zart-
Fundstelle: Lfg. 2 (1925), Bd. XV (1956), Sp. 293, Z. 3

Unterbegriffe in diesem Artikel

zartantwortend · zartaufblühend · zartbefiedert · zartbegrätet · zartbekümmert · zartberechnet · zartbesaitet · zartbezähnt · zartblättrig · zartblickend · zartblühend · zartblumig · zartblütig · zartdrusig · zartduftend · zartdurchsichtig · zartempfindend · zartempfindsam · zarterzogen · zartfarben · zartfaserig · zartfisch · zartfleischig · zartfromm · zartfühlend · zartfühlig · zartfühligkeit · zartfüssig · zartgebaut · zartgebildet · zartgefärbt · zartgefiedert · zartgeformt · zartgefügt · zartgefühl · zartgefühlig · zartgefühlt · zartgegliedert · zartgegraben · zartgehalten · zartgeheim · zartgehör · zartgekräuselt · zartgeknüpft · zartgemahlen · zartgemalt · zartgemuth · zartgepflegt · zartgerundet · zartgesang · zartgeschaffen · zartgeschlossen · zartgeschmack · zartgeschont · zartgesinnt · zartgespickt · zartgesponnen · zartgestaltet · zartgestimmt · zartgestreift · zartgewebe · zartgewebt · zartgewirkt · zartgewoben · zartgewöhnt · zartgewölbt · zartgezogen · zartgliedrig · zartgrün · zarthaarig · zarthalmig · zarthäutig · zarthell · zarthelldunkel · zartherzig · zarthörig · zarthüglig · zartjungfräulich · zartkeimend · zartkies · zartknochig · zartkräftig · zartlänge · zartlappen · zartleibig · zartlieb · zartliebend · zartliebig · zartlockig · zartmaschigt · zartmütig · zartmütigkeit · zartnervig · zartnervichtgeschaffen · zartorche · zartohrig · zartpolitisch · zartrein · zartreinlich · zartried · zartrosa · zartrot · zartschalig · zartschattiert · zartschiefrig · zartschillernd · zartschnäbler · zartschoss · zartschuppig · zartschwach · zartschwächlich · zartschwamm · zartsinn · zartsinnig · zartsinnigkeit · zartsprossend · zartstämmig · zartstengelig · zartstolz · zartsuchend · zarttastend · zarttönend · zartthuerei · zartvereint · zartverliebt · zartverschämt · zartverschlossen · zartverschlungen · zartverwelkt · zartviolett · zartwandig · zartwangig · zartweiblich · zartweich · zartweisz · zartwicke · zartwimperig · zartrindig · zartwollig · zartzerschlissen · zartzweigig
in zusammensetzungen mit participien praesentis und perfecti in attributiv - (prädicativ-) adjectivischer verwendung, sowie mit adjectiven und substantiven vielfach, namentlich in dichterischer sprache belegt, vgl.
