entsetzen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungent-set-zen
Grundformsetzen
Wortbildung mit ›entsetzen‹ als Erstglied: ↗Entsetzung  ·  mit ›entsetzen‹ als Grundform: ↗Entsatz
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
sich entsetzenin fassungslosen, großen Schrecken, empörtes Staunen geraten
Beispiele:
vor, bei diesem Anblick entsetzte sie sich
sie entsetzten sich, als sie das sahen, erfuhren
jmdn. entsetzenjmdn. in fassungslosen, großen Schrecken, empörtes Staunen versetzen
Beispiele:
der Anblick entsetzte sie
mit dieser Forderung hat er den Freund entsetzt
oft im Part. Prät.
Beispiele:
über so viel Unverschämtheit war er entsetzt
als sie von diesem Unglück hörte, war sie ganz entsetzt
sie bricht entsetzt ab
er fragte entsetzt, ob das stimme
2.
gehoben
Beispiel:
jmdn. seines Amtes entsetzen (= entheben)
3.
Militär etw., jmdn. von den umzingelnden Truppen, von der Belagerung befreien
Beispiele:
die belagerte Burg, Festung, Stadt entsetzen
die von der Armee abgeschnittenen Divisionen konnten nicht mehr entsetzt werden
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

entsetzen · Entsatz · Entsetzen · entsetzlich
entsetzen Vb. ‘erschrecken, aus Umzingelung befreien, eines Amtes entheben’ schließt an die reiche Bedeutungsentwicklung des Verbs im Mhd. an. Ahd. in(t)sezzen ‘im Stich lassen, verlassen, zurücklassen, berauben’ (um 800), mhd. entsetzen ‘zurück-, absetzen, aus dem Besitz bringen, berauben, befreien’, (bei den Mystikern) ‘außer Fassung bringen’, reflexiv ‘sich scheuen, fürchten’ sind Kausativa zu ahd. in(t)sizzen ‘(sich) fürchten, erschrecken’ (8. Jh.) und (die Ausgangsbedeutungen noch bewahrendem) mhd. entsitzen ‘aus der Lage, dem (ruhigen) Sitz kommen, (sich) fürchten, erschrecken’, aber auch ‘sitzen bleiben, sich behaupten, widersetzen’ sowie ‘wegnehmen’. Zur Etymologie s. ↗ent-, ↗sitzen und ↗setzen. Entsatz m. ‘Befreiung, Befreiungsheer’ (15. Jh.), auch Entsatzheer. Entsetzen n. ‘Furcht, Grauen, Schrecken’, vereinzelt seit dem 16. Jh., löst das im 15./16. Jh. geläufige Entsitzen ‘Scheu, Furcht’ ab. entsetzlich Adj. ‘Entsetzen auslösend, grauenvoll, schrecklich’ (16. Jh.; vgl. mhd. unentsetzelich, 14. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anblick Ausmaß Brutalität Elend Eltern Fachleute Gleichgültigkeit Grausamkeit Haß Massaker Parteifreund Tante Tat Tierschützer Umweltschützer Zeitgenosse abstoßen anwidern begeistern empören enttäuschen entzücken erschrecken erschüttern erstaunen faszinieren schockieren verstören Öffentlichkeit überraschen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›entsetzen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich war mal angetreten, um sowas zu verhindern, bin echt entsetzt.
Bild, 23.07.2002
Davor wird sich, wer auf Mach eingeschworen ist, freilich entsetzen.
Berliner Tageblatt (Abend-Ausgabe), 03.03.1916
In den dreißiger Jahren war ich entzückt, in den fünfziger Jahren enttäuscht, in den sechziger Jahren entsetzt.
Reich-Ranicki, Marcel: Mein Leben, Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt 1999, S. 127
Er griff sich, über solche Narrheit entsetzt, an den Fez.
Werfel, Franz: Die Vierzig Tage des Musa Dagh I, Stockholm: Bermann - Fischer 1947 [1933], S. 119
Es handle sich darum, Nördlingen zu entsetzen, dazu müsse geraten werden.
Huch, Ricarda: Der Dreißigjährige Krieg, Wiesbaden: Insel-Verl. 1958 [1914], S. 747
Zitationshilfe
„entsetzen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/entsetzen>, abgerufen am 18.07.2019.

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