eindrücken

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungein-drü-cken (computergeneriert)
Wortzerlegungein-drücken
Wortbildung mit ›eindrücken‹ als Erstglied: ↗Eindruck · ↗eindrückbar
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
etw. in etw. hineindrücken
Beispiele:
eine Spur in Schnee, Sand, Lehm eindrücken
die tief eingedrückten Fahrspuren
Butter in ein Gefäß eindrücken
Verzierungen waren mit dem Nagel in die einfachen Tongefäße eingedrückt worden
Komm, wo kaum der Gemse Spuren / Reinstem Schnee sind eingedrückt [HerweghNeue Gedichte259]
sich eindrücken
Beispiel:
jeder Fußtritt, der Stiefel drückt sich in dem feuchten Untergrund ein
bildlich
Beispiele:
dieses Erlebnis war tief, hatte sich tief in ihrer Erinnerung eingedrückt
eine ihm tief eingedrückte Vorstellung von der Bösartigkeit und der Unerbittlichkeit der Stadt [BrechtDreigroschenroman345]
2.
etw. nach innen drücken und es verbiegen oder zerbrechen
Beispiele:
die Kotflügel des Autos waren eingedrückt
durch den Druck der nachstürzenden Gesteinsmassen war die Decke des unteren Stollens eingedrückt
die Tür, eine Fensterscheibe eindrücken
bei dem Unfall war dem Radfahrer der Brustkorb eingedrückt worden
eine eingedrückte Nase
ein eingedrückter (= eingebeulter) Hut
sich eindrücken
Beispiel:
mit hörbarem Krach drückte sich der gewölbte Zinkdeckel unter Herrn Kortüms Gewicht ein [KlugeKortüm117]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