zartantwortend
nachklang Schiller 11, 180 Göd.;
zartaufblühend
mädchen Baggesen poet. w. 1, 197;
zartbefiedert
sänger (vogel) J. Frey ges. dicht. 182;
zartbegrätet
rückgrat (eines fisches) Rosegger schr. III 6, 278;
zartbekümmert
beschwerde H. v. Kleist w. 1, 250 E. Schm.;
zartberechnet
verkettung der dinge Zschokke s. ausgew. schr. 15, 87;
zartbesaitet
-es instrument Herder 20, 15 S.; übertragen: eure seelen die -en S. Mereau ged. 1, 90, vgl. H. v. Kleist w. 1, 27; gemüt H. Prutz preusz. gesch. 4, 368, ihre -e natur (der königin Luise) Mommsen red. u. aufs. 62, der frauen zartbesaitet leben Körner w. 2, 31; -er brustkasten v. Gaudy s. w. 10, 82, der -e hauptmann D. v. Liliencron s. w. 1, 22;
zartbezähnt
-e ränder von ... nadelchen Rosegger schr. 9, 291;
zartblättrig
festuca tenuiflora -er schwingel Schlechtendal florav. Deutschl. 7, 79 Hall.;
zartblickend
auge Göthe 49, 147 W.;
zartblühend
myrten H. Seidel Leber. Hühnchen 51, Myris (ein mädchen) Baggesen poet. w. 1, 155, gesicht Tieck schr. 19, 11, lippen Fouqué bilders. 234, jugend Platen w. 1, 212;
zartblumig
rispe Ratzeburg standortgew. 126;
zartblütig
-e justicie iusticia tenuiflora Dietrich lex. d. gärtnerei 5, 211;
zartdrusig
kupferschaum ... auf der oberfläche schimmernd und das traubige noch z. Zappe min. hand-lex. 3, 309, die blättchen (des goldes) z. ders. 1, 393;
zartduftend
blume Jean Paul 37, 67;
zartdurchsichtig
frau H. Heine w. 1, 174 E.;
zartempfindend
volk G. Forster s. schr. 9, 325, sinne Wieland I 2, 28 akad., dichter grafen zu Stolberg ges. w. 6, 48, mienenkenner Göthe 25, 95 W.;
zartempfindsam
schauspieldichter v. Ayrenhoff w. 1, 16;
zarterzogen
fraͤulein Fischart pod. trostb. 21 Hauff.;
zartfarben
hintergrund H. v. Kahlenberg Eva Sehring 134;
zartfaserig
wurzel Schlechtendal flora v. Deutschl. 5, 84 Hall., vom bruch in mineralien A. G. Werner oryktognosie 84. 139, Zappe min. hand-lex. 1, 147, Oken allg. naturg. 1, 140, -es maschenwerk (des markschwammes) v. Sömmerring menschl. körper 8, 1, 288; dazu -keit (des amiants, aus dem sich fäden spinnen lassen) Zappe 1, 40;
zartfisch
rothscher, ist eine art des stock-fisches, so man in mittel-, klein- und z. abtheilet allg. haush.-lex. 2, 754ᵇ, die beste sorte des stockfischs Campe wb.;
zartfleischig
von lippen Fr. Nicolai reise durch Deutschl. 6, 709; eine beerensorte wird (in gärten) grösser und -er Schlechtendal flora v. Deutschl. 25, 213 Hall.;
zartfromm
züge (des gesichts) Göthe 29, 103 W.;
zartfühlend
1) sinnlich: schnabel (der ente) J. A. Naumann naturg. d. vög. 11, 573, die äussere haut (des hundes) ist z. Brehm thierl. 1, 15 P.-L., -fyhlende nerven Wieland I 2, 37 ak., 2) geistig, seelisch: früheste zeugnisse: o ihr theuern z-en beide! Gerstenberg Ugolino 22 Recl., ihr weiber mit z-em herzen 56, dichter J. G. Jacobi s. w. 8, 84, Cl. Brentano ges. schr. 4, 222, mann Göthe 42ᴵ, 187 W., mensch Herder 16, 366 S., G. Freytag ges. w. 3, 80, mädchen ders. 14, 10, freund ders. 16, 12, freundinn Lavater phys. fragm. 2, 3, der -este leser Schiller 2, 358 Göd., -fyhlendes gemyth Wieland I 1, 371 ak., seele schr. d. Götheges. 6, 306, herz Tieck schr. 10, 165, z. bis zum eigensinn Platen w. 2, 325, Hamlets seele ist eben so z. als nachdenkend Herder 23, 363 S., mein freund war zu z., als dasz ... Hebbel br. 1, 404 Werner, er bewies sich z. W. Hauff s. w. 3, 73, das thut einem z-en wohl Nestroy ges. w. 2, 262;
zartfühlig
neubildung Campes für sensibel: frau [präd.] W. H. Riehl Eisele 155,
zartfühligkeit f.
