wurf m.
Fundstelle: Lfg. 14 (1960), Bd. XIV,II (1960), Sp. 2136, Z. 63
handhabe am sensenstiel; sensenstiel (s.sensenwurf teil 10, 1, sp. 612). mundartliche nebenform zu worb, worf sp. 1457 und warfe teil 13, sp. 2015; vgl. auch werf(t) teil 14, 1, 2, sp. 306 sowie Lessiak dt. konsonantismus (1933) 252 f.: wannie sie dasz haw mehen, sol der gehoffner macht haben, so viel heim zu tragen, so viel er an seinen wurff binden kan; bricht er aber den wurff, so ist er dem herrn buszfelligh weist. 2, 527.
wurf n.
Fundstelle: Lfg. 14 (1960), Bd. XIV,II (1960), Sp. 2137, Z. 1
aufzug, kette (eines gewebes); s. ²worf sp. 1458 und warf teil 13, sp. 2014f.; ferner ²werft und ³werfel teil 14, 1, 2, sp. 308f.; 276 sowie Lessiak dt. konsonantismus (1933) 252 f.; Rosenfeld wort- u. sachstudien (1958) 2 ff.; für ²worf sp. 1458 ist nachzutragen: sie (die Schwaben) machen auch barchet, der ein leinen zettel hat vnd ein baum wuͦllene inworff S. Münster cosmogr. (1550) 710.
wurf m.
Fundstelle: Lfg. 14 (1960), Bd. XIV,II (1960), Sp. 2137, Z. 9
'maul, mund' (rotwelsch), bezeugt seit 1753, s. Wolf wb. d. rotwelschen 343; Fischer schwäb. 6, 3444. auch 'speise, essen' Avé-Lallemant dt. gaunerthum 3, 134; 4, 622; Schranka Wien 188 f.
wurf m.
Fundstelle: Lfg. 14 (1960), Bd. XIV,II (1960), Sp. 2137, Z. 13
iactus. neben dem schwundstufigen ō-stamm got. uswaúrpa, f. ἀποβολή, ἔκτρωμα, ahd. wint-worfa, f. 'wurfschaufel' erscheint in den westgerm. sprachen ein gleichfalls zur schwundstufe gebildetes m. verbalabstraktum (der i-deklination) zu werfen teil 14, 1, 2, sp. 276f.: ae. wyrp, ǽwyrp; afries. werp (auch in den zuss. dust-, fliwes-, hore-, onwerp); mnl. mnd. worp; langob. -worf (in grapuuorf, marhuorf [edictus Rothari], s. gesetze d. Langobarden 503; 504 Beyerle; Braune-Mitzka ahd. gramm. § 32 anm. 5); ahd. mhd. wurf (über das verhältnis zu dem auf gleicher ablautstufe beruhenden schw. vb. *worpon vgl. Wissmann nomina postverbalia [1932] 61). an die stelle von wurf tritt namentlich in md. quellen der frühnhd. zeit die form worf: jactus eyn worff (nordböhm.) vok. v. j. 1420 (1859) 18 Schröer (vgl. Diefenbach gl. 282ᶜ); worff (1491) bei dem Hessen Dietrich von Schachten in: dt. pilgerreisen 179 R.-M.; (1525) Luther w. 16, 359 W.; Xylander Plutarch ('Franckfort' 1580) 34ᵇ; Pape bettelvnd garteteuffel (Magdeburg 1586) P 1ᵇ; Petri d. Teutschen weiszh. (Hamburg 1604) 2, Ff 2ᵇ; Butschky gedenckmahl (schles. 1633) 63; vgl. noch den reim wurff: dorff bei dem Thüringer Homburg Clio 1 (Jena 1642) B 1ᵃ. die form worf, die auch der Darmstädter mundartdichter Niebergall dram. w. (1894) 151 verwendet, überwiegt noch heute in den maa. des md. gebietes. im obd. (und in teilen des md., so landschaftlich in Lothringen, Luxemburg, der Eifel, Thüringen) gilt wurf, im nd. worp (neben wurp, wuᵒrp im rhein.-westfäl.), im ostfries. wurp.
I.
handlung, vorgang des werfens. in gleicher verwendung werfen als substantivierter infinitiv sowiewerfung, f., s. teil 14, 1, 2, sp. 302f.; 311; nur mundartl. begegnet ein fem. abstraktum werfe 'handlung des werfens' Lexer Kärnten 256.
A.
in allgemeinem gebrauch; das werfen, fortschleudern eines einzelnen festen körpers, eines steines u. dgl.: iactus uurf (8./9. jh.) ahd. gl. 1, 194 (195), 34 St.-S.; ictibus vurfin, wrfin (10./11. jh.) ebda 2, 292, 58 u. 59; iactus wurff, worff Diefenbach gl. 282ᶜ; iactamen wurff (15. jh. obd.) nov. gl. 207ᵃ: wer mit einem sweren stein enmiten in ein still stendes wasser vast wurfi, da wurdi ein ring in dem wasser, und ... na vermúgentheit dez ersten wurfes werdent och die kreiss wit und breit Seuse dt. schr. 191 Bihlm.; der wurf (des narren) gieng so hart an, das er seim herrn, dem graffen, das ain aug auszwarf Zimmer. chron. ²3, 496 Barack;
wenn eim wo nach zu werffen gach,
der denck im zuuor fleissig nach,
wie jm der wurff gerahten möcht,
ob er schad oder frommen brecht
Eyering proverb. copia (1601) 1, 762;
das verlangen ist das erste wie die stimme vor dem gegenhall, der stral vor dem widerstral, der wurff des steins vor dem fall ist Harsdörffer frauenz.-gesprächsp. (1641) 6, 200; Galiläus hat von schwerer dinge wurf gehandelt, ohne den widerstand der luft in rechnung zu bringen (1696) Leibniz dt. schr. 1, 390 G.; schiefersteine, welche die knaben übers wasser hintanzen lassen, man nennt diese würfe jungfernkinder (1801) Brentano ges. schr. (1852) 7, 63; auf einmal flog, in wohlgezieltem wurfe, ein grosser pflasterstein auf die bühne Storm s. w. (1899) 4, 93. das werfen leicht teilbarer substanzen kann den charakter des ausstreuens annehmen: so gut als dieses möglich ist, könntest du auch unter etlichen billionen von würfen einen werfen, wodurch eine gewisse anzahl sandkörner in eine cirkelrunde figur fallen würde Wieland Agathon (1766) 2, 62;
es ist der wurf des säemanns, wenn er faszt
mit der schaufel den waizen,
und wirft, dem klaren zu, ihn schwingend über die tenne
(1802) Hölderlin s. w. 2, 169 Beiszner.
bildlich:
mancher streute mit ach! wie leerem wurfe
ins gefilde der luft der mühe saaten
(1795) Herder 27, 50 S.;
in anwartschaft seines höheren amtes übte er sich, als säemann den göttlichen samen in wohlberechneten würfen auszustreuen G. Keller ges. w. (1889) 1, 17.
