empfänglich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungemp-fäng-lich (computergeneriert)
Wortbildung mit ›empfänglich‹ als Erstglied: ↗Empfänglichkeit  ·  mit ›empfänglich‹ als Letztglied: ↗kunstempfänglich · ↗schönheitsempfänglich
eWDG, 1967

Bedeutung

für Eindrücke aufnahmebereit, Empfindungen zugänglich
Beispiele:
ein empfängliches Gemüt, empfänglicher Mensch
ein empfängliches Publikum
der empfängliche Betrachter, Zuhörer
für Werke der Kunst, wissenschaftliche Probleme, Naturschönheiten empfänglich sein
die Jugend ist für alles noch empfänglich
er war für Lob, Schmeicheleien leicht empfänglich
für eine Krankheit empfänglich sein (= leicht von ihr befallen werden)
Dem für weibliche Schönheit sehr empfänglichen König Mallukh [Feuchtw.Nero67]
daß von ihm eine Schwingung ausgeht, für die gerade die zartesten Elemente der Welt, die Frauen, am empfänglichsten sind [St. ZweigBalzac246]
Denn das Merkwürdige ist, daß sich die Erde dafür so ungemein empfänglich gezeigt hat [MusilMann310]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

empfangen · Empfang · Empfänger · empfänglich · Empfängnis
empfangen Vb. ‘bekommen, entgegennehmen, in Empfang nehmen’, ahd. intfāhan (um 800), mhd. enphāhen, entvāhen, asächs. antfāhan, mnd. entfān, aengl. onfōn, Präfixbildung (s. ↗ent-) zu dem unter ↗fangen (s. d.) behandelten Verb (wo Weiteres zur Lautentwicklung). Seit dem Ahd. in vielfachen Verwendungen mit persönlichem und sachlichem Objekt; auch ‘schwanger werden’ (meist absolut gebraucht); jung eine (Rund)funksendung empfangen. Empfang m. ‘Entgegennahme, Aufnahme, offizielle Begrüßung’, ahd. antfang (9. Jh.), mhd. antvanc. Empfänger m. ‘Entgegennehmender, Empfangsgerät’, ahd. intfangāri, intfangeri ‘Beschützer, Helfer’, eigentlich ‘wer jmdn. bei sich aufnimmt, empfängt’ (9. Jh.), mhd. enphāhære ‘Empfänger’; nhd. Empfaher überwiegend bis ins 16. Jh., vereinzelt noch bis ins 18. Jh., daneben seit dem 17. Jh. Empfanger, Empfänger. Die Bedeutung ‘Empfangsgerät’ lebt hauptsächlich in Zusammensetzungen wie Rundfunk-, Fernsehempfänger (1. Hälfte 20. Jh.). empfänglich Adj. ‘aufnahmebereit, -fähig, anfällig’, ahd. antfanglīh (9. Jh.), mhd. enphenclich ‘angenehm, willkommen, annehmbar, aufnahmebereit’. In der Bedeutung ‘angenehm, annehmbar’ geläufig bis ins 17. Jh. Empfängnis f. ‘Schwangerwerden’, ahd. intfangnissa (9. Jh.), spätmhd. en(t)phencnisse ‘Annahme’, auch ‘Schwangerschaft’ (14. Jh.). Im Nhd. wird der Gebrauch auf ‘Schwangerwerden’ eingeschränkt.

Thesaurus

Synonymgruppe
absorptionsfähig · ↗aufnahmefähig · empfänglich
Synonymgruppe
aufgeschlossen · ↗aufnahmefähig · aufnehmend · empfangend · empfänglich · ↗gesprächsbereit · ↗offen · ↗rezeptiv
Assoziationen
Synonymgruppe
anfällig · empfänglich · ↗prädisponiert · ↗vulnerabel
Synonymgruppe
aufgeschlossen · empfänglich · ↗geneigt · ↗interessiert · nicht abgeneigt · zu haben (für) · ↗zugänglich
Assoziationen
Zitationshilfe
„empfänglich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/empfänglich>, abgerufen am 24.06.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Empfängerland
Empfängerkreis
Empfängerin
Empfängerchassis
Empfänger
Empfänglichkeit
Empfangnahme
Empfängnis
empfängnisfähig
Empfängnisoptimum