zartes gefühl J. Bayer stud. 456;
zartfüssig
Mozin 3, 215ᵃ, pferd leichtfüszig Stifter s. w. 1, 235;
zartgebaut
knabe von zartem körperbau Tieck schr. 18, 13, mädchen G. Keller ges. w. 1, 46, frau M. Meyr erz. a. d. Ries 2, 265, eine hohe, schlanke, -e gestalt W. Hauff s. w. 2, 6, reh Platen w. 1, 589, herz (zartfühlend) Shakespeare 2, 159;
zartgebildet
zartgeformt: hand v. Gaudy s. w. 10, 102, sandale 4, 52, übertragen: eine geistig und körperlich -e mutter Jean Paul 45/47, 262, z. und gesittet Göthe 49, 108 W.;
zartgefärbt
unterkleid Göthe 24, 7 W., rosen G. Keller ges. w. 7, 153, -e rothwangige nordische gesichter L. Steub drei sommer in Tirol 2, 228;
zartgefiedert
laub Cl. Viebig d. schlaf. heer 2, 495, blätter A. v. Humboldt ans. d. nat. 1, 189, cirrus (federwolke) ders. kosmos 1, 366;
zartgeformt
füsze Schiller 14, 44 Göd., hand W. H. Riehl Eisele 116;
zartgefügt
kranz v. Gaudy s. w. 17, 29, dichter (zartbesaitet) D. Fr. Strausz ges. w. 2, 204. —
zartgefühl n
von Campe als seine schöpfung für délicatesse angesprochen, zuerst in seinen briefen aus Paris nr. 319 i. j. 1789 gebraucht: man vermiszt hier ein wenig das feine moralische z. (zsdwf. 8, 140; 6, 324), danach von Matthisson 1790 verwendet: man ... legt sich mit edlem z. die ... pflicht auf, das gespräch ... zu leiten 2, 268, mit ächt französischem z. 2, 351, Knebels ästhetisches z. 3, 305; vgl. Kinderling rein. 126.
1)
noch in der bedeutung eines feinen kritischen, erkennenden, genieszenden gefühls:
er gieng frisiert im hohen styl
und putzte sich mit zartgefühl
Chr. A. Overbeck verm. ged. 148;
das z. für die schönheit eines heranwachsenden knaben Göthe 7, 146 W., z. für farbengegensätze IV 36, 74, z. für mode Lichtenberg erkl. d. hogarth. kupferst. 4, 229, noch R. Wagner ges. schr. 8, 301, häufig bei Fr. Schlegel s. w. 2, 62; 4, 29 u. ö.
2)
zartes gefühl für das schickliche und sittliche, und zwar in dem doppelten sinne
zartgefühl für eigne freuden,
zartgefühl für fremde leiden
U. Hegner ges. schr. 204,
d. h. was mir erlaubt ist und was den nächsten nicht verletzt: sein sittliches z. Göthe 49, 394 W., z. in der wahl seines umganges Justi Winckelmann 1, 58, an pässe sich ... stossen, weil sie halb wie ... steckbriefe klingen ..., heisst wol das z. übertreiben Jean Paul w. 27, 300, die frau ... musste in ihrem z. verletzt sein W. Alexis ruhe 4, 199, das z. des unbekannten schonen Göthe 24, 83 W., er schwieg ... aus z. Holtei erz. schr. 4, 127, z., ihn nicht betrüben zu wollen A. v. Arnim w. 11, 217, er hatte das z., ... zu schweigen G. Freytag ges. w. 12, 85, herzensgüte, z. und feine lebensart A. v. Arnim 1, 72, häufig als eigenschaft des weiblichen geschlechtes: das weibliche z. verletzen Fr. Schlegel s. w. 4, 103, das jungfräuliche z. (schamgefühl) beleidigen K. L. v. Haller rest. d. staatsw. 2, 19;
zartgefühlig
fusz (tender-feeling feet) Shakespeare 8, 67;
zartgefühlt
eins der -esten gedichte Klinger 9, 92, etwas -es davon (von der blumensprache) ... erwarten Göthe 7, 124 W.