1)
der wurf (auf einen menschen in feindlicher absicht) als strafbare handlung; in rechtsquellen des 14. bis 17. jhs. (s. auch steinwurf 1 a teil 10, 2, 2, sp. 2161): würfet ouch einre zu dem andern, es sie mit krusen oder andern dingen, so beszert, der den wurf geton het, fünf schillinge, er treffe oder treffe nit (1395) Straszb. zunftverordn. 318 Brucker; item ein wurf von der hand mit einem stein ... oder andern schedlichen waffen büszet 10 [[undefined:poundsign]] hlr. (1473) weist. 6, 84 Gr.; item ein wurfe macht drithalb schwertschock (strafe) d. Elbogener urbar der grafen Schlick v. 1525 32 Schreiber; begeit sich aine unzucht auf der gassen, und ainer puckt sich nach ainem stein ..., hat er in in der höche und peüt den wurf, das ist zwai und finfzig pfunt (strafe) (1636) österr. weist. 2, 168; vgl. noch teil 14, 1, 2, sp. 282 unter werfen A 1 b.
2)
die strecke, die ein stein im wurf überfliegt, gilt seit alter zeit als längenmasz (s. steinwurf 1 d und 2 teil 10, 2, 2, sp. 2161f. sowie unten wurfweite, wurfweit); so schon im neutestamentlichen bericht Luc. 22, 41 et ipse avulsus (Mt. 26, 39 progressus) est ab eis quantum iactus est lapidis: inti her tho ergieng fon in so steines vvurf ist Tatian 181, 1 S. (als ein wurf eins steins erste dt. bibel 1, 315 Kurr.);
und nam mit im och Petrum,
Johannem und sinen bruͦder Jacobum
und gieng do mit disen drin
aines wurfes verre wol von in
Schweizer Wernher Marienleben 8424 P.-H.
auszerhalb der biblischen übersetzungstradition (s. auch Verwijs-Verdam mnl. wb. 9, 2815):
dô gruoztern als ein suochhunt
und volgt im von der strâze
wol eines wurfes mâze
Hartmann v. Aue Iwein 3896 B.-L.;
(Korfu) hatt zwei hübsche schloss ob der stadt auff einem berge, eines stehett eines worffs weitt vonn dem andernn (1491) bei Röhricht pilgerreisen (1880) 179;
das scheue thier floh durch des thales krümmen,
durch busch und kluft und bahnenlos gestrüpp,
auf wurfes weite sah ichs stets vor mir
Schiller 14, 41 G. (Braut v. Messina 1, 7);
der schuster (schaute) in die richtung der nächsten telegrafenstange, die einen halben wurf weit entfernt in die höhe ragte O. M. Graf unruhe (1948) 87. über den wurf als rechtssymbol (mittel der grenzbestimmung, der inbesitznahme) vgl. J. Grimm dt. rechtsaltertümer ⁴ 1, 78—96 (mit belegen für wurf und iactus) und H. Zeissberg hieb u. wurf als rechtssymbole in der sage, in: Germania 13 [1868] 401—444; ferner hammer 2 a, teil 4, 2, sp. 314: der muller ... mag ... mit dem beyel ... ein wurf nauf und ein nab thun, und als weyt er wurft, hat er macht, on eindrag so weyt zu fischen (1523 Mellrichstadt) fränk. bauernweist. 74 Dinklage; so der schmit beschlagen hat, so sol er mit seynem beschlagehammer 3 wurf der jagt nachwerfen, und so fern er uf die 3 wurf gewerfn kan, also fern kan er nachfolgen (zwecks erhebung des schuldigen hufbeschlaggeldes) (1552 Henneberg) ebda 52.
3)
wurf im ball- und kegelspiel: sie (die überklugen) aber woltens viel besser machen, wollen eilff kegel treffen und umbschiessen auff einen worff, da irer nur neune auff dem bosseleich (kegelbahn) stehen (1525) Luther 16, 359 W.; tischr. 1, 261 W.; man trifft nicht alle wörffe sieben kegel Petri d. Teutschen weiszh. (1605) Oo 6ᵇ;
aber die schuld springt
von hand zu hand, wie im ballspiele der nie sichre wurf
(1835) Platen ges. w. (1839) 131;
(ich gedenke eines mannes,) den ich ... so manch schönen wurf ins volle und nur selten einen 'pudel' (fehlwurf im kegelspiel) schieben sah (1857) Scheffel ges. w. (1907) 3, 204.
4)
sprichwörtliches und redensartliches.
a)
sprichwörter: wenn der worff ausz der hand ist, so ist er des teuffels Petri d. Teutschen weiszh. (1605) Bbb 4ᵃ; man sagt, der wurff (hier im würfelspiel), wann er ausz der hand gangen, seye desz teuffels (1669) Grimmelshausen Simpl. 155 Scholte; das sprichwort hat recht: der wurf aus der hand ist des teufels Klinger s. phil. romane (o. j.) 2, 132; mundartl.: Fischer schwäb. 6, 984. in abgewandelter form bei Frederking Hahlen 178: wenn de stäin ut de hand es, hett'n de düwel in de hand; so auch für Altenkirchen im amt Weilburg bezeugt (hsl.), vgl. auch Kirchhofer sprüchw. (1824) 168 und unten C 2 b. — gerat der erst wurff nit, so felt die byr von dem andern S. Franck sprüchw. (1541) 2, 68ᵃ; Fischer schwäb. 6, 984. — es war mir sehr lieb, auf diese art, wie man sagt, zwey würfe mit einem steine zu thun Lessing 2, 80 L.-M.; Rückert ges. poet. w. (1867) 2, 113.
b)
einen wurf tun 'einen anschlag versuchen, ausführen' (wurf auf ein ziel, das getroffen werden musz): igitur cum vidisset Jacob cupidum coctionis sue ruffe fratrem, gedacht er: dw wilt ein wurff nach der primogenitura thun, ob er geratten mechte, und schlecht ym fur ein solche maynung (1519—21) Luther 9, 376 W.
c)
mundartl. auf den schwäb.-alem. raum beschränkt (Stalder Schweiz 2 [1812] 459) bleiben redensartliche wendungen wie im wurfe sein, im wurfe liegen 'vorgeschlagen sein (als kandidat für ein amt), geplant sein', vereinzelt auch in wurf bringen 'vorschlagen'. durch schriftsteller der Schweiz und des schwäb. raumes gelangt im wurfe sein mehrfach, namentlich während des 19. jhs., in die literatursprache: hernach hat man mich auch als supperattendenten in Tübingen in wurf gebracht (1755) F. C. Oetinger bei Fischer schwäb. 6, 984; Paulus ist im wurf, nicht nur für die theologische lehrstelle in Würzburg, sondern auch der einzige, den die theologische facultät zu Erlangen vorgeschlagen hat (1803) Schelling br. 1, 467 Plitt; anfangs war nichts geringeres im wurfe, als gänzliche abschaffung der neuen staatsverfassung Zschokke s. ausgew. schr. (1824) 2, 75; ich hörte zu, wie sie die Regine bereden wollten, auf dem im wurfe liegenden wohlthätigkeitsbazar eine verkaufsstelle zu übernehmen G. Keller ges. w. (1889) 7, 92; stand der seit jahren ... im wurf befindlichen neuen atlasunternehmen A. Kuhn in: zeitschr. f. mdaforsch. 20 (1951/52) 255.
