einfädeln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungein-fä-deln
Wortzerlegungein-fädeln
Wortbildung mit ›einfädeln‹ als Erstglied: ↗Einfädelung · ↗Einfädlung
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Gegenwort zu ausfädeln
Beispiele:
den Faden, eine Nadel einfädeln (= den Faden durch das Nadelöhr stecken und durchziehen)
sie hatte gerade eingefädelt
schwarz, weiß einfädeln
eine weiß eingefädelte Nadel lag bereit
während sie ein Garn durch den Mund zieht, es einzufädeln [F. WolfGrenze5,242]
bildlich sich bei einer Spurverengung in die freie Spur einreihen
Beispiele:
die Fahrzeuge können an den Anschlussstellen der Schnellstraßen ausfädeln und einfädeln (= in die Schnellstraße einfahren)
die Züge werden auf ein Doppelgleis eingefädelt
sich einfädelnsich einreihen
Beispiel:
die Fahrzeuge fädeln sich in eine engere Fahrbahn ein
2.
salopp, abwertend etw. listig in die Wege leiten, anbahnen
Beispiele:
eine Intrige einfädeln
ein klug eingefädelter Plan
ein Geschäft geschickt, diplomatisch, sorgfältig, fein, unauffällig einfädeln
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Faden · fädeln · einfädeln · fadenscheinig
Faden m. ‘gesponnene Woll- oder Baumwollfasern’, auch Längenmaßeinheit, ahd. fadam, fadum ‘Garn, Klafter’ (8. Jh.), mhd. vadem (-m bis ins 17. Jh. bezeugt), vaden (seit dem 14. Jh.) ‘Faden, Garn, Schnur, Draht’, asächs. faðmos (Plur.) ‘Maß von 6 Fuß, Klafter, die ausgebreiteten Arme’, mnd. mnl. vādem ‘Maß der ausgebreiteten Arme, zu 6 Fuß gerechnet (auf Garne, Tauwerke, Meerestiefen bezogen), Faden, 6 Fuß hoher und 6 Fuß breiter Haufen Brennholz, Klafter Holz’, aengl. fæþm ‘Umarmung, Klafter, Schutz, Busen, Faden, Elle’, engl. fathom ‘ausgebreitete Arme, Längenmaß von 6 Fuß’, nl. vadem ‘Klafter, Zwirn’, anord. faðmr ‘Umfassung, Umarmung, Busen’, schwed. famn (germ. *faþma-) gehen mit lat. patēre ‘sich erstrecken, offenstehen’ und griech. petannȳ́nai (πεταννύναι) ‘ausbreiten, öffnen’ auf die Wurzel ie. *pet- ‘ausbreiten’ (besonders die Arme) zurück. In den germ. Sprachen bezeichnet das Wort als Maßeinheit die Länge der ausgebreiteten Arme (1 Faden = 6 Fuß oder 1 Klafter), danach das Gemessene, den Faden (Garn, Schnur usw.), seit dem 15. Jh. das Maß für die Meerestiefe; ausgehend von der Vorstellung der schützend ausgebreiteten Arme auch ‘Schutz’ und ‘Umarmung’. roter Faden ‘durch eine Erzählung oder Darstellung hindurchgehende Leitlinie, Leitmotiv’, bildliche Verwendung (Goethe 1809) in Anlehnung an den roten oder überhaupt farbigen Faden, den die britische Flotte (seit 1776) als Eigentumszeichen in das Tauwerk eindrehen läßt. fädeln Vb. ‘auf einen Faden reihen, einen Faden durch eine enge Öffnung ziehen’, im 18. Jh. wohl zum Deminutivum Fädel gebildet. Oder iterativ zu älterem (bis ins 17. Jh. bezeugtem) fädmen? Vgl. ahd. fadumōn ‘spinnen, einfädeln, nähen’ (Hs. 12. Jh.), mhd. vedemen. einfädeln Vb. (17. Jh.), älter (16. Jh.) einfademen, einfädmen. fadenscheinig Adj. ‘abgenutzt, daß die einzelnen Fäden sichtbar sind, abgewetzt, durchsichtig’ (18. Jh.), älter fadenscheinisch (17. Jh.) und fadenschein (16. Jh.), zu mhd. schīn Adj. ‘sichtbar’ (s. ↗scheinen).

Thesaurus

Synonymgruppe
anbahnen · ↗arrangieren · einfädeln · in die Wege leiten · ↗organisieren · ↗vorbereiten  ●  (einer Sache) den Weg bereiten  geh. · auf den Weg bringen  geh. · ↗einstielen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Alleingang Coup Deal Durchgang Energiekonzern Faden Fusion Geschäft Intrige Komplott Kreditgeschäft Milliardendeal Milliardenkredit Millionenschwindel Nadel Plutoniumschmuggel Reißverschlußverfahren Rückkauf Tauschgeschäft Transaktion Transfer Verkehr Versicherungsbetrug Waffengeschäft Waffenhändler Wärmelieferant behutsam fädeln geschickt Übernahme

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›einfädeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Wagen fädelte sich lautlos in den fließenden Verkehr ein.
Boie, Kirsten: Skogland, Ort: Hamburg 2005, S. 67
Kohl hat den Übergang nicht eingefädelt, jetzt ist alles offen.
Die Zeit, 13.08.1998, Nr. 34
Genial eingefädelt hat er sein Vorhaben nicht, und nur das kann man ihm vorhalten.
Der Spiegel, 01.06.1998
Sie erzählen Witze, reden mit uns, schauen nicht mehr auf die Finger, die automatisch greifen und einfädeln.
Scherzer, Landolf: Der Erste, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1988], S. 157
Dr. Schön hat Lulus Ehe mit dem Maler eingefädelt, der als Künstler nun bedeutende Erfolge verzeichnen kann.
Fath, Rolf: Werke - L. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 26045
Zitationshilfe
„einfädeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/einfädeln>, abgerufen am 18.10.2019.

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