zartgegliedert
geschöpf G. Keller ges. w. 3, 88, wesen (für menschl. körper) R. Wagner ges. schr. 8, 331;
zartgegraben
die sehr zart- und zierlich-gegrabene schrifft Lohenstein Arm. 2, 1624ᵃ;
zartgehalten
-e, tiefgedachte zeichnung Shakespeares Herder 23, 362 S.;
zartgeheim
-e schauer Fouqué bilders. 4, 333;
zartgehör n.
zartes gehör Jean Paul w. 24/26, 184;
zartgekräuselt
laub J. H. Vosz s. ged. 3, 46;
zartgeknüpft
zauberbande Fr. Kind ged. 1, 267;
zartgemahlen
zartgemalt:
schönheit des leibs allein besteht
in ein zart-gemahlnen häutel
Abr. a S. Clara etw. f. alle 2, 334;
zartgemalt
gesichter H. Heine w. 3, 139 E.;
zartgemuth adj.
mit zartem gemüth Baggesen poet. w. 5, 20;
zartgepflegt
hände B. Auerbach schr. 6, 57;
zartgerundet
z.-geründete füszchen J. H. Vosz ged. 1, 138, schnee bedeckte das z.-gerundete hügelpaar Kürnberger nov. 2, 99;
zartgesang m.
zarter gesang: z. des holden kindes (Mignons) Göthe 24, 372 W.;
zartgeschaffen
weiber θηλυτέρησι γυναιξί J. H. Vosz Homers w. 4 (1793), 250; seele Gotter ged. 1, 434, S. Mereau ged. 2, 92, W. Alexis ruhe 4, 60;
zartgeschlossen
mund Tieck schr. 2, 62, lippen Novalis schr. 1, 7, blumenkelch K. A. Böttiger kl. schr. 2, 180;
zartgeschmack
von früchten Harries Thompsons jahreszeiten 104;
zartgeschont
hände L. v. François Reckenb. 2, 21;
zartgesinnt
edelmann Göthe 42ᴵ, 95 W., frauen Novalis schr. 4, 51 M., greis Fouqué bilders. 4, 614;
zartgespickt
rücken des hasen Zachariä poet. schr. 1, 364;
zartgesponnen
-e saiten deines wesens Göthe IV 5, 58 W., eine -e, nur im geistigen webende persönlichkeit Bielschowsky Göthe 1², 274, gespräche über liebe Gutzkow ges. w. 2, 354;
zartgestaltet
von Apollo H. Meyer gesch. d. bild. künste 3, 96;
zartgestimmt
als attribut eines mädchens bei Gotter ged. 3, 232, eines mannes bei Tieck schr. 19, 159, häufig modern zu seele;
zartgestreift
blätter A. v. Humboldt ans. d. nat. 1, 188, halme Schlechtendal flora v. Dtschl. 7, 158; 8, 79 Hall.;
zartgewebe n.