d)
es im wurf haben 'geschickt sein' (eig. im werfen); ähnlich es im griff haben: er schien es so gut in der hand und im wurf zu haben, dasz er genau jedem so viel zumasz, als er den tag über leisten konnte Thümmel reise (1791) 6, 210; es im worff hah vom glücke begünstigt sein Tobler Appenzell (1837) 451.
e)
auf einen wurf, mit (in) einem wurf, auf den (im) ersten wurf; s. auch I A 5 c β: du stürmer du! ... so auf einen wurf; das verliebteste mädchen hätte länger stand gehalten (1775) Klinger bei Lenz ges. schr. 1 (1828) 185; so was kann mich ... im ersten wurf einen solchen (selbstgefälligen menschen) anpacken und abpeitschen machen, wie einen kleinen infimisten maler Müller w. (1811) 2, 124; nun träumte ich nicht mehr, ... dasz sich vom himmel herunter eine ungeheure kelterpresse drücke, die mit einem wurf den ganzen weinberg ausquetsche (1811) Tieck schr. (1828) 4, 30; der Pyrenäenberg beginnt unten im tiefsten thale, und fliegt in einem wurfe auf bis zur schmalen spitze (1840) H. Laube ges. schr. (1875) 5, 24; konsequenzen, die sich auf den ersten wurf ergaben H. Brunn kl. schr. (1898) 3, 201; so dasz es schwer fällt, auf den ersten wurf all dieses material (zur bibliotheksgeschichte) in befriedigender weise auszuwerten H. Schreiber bibl. d. ehem. Mainzer kartause (1927) 6.
5)
besondere gebrauchsweisen, die entweder (a) der prägnanten terminologie der fachsprachen angehören oder (b) nicht ein eigentliches werfen, sondern wurfähnliche vorgänge bezeichnen (also fälle 'remanenter übertragung'). die grenze zwischen a und b ist nicht sicher zu ziehen. eine eigene gruppe (c) bilden gebrauchsweisen, in denen wurf wurfähnliche vorgänge bezeichnet, als deren ergebnis etwas entsteht, hervorgebracht wird.
a)
fachsprachlicher gebrauch.
α)
in alem. quellen des 15./16. jhs. bezeichnet wurf das fischen mit dem wurfnetz (s.wurfgarn, ↗wurfnetz sowie unten IV 3); in gleicher verwendung mnl. worp Verwijs-Verdam 9, 2815 (s. auch Falk-Torp 1354 f.): (es ist geschehen) wanne brüderferte (klosterfahrten) gewesen sint, das danne etewie vil unser antwerck uf den wurf kouft hant, und doch kein stubreht koufen ..., nunt das (nur damit) sie umb (für die) brüder werfen muͦgent (1458) Straszburger zunftverordn. 433 Brucker; man sagt auch, daz man vil fisch fahe, wenn man ... die garn in die tyeffe sencke, derhalb so geb der ander wurff meer fisch (aiunt ... pluris secundo tractu capi quam primo) Eppendorff Plinius (1543) 9, 111; auch vom fang: aleam emere, hoc est, incertum rerum euentum ein blinden marckt oder kauff thuͦn, als bey den fischern auff der tracht ein zug oder wurff Frisius dict. (1556) 71ᵃ; sagt man, dasz ein Milesier von den fischern zu Cois den worff, welchen sie mit jrem fischernetze und garn thun wollen, erkaufft Xylander Plutarch (1580) 34ᵇ.
β)
in der seefahrt ... heisset den wurff thun ... (frz. faire le jet, nl. [uit]werpen) wenn in einem hefftigen sturm ... die güter, masten, canonen und alles was am schwersten auf dem schiffe ist, in die see geworffen wird, um es dadurch zu erleichtern und vom schiffbruch zu befreyen Fäsch kriegslex. (1735) 1016. dafür auch auswurf, s. teil 1, sp. 1021 sowie Sanders wb. d. dt. spr. 2, 1678 (schwed. kast, sjökast ordbok över svenska spraͦket K 704). zu werfen in der verbindung gut, güter werfen 'ladung in seenot über bord stoszen' teil 14, 1, 2, sp. 280; vgl. auch werfgeld (mnd. werpgelt) und werfung ebda sp. 276; 311.
γ)
in der falknerei des mittelalters bezeichnet wurf das fliegenlassen des von der longa befreiten beizvogels; s. ²würfel und werfen A 1 a γ ββ [auch unter A 1 b] teil 14, 1, 2, sp. 282; H. Schmidt die terminologie d. dt. falknerei (1909) 81. wie werfen dem mlat. iactare (iactare autem falconem contra ventum est utile ad multa Friedrich II. de arte venandi cum avibus 2, 85 Willemsen), so entspricht wurf in dieser verwendung dem verbalabstraktum iactus (dictum est, que loca sunt convenientia iactui falconum ad grues 2, 75 W.; als u-stamm unterschieden von dem konkretum iactus, pl. iacti 'würfel' [wurfriemen am fusz des falken]):
er (der ritter) nam niht guter wurfe war,
daz waz der hebche ungemach
kl. mhd. erz., fabeln u. lehrged. nr. 194, 8 Rosenhagen.
b)
wurfähnliche vorgänge.
α)
schnelle, schleudernde bewegungen der gliedmaszen und des kopfes (zu werfen A 1 a α teil 14, 1, 2, sp. 279; 284): alsz er dasz kindlin also in den henden hett, hat es zwen würf mit den armen thon (1531) Knebel chron. v. Kaisheim 42 lit. ver.; mit einem verächtlichen blicke und einem wurf mit dem kopfe Bode Tristram Schandi 6 (1777) 11; trab (der kamele) ... mit freiem, höchst gewandten und kühnen wurf der schenkel Ritter erdkde (1822) 13, 747; so ging sie mit unnachahmbarem und keckem wurf des hauptes durch die leute Scheffel ges. w. (1907) 3, 29. ähnlich von der raschen bewegung des auges: ein eintziger wurf des auges spricht geschwinder und besser als alle reden Ramler einl. i. d. schönen wissensch. (1758) 4, 245;
er spricht, er fragt, und schnell drängt alles sich,
dem flüchtgen wurf der augen zu begegnen
Grillparzer s. w. 11, 9 Sauer.
