elendiglich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungelen-dig-lich (computergeneriert)
eWDG, 1967

Bedeutung

elend, jämmerlich
Beispiele:
elendiglich sterben
er war auf die elendiglichste Weise bereits umgekommen [Kleist3,357]
landschaftlich, abwertend minderwertig
Beispiel:
Warst wieder einmal bei dem Gauner, dem elendiglichen [ScharrerHirt230]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

elend · Elend · elendig · elendiglich · Verelendung
elend Adj. ‘bedrückt durch Not, Armut, Unglück, ärmlich, leidend’. Das zusammengesetzte Adjektiv ahd. elilenti (8. Jh.), mhd. ellende ‘aus der Fremde kommend, nicht einheimisch’, substantiviert ‘Fremdling’, ferner ‘in der Fremde lebend, (aus der angeborenen Rechtsgemeinschaft) ausgewiesen, verbannt’, substantiviert ‘Vertriebener, Verbannter’, seit dem 11. Jh. auch ‘bedürftig, unglücklich, jammervoll’, asächs. elilendi, mnd. elende, aengl. ellende ist zu dem unter ↗Land (s. d.) behandelten Wort gebildet, wie entsprechendes urnord. aljamarkiʀ ‘Fremder’ zu dem unter ↗Mark (s. d.) dargestellten. Erstes Kompositionsglied ist der Pronominalstamm germ. *alja- ‘anderer’, der als Simplex in got. aljis ‘anderer’ erhalten ist, das mit gleichbed. griech. állos (ἄλλος), lat. alius (wozu lat. aliēnus ‘fremd’) auf ie. *ali̯os ‘anderer’ (adjektivische Ableitung von einem Adverb ie. *ali ‘dort’) zurückgeht. Das Adjektiv bezeichnet demnach eigentlich ‘den, dessen (Heimat)land ein anderes ist’ als das, in dem er sich (schutzlos) aufhält. In neuerer Sprache steht elend oft im Sinne von ‘gering, schlecht’ (elender Dichter, Schurke), auch lediglich als Verstärkung ‘sehr’ (es ist elend heiß). Aus dem Adjektiv entwickelt sich das Substantiv Elend n. ‘Not, Armut, Unglück’, ahd. elilenti ‘Fremde, Aufenthalt in der Fremde (im anderen Land), Heimatlosigkeit, Verbannung’ (9. Jh.), auch ‘leidvolles Dasein’ (um 1000), mhd. ellende, asächs. elilendi, mnd. elende, aengl. ellende. Noch im 18. Jh. begegnen Verwendungen, die die alte Bedeutung ‘Fremde’ resthaft bewahren (ins Elend gehen, schicken). elendig Adj. elendiglich Adj. (meist adverbial gebraucht) ‘elend, jämmerlich’, mhd. ellendec ‘fremd, jämmerlich’. Verelendung f. nach der Theorie von Marx gesetzmäßiger Prozeß der Verschlechterung der Lebensverhältnisse der Arbeiterklasse im Kapitalismus (1867), häufig auch durch gleichbed. Verarmung, (Akkumulation von) Elend, Pauperismus ausgedrückt.

Thesaurus

Synonymgruppe
beklagenswert · elend · elendig · elendiglich · ↗erbärmlich · ↗katastrophal · ↗kläglich · ↗miserabel  ●  ↗desaströs  geh. · ↗hundserbärmlich  ugs.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

verenden

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›elendiglich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zwar ist dieser Saal klimatisiert, aber es ist trotzdem elendiglich heiß.
Süddeutsche Zeitung, 14.08.2003
Die Bewohner - so geht die Sage - blieben darin gefangen und starben elendiglich.
Die Zeit, 20.06.1997, Nr. 26
Und er hat gelitten und ist gehangen am Kreuz und langsam und elendiglich gestorben.
Heym, Stefan: Ahasver, Frankfurt a. M.: Fischer-Taschenbuch-Verl. 1983 [1981], S. 150
Wenn er aber weiter leugne, dann werde er in einen Graben geworfen, in dem er elendiglich zugrunde gehen müsse.
Friedländer, Hugo: Ein »Ritualmord«-Prozeß. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1912], S. 17674
Und durch ihren schmählichen Abfall soll jetzt meine schöne Seligkeit elendiglich verwesen?
Spitteler, Carl: Imago, Jena: Diederichs 1910 [1910], S. 32
Zitationshilfe
„elendiglich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/elendiglich>, abgerufen am 17.10.2019.

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