entgegen

Worttrennungent-ge-gen
Grundformgegen
Wortbildung mit ›entgegen‹ als Letztglied: ↗dementgegen  ·  mit ›entgegen‹ als Grundform: ↗entgegen-
eWDG, 1967

Bedeutungen

I.
präpositional, mit Dat. einem Nomen vorgestellt; einem Nomen nachgestellt
im Gegensatz zu etw., zuwider
Beispiele:
entgegen dem Befehl, der Anordnung, dem Vertrag, aller Voraussicht wurde das beschlossen
entgegen den Wünschen, den Wünschen entgegen
dem Antrag des Staatsanwaltes entgegen wurde er freigesprochen
diesen Behauptungen entgegen muss festgestellt werden, dass ...
II.
adverbiell
1.
in auffordernden Ausrufen   in Richtung auf etw. zu
Beispiele:
der Sonne, dem Wind entgegen!
neuen Abenteuern, dem Feind entgegen!
2.
einer Sache, jmdm. entgegen seineiner Sache, jmdm. entgegengesetzt, gegensätzlich sein
Beispiele:
das war allem entgegen, was beschlossen wurde
sie haben alles unterdrückt, was ihnen entgegen war
aber es gelang ihm, den Trieb zu unterdrücken, dem seine Gewohnheit, sich zu beherrschen, entgegen war [Ric. HuchConfalonieri247]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gegen · gen · entgegen · entgegnen · Entgegnung · Gegenfüßler · Gegengift · Gegensatz · gegenseitig · Gegenstand · gegenständlich · Gegenstück · Gegenwart · gegenwärtig · vergegenwärtigen · gegenüber · Gegenüber
gegen Präp. ‘wider (zur Abwehr von, zum Schutz vor), in Richtung auf, in Beziehung auf, fast, annähernd, im Austausch für’, ahd. gagan, gegin Präp. Adv. (9. Jh.), gagani, gegini Adv. (9. Jh.), mhd. gegen Präp., gegen(e), gagen(e) Adv., kontrahiert gein, gēn (daraus als Richtungsangabe nhd. gen Präp. asächs. gegin-, mnd. jēgen, mnl. jeghen(s), nl. jegens, aengl. gegn, gēn Adv., anord. gegn Präp. Adv. (germ. *gagna-, *gegni-) ist, da außergerm. Vergleichsmöglichkeiten fehlen, etymologisch ungeklärt. gegen gibt ursprünglich die Richtung an ‘auf etw. zu, auf etw. hin’ (räumlich gegen den Baum laufen, zeitlich gegen Abend), dann auch das Verhältnis zu Menschen oder Sachverhalten (gütig gegen alte Leute, empfindlich gegen Kälte). Daraus entwickelt sich eine Bedeutung ‘wider’ im Sinne eines absichtlichen Entgegenwirkens, einer Feindseligkeit (gegen jmdn. kämpfen, gegen jeden Versöhnungsversuch sein). Häufig in nominalen Zusammensetzungen, z. B. für die entsprechende Erwiderung eines Vorgangs (Gegendruck, -gruß, -wirkung), einer feindlichen Absicht (Gegenwehr, -stoß), für Personen und Sachverhalte, die einander völlig (Gegenbild, -stück), rivalisierend (Gegenkönig, -spieler, -partei) oder in umgekehrtem Sinne, also gegenläufig (Gegenrichtung, -strömung, -rhythmus) entsprechen. entgegen Adv. ‘in Richtung auf’, Präp. ‘im Gegensatz zu’, ahd. ingagan, ingegin Präp. ‘gegen, entgegen’ (8. Jh.), ingagani, ingegini Adv. (um 800), mhd. engegen Präp., engegen(e), engagen(e) Adv., asächs. angegin, aengl. (westsächs.) ongēan, ongēn, (angl.) angægn, ongegn, engl. again; im Nhd. an das Präfix ↗ent- (s. d.) angelehnt; dazu entgegnen Vb. ‘erwidern, antworten’ (16. Jh.); vgl. dagegen ahd. ingaganen, ingeginen ‘entgegenkommen, empfangen, zurückkehren’ (9. Jh.), mhd. engegenen ‘begegnen’; Entgegnung f. ‘Erwiderung’ (19. Jh.). Gegenfüßler m. ‘auf dem entgegengesetzten Punkt der Erdkugel lebender Mensch’, übertragen ‘Widersacher’, Übersetzung (17. Jh.) von ↗Antipode (s. d.); älter gegenfüßig (16. Jh.). Gegengift n. ‘einem anderen Gift entgegenwirkendes Gift’, Übersetzung (17. Jh.) von mfrz. frz. contrepoison oder unmittelbar von diesem zugrundeliegenden griech.