β)
selten 'das ausspeien, erbrechen'; zu speise werfen teil 14, 1, 2, sp. 279: als das gefresz vnder drey würff herüber war, bekame das kind ... sein liebliche rosenfarb wider am gesicht Guarinonius grewel d. verwüstung (1610) 776.
γ)
vorwiegend pluralisch gebraucht kann wurf für 'schlag, hieb' eintreten; 'prügel': o närrischer liebhaber! du erträgest ja mit wunderlicher gedult so viel würffe und prügelsuppen, die du bekomst Olearius persian. baumgarten (1696) 40;
das sollte daheim ihr vater sehn!
da könnt' es tüchtige würfe geben
M. Greif ges. w. (1895) 3, 513.
so auch mundartl.: einem einen wurf ('schlag') geben Bernd Posen (1820) 356; dan (dem) ghöarn widder amal teucheta wörf! Ruckert unterfränk. 197; Schübel Stadtsteinach/Bamberg 278.
δ)
schlieszlich dient das wort auch zur bezeichnung von wurfähnlichen vorgängen, die nicht von einem persönlichen handlungsträger ausgehen (elementare natur-, bes. witterungsvorgänge, s.werfen teil 14, 1, 2, sp. 280f.): donner die gantze nacht, wurff, hagelstein, ein tag vor und nach schwülig wetter, gewülck J. Kepler opera omnia 1, 647 Frisch.ähnlich von heftiger bewegung des wassers und des windes: dicht beim steuer ... wurde ich durch einen wurf des wassers mit einem male so nasz, dasz ich mich hätte ausziehn mögen (1756) Klopstock in: Klopstock u. s. freunde 2, 114;
wie wenn häufige flocken von schnee den wolken entfallen,
unter dem kalten wurf des himmelerheiternden nordwinds
(Ilias 19, 358 ὑπὸ ῥιπῆς αἰθρηγενέος Βορέαο)
Stolberg ges. w. 12 (1823) 251;
der wind (war) ... umgesprungen und lief ihn nur noch mit schwachen würfen schnuppernd an W. Schäfer erz. schr. (1918) 2, 300.
c)
wurfähnliche vorgänge, als deren ergebnis etwas entsteht, hervorgebracht wird (vgl.werfen B 'durch wurfähnliche bewegung etwas hervorbringen' teil 14, 1, 2, sp. 298 ff. sowie unten II B).
α)
wurf vom vorgang der tierischen geburt (s.werfen B 1 und Sanders wb. 2, 1677): den sybenden tag nach dem wurff seind die eselin zuͦ steigen am bessten (feminas a partu optume septumo die inpleri observatum 8, 44) Eppendorff Plinius (1543) 78; die beste zeit die stuten zu besteigen ist ... (22. märz bis 22. juni) ... damit auch der wurff vnnd die geburt zu bequemer zeit geschehen, so es zimmlich warm vnnd das grasz gewachsen ist M. Herr feldbau (1551) 185ᵃ; (das kaninchen) empfängt zum andern mal vnd thut doch den wurff zu seiner zeit Sebiz feldbau (1579) 536; während des wurfes müssen zeugen zugegen sein (beim pferd) Brehm thierl. ²2, 25. hierzu stellt sich wurf als nomen acti, s. unten II B 1.
β)
seit Herders Ossian-aufsatz (1773 in den blättern 'von deutscher art u. kunst') gilt wurf (namentlich in der fügung erster wurf) als bezeichnung für den dichterischen schaffensvorgang, den die poetische theorie des sturm und drang im gegensatz zur rationalistischen kunstauffassung der aufklärung als genialen, schöpferischen gestaltungsakt verstehen lehrte. der wortgebrauch scheint motiviert zu sein durch hinwerfen (worte, gedanken 'ohne besondere sorgfalt und absicht in der erwägung oder ausführung' niederschreiben, aussprechen s. Sanders wb. d. dt. sprache 2, 1573 sowie teil 4, 2, sp. 1543 und aufs papier werfen teil 14, 1, 2, sp. 286) und hinwurf in entsprechender verwendung (Sanders a. a. o. 2, 1678; erg.-wb. 658). beide wörter werden auch von Herder gebraucht (aus den hingeworfenen liedern des grafen [1802] Herder 24, 37 S.): wir (heutigen) dichten nicht über und in lebendiger welt, im sturm und im zusammenstrom solcher gegenstände, solcher empfindungen; sondern erkünsteln uns entweder thema, oder art, das thema zu behandeln ... dahero also auch, dasz unsern meisten neuen gedichten ... der runde contour so oft fehlet, den nur der erste hinwurf verleihet und kein späteres nachzirkeln ertheilen kann ... (darauf im folgenden abschnitt:) als ob ich mit dem, was ich neulich vom ersten wurfe eines gedichts gemeint, der eilfertigkeit und schmiererei unsrer jungen dichterlinge, auch nur im mindesten zu statten kommen könnte Herder 5, 184 S.; besser ist es immer, wenn der erste wurf (eines stückes) ganz frei und kühn geschehen kann und erst beim ordnen und revidiren die theatralische beschränkung und convenienz in anschlag gebracht wird (1786) Schiller br. 1, 320 Jonas; ich gestehe, ich fürchtete mich anfangs, dasz wegen der langen zwischenzeit, die zwischen dem ersten wurfe (des Wilhelm Meister) und der letzten hand verstrichen seyn musz, eine kleine ungleichheit, wenn auch nur des alters, sichtbar seyn möchte (1794) ebda 4, 80; die seligsten augenblicke bei der geistesarbeit sind das empfangen und das vollenden, anfang und ende, der erste wurf und die letzte hand W. Riehl d. dt. arbeit (1861) 279. verblassend in adverbieller fügung (s. I A 4 e): gleich auf den ersten wurf so zu schreiben, wie z. b. Tacitus, liegt nicht in der menschlichen natur Lichtenberg verm. schr. (1800) 2, 334; fordre nicht von mir, dasz ich gleich im ersten wurf ein bleibendes gestalte (1819) Görres ges. schr. (1854) 4, 183; (es) ergiebt sich ..., dasz die vorstellung falsch ist, welche ihn (Mozart) ohne skizzen und studien zu machen, ... im ersten wurf grosze werke vollenden läszt O. Jahn Mozart (1856) 1, 598. mit wechselnden charakterisierenden beiwörtern: die ganze jugend stellte sich jetzt (zur zeit Herders) auf diese seite des instinkts, des kühnen wurfs, des ahnungs- und schöpfungsvermögens im menschen gegen die nüchterne verständigkeit der Berliner Gervinus gesch. d. dt. dichtung (1853) 5, 254; (der beschauer könnte meinen,) diese ungeheure absichtlichkeit (in Shakespeares 'Othello') sei ... genialer wurf des dichters O. Ludwig ges. schr. (1891) 5, 231; Boie arbeitete langsam, gewiszenhaft und that sich schwer genug. den raschen wurf kante er nicht Weinhold Boie (1868) 280. — hierzu s. u. II B 2.
