ehren

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungeh-ren (computergeneriert)
Wortbildung mit ›ehren‹ als Erstglied: ↗ehrbar  ·  mit ›ehren‹ als Letztglied: ↗entehren  ·  mit ›ehren‹ als Grundform: ↗beehren · ↗verehren
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
jmdm. seine Hochachtung, Wertschätzung zeigen, jmdm. Ehre erweisen
Beispiele:
das Alter ehren
der Jubilar war von allen Seiten geehrt worden, fühlte sich sehr geehrt
jmdn. mit einer Ansprache, Festschrift, durch einen Fackelzug ehren
Ihre Worte ehren mich
dein Vertrauen ehrt mich
ein ehrender Auftrag, ehrendes Angebot
gehoben wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren
sehr geehrter Herr F! [formelhafte Anrede in Briefen]
biblisch du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren
sprichwörtlich wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert
Ehret die Frauen! Sie flechten und weben / Himmlische Rosen ins irdische Leben [SchillerWürde der Frauen]
2.
etw. ehrt jmdn.etw. beweist jmds. ehrenhafte Gesinnung
Beispiel:
deine Ehrlichkeit, dein Verhalten in dieser Angelegenheit ehrt dich
3.
gehoben etw. achten, respektieren
Beispiel:
ich ehre dein Vertrauen, deinen Schmerz
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ehre · ehren · ehrlich · ehrbar · ehrsam · ehrfürchtig · Ehrfurcht · ehrwürdig · Ehrwürden · Ehrenmann · Ehrenpreis · ehrenrührig · Ehrenwort
Ehre f. ‘äußeres Ansehen, Wertschätzung durch andere Menschen, Selbstachtung’, ahd. ēra ‘Ansehen, Wertschätzung, Berühmtheit, Würde, Zierde, Ehrfurcht, Verehrung’ (8. Jh.), mhd. ēre ‘Ehrerbietung, Zierde, Ansehen, Ruhm, Sieg, Herrschaft, Ehrgefühl, ehrenhaftes Benehmen’, asächs. ēra, mnd. mnl. ēre, nl. eer, afries. ēre, aengl. ār ‘Ehre, Würde, Ruhm, Achtung, Verehrung, Gnade, Mitleid, Besitz, Einkommen’, anord. eir ‘Gnade, Milde, Hilfe’ (germ. *aizō) werden auf eine Wurzel ie. *ais- ‘ehrfürchtig sein, verehren’ zurückgeführt, deren Erweiterung, mit einem ursprünglich wohl präsensbildenden d ie. *aizd-, *izd-, in aind. ī́ṭṭē ‘verehrt, preist’, got. aistan ‘sich scheuen, achten’ (sofern dies nicht mit ie. t-Suffix gebildet ist) und wohl auch in griech. á͞idesthai, aidé͞isthai (αἴδεσθαι, αἰδεῖσθαι) ‘scheuen, verehren’, aidṓs (αἰδώς) ‘Ehrfurcht, Scheu, Scham’ vorliegt. Mittelalterliche Auffassung verbindet mit Ehre vornehmlich das äußere Ansehen in Gestalt von ‘Ruhm, Anerkennung’ (daher mhd. oft im Plural wie noch heute in den Wendungen mit Ehren, zu Ehren, ehrenhalber); später entwickelt sich Ehre zum sittlichen Begriff, wird oft als ‘Selbstachtung’ verstanden; vereinzelt begegnet es in diesem Sinne bereits im Ahd. (Notker, um 1000). ehren Vb. ‘Ehre erweisen, achten, anerkennen’, ahd. ērēn (8. Jh.), mhd. ēren. ehrlich Adj. ‘zuverlässig, aufrichtig, redlich’, heute meist im Gegensatz zu betrügerisch; dagegen ahd. ērlīh (um 800), mhd. ērlich ‘ehrenvoll, ruhmreich, ansehnlich, vornehm’. ehrbar Adj. ‘achtenswert, ehrenhaft’, mhd. ērbære. ehrsam Adj. ‘ehrbar, sittsam’, ahd. (10. Jh.), mhd. ērsam. ehrfürchtig Adj. ‘Ehrfurcht, hohe Achtung empfindend’ (16. Jh.), dazu die Rückbildung Ehrfurcht f. ‘Hochachtung’ (Ende 16. Jh.). ehrwürdig Adj. ‘Ehrerbietung einflößend’, ahd. ērwirdīg (8. Jh.), mhd. ērwirdec (s. ↗würdig); dazu Ehrwürden Anrede für geistliche Personen, Angehörige katholischer Orden, frühnhd. euer Ehrwürden (2. Hälfte 15. Jh.), zu ahd. ērwirdī ‘Ehrerweisung, Ehrerbietung, Rücksicht’ (um 800), mhd. ēwirde, frühnhd. erwirde (16. Jh.). Ehrenmann m. ‘ehrenhafter Mensch’ (2. Hälfte 15. Jh.; zuerst in Schweiz. Quellen, danach im Obd.), eventuell Übersetzung von lat. vir honestus. Ehrenpreis n. m. als Heilpflanze verwendeter Rachenblütler mit kleinen blauen Blüten (15. Jh.), wegen seiner Heilkraft zu ↗preisen und zu ↗ehren (Marzell 4, 1079). ehrenrührig Adj. ‘das Ehrgefühl verletzend, beleidigend’ (15./16. Jh.); vgl. mnd. ērenrȫrich; daneben frühnhd. ehr(en)rührend (16. Jh.). Ehrenwort n. ‘feierliches Versprechen’, eigentlich gegen Verpfändung der Ehre (um 1700), zuvor ‘ehrendes Wort, Huldigung, respektvolle Anrede’ (16. Jh.), spätmhd. ērwort ‘höfliche Rede’.

