einbrechen

GrammatikVerb · bricht ein, brach ein, hat/ist eingebrochen
Aussprache
Worttrennungein-bre-chen (computergeneriert)
Wortzerlegungein-brechen1
Wortbildung mit ›einbrechen‹ als Erstglied: ↗Einbrecher  ·  mit ›einbrechen‹ als Grundform: ↗Einbruch
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
gewaltsam eindringen
a)
mit Hilfsverb ›hat‹ in Verbindung mit »bei«, »in« + Dativ
mit Präposition
Beispiele:
man hatte bei ihm, in unserer Wohnung eingebrochen
er hat eingebrochen, soll eingebrochen haben
bei uns, beim Nachbar, in unserem Hause ist eingebrochen worden
hier wurde eingebrochen
mit Hilfsverb ›ist‹ in Verbindung mit »in« + Akkusativ
Beispiele:
man war in sein Zimmer eingebrochen und hatte die Papiere durchwühlt
Sie sind ... in den Tresor eingebrochen [BrechtDreigroschenroman299]
b)
mit Hilfsverb ›ist‹
um zu rauben, einfallen
Beispiele:
der Wolf, Marder ist in die Herde eingebrochen
Wildschweine brachen in den Garten ein, waren in die Schonung eingebrochen
die feindlichen Horden waren in das Land eingebrochen
scherzhaft irgendein gemischter Chor mit Dirigent brach in die Lichtung ein (= kam lärmend herbei) [DürrenmattVersprechen188]
2.
mit Hilfsverb ›ist‹
durchbrechen und nach unten stürzen
Beispiele:
der Schlittschuhläufer ist auf der dünnen Eisdecke eingebrochen
er war bis zur Brust eingebrochen
der Eingebrochene konnte noch rechtzeitig gerettet werden
der Zaun drohte einzubrechen
die Zimmerdecke, das Dach, der Bruchstollen war eingebrochen
in die Stollen waren große Mengen Wasser eingebrochen
3.
mit Hilfsverb ›ist‹
gehoben etw. Dunkles, Schweres bricht einetw. Dunkles, Schweres kommt, beginnt plötzlich
Beispiele:
Dunkel, die Nacht brach ein
bei einbrechender Dämmerung
der einbrechende Winter
Unheil brach von allen Seiten auf ihn ein
Der Abend schien schneller einzubrechen [J. RothRadetzkymarsch373]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