B.
wurf der waffen, wurfgeschosse (im kampf, im wettkampf, auf der jagd): ictu uvrphe (Vergilglossen des 11. jhs.; Aeneis VII, 165 cursuque ictuque lacessunt) ahd. gl. 2, 659, 9 St.-S.; impetus uurf (Aeneis XII, 772; huc impetus illam [hastam] detulerat) ebda 2, 671, 13; vgl. auch: ictu(m) wrf (bibelglosse zu ictu 2. Macc. 14, 43; 12. jh.; sonst durch stiche wiedergegeben) ebda 1, 706, 18. literarische bezeugung:
der stein der was gevallen   wol zwelf klâfter dan:
den wurf brach mit sprunge   diu maget wol getân
Nibelungenlied 463, 2 B.;
man brâchte die brûdere in der stunt
mit starken wurfen von deme tore
(um 1295) livländ. reimchron. 11 281 M.;
da die würff auff den schilten eynen grössern laudt dann wunden gaben, verzogen die Römer eyn zeit mit den stürmen Carbach Livius (1533) 216ᵇ;
kein schusz noch wurff an diesem end,
geschehe mehr durch ewre hend
Spreng Ilias (1610) 31ᵃ;
da seh ich wundernd das erschrockne thier
zu einer nonne füszen zitternd liegen, ...
bewegungslos starr ich das wunder an,
den jagdspiesz in der hand, zum wurf aushohlend
Schiller 14, 42; 6, 206 G.;
zu aller waffenübung schwört euch fest,
zu lauf, sprung, wurf, zu hieb und stosz
(1813) Brentano ges. schr. (1852) 6, 177;
etliche ihrer (der weiber) rühren ... die trommel, ... wenn von fern die streiter wurf auf wurf wechseln (1819) Chamisso w. (1836) 2, 233. belege für wurf als ausdruck der turnsprache bei J. Zeidler dt. turnsprache bis 1819 (1942) 122: die wurfbahn musz, wegen der oft weit vom pfahle abspringenden würfe ... wenigstens 30 f. breit sein Fr. L. Jahn w. (1884) 2, 73. dazu einzelne fälle übertragenen gebrauchs, 'angriff, vorwurf': Beza, damit er diesem wurffe auszwiche, antwortet, er und seine verwante weren dahin kommen, ihrer kirche confession zu vertheidigen V. Thilo frantzös. hist. (1584) 1, 60ᵇ; ich übergehe die beiden punkte, bey welchen es Voltaire selbst fühlte, dass der wurf auf ihn zurückpralle (1767) Lessing 9, 369 L.-M.
1)
hier schlieszt sich an die seit dem 16. jh. nachweisbare wendung in (den) wurf kommen 'unversehens begegnen, in den weg laufen'; zur herkunft vgl. das gleichbedeutende zu schusse kommen (vom wilde) 'dem jäger so kommen, dasz er es schieszen kann' und in freierem gebrauch vor, in, unter den schusz kommen 'in den weg laufen, begegnen', s. teil 9, 2092. die grundvorstellung 'in die wurfbahn (wurflinie) geraten' verdeutlichen auch wendungen entgegengesetzten sinnes (aus dem wurf entweichen, gehen), in denen es sich allerdings nur zum teil noch um ein eigentliches werfen handelt: im entweych Ettu auss dem wurff vnd der stab sprang an die gezelt stang hertzog Aymont (1535) r 4ᵃ; s. auch Sanders wb. d. dt. spr. 2, 1677;
doch sieh, in taumelndem gange dort zickzackt er her.
lasz gleich aus dem wurf mich gehen, eh es schläge sezt!
Voss Aristofanes 1 (1821) 411.
die artikellose fügung in wurf kommen, die im sprachgebrauch des 16. und 17. jhs. deutlich das übergewicht hat, noch in quellen des 18. jhs. vielfach erscheint und erst im 19. jh. bis auf wenige restfälle (Fouqué held d. nordens [1810] 1, 135; Immermann w. 16, 152 H.; Nestroy ges. w. [1890] 5, 28) aus der schriftsprache gewichen ist, lebt vereinzelt in mundarten fort, so im Wienerischen Jakob 222, im schwäb. (neben der form mit artikel) Fischer 6, 984, im Aargau Hunziker 303 und in der Mansfelder mundart Jecht 125. in den wurf kommen (seit d. 16. jh., s. u.) dringt mit der fortschreitenden grammatikalisierung des sprachgebrauchs seit der zweiten hälfte des 18. jhs. durch (Adelung 5 [1786] 306).
a)
der ausgangsvorstellung am nächsten kommen offenbar fälle, in denen es sich um das hineingeraten in den machtbereich eines feindlich gesinnten handelt: (die griech. städte) fangen einen greulichen landkrieg mit einander an vnd hengen frembde herrn vnd nationen an sich, also kompt Philippus Macedo ... mit in wurff, welcher disen greckischen stedten lengest gerne were bey gewesen Mathesius Sarepta (1571) 211ᵇ; gewiszlich, wenn der kühhirte ihm wäre in den wurff kommen, er hätte sich an ihm vergriffen (1673) Chr. Weise erznarren 53 ndr.; wollte gott der burgemeister von Nürnberg ... käm uns in wurf, er sollt sich mit all seinem witz verwundern (1773) Göthe I 8, 58 W.; (ein soldat, der) von herzen gern dem ersten besten schurken, der ihm in wurf kommt, den hals bricht (1775) Klinger Otto 43 ndr. im jagdbereich:
(Gottfried:) wohl zum edlen waidwerk?
(Robert:) auf bär und eber — kommt mir nicht in'n wurf!
Z. Werner die söhne des thales (1803) 1, 6.
b)
frühzeitig aber auch bezogen auf fälle nichtfeindseligen begegnens: wie aber der guͦt Wentzel hinausz hat wöllen gehn, und seine muͦtter im in dem (sic) wurff kommen ist, hat er vermeint, es sey ein andere, hat also umb sie gebuͦlet (1558) Lindener katzipori 127 lit. ver.;
sihe herr, das hett ich nicht gemeint,
das jhr mir gleich in wurff solt kommen
(1582) Hayneccius Hans Pfriem 2578 ndr.;
also sei jhm gleich dieser mann mit dem brod in worff kommen, als er gleich in diesen gedancken gewesen Butschky gedenckmahl (1633) 63; ich hätte ... meiner frau mutter hausz ... nicht gefunden, so mir nicht ... meine jungfer muhmen auf der gasse wären in wurff gekommen (1697) Chr. Reuter Schelmuffsky 89 ndr.; (Chariklea) war so verbuhlt und ausschweifend, dasz der erste, der ihr in den wurf kam, sich darauf verlassen konnte, glücklich bey ihr zu seyn Wieland Lucian 4 (1789) 18; da stehn sie (anrede) nun und plaudern mit dem ersten besten, der ihnen in den wurf kömmt Tieck schr. (1828) 11, 160; seitdem grüszte ich auch ihn (Devrient), ... und lief manchmal, wie ein narr, um etliche ecken herum voraus, um ihm noch einmal in den wurf zu kommen Holtei vierzig jahre (1843) 1, 377; Chodowiecki wirft mit wenigen raschen strichen einige studien von figuren und gruppen auf die kupferplatte, wie sie ihm just bei seinen spaziergängen in den wurf kamen Kämmerer Chodowiecki (1897) 42ᵇ.
