emanzipieren

GrammatikVerb · reflexivemanzipierte sich, hat sich emanzipiert
Aussprache
Worttrennungeman-zi-pie-ren
HerkunftLatein
eWDG, 1967

Bedeutung

sich aus entwürdigender Abhängigkeit befreien, sich selbstständig machen
Beispiele:
die Frauen emanzipierten sich und ergriffen Berufe
eine emanzipierte Frau
ein sich von kolonialer Herrschaft emanzipierendes Land
daß unsere Eltern die Tante für zu emanzipiert (= zu betont selbständig) hielten [RennKindheit14]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Emanzipation · emanzipieren · emanzipiert · Emanze
Emanzipation f. ‘Befreiung von Bevormundung’, aus lat. ēmancipātio (Genitiv ēmancipātiōnis) ‘Freilassung’ (eines erwachsenen Sohnes aus der väterlichen Gewalt) im 16. Jh. entlehnt, geläufig seit Ende des 18. Jhs., im 19. Jh. unter Einfluß demokratischer Bewegungen zum Schlagwort werdend, vgl. Frauen-, Judenemanzipation. emanzipieren Vb. ‘aus einer Abhängigkeit befreien, selbständig machen’, aus lat. ēmancipāre (einen Sohn) ‘aus der väterlichen Gewalt entlassen, für selbständig erklären’; vgl. lat. mancipāre ‘zu eigen geben’, zu lat. manus ‘Hand’ und capere ‘nehmen, fassen, ergreifen’, und lat. mancipium ‘Eigentumserwerbung’ (ursprünglich durch Griff mit der Hand), auch ‘Sklave’. Im 16. Jh. und später mehrfach transitiv verwendet einen Sohn emanzipieren, seit dem 17. Jh. mit Bedeutungserweiterung (meist reflexiv) ‘von einem Zwang befreien’. emanzipiert Part.adj. ‘Gleichberechtigung anstrebend bzw. besitzend, selbständig, unabhängig’ (Mitte 19. Jh.), besonders attributiv emanzipierte Frau (Gutzkow, 1839). Dazu die Neubildung (etwa 1970) Emanze f. teils scherzhaft, teils geringschätzig geprägt von Gegnern der Frauenbewegung, doch bald von dieser in erstarktem Selbstverständnis angenommen.

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) ablösen (von) · (sich) emanzipieren · ↗(sich) loslösen · (sich) unabhängig machen  ●  ↗(sich) freischwimmen  fig. · flügge werden  ugs., fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Adel Bevormundung Bürgertum Dissonanz Dominanz Elternhaus Genre Image Individuum Mentor Milieu Prägung Schöpfer Subjekt Ursprung Vorbild Vorgabe Vormundschaft Ziehvater Zwang Zögling allmählich assimilieren distanzieren endlich gleichsam selbstbewußt zunehmend zusehends Übervater

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›emanzipieren‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Hier wie dort emanzipiert sich der Regisseur von seinen Mitteln.
Die Welt, 14.07.2005
Können sich die Bürger mit Hilfe des Web gegenüber der politischen Klasse emanzipieren?
C't, 1998, Nr. 19
Sie kehrt, ein Stück emanzipiert, wie alle anderen nach Haus zurück.
Klee, Ernst: Behinderten-Report, Frankfurt a. M.: Fischer Taschenbuch-Verl. 1981 [1974], S. 173
Sein Schaffen ist nicht frei wie das des modernen Dichters; überall sind ihm feste Formen vorgeschrieben, von denen er sich nicht emanzipieren kann.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. III. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1901], S. 10801
In der Fernsehdramaturgie hat sich die Kritik von der Literatur emanzipiert, sie hat sich »unangreifbar« gemacht, aber immerhin spricht sie noch.
Schuh, Franz: Schreibkräfte, Köln: DuMont 2000, S. 86
Zitationshilfe
„emanzipieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/emanzipieren>, abgerufen am 20.08.2019.

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