-lat. antidotum (s. ↗Antidot). Gegensatz m. ‘das Entgegengesetzte, Widerspruch, Kontrast, Feindschaft’, zuerst (15. Jh.) in der Rechtssprache ‘Gegenbehauptung, -argumentation’. gegenseitig Adj. ‘wechselseitig, beiderseitig’ (18. Jh.), anfangs ‘auf der entgegengesetzten Seite befindlich, der Gegenpartei angehörend’. Gegenstand m. ‘Ding, Thema, Angelegenheit’, zuerst ‘Widerstand’ (16. Jh.), ‘Gegensatz’, auch ‘das Entgegenstehende’ (17. Jh.), dann (Ende 17. Jh.) Übersetzung von Objekt bzw. lat. obiectum in philosophischer Sprache, davon ausgehend die heutige allgemeine Verwendung; gegenständlich Adj. um 1800 für objektiv, heute im Sinne von ‘dinglich, konkret’ als Gegensatz zu begrifflich. Gegenstück n. ‘etw. Entsprechendes, Passendes’, auch ‘Gegenteil’, Übersetzungswort (18. Jh.) von ↗Pendant (s. d.). Gegenwart f. ‘Jetztzeit, Anwesenheit, Dasein’, ahd. gaganwart, geginwart (9. Jh.), mhd. gegenwart; vgl. auch ahd. gaganwerta (8. Jh.), gaganwertī, geginwertī (8. Jh.), gaganwurti (10. Jh.), mhd. gegenwurt, -würte ‘Gegenwart, Anblick, Angesicht’; zum zweiten Kompositionsglied s. ↗-wärts. Seit dem 19. Jh. grammatischer Terminus für ↗Präsens (s. d.), wofür älter gegenwürtig(e) Zeit (um 1400), die gegenwärtige Zeit oder die Gegenwart (Campe 1801); gegenwärtig Adj. ‘in der Gegenwart lebend, augenblicklich, jetzig’, ahd. gaganwertīg, geginwertīg (9. Jh.), mhd. gegenwertec, -würtec; vergegenwärtigen Vb. ‘(sich) deutlich in der Gegenwart vorstellen’ (17. Jh.), zu gegenwärtigen (15. Jh.). gegenüber Adv. Präp. ‘auf der anderen Seite, im Hinblick auf, gegen, zu’, aus gegen und ↗über (s. d.) zusammengewachsen (16. Jh.), anfangs daher getrennt geschrieben mit dem abhängigen (von der Präp. gegen regierten) Kasus zwischen beiden Bestandteilen (noch im 18. Jh. gegen ihm über); substantiviert Gegenüber n. ‘das oder der auf der anderen Seite Befindliche’ (um 1800), nach frz. le vis-à-vis.

Thesaurus

Synonymgruppe
advers · anti · ↗contra · ↗dagegen · entgegen · gegen · ↗kontra · ↗versus · vs. · ↗wider
Synonymgruppe
(einander) entgegen · ↗entgegengesetzt · in die entgegengesetzte Richtung
Assoziationen
Synonymgruppe
abweichend von · anders als · entgegen · im Gegensatz zu · im Unterschied zu · im Widerspruch zu
Assoziationen
  • ohne (dadurch ...) zu beeinträchtigen · ohne (dadurch ...) zu schmälern · ohne dadurch auf (...) zu verzichten · unabhängig von  ●  (...) bleiben unberührt  fachspr., juristisch · (...) bleibt unberührt  fachspr., juristisch · ↗unbeschadet (einer Sache)  fachspr., juristisch
  • entgegen · ↗trotz · ↗unbenommen · ↗ungeachtet · zum Trotz(e)  ●  ↗unbeschadet  Amtsdeutsch
Synonymgruppe
entgegen · ↗trotz · ↗unbenommen · ↗ungeachtet · zum Trotz(e)  ●  ↗unbeschadet  Amtsdeutsch
Assoziationen
Zitationshilfe
„entgegen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/entgegen>, abgerufen am 17.07.2019.

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