c)
mit unpersönlichem subjekt; namentlich von wahrnehmungsvorgängen (vgl. in den sinn kommen): sollte ihr vaterland ... weniger achtung von ihnen verdienen, als einer von jenen gegenständen, die ihnen von ungefähr in den wurf kommen? (1794) Herder 17, 156 S.; was nun aber beim ausbruche der verrückten anlage ... dem gemüthe zuerst in den wurf kommt (die zufällig aufstoszende materie, worüber nachher gefaselt wird,) darüber schwärmt nun der verrückte fortan vorzüglich (1798) Kant w. 10, 234 Hart.; (der gassenprediger) vermischte seinen halb wahnsinnigen, halb begeisterten sermon mit den schriftstellen, die ihm (beim blättern in der bibel) in den wurf kamen (1861) W. Raabe s. w. I 4, 155. — der apotheker war kein reicher mann ... so muszte er denn nehmen, was ihm (an büchern) in den wurf kam Werfel Musa Dagh (1955) 51.
d)
varianten; in den wurf laufen (wie in den weg, in den schusz laufen): es sey möglich, dasz der comet die erde antreffe, sie könne demselben gar in den wurf laufen neuer büchersaal (1745) 5, 164; direktor Lilienfeld lud sogleich alle ihm noch in den wurf laufenden journalisten zum frühstück ein (1912) Gerhart Hauptmann prosa 2 (1956) 247. so auch mundartl.: der isᵗ mⁱr in deⁿ wurf geloffen kam mir erwünscht Martin-Lienhart elsäss. 2, 849. — in den wurf bringen, führen: (die Griechen) sollen ... diese andächtige kriegesleute endlich den ungläubigen, so zu reden, recht in den wurff gebracht haben Hahn teut. staats-, reichs- u. kayserhist. (1721) 3, 222; welches unheil führt euch gerade dem geächteten manne in den wurf? W. Hauff s. w. (1890) 1, 160.
2)
seit beginn der bezeugung kann wurf die flugbewegung von geschossen bezeichnen und damit in den geltungsbereich von schusz übergreifen; vgl. bereits die doppelglossierung des 8./9. jhs. (gen. 49, 23: et iurgati sunt, invideruntque illi habentes) iacula uurfi, skuzzi ahd. gl. 1, 281, 39 St.-S. (hatten würfe Wenzelbibel, s. Jelinek mhd. wb. 972). der gebrauch entspricht dem von werfen teil 14, 1, 2, sp. 292; 302 (einzelbelege unter A 2 c; D 2 a; s. auch Fischer schwäb. 6, 698) und werfung ebda sp. 311. zu vergleichen sind ferner bezeichnungen für schleudervorrichtungen der älteren zeit wie ²gewerf 1 teil 4, 1, 3, sp. 5628f., werfzeug teil 14, 1, 2, sp. 311f. und unten wurfgeschütz, wurfzeug:
von werken ('wurfmaschinen') maniger hande list
was in der stat getihtet,
die stuonden ûf gerihtet
ze schedelichen würfen
Konrad v. Würzburg Trojanerkrieg 24 983 K.;
da Banin sah (in dem belagerten turm), das er also nicht lang mocht geleben on eszsen und den groszen wúrfen wiedderstan von dem phedeler (steinschleuder), ... da begund er grosz unfreude zu machen Lancelot 1, 9 Kluge. das wort behauptet sich auch nach der einführung des schieszpulvers und wird zum fachausdruck der neueren ballistik (vgl.bomben, ↗minen, ↗granaten werfen teil 14, 1, 2, sp. 279 und Fronsperger kriegsb. 1 [1578] c 3ᵇ): als vil sich under den wurff (hier 'flugbahn, flugbogen') desz geschosses gaben, denen schossen sie mit pfeilen und kuglen zu Conrad Dietz annales (1621) 277; ist nun der wurf (des mörsers) zu kurtz, sencket man bey dem andern wurf die mündung um einige grade tiefer Fleming d. vollk. teutsche soldat (1726) 66; ein fehlerhaft gegossener und unrichtig gebohrter und abgedreheter mörser kann unmöglich richtige würfe geben Hoyer allg. wb. d. artillerie (1804) 1, 7; nachdem aber später die Franzosen ... ihre würfe höher richteten und die kugeln weit von uns wegfielen (1853) Grillparzer s. w. 10 (1872) 51.
C.
wurf im würfelspiel um gewinn oder verlust. vgl.werfen teil 14, 1, 2, sp. 278f.; 299.
1)
eigentlicher gebrauch: (im würfelspiel) ist tausz esz der geringste wurff, darumb bedewt der wurff das verlieren Agricola 750 teutsche sprichw. (1534) i 7ᵇ; es gehet wie ein bretspiel, mann musz den bösen wurff desto geschickter setzen Lehmann floril. polit. (1630) 341; (das spielen verdirbt die sitten) dahero der beste wurff in würffeln, wann mans zum fenster hinausz wirfft Abr. a s. Clara reimb dich (1687) 252; dasz ein zartes herz ... nach würfeln hascht, den becher schüttelt, wurf über wurf versucht, und in dem glückstäfelchen sorgfältig forscht, was ihm die würfe bedeuten, ... das mag hingehn (1787) Göthe I 17, 6 W.; sein spielen, bei dem er nach jedem wurf den einsatz erhöht Traven baumwollpflücker (1956) 209.