in diesen -en der weiberbrust Grillparzer s. w. 11, 32 Sauer;
zartgewebt
eig. gewand Fr. Schlegel im dtsch. mus. 4, 206, gewänder H. Meyer gesch. d. bild. künste 1, 218, schleyer H. Chr. Boie b. K. Weinhold, H. Chr. Boie 285, K. A. Böttiger kl. schr. 2, 316, zwirn Zachariä poet. schr. 1, 38, blätter (der farnkräuter) A. v. Humboldt ans. d. nat. 1, 200, übertr. sinn Hölderlin ges. dicht. 1, 132 Litzm., gesicht Jean Paul 15/18, 304, des liedes -e spuren Körner w. 2, 45, du -er gottesscherz (vom menschenherzen) E. M. Arndt s. w. 4, 145;
zartgewirkt
-gewürckte seide Gryphius trauersp. 319 lit. ver., -i- Triller poet. betracht. 6, 628;
zartgewoben
edelweisz V. v. Scheffel ges. w. 3, 107, vom wallenden, einem hemd verglichenen haar Rückert w. 1, 304;
zartgewöhnt
muth Gottsched schaub. 1, 198, ein edles, ... -es frauenbild (d. h. frau) Fouqué zauberr. 3, 73;
zartgewölbt
stirn Lavater phys. frgm. 3, 267, busen Tieck 6, 281;
zartgezogen
zart erzogen: die z. suͤnlein Wickram w. 2, 12 lit. ver., sanft gezogen: magnetnadeln Jean Paul nachdämmer. 60;
zartgliedrig
wesen (ein mädchen) A. Stifter s. w. 2, 64;
zartgrün
laubwerk G. Keller ges. w. 1, 293, -e blätterwolken der birkenkronen G. Hauptmann bahnw. Thiel 43, schösslinge Brehm thierl. 10, 491 P.-L.;
zarthaarig
ononis pubescens z-e hauhechel Dietrich lex. d. gärtnerei 6, 453; (-igt): geschöpf (ein hund) neue schauspiele (1771) 7, 121;
zarthalmig
gräser mod. dichtercharaktere 23;
zarthäutig
dünn-häutig, z. M. Kramer teutsch-ital. 1, 645ᶜ, gewebe (der innenfläche der rinde) Roszmäszler d. wald 171, sack (der linsenkapsel des auges) v. Sömmerring menschl. körp. 5, 752;
zarthell
gras Fouqué bilders. 2, 618;
zarthelldunkel
licht Baggesen poet. w. 5, 191;
zartherzig
Joseph Gottsched anmuth. gelehrs. 4, 712, Mozin 3, 255ᵃ, Schaffer II 2, 607;
zarthörig
zart hörend Jean Paul w. 15/18, 334;
zarthüglig
ihr -es herz (auf bucklige gemünzt; zarthöckrig, -bucklig) Petrasch lustsp. 1, 78;
zartjungfräulich
flucht (einer zarten jungfrau) v. Gaudy s. w. 2, 141;
zartkeimend
saat Gutzkow 9, 216;
zartkies m.
ganz feiner kies Fischer wb. 6, 1055;
zartknochig
er war niedlich und etwas z. Rosegger schr. 5, 98, rinder Brehm thierl. 10, 464 P.-L.;
zartkräftig
finger Göthe 24, 318 W.;
zartlänge f.
längste und beste art des stockfisches, auch nur länge, Norddeutschl. Adel., Campe;
zartlappen m.
taͦrtlapə(n) u. -əkən verzärtelter mensch Bauer-Collitz wald. 103ᵃ, Schambach 224ᵇ, Wander sprichw.-lex. 5, 504;
zartleibig
dieweil er (der sackerfalke) für die kälte zu z. ist jag- u. weidwerckb. (1582) 2, 17ᵃ, Schottel haubtspr. 350, z. qui a le corps délicat Schaffer II 2, 697, -e kinder Campe;
zartlieb n.
liebchen, geliebte: eine fraw ..., genant Woluftas oder Zartlieb von Vollusthausen Fischart trostb. 28 Hauff., z. ist im bett erzogen Logau 597 lit. ver; dazu dim. zartsliebelein amoureau, liebchen, schätzlein Duez vray guidon 179;
zartliebend
ein -er, ästhetischer sinn Göthe 7, 129 W., eltern Baggesen poet. w. 1, 231;
zartliebig
qui aime tendrement Schaffer II 2, 698, Campe;
zartlockig
mit zarten locken maler Müller w. 1, 67;
zartmaschigt
klein- oder z. mit kleinen maschen M. Kramer teutsch.-ital. 2, 29ᵃ;
zartmütig
weichm., z. d'animo e di cuore tenero, dolce ebda 86ᶜ, délicat Mozin 3, 255ᵃ, Campe;
zartmütigkeit
M. Kramer 2, 87ᵃ;
zartnervig
dame Rosegger II 15, 186, geschlecht (weibl.) Raupach dram. w. kom. gatt. 4, 15, lippen, stirn und wangen und kinn sehen recht kräftig, z. und anhaltend im genuss aus Heinse s. w. 4, 256 Schüdd., blume des wiesenlieschgrases Röhling Deutschl. flora 1, 490 M.-K.;
zartnervichtgeschaffen
die zartnervichtgeschafne (hand) die Karschin bei Fr. Nicolai br. d. n. lit. betr. 20, 166;
zartorche
name der malaxis Köne pflanzenn. 30;
zartohrig
mit zartem oder feinem gehör, auch so zart, empfindlich, dasz man nichts hören kann, was den anstand und die schamhaftigkeit verletzt Campe;
zartpolitisch
geschäftsmann J. H. Vosz antisymb. 2, 131;
zartrein
die -en geister, die frommen geisterlein G. Treuer Däd. 1, 451;
zartreinlich
-e, edele personen Lavater phys. fragm. 3, 107;
zartried n.
