einwerfen

GrammatikVerb · wirft ein, warf ein, hat eingeworfen
Aussprache
Worttrennungein-wer-fen (computergeneriert)
Wortzerlegungein-werfen
Wortbildung mit ›einwerfen‹ als Erstglied: ↗Einwerfer  ·  mit ›einwerfen‹ als Grundform: ↗Einwurf
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
etw. in etw. werfen
Beispiele:
einen Brief (in den Kasten) einwerfen
kannst du mir bitte die Postkarte einwerfen?
die eingeworfenen Briefe gelangen mit einem Förderband zur Abfertigung
die Kohlen durch das Fenster (in den Keller) einwerfen
2.
etw. durch Werfen zertrümmern
Beispiele:
die Scheibe, ein Schaufenster einwerfen
man hatte ihm die Fenster mit einem Stein eingeworfen
3.
eine Zwischenbemerkung machen, etw. dazwischenwerfen
Beispiele:
er warf gelegentlich eine Frage ein
sie warf ein, die Bahn habe Verspätung gehabt
man könnte mir einwerfen, dass ...
»Eine Doktorenlösung«, warf höhnisch der Acher ein [Feuchtw.Söhne359]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

werfen · abwerfen · anwerfen · Anwurf · aufwerfen · auswerfen · einwerfen · überwerfen · unterwerfen · verwerfen · vorwerfen
werfen Vb. ‘mit schwingendem Arm wegschleudern’. Das gemeingerm. stark flektierende Verb ahd. werfan ‘(hinaus)werfen, austreiben, hinwerfen, schütten, schieben, (zer)streuen, reißen, stürzen’ (8. Jh.), mhd. werfen ‘in schnelle Bewegung setzen, schleudern, stoßen, streuen, rasch wenden, zur Welt bringen’, asächs. werpan, mnd. werpen, warpen, mnl. nl. werpen, afries. hwerva, aengl. weorpan, engl. to warp ‘(sich) verziehen, krümmen’ (vom Holz), anord. verpa, auch ‘Eier legen’, schwed. värpa ‘Eier legen’, got. waírpan ‘werfen’ (germ. *hwerpan) läßt sich mit griech. rhábdos (ράβδος) ‘Rute, Gerte, Stab, Streifen’, lat. verbera (Plur.) ‘Ruten zur Züchtigung, Peitsche’, lit. vir̃bas ‘Reis, Reisig, Gerte’, aslaw. vrьba, russ. vérba (верба) ‘Weide’ auf eine Labialerweiterung der Wurzel ie. *u̯er- ‘drehen, biegen’ zurückführen. Als Grundbedeutung ist ‘mit drehend geschwungenem Arm schleudern’ anzusetzen. Die Wurzelbedeutung ‘biegen’ ist noch erhalten in anord. oldri orpinn ‘vom Alter gebeugt’, engl. to warp, nhd. sich werfen ‘krumm werden, sich biegen’ (vom Holz). S. ablautendes ↗Wurf. abwerfen Vb. ‘hinunter-, herunterwerfen, sich einer Sache entledigen’, mhd. abewerfen, reflexiv ‘vom Pferd steigen’; dann auch ‘das Nötige zur Kostendeckung bzw. einen Gewinn einbringen’ (15. Jh.). anwerfen Vb. ‘etw. an etw. hinanwerfen, in Gang bringen’, ahd. anawerfan ‘hineinwerfen, -stoßen, bewerfen’ (8. Jh.), mhd. anewerfen ‘an einen etw. werfen, mit etw. werfen, mit etw. überziehen’; heute besonders ‘einen Motor anlassen’ (ehemals mit einer Drehbewegung durch eine Handkurbel). Anwurf m. ‘Verputz an Mauerwerk’ (16. Jh.), ‘erster, das Spiel eröffnender Ballwurf’ (Anfang 17. Jh.), übertragen ‘Vorstoß’ (vgl. einen Anwurf tun ‘einen Vorstoß, Versuch machen’, 16. Jh.), ‘Vorwurf, Beschuldigung’ (19. Jh.). aufwerfen Vb. ‘in die Höhe werfen, aufschütten’, mhd. ūfwerfen ‘in die Höhe werfen, strecken, erheben, umwenden, öffnen’, reflexiv ‘gebräuchlich werden, sich ausgeben für, machen zu, zu werfen (würfeln) beginnen’; übertragen eine Frage aufwerfen (17. Jh.). auswerfen Vb. ‘hinaus-, herausschleudern, ausspucken, ausschachten, verteilen’, ahd. ūʒwerfan ‘(her)aus-, wegwerfen, (hin)treiben, hervorbringen, hinausschicken’ (um 800), mhd. ūʒwerfen ‘hinauswerfen, austreiben, kastrieren, abtreiben, sich redend gegen jmdn. erheben.’ einwerfen Vb. ‘durch einen Wurf zerschlagen, hineinwerfen, zu einem Gespräch etw. anmerken’, ahd. inwerfan ‘hineinwerfen, -schicken’ (8. Jh.), mhd. īnwerfen ‘hineinwerfen, einschließen’. überwerfen Vb. ‘werfend bedecken’, reflexiv ‘sich mit jmdm. zerstreiten’ (16. Jh.), ahd. ubarwerfan ‘hinüberwerfen’ (um 800), mhd. überwerfen ‘das Pferd im Schwung umwenden, verschränken, kreuzen, im Werfen übertreffen’, reflexiv ‘sich schwingend um und um drehen’. unterwerfen Vb. ‘besiegen, abhängig machen’ (16. Jh.), ahd. untarwerfan ‘etw. unter etw. legen, stellen, setzen, unterordnen’ (9. Jh.), mhd. underwerfen ‘darunter werfen, unterjochen’. verwerfen Vb. ‘ablehnen, mißbilligen, eine Fehlgeburt haben, sich biegen, sich verziehen’ (vom Holz), ahd. firwerfan ‘wegwerfen, zurückweisen, preisgeben’ (8. Jh.), mhd. verwerfen ‘ab-, hin-, weg-, niederwerfen, überwinden, verschleudern, zurückweisen, verschmähen, verstoßen, sich entzweien’. vorwerfen Vb. ‘nach vorn werfen, jmdm. (Speise) vor die Füße werfen’ (16. Jh.), ‘tadeln, Vorhaltungen machen’ (15. Jh.), ahd. furiwerfan ‘verschließen, bedecken’ (9. Jh.), mhd. vürwerfen ‘mit Heftigkeit vorschieben, verschließen’. S. ↗Vorwurf.