drücken · Drückeberger · Druck2 · eindrücken · Eindruck · Drücker · ausdrücken · Ausdruck · ausdrücklich · bedrücken · unterdrücken · Unterdrückung · Unterdrücker
drücken Vb. ‘pressen, belasten, bedrängen’. Bis ins 17. Jh. daneben gleichbed. umlautloses obd. ↗drucken (s. d.). Ahd. thrucken ‘pressen, bedrücken, quälen, bedrängen’ (9. Jh.), mhd. drücken, drucken ‘(be)drängen, pressen, auspressen, sich drängen’, mnd. drücken, mnl. drucken, nl. drukken, aengl. þryccan ‘zerdrücken, drängen, beleidigen, unterdrücken’, schwed. trycka ‘drücken, drucken’ sind Intensivbildungen (germ. *þrukkjan) zu einer Weiterbildung der Verbalwurzel germ. *þrūg-, die innerhalb des Germ. auch in anord. þrūga ‘drohen, unterdrücken, nötigen’ überliefert ist. Mit verwandtem lit. trū́kti ‘entzweireißen, zerspringen, bersten’ stellen sich die germ. Formen zu ie. *treuk-, *trū̌k-, einer zweifachen Erweiterung der Wurzel ie. *ter(ə)- ‘reiben, drehend reiben’, auf die auch ↗drehen und ↗drohen zurückgehen (s. d.). Drückeberger m. ‘wer sich heimlich (vor einer Arbeit) davonmacht, eine Aufgabe nicht übernimmt’ (19. Jh.), scherzhafte Bildung nach dem Typ der Herkunftsnamen auf -berger (vgl. Perleberger ‘einer aus Perleberg’, s. auch ↗Schlauberger), zu sich drücken ‘sich heimlich davonmachen’ (13. Jh.). Druck2 m. ‘das Drücken, Zwang, Belastung’, modern als technischer Terminus in Luft-, Wasser-, Überdruck u. a.; ahd. thruc ‘Druck, Einwirkung’ (um 1000), mhd. druc ‘Druck, feindliches Zusammenstoßen’. eindrücken Vb. ‘eine Spur hinterlassen, einprägen, durch Druck zerstören’, ahd. inthrucken ‘etw. mit Druck einprägen, aufdrücken’ (Hs. 12. Jh.), mhd. īndrucken; für geistige Beeinflussung und Wirkung ist heute beeindrucken üblich (seit etwa 1900). Daraus rückgebildet Eindruck m. ‘Druckspur, Einwirkung auf Fühlen und Denken’, mhd. īndruc ‘Empfindung, nachhaltige Wirkung’, bei den Mystikern gebräuchlich, danach häufig seit dem 18. Jh. (einen guten, tiefen Eindruck ‘Wirkung’ machen, hinterlassen). Drücker m. ‘mechanische Vorrichtung, Handhabe zur Ausübung von Druck’ (17. Jh.), dann ‘Bedienungsknopf zur Herstellung eines elektrischen Kontaktes’; vgl. dagegen mhd. drücker ‘Unterdrücker’, so noch im 19. Jh., dann abgelöst von Unterdrücker (s. unten). ausdrücken Vb. ‘auspressen, (in Worten) darstellen’, mhd. ūʒdrücken ‘auspressen’; seit dem 15. Jh. ‘in Worte fassen, aussprechen’ (Luther: mit ausgedruckten Worten für lat. expressis verbis); im 16. Jh. wird das Part. Prät. ausgedruckt häufig für heutiges ausdrücklich (s. unten) verwendet. Das 18. Jh. verbindet ausdrücken (und Ausdruck) mit dem Sichtbarwerden von Gefühl und seelischer Reaktion und bezieht es auf künstlerische Gestaltung und Formgebung. Ausdruck m. ‘äußerliches Zeichen inneren Geschehens, Erlebens’, spätmhd. ūʒdruc, seit dem 18. Jh. ‘die Art zu sprechen’, auch ‘Redensart, Wort, (künstlerische) Gestaltung’. ausdrücklich Adj. ‘betont, deutlich, klar’ (16. Jh.). bedrücken Vb. ‘belasten’, ahd. bithrucken ‘schänden, niederdrücken, unterdrücken’ (10. Jh.), mhd. bedrücken ‘niederdrücken, überwältigen’. unterdrücken Vb. ‘niederhalten, unterjochen, gewaltsam beherrschen’, mhd. underdrücken ‘nach unten drücken, unterjochen, unterwerfen’; Unterdrückung f. ‘Unterwerfung, (gewaltsame) Beherrschung’ (15. Jh.); Unterdrücker m. (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
eindrücken · ↗einschlagen · ↗eintreten · ↗einwerfen
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aufprall Brustkorb Brückenkopf Dach Daumen Druckwelle Fahrerseite Fenster Fensterscheibe Finger Front Führerhaus Griffel Kugel Mauer Ost Rippe Scheibe Schädeldecke Stempel Sturm Tür Wand Wucht Zaun abdecken abreißen beschädigen drücken entwurzeln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›eindrücken‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die lässt sich nur mit mehr Kraft eindrücken, gibt die Energie aber auch stärker zurück.
Die Zeit, 05.03.2007, Nr. 10
Hierbei drückte man die eingetieften Linien mit Hilfe von aus verschiedenem Material bestehenden Stempeln in den noch feuchten Ton ein.
o. A.: Lexikon der Kunst - K. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1991], S. 19496
Er grüßt wieder, sehr höflich, und drückt auf eine komisch altmodische Art die Augen ein.
Tucholsky, Kurt: Herr Maurras vor Gericht. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1925], S. 3845
Ich weiß, daß sie sich manchmal etwas spritzt, aber ich halte das unter Kontrolle, ich drücke ein, aber eben nur ein Auge zu.
Späth, Gerold: Commedia, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1980 [1980], S. 164
Vielleicht wollte er die Scheiben eindrücken, und er hielt sich nur mit Mühe davon zurück.
Bodenreuth, Friedrich [d.i. Jaksch, Friedrich]: Alle Wasser Böhmens fließen nach Deutschland, Berlin: Büchergilde Gutenberg 1938 [1937], S. 72
Zitationshilfe
„eindrücken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/eindrücken>, abgerufen am 23.04.2019.

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