auch fadensimse, sumpfpflanze isolepis Prahn pflanzennam. 36;
zartrosa
blaszrosa: speck Velh. u. Klas. monatsh. 1902ᴵ, 286ᵇ;
zartrot
wangen B. Auerbach schr. 10, 90;
zartschalig
eier J. A. Naumann naturgesch. d. vögel. 2, 239, Brehm thierleb. 4, 51 P.-L.;
zartschattiert
feserlein Harsdörfer secret. 2, 616;
zartschiefrig
der bruch geht aus dem dick- ins zartschiefrige über Zappe min. hand-lex. 1, 387;
zartschillernd
federchen v. Gaudy s. w. 10, 100;
zartschnäbler
vogel mit weichem schnabel: die colibris nebst den andern -n Oken allg. naturg. 7, 14;
zartschoss m.
dim. -schösslein festuca N. Frischlin nom. 51;
zartschuppig
(die gypserde) besteht aus ... -en theilen Zappe min. handlex. 1, 432;
zartschwach
-e seelen lassen sich gern führen Herder 23, 179 S.;
zartschwächlich
nur war der arm des ... August Wilhelm Schlegel viel zu z. H. Heine s. w. 5, 232 Elst.;
zartschwamm m.
art blätterschwamm, agaricus saccharinus L. Nemnich, Schaffer II 2, 690. —
zartsinn m.
1) zarter sinn, empfänglichkeit: ein junger mann von guter familie mit hinreichendem geist und z. ... wird den Tasso nicht schwer finden Göthes gespräche 5, 126 Bied.; 2) zarter sinn für das schickliche u. den nächsten nicht verletzende: Hermes' romane besitzen ... weltkenntnis, wahrheit, ... z., sprache Jean Paul w. 49/51, 29, mit vielem gefühle und z. (von einem holzschnitt) A. Stifter s. w. 14, 243, das ist eine intrigue, mit der sich deutscher z. nicht befreunden wird Gutzkow ges. w. 11, 118, geschäfte, die mein z. dem deinigen nicht nennen kann Immermann 16, 267 Hempel, weiblicher z. E. Th. A. Hoffmann 10, 161 Gr., z. des liebevollen freundes Treitschke dtsche gesch. 5, 421, mein z. bezähmte meine neugierde J. Schreyvogel ges. schr. 1/2, 185;
zartsinnig adj
zum vorigen: der aufmerksamste, -ste freund G. Freytag ges. w. 1, 185, -e frauen S. Brunner erz. u. schr. 1, 28, die ... geistvolle, -e ... Eudoxia Cl. Brentano ges. schr. 5, 468, der -e Deutsche will in seinen gedanken nicht so grob geleitet sein R. Schumann ges. schr. 1, 141, ihr -es wesen H. Heine s. w. 7, 103 Elst., -e verleugnung seiner liebeserfolge H. Laube ges. schr. 3, 193, das fräulein war ... tugendsam, z. und verschämt geworden Immermann 1, 67 Hempel, er war viel zu z., um Clemens ... aufzufordern, dasz dieser ihm einsicht gestatte in die correspondenz Holtei erz. schr. 25, 26, es pflegte ... nicht sehr z. zuzugehen (auf dem lande) G. Keller ges. w. 7, 49, auch: ein zartsinn ichter minnesänger Heinse 9, 129 Schüdd.; dazu
zartsinnigkeit
unschuld und z. Bog. Goltz jugendleb. 2, 44. —
zartsprossend
flieder Rosegger schr. 7, 29;
zartstämmig
von zartem körperbau Jean Paul. w. 20/23, 28;
zartstengelig
mit zarten stengeln (vom wismuthglanz) Oken allg. naturg. 1, 430;
zartstolz
sein vater, der ... z. war, hatte ihn gelehrt, man musz keinem dienen, der uns nicht achtet oder den man selber nicht achtet Jean Paul s. w. 8 (1826) 135 R.;
zartsuchend
das wohlleben suchend: in den selben jaren meid der ellú bad ... dur ungemach sines zartsuͦchendes libes Seuse dtsche schr. 46 Bihlm.;
zarttastend
ihre finger lang und z. Herder 13, 222 S., hand Bog. Goltz jugendleb. 1, 10;
zarttönend
diese -e saite meines herzens grafen zu Stolberg ges. w. 3, 243;
zartthuerei f.
empfindsames verhalten: die übertriebene z. kann ich nicht ausstehen Holtei erz. schr. 25, 142;
zartvereint
die -en herzen Gottsched ged. 1, 251;
zartverliebt
tauben Heinse 3, 212 Schüdd.;
zartverschämt
Sem (gegenüber Noahs trunkenheit) v. Gaudy s. w. 22, 58;
zartverschlossen
zart-verschlossne kammern (d. h. des kindes brust) Herder s. w. 29, 121 S.;
zartverschlungen
fäden H. Allmers marschenbuch⁵ 92; vertraulich: band (der ehegenossen) Herder s. w. 28, 502 S.;
zartverwelkt
blume (übertragen für Euphrosyne) ebda 235;
zartviolett
wolken H. Grimm Michelangelo 1, 392;
zartwandig
wurzeln Brehm thierleb. 10, 71 P.-L., cellulosemembran Muspratt chemie 1, 583 Stohm.-K., zellen ebda 2, 14, v. Sömmerring menschl. körp. 8, 1, 297;
zartwangig
mit zarten wangen Fouqué bilders. 4, 194;
zartweiblich
männliche weiber und ... -e herren W. Hauff s. w. 2, 206;
zartweich
gefühle Bode Jones 2, 424;
zartweisz
ein so zart-weisse hand Weckherlin ged. 2, 322 lit. ver., gesicht Jean Paul w. 27/29, 26, hautfarbe H. Allmers marschenb. ⁵ 380;
zartwicke f.
vicia nobilissima zart- oder edel-wicken Harder herbar (1594) 136, wohl vicia hirsuta Fischer wb.;
zartwimperig
obere spelze (des schwingelgrases) dicht und sehr z. Metzger pflanzenk. 120, J. C. Röhling Deutschl. flora 1, 542 M.-K.;
zartrindig
mit zarter rinde Mozin 3, 215ᵇ;
zartwollig
blätter Göthe II 7, 95 W., A. v. Humboldt ans. d. nat. 1, 189, pfirsich v. Gaudy s. w. 19, 93, die 'weiszen -en äpfel' (cana tenera lanugine poma [aus dem hortulus Walafrieds]) Wimmer gesch. d. dtsch. bod. 281;
zartzerschlissen
kopffedern (der schellente) J. A. Naumann naturg. d. vög. 12, 171;
zartzweigig
münster-thurm, welcher vielfach durchbrochen und z. ... steht Jean Paul w. 45/47, 480.
Zitationshilfe
„zart-“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/dwb/zart->, abgerufen am 23.10.2019.

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