Thesaurus

Synonymgruppe
ehren · ↗verehren
Synonymgruppe
achten · ↗akzeptieren · ↗anerkennen · ↗respektieren · ↗schätzen · ↗wertschätzen · ↗würdigen · zu schätzen wissen  ●  (achtungsvoll) aufblicken zu  fig. · ehren  geh. · ↗ästimieren  geh., veraltend
Unterbegriffe
  • großen Respekt vor (etwas) erweisen · ↗hoch schätzen · ↗respektieren · sehr achten · sehr schätzen · viel von (etwas) halten  ●  den Hut vor (etwas) ziehen  ugs. · ↗wertschätzen  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Andenken Ausstellung Auszeichnung Bundespräsident Bundesverdienstkreuz Denkmal Empfang Engagement Friedensnobelpreis Gala Geburtstag Gedenktafel Gefallene Gesamtwerk Jury Kranzniederlegung Lebenswerk Nobelpreis Orden Persönlichkeit Preisträger Retrospektive Schauspielerin Sieger Sonderpreis Todestag Tote Verdienst Verdienstkreuz Verleihung

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ehren‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Darauf bin ich stolz, und ich fühle mich sehr geehrt, dass ich diese Chance bekommen habe.
Die Welt, 06.03.2003
Die Japan Art Association, die den Preis auslobt, ehrt mit ihm jährlich fünf Künstler.
Der Tagesspiegel, 28.10.1999
Der Kongreß beschloß, sein Andenken in gebührender Weise zu ehren.
Blos, Wilhelm: Denkwürdigkeiten eines Sozialdemokraten, Bd. 2. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1919], S. 1288
Sie sollen aber nicht sein und sicher nicht neben dem Gott, der aus Ägypten führt, geehrt werden.
Bloch, Ernst: Das Prinzip Hoffnung Bd. 3, Berlin: Aufbau-Verl. 1956, S. 370
In der Mutter ehre er allezeit nicht nur diese, sondern auch die Dame.
Schramm, Hermine [d.i. Meißner, Hermine]: Das richtige Benehmen in der Familie, in der Gesellschaft und im öffentlichen Leben. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1930], S. 6568
Zitationshilfe
„ehren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/ehren>, abgerufen am 21.05.2019.

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