2)
an diese verwendung schlieszen sich seit mhd. zeit zahlreiche fälle bildlichen gebrauchs, weithin redensartliche festigkeit erreichend.
a)
(um) den (ersten) wurf spielen, werfen und verwandte fügungen; eig. 'darum spielen, wer anwerfen, das spiel anfangen soll' mhd. wb. 2, 2, 506ᵇ; 3, 741ᵃ; dann 'den anstosz erteilen, der die entscheidung einleitet'; mhd. und frühnhd. bis in die reformationszeit:
mit den swerten krefteclîch sie einander ane liefen.
ez was alrêrst umb wurf gespilt
Lohengrin 2138 Rückert;
(die menschen) wöllen jn erst recht lassen die wellt zu lieb werden, es ist noch vmb den ersten wurff zuͦ thuͦn, vnd so sy wänen an dem besten zu sein, so geschicht zuͦ dem dickern mal, das got ... ainem söllichen mennschen sein lebenn abschneydet durch den tod Keisersberg granatapfel (1510) l 4ᵃ; weyl nun die heyden nit haben mügen leyden die füllerey, wie wöllen wir kinder des liechts nu thuͦn? o des armen evangeliums, es ist noch nit vmb den wurff geworffen, vnnd wir meinen wir seyen schon vber den zaun vnd graben S. Franck trunkenheit (1531) B 3ᵃ; s. auch Fischer schwäb. 6, 3444.
b)
den wurf in der hand haben und verwandtes (die ausgangsvorstellung dieser fügungen ist allerdings nicht eindeutig festzulegen [nahe stehen wurf I A 4 a und B]), 'frei entscheiden, handeln können; im vorteil sein'; ganz überwiegend obd.:
woldet ir iuch niht rechen,
swenn ez alsô ist gewant,
daz der wurf ist in iwer hant?
Ottokar österr. reimchron. 57 542 S.;
unnd kam mir der wurff in mein hant,
ich wolt in anlegen laster unnd schant
(la.: ich wolt mit im spilln das wer kain schand)
altdt. passionsspiele aus Tirol 459 Wackernell;
zuͦletzst küng Luitharn der wurf seiner lang aufgezognen raach ouch in die hend ward (1545) J. v. Watt dt. hist. schr. 3, 90 Götzinger; diese aber hatte den wurf nicht mehr in der hand, sondern dem fürsten grosse hofnung (zur ehe) gemacht Bucholtz Herkuliskus (1665) 1149; er hat den wurff in seiner hand penes illum optio est Dentzler clavis ling. lat. (1686) 2, 354; den wurf in den händen haben, s. Felder sonderlinge, Bregenzerwälder lebensbilder (1867) 1, 107; 2, 224; 243; de worff hah den vorteil haben, auf der vorteilhaftern seite sein; de worff os de henda loh das glück aus den händen lassen Tobler Appenzell 451.
c)
der wurf ('die entscheidung') fällt, ist gefallen, getan usw.; vgl. dazu würfel A 3 c: krieg führen ist wie ein würffelspiel, da gemeiniglich der wurff anderst felt als man gewünschet Lehmann floril. polit. (1630) 437;
'folg deiner schwester raht: lass zank und kriegen seyn.' —
'der wurf ist schon gethan: wer holt ihn wieder ein?'
A. U. v. Braunschweig Octavia (1677) 1, 1017;
(Karlos:) jezt ist der wurf gefallen.
sie (anrede) sind für mich verloren
Schiller 5, 1, 44 G.;
der wichtige wurf ist also geworfen und die ch. m. (frau v. Lengefeld) weisz nun alles (1789) Schiller br. 2, 411 Jonas; wäre der brief noch nicht fort gewesen, er hätte vielleicht nicht gewagt ihn abzusenden. glücklicher weise war der wurf schon gethan Göthe I 23, 144 W.; der erste wurf ist gethan. ich lasse alle minen springen. sie musz meine frau werden (er hat ihr seine liebe erklärt) (1836) Bauernfeld ges. schr. 3 (1871) 262; als ... die entscheidenden würfe für Deutschlands zukunft auf lange zeit gefallen waren Gentz schr. (1838) 1, 264.
d)
seit dem ausgang des 18. jhs. in wendungen, denen das bild der va-banque-situation im würfelspiel zugrunde liegt; alles auf einen wurf setzen (mehrfach in leicht umgestalteter fügung), vgl.alles auf eine karte setzen (Schrader bilderschmuck d. dt. spr. [1912] 452): (Ferdinand:) er hat sich mit herz und seel an diese tochter gehängt. sei er vorsichtig Miller. nur ein verzweifelter spieler sezt alles auf einen einzigen wurf Schiller 3, 490; 5, 2, 384; 6, 284 G.;
das äuszerste, das menschenkräfte leisten,
hab ich getan — unmögliches versucht —
mein alles hab ich an den wurf gesetzt;
der würfel, der entscheidet, liegt, er liegt:
begreifen musz ich's — und dasz ich verlor
(1808) H. v. Kleist w. 2, 79 E. Schmidt;
mit dem nächsten tage sollten die regelmäszigen arbeiten in der fabrik beginnen ... er hatte alles auf diesen wurf gesetzt, er hatte sein gut ... hoch mit hypotheken belastet G. Freytag ges. w. 4 (1887) 467. auch: Carl II. hatte durch seinen zug nach Worchester das schicksal der drei reiche gleichsam auf einen wurf gesetzt Ranke s. w. 17 (1870) 56. der eine wurf, der über alles entscheidet, ist vielfach zugleich der letzte wurf: Tacitus berichtet uns ..., dasz sie (die Germanen) ... ihre freyheit selbst auf den letzten wurf gesetzt Wieland s. w. 24 (1796) 137; deine briefe an könig und kanzler ... setzen die sache auf den letzten wurf, ... so dasz gar nichts als die antwort ja oder nein zu geben und abzuwarten ist Görres ges. br. (1858) 1, 211; in solcher zeit, wo die menschen, weil alles leben gleichsam auf den letzten wurf gesetzt ist, wieder einmal ein grosses natürliches leben leben (1843) E. M. Arndt schr. (1845) 3, 389.
e)
in der fügung groszer, auch glücklicher wurf kennzeichnet das wort ablauf und ergebnis von handlungen, deren ausgang von dem walten günstiger oder ungünstiger umstände abhängt.
α)
sehr üblich ist der typus wem der grosze wurf gelungen:
wem der grosze wurf gelungen,
eines freundes freund zu seyn
(1786) Schiller 4, 1 G.;
es fehlte ihm nichts mehr als das eine, ein holdes, tugendsames weib, und auch dieser hohe wurf war ihm gelungen W. Hauff s. w. (1890) 3, 130; aber wie unfertig auch manches noch (im wehrgesetz) erschien, der grosze wurf war doch gelungen. mit diesem volksheere war ein groszartiges mittel sittlicher volkserziehung gefunden Treitschke dt. gesch. im 19. jh. 1 (⁶1897) 594. ohne hervorhebendes beiwort: gott gebe, dass ihr (der philosophie) der wurf gelingt, dasz sie zuerst teufel- und dann zweifelfrei wird Brunner erz. u. schr. (1864) 1, 146; gebe gott, dasz der wurf (das militär. vorhaben) gelingt Mackensen br. u. aufzeichn. (1938) 147.
