edelmütig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungedel-mü-tig (computergeneriert)
GrundformEdelmut
Wortbildung mit ›edelmütig‹ als Erstglied: ↗Edelmütigkeit
eWDG, 1967

Bedeutung

gehoben selbstlos
Beispiele:
eine edelmütige Tat, Handlung
edelmütig handeln
jmdm. edelmütig verzeihen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

edel · Edelmut · edelmütig · Edelmütigkeit · Edelstein · Edelweiß
edel Adj. ‘von adligem Stande, vortrefflich’, ahd. edili (9. Jh.), mhd. edel(e), asächs. eðili, mnd. mnl. ēdel, nl. edel, afries. ethele, aengl. æþele ist eine nur westgerm. (*aþlja-) belegte Ableitung von dem unter ↗Adel behandelten Substantiv. In der Ausgangsbedeutung ‘von vornehmer Herkunft’ durch ↗adlig (s. d.) verdrängt, wird edel bereits im Mhd. und besonders im Nhd. in bezug auf geistige Eigenschaften und sittliche Werte gebraucht (edles Gemüt, edle Gesinnung). Edelmut m. ‘edle Gesinnung, Selbstlosigkeit’ (Ende 17. Jh.), wohl rückgebildet aus edelmütig Adj. (Mitte 17. Jh.); zuvor bereits die Zusammensetzung (ohne unmittelbare Nachfolge) mhd. edelmuot. Edelmütigkeit f. (17. Jh.; der für das Mhd. zitierte Beleg aus Boners Edelstein stammt aus dem Druck Breitingers von 1757). Edelstein m. ‘seltener kostbarer Stein’ (wegen seiner Farb- oder Lichteffekte zu Schmuck verarbeitet), mhd. edelstein, mnd. ēdelstēn. Edelweiß n. mit weißen Filzhaaren bedeckte Hochgebirgsblume. Im 18. Jh. aufkommend und landschaftliche Bezeichnungen wie Wollblume (16. Jh.) verdrängend.

Thesaurus

Synonymgruppe
aufopfernd · edel · edelmütig · ↗hilfsbereit · ↗selbstlos · ↗selbstvergessen · ↗solidarisch · sozial eingestellt · ↗uneigennützig  ●  ↗altruistisch  geh.
Assoziationen
  • (eine) Seele von Mensch · ↗gut · ↗gutmütig · ↗gütig · ↗herzensgut · ↗menschlich
  • (ein) feiner Zug (von jemandem) · edel · edelmütig · ↗gentlemanlike · ↗nobel
  • (am) Helfersyndrom (leiden) · (übertrieben) hilfsbereit (sein)
  • nicht alles für sich haben wollen · teilen können · verzichten können  ●  (anderen) auch etwas gönnen  ugs.
Synonymgruppe
(ein) feiner Zug (von jemandem) · edel · edelmütig · ↗gentlemanlike · ↗nobel
Assoziationen
Synonymgruppe
edelmütig · ↗erhaben · ↗feudal · ↗großmütig · ↗großzügig · ↗nobel  ●  ↗hehr  veraltet
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nun erwacht dieser außergewöhnlich starke und edelmütige Held also zu neuem Leben.
Süddeutsche Zeitung, 11.04.1998
Als »heftiger Charakter, aber edelmütig, uneigennützig und wohlwollend« wurde er beschrieben.
Die Zeit, 21.01.2008, Nr. 03
Wenn bei Karl May irgend jemand durch eine besonders edelmütige Handlung auffällt, dann stammt er garantiert aus Radebeul bei Dresden.
Die Welt, 18.12.2004
Und gegen die Opfer dieses Kolonialismus, die eingeborene Bevölkerung Nordamerikas, haben die amerikanischen Europäer sich bekanntlich nicht sehr edelmütig verhalten.
Mann, Golo: Die europäische Moderne. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1965], S. 9398
Traurig spielte ich meinen edelmütigen, alten David zu Ende, packte noch zur Nachtzeit meine Habseligkeiten, um schon früh am Morgen in mein Heimatland zurückzukehren.
Wohlmuth, Alois: Ein Schauspielerleben, Ungeschminkte Selbstschilderungen von Alois Wohlmuth. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1928], S. 1343
Zitationshilfe
„edelmütig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/edelmütig>, abgerufen am 24.10.2019.

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