Thesaurus

Synonymgruppe
(etwas) zu sich nehmen · ↗aufnehmen · ↗einnehmen · ↗konsumieren · ↗schlucken  ●  (sich etwas) einwerfen  ugs. · (sich etwas) reinpfeifen  ugs. · ↗(sich etwas) reinziehen  ugs. · (sich etwas) reinzischen  ugs. · ingestieren  geh.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
(etwas) einwerfen · (jemandem) das Wort abschneiden · (jemandem) ins Wort fallen · (jemanden) keinen Gedanken zu Ende führen lassen · (jemanden) nicht ausreden lassen · ↗(jemanden) unterbrechen · ↗dazwischenrufen · ↗hineinreden · ↗hineinrufen  ●  ↗(ungefragt) dazwischenreden  Hauptform · (in einen Wortbeitrag) reingrätschen  ugs., fig. · (jemandem) in die Parade fahren  ugs. · ↗dazwischenquatschen  ugs. · ↗interpellieren  geh., lat. · ↗reinreden  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
eindrücken · ↗einschlagen · ↗eintreten · einwerfen
Oberbegriffe
Synonymgruppe
(jemandem etwas) entgegenhalten · den Einwand erheben (dass) · ↗einwenden · einwerfen · ↗entgegnen · ↗erwidern · ↗kontern (mit) · mit dem Gegenargument kommen (dass) · ↗widersprechen  ●  ↗objizieren  geh., veraltet
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Amtsrichterin Baker Briefkaste Briefkasten Bully Chaot Eingangstür Fenster Fensterscheibe Gehwegplatte Geldbombe Groschen Gullydeckel Münze Nachttresor Pflasterstein Pille Randalierer Schaufenster Schaufensterscheibe Scheibe Stimmkarte Stimmzettel Tablette Unbekannte Vermummte Wahlzettel demolieren plündern werfen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›einwerfen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und das will schon was heißen, wirft ihre Tochter Eva Schneider (73) schmunzelnd ein.
Die Welt, 16.09.2005
Aber, denke ich, er wirft auch keine Scheiben bei uns ein, hat sein Leben geregelt.
Süddeutsche Zeitung, 25.04.1998
Ihr solltet das nicht so ernst nehmen, warf ich ein.
Grass, Günter: Die Rättin, Darmstadt: Luchterhand 1986, S. 370
Aber du müßtest es ihm doch sagen! warf die Schwester ein.
Schaper, Edzard: Der Henker, Zürich: Artemis 1978 [1940], S. 277
Ich warf ein, wir bräuchten einen literarhistorischen Sohn, keinen juristischen Vater.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1921. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1921], S. 297
Zitationshilfe
„einwerfen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/einwerfen>, abgerufen am 21.10.2019.

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