brechen · Brecher · aufbrechen · Aufbruch · ausbrechen · einbrechen · Einbruch · Einbrecher · gebrechen · Gebrechen · gebrechlich · verbrechen · Verbrechen · Verbrecher · verbrecherisch
brechen Vb. ‘in Stücke teilen, zerfallen’, ahd. brehhan ‘brechen, reißen, vernichten’ (8. Jh.), mhd. brechen, asächs. brekan, mnd. mnl. brēken, nl. breken, afries. breka, aengl. brecan, engl. to break, got. brikan (germ. *brekan) sind verwandt mit den im Ablautverhältnis stehenden Bildungen ↗Brache, ↗Bruch m. und ↗Brocken (s. d.) sowie mit lat. frangere ‘(zer)brechen’ (mit nur präsentischem n; s. ↗Fraktur), so daß sich ie. *bhreg̑- ‘brechen, krachen’ als Ausgangsform erschließen läßt. Brecher m. ‘Sturzsee’ (19. Jh., nach engl. breaker). aufbrechen Vb. ‘sich auf den Weg machen, gewaltsam öffnen’, mhd. ūfbrechen; Aufbruch m. mhd. ūfbruch. ausbrechen Vb. ahd. ūʒbrehhan (Hs. 13. Jh.), mhd. ūʒbrechen. einbrechen Vb. ‘gewaltsam eindringen’, ahd. inbrehhan ‘eindringen, hineinstürzen’ (9. Jh.), mhd. īnbrechen; Einbruch m. mhd. īnbruch ‘das Eindringen, Eingriff, Schaden’; Einbrecher m. ‘wer gewaltsam eindringt und sich an fremdem Eigentum vergreift’ (16. Jh.). gebrechen Vb. ‘fehlen, mangeln’, mhd. gebrechen ‘brechen, fehlen, mangeln’; nur noch in es gebricht (mir) an etw., z. B. an Geld, Zeit, Mut (d. h. etw. bricht „geht“ mir ab, daher ‘es fehlt mir’). Vgl. ahd. gibrehhan ‘zerschmettern’, reflexiv ‘sich unterwerfen’ (11. Jh.). Dazu gehört der substantivierte Infinitiv Gebrechen n. ‘körperlicher Fehler, Krankheit’ (14. Jh.); vgl. dagegen mhd. gebreche m. ‘Mangel, Beschwerde, Krankheit’; gebrechlich Adj. ‘hinfällig’, mhd. gebrechlich. verbrechen Vb. ‘das Gesetz brechen, sich schwer vergehen’, ahd. firbrehhan (9. Jh.), mhd. verbrechen ‘zerschlagen, zerstören’, ursprünglich verstärktes brechen (wie zerbrechen), doch schon in mhd. Rechtssprache ‘eine Verbindlichkeit, ein Gebot übertreten, verletzen’. Der substantivierte Infinitiv Verbrechen n. ‘Straftat, schweres Vergehen’ in diesem juristischen Sinne erst im 17. Jh. Verbrecher m. ‘Gesetzesbrecher’ (17. Jh.); dagegen bezeichnet mhd. frühnhd. verbrecher jeden, der sich eines kleinen Vergehens schuldig macht. verbrecherisch Adj. (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
aufbrechen · einbrechen · ↗knacken
Assoziationen
Synonymgruppe
(in sich) zusammenfallen wie ein Kartenhaus · einbrechen · ↗einfallen · ↗einsinken · ↗einstürzen · einstürzen wie ein Kartenhaus · in Trümmer fallen · in sich zusammenfallen · umknicken wie Streichhölzer · ↗zusammenbrechen · ↗zusammenfallen · ↗zusammensinken · ↗zusammenstürzen  ●  ↗einkrachen  ugs. · ↗zusammenkrachen  ugs. · ↗zusammensacken  ugs.
Oberbegriffe
  • (sich selbst) zerlegen · (sich) in seine Einzelteile auflösen · ↗auseinanderbrechen · ↗auseinanderfallen · ↗durchbrechen · ↗entzweibrechen · ↗entzweigehen · in ... Teile zerbrechen · in Stücke brechen · in alle Einzelteile auseinanderfallen · in den Eimer gehen · in die Brüche gehen · in seine Einzelteile auseinanderfallen · in zwei Teile brechen · ↗kaputtgehen · mitten durchbrechen · ↗zerbröckeln · zerfetzt werden · zerstört werden  ●  (sich) in Wohlgefallen auflösen  ironisch · (die) Grätsche machen  ugs., salopp · aus dem Leim gehen  ugs. · ↗auseinandergehen  ugs. · in Stücke gehen  ugs. · in die Binsen gehen  ugs.
Synonymgruppe
(stark) einbrechen  fig., variabel · (stark) sinken (Kurse, Preise)  Hauptform · ↗abstürzen  fig. · in den Keller rauschen  fig. · in den Keller gehen  ugs., fig.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Absatz Aktie Aktienkurs Aktienkursus Auftragseingang Dieb Domäne Ei Einfamilienhaus Export Gewinn Gewinnwarnung Konjunktur Kurs Nachfrage Nacht Phalanx Prozent Quartal Täter Umsatz Unbekannte Vortag Wohnung brechen dramatisch drastisch nachts regelrecht stehlen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›einbrechen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Im Dax sind die Kurse in letzter Zeit sogar noch stärker eingebrochen.
Die Welt, 17.10.2002
Weil sie dort aber nichts fanden, seien sie durch ein Fenster in das Haus der Deutschen eingebrochen.
Der Tagesspiegel, 03.04.2000
Der Mann kann höchstens in eine fremde Ehe einbrechen, die Frau aber bricht die eigene Ehe.
Ratschow, C. H.: Ehebruch. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1958], S. 7249
Da brach der Gegner in den Rücken in die Ufer der Krim ein.
o. A.: PK-Bericht vom Fall Sewastopols, 05.03.1945
Er müsse einbrechen und wenn er genötigt wäre, die ganze Postfamilie umzubringen.
Friedländer, Hugo: Massenmörder Hugo Schenk und Genossen vor einem Wiener Ausnahmegerichtshof. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1913], S. 3448
Zitationshilfe
„einbrechen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/einbrechen>, abgerufen am 18.10.2019.

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