β)
gern auch im bereich künstlerischer und intellektueller tätigkeit, wobei berührung mit wurf I A 5 c β (erster wurf eines gedichts) eintreten kann und verschiedentlich übergang vom nomen actionis zum nomen acti (II) sich anbahnt: ich habe die naive dichtung eine gunst der natur genannt ... ein glücklicher wurf ist sie, keiner verbeszerung bedürftig, wenn er gelingt, aber auch keiner fähig, wenn er verfehlt wird (1795) Schiller 10, 492 G.; (wenn man zufällig eine scharfsinnige bemerkung machte, so) wurde man denn gelobt, sie nannten es einen glücklichen wurf Göthe II 6, 168 W.; die Faustsage als oper war ein groszer wurf, neu, kühn und zeitgemäsz (1853) Riehl musik. charakterköpfe (⁸1899) 1, 354; probestücke ..., die durch ihre feinheit ... überraschen — glückliche würfe des juristischen genies Jhering geist d. röm. rechts (1852) 3, 1, 232; er (Jacob Grimm) besasz den muth des fehlens, ohne den in den geisteswissenschaften kein groszer wurf gelingt (1885) Scherer kl. schr. 1, 7 Burdach; (Boeckhs) 'staatshaushaltung der Athener' (1817), die einen groszen wurf auf dem neuen gebiete der wirtschaftsgeschichte bedeutete Kroll gesch. d. klass. philologie (²1919) 128; der treppenaufgang zum rathaus (in Görlitz) ist in der bildmäszigen zusammenfassung heterogener elemente ein überaus glücklicher wurf Dehio gesch. d. dt. kunst 3 (1926) 212.
f)
als fügung, entscheidung des schicksals und schicksalartiger mächte (vgl.werfen teil 14, 1, 2, sp. 281): wenn mir das commando eines heeres nicht anvertraut wird, weil ich ... nach der geburt keinen anspruch darauf machen kann, ... so beruhige ich mich gern und sehe es als einen unglücklichen wurf an Möser s. w. 5 (1843) 86; nur durch einen solchen glücklichen wurf (fügung des schicksals) kann man das hervorgehen der griechischen (sprache) erklären W. v. Humboldt ges. schr. 4, 31 akad. mit genitivattribut: der lauf der dinge, der wurf der zufälle ist freilich nicht zu ändern (1767) Herder 1, 367 S.; die schicksale der völker, die im wurf der zeiten von so mancherlei umständen bestimmt werden ebda 17, 376; (die bildung der staatsverfassungen ist) nicht das werk einer verständigen kalten berathschlagung, sondern ein wurf des ohngefähr (1793) Fichte s. w. 6, 81 J. H. Fichte; des geschickes wurf Collin Regulus (1802) 86;
da ist kein schlosz, kein niedres haus,
das nicht, vom wetter schwer umzogen,
von freund und feinde gleich geplagt,
dem wurf der nächsten stunde zagt
(1837/38) A. v. Droste-Hülshoff ges. w. 2 (1885) 296.
II.
das geworfene. übergang vom nomen actionis zur bezeichnung gegenständlicher (und abstrakter) gröszen, wie er bereits unter I mehrfach sich andeutete (s. unten II B), ist in weitem umfange bei den präfixbildungen eingetreten: an-, auf-, aus-, be-, ein-, ent-, gegen-, hin-, über-, vor-, wegwurf, auch in zusammensetzungen wie z. b. windwurf 'die vom wind umgeworfenen bäume' sp. 335; s. die zusammenstellung bei Sanders wb. d. dt. spr. 2, 1677 ff. ahd. und mhd. gilt daneben in gleicher verwendung -werf, s. Graff 1, 1039 f.; mhd. wb. 3, 740. das simplex wurf bleibt in diesem sinne im wesentlichen auf fachsprache und mundart beschränkt.
A.
das, was geworfen wird, der geworfene gegenstand. zum ineinandergleiten der bedeutungen vgl. etwa anwendungen wie:
ferne der trozige hahn mit den weibern
harrte des wurfs (des hinzustreuenden futters)
(1795) Voss s. ged. 1 (1825) 2;
diese darstellungen werden gleichen einem wurfe sandes, in welchem jedes körnchen für sich eben auch ein ganzes ist (1804) Fichte s. w. (1845) 7, 73.
1)
zahlung des unkostenanteils, den der einzelne gewerke, d. h. teilbesitzer eines bergwerkes, regelmäszig zu leisten durch gesetz verpflichtet war, damit aus ihm der lohn für die für ihn tätigen bergknappen gezahlt werden konnte: welcher fronher sich do mit sinem wurff oder bezalung sumpte, der arbeitter ... mag uff alle sine teyl ... klagen (Münsterthal/Breisgau 1372) zs. f. d. gesch. d. Oberrheins 41, 447. daneben steht wurf auch von dieser sogenannten zubusze (s. teil 16, sp. 254) selbst und der besonderen form ihrer zahlung: ist abir, das dy gewerken willekurn vor deme bergmeistere ire kost czu würffen czu geben (d. h. wenn ein bestimmter betrag aufgelaufen ist) adir uf tage (oder zu den terminen), wenne dy ersten wurfe der pheninge vordynet werden, so mag man clagen ält. Freiberger bergrecht bei H. Ermisch d. sächs. bergrecht d. mittelalters 13 (zur deutung d. stelle vgl. Zycha böhm. bergrecht d. mittelalters 1, 268); hierher wohl auch: wir haben in ouch die ... berge geluhen mit gedinge, also wenne würfe zu den selben bergen geleyt werdent under den frönern und der wurf yeglichen verkündet wirt, welcher danne sinen wurf in 8 tagen ... nit git noch richtet (1419) bei Fischer schwäb. 6, 985. dazu ein zeugnis auszerhalb dieses bereichs: sprach darnach der schuldner, er hett den vorborger vff sin flyssig anligen, desselben wurffs, vorm zyl bezalt Riederer spiegel d. waren rhetoric (1493) A 3ᵃ.
2)
als mengenbezeichnung; eine bestimmte anzahl (3—5) von früchten, fischen, geringen münzen u. dgl., nämlich soviel wie im durchschnitt beim abzählen mit einem griff in die hand genommen und dem käufer zugeworfen wird; vgl. dazu: gleichwie man geringer geld mit würfen annimmt, grosze stücke aber, zumal von gold, lieber zählet (1696) Leibniz dt. schr. 1, 382 G. mundartl. weit verbreitet. die ältesten zeugnisse beziehen sich auf münzen. sie weisen in den nd.-ndl.-fries. raum (s. Schiller-Lübben 5, 770 f.; Verwijs-Verdam 9, 2815 f.; ferner schwed. kast ordbok över svenska spraͤket K 704 sowie schusz teil 9, sp. 2096); eine zahl von gleichgültigen münzen, die man auf einmahl aus der hand im zehlen werfen kan Frisch (1741) 2, 460ᵃ; Adelung 5 (1786) 307: der kauffer thuͦt disz (betrügen) auch, ... zelt ... bösz müntz für guͦt, kan er dann einn wurff vberzelen, so ist es auch gewin S. