einsacken

GrammatikVerb · sackt ein, sackte ein, hat/ist eingesackt
Aussprache
Worttrennungein-sa-cken (computergeneriert)
Wortzerlegungein-sacken
Wortbildung mit ›einsacken‹ als Erstglied: ↗Einsackung
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
mit Hilfsverb ›hat‹
etw. in einen Sack füllen
Beispiele:
Kartoffeln, Mehl, den Hafer einsacken
die gewogene Menge musste eingesackt werden
2.
mit Hilfsverb ›hat‹
salopp, spöttisch, übertragen einen großen Gewinn einstecken
Beispiele:
Geld, Gewinne, ein ganzes Land einsacken
dieser einundzwanzigjährige Kartonagearbeiter, der jetzt schon allmonatlich seine tausend Dollar einsackt [St. ZweigHeilung160]
3.
mit Hilfsverb ›ist‹
umgangssprachlich einsinken
Beispiele:
ein Bahndamm, die Schneedecke sackt ein
die Platten des Fußweges sind eingesackt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Sack · sacken · einsacken · Sacktuch · Sackgasse
Sack m. ‘länglicher Behälter aus grobem Stoff oder Papier’, ahd. (um 800), mhd. sac, asächs. sakk, mnd. sak, mnl. sac, nl. zak, aengl. sacc, engl. sack, got. sakkus beruhen (wie die unter ↗Arche, ↗Kiste, s. d., genannten Formen) auf früher, mit dem römisch-germanischen Handel erfolgter Entlehnung. Zugrunde liegt lat. saccus ‘Sack, Filter’, griech. sákkos (σάκκος) ‘Sack (aus Ziegenhaar), Seihsack, Sackleinwand, ein daraus gemachter grober Mantel’, ein semit. Lehnwort (vgl. hebr. phön. śaq ‘härenes Zeug, Sack, Trauerkleid’; als Ausgangswort wird assyr. šaḳḳu ‘Sack, Büßergewand’ vermutet). sacken Vb. ‘in einen Sack stecken’ (15. Jh.); vgl. spätmhd. secken ‘in einem Sack ertränken, in einen Sack stecken’ (14. Jh.). einsacken Vb. ‘in einen Sack stecken’ (Anfang 16. Jh.). Nicht hierher gehört sacken ‘sich senken’; dazu s. ↗versacken. Sacktuch n. ‘grober Stoff zur Herstellung von Säcken’, mhd. sactuoch; obd. ‘Taschentuch’ (um 1800), zu Sack in der obd. üblichen Bedeutung ‘Tasche an Rock und Hose’. Sackgasse f. ‘Straße, die nicht weiterführt, nur einen Zugang hat’, also wie ein Sack nur eine Öffnung hat (Anfang 18. Jh.), älter dafür Sack (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
einhüllen · ↗einpacken · einsacken · ↗einschlagen · ↗eintüten · ↗einwickeln · ↗verpacken
Unterbegriffe
Synonymgruppe
(einfach) mitnehmen · ↗(sich) (ungerechtfertigterweise) aneignen · ↗(sich) einverleiben · (sich) vergreifen an · (ungerechtfertigterweise) in seinen Besitz bringen · an sich bringen · an sich nehmen · ↗einheimsen · ↗erbeuten · ↗erjagen · zugespielt bekommen  ●  ↗(sich) zueignen  juristisch · ↗kapern  fig. · (einen) Fitsch machen  ugs., rheinisch · (sich an etwas) gesund stoßen  ugs. · ↗(sich) (einfach) nehmen  ugs. · (sich) an Land ziehen  ugs. · ↗(sich) grabschen  ugs. · ↗(sich) grapschen  ugs. · ↗(sich) greifen  ugs. · ↗(sich) gönnen  ugs. · ↗(sich) krallen  ugs. · (sich) reinpfeifen  ugs. · ↗(sich) reinziehen  ugs. · ↗(sich) schnappen  ugs. · (sich) unter den Nagel reißen  ugs. · ↗abgreifen  ugs. · ↗absahnen  ugs. · ↗abstauben (u.a. Sport)  ugs. · einsacken  ugs. · ↗einstreichen  ugs. · ↗ergattern  ugs. · ↗erwischen  ugs. · mitgehen lassen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
absahnen · ↗einstreichen · geschenkt bekommen · nicht Nein sagen  ●  ↗(sich etwas) einstecken  ugs. · ↗abstauben  ugs. · einsacken  ugs. · ↗mitnehmen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Beute Einnahme Geld Gold Knie Kohle Ruhm Scheck bis sacken tief

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›einsacken‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Straßen bekommen tiefe Sprünge, plötzlich verschieben sich Wände, Leitungen reißen, ganze Häuser sacken ein.
Die Zeit, 21.11.1997, Nr. 48
Preis: 1500 Mark pro Fall, davon habe er 500 Mark selbst eingesackt.
Bild, 30.07.1997
Jemand sackt die Bücher geschwind in einen Beutel ein und wirft sie aus dem Fenster.
Der Tagesspiegel, 09.10.2001
Wenn er wieder die roten Ovaläpfel einsackte, redete ihm das gerade hingeschriebene Gedicht aus dem Mund.
Walser, Martin: Ein springender Brunnen, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1998, S. 292
Das große Holzrad mit der Eisenfelge sackte ein, holperte über Grasbüschel, mahlte sich durch weichen Grund.
Lenz, Siegfried: Deutschstunde, Hamburg: Hoffmann u. Campe 1997 [1968], S. 215
Zitationshilfe
„einsacken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/einsacken>, abgerufen am 15.10.2019.

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