Präp. zur Angabe einer räumlichen Lage ‘oberhalb’ (das Bild hängt über dem Schrank), ‘unmittelbar darauf’ (eine Schürze über dem Kleid tragen), einer nach oben gerichteten Bewegung (über etw. springen) oder Erstreckung (der Baum ragt über das Dach hinaus), einer von oben nach unten gerichteten Bewegung (Wasser über das Beet gießen), einer in die Zukunft weisenden Zeitspanne (über ein Jahr kommen wir zurück), eines Zeitraumes (über Ostern); Adv. zur Bezeichnung des Überschreitens einer Quantität, Qualität, Intensität ‘mehr als’ (über drei Kilo, über zwei Wochen), als Wortpaar über und über ‘völlig, ganz und gar, von oben bis unten’. Ahd. ubar (8. Jh.), ubari Adv. (8. Jh.), mhd. über, (md.) uber, ober, asächs. oƀar, oƀer, ofer, mnd. mnl. ōver, nl. over, aengl. ofer, engl. over, anord. yfir, schwed. över, got. ufar Präp., ufaro Adv. führen mit den außergerm. Verwandten aind. upári ‘oben, über’, awest. upairī̌, griech. hýper, hypér (ὕπερ, ὑπέρ) ‘über, im Übermaß, über … hinaus, oberhalb’, lat. (mit s-Präfix) super ‘oben, auf, darüber’, air. for ‘über, über … hinaus’ auf ie. *upér(i) ‘über, oberhalb’, auch ‘über … hinaus’, eine Bildung mit komparativischem r-Suffix zu ie. *upo, *up, *eup ‘unten an etw. heran’, dann ‘von unten hinauf, über’ (s. ↗auf, ↗ob). Die mhd. nhd. Form über (mit Umlaut) geht auf das Adverb ahd. ubari zurück. überall Adv. ‘an allen Orten, bei jeder Gelegenheit’, ahd. ubaral (8. Jh.), mhd. überal, zusammengesetzt mit dem Akkusativ Neutr. von ↗all (s. d.); vgl. mnd. mnl. ōveral, nl. overal, aengl. ofereall, engl. overall (‘umfassend’). überein Adv. ‘gleichmäßig, zusammenstimmend’, übereins (15. Jh.), mhd. überein, Zusammenrückung von mhd. über ein(ez) ‘in einem Sinne, gleichmäßig, ganz und gar’. überhaupt Adv. ‘insgesamt (gesehen)’ (15. Jh.), verstärkend bei Verneinungen (vgl. überhaupt nicht ‘ganz und gar nicht’, 18. Jh.), als Partikel in Fragesätzen ‘eigentlich, denn’ (Ende 17. Jh.), in der Handelssprache im Sinne von ‘in Bausch und Bogen, im ganzen, en gros’, vgl. überhaupt kaufen (‘insgesamt, nicht einzeln nachgezählt oder gewogen kaufen’, 18. Jh.). Zusammenrückung der Präp. ↗über mit dem Akkusativ des Substantivs ↗Haupt (s. d.), vgl. mhd. über houbet ‘über das Haupt, die Häupter hin’, d. h. ‘ohne die Stücke (Vieh, dann auch Menschen) zu zählen’; eine wohl aus der Viehwirtschaft stammende Fügung. übrig Adj. ‘(als Rest) vorhanden, verbleibend, restlich’, mhd. überic, überec; auch ‘überflüssig, überschüssig, zuviel’, vgl. ein übriges tun ‘mehr tun, als verlangt wird, als nötig ist’ (16. Jh.), aus der theologischen Sprache der Reformationszeit, eigentlich ‘mehr tun, als Gott von einem verlangt’; dazu übrigens Adv. ‘nebenbei bemerkt, gesagt, außerdem’ (Ende 17. Jh.; wohl in Analogie zu erstens); dafür auch im übrigen ‘ansonsten, außerdem’ (17. Jh.); erübrigen Vb. ‘etw. übriglassen, ein-, ersparen’, reflexiv (unpersönlich) ‘unnötig, überflüssig sein’ (Mitte 16. Jh.), aus der Kanzleisprache, älter erübern ‘übrigbehalten’ (14. bis Ende 17. Jh.). Überbein n. ‘Auswuchs einer Sehnenscheide oder Gelenkkapsel’ (besonders am Hand- oder Fußrücken), mhd. überbein; zu ↗Bein ‘Knochen’ (s. d.), eigentlich ‘darüberliegender Knochen’, da fälschlich für Kochenauswuchs gehalten. überraschen Vb. ‘unerwartet (an)treffen, in Erstaunen setzen’ (16. Jh., häufiger seit 18. Jh.), zu ↗rasch (s. d.), eigentlich ‘plötzlich über jmdn. kommen, herfallen, (den Feind) überfallen’; Überraschung f. ‘Erstaunen, Verwunderung über Unerwartetes’ (18. Jh.), ‘unerwarteter feindlicher Überfall, Überrumpelung’ (17. Jh.)

Thesaurus

Synonymgruppe
erübrigen · übrig haben

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anschaffung Aufzählung Ausführung Beantwortung Beweisaufnahme Diskussion Disput Eingehen Erläuterung Erörterung Frage Kommentar Kommentierung Polemik Rätselraten Spekulation Stichwahl Vermittlungsverfahren dadurch daher deshalb deswegen eigentlich insofern möglicherweise ohnehin somit sowieso wohl Überlegung

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›erübrigen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das erübrigt nicht nur teure Wartung, sondern sorgt auch für einen ungestörteren Unterricht.
Süddeutsche Zeitung, 25.11.2002
Außerdem aber erübrigen sich alle Überlegungen, wie noch mehr eingespart werden kann.
Der Tagesspiegel, 04.09.2001
Nach seinem Tod erübrigte es sich, je wieder dorthin zu fahren.
Kronauer, Brigitte: Die Frau in den Kissen, Stuttgart: Klett-Cotta 1990, S. 80
Es erübrigt noch, einige Worte über das Format zu sagen.
Orientalisches Archiv, 1913, Nr. 2, Bd. 3
Die Spannung ändert sich danach nicht mehr, weiteres Nachstellen erübrigt sich.
o. A.: Betriebsanleitung, Wolfsburg: Volkswagenwerk AG 1961, S. 47
Zitationshilfe
„erübrigen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/erübrigen>, abgerufen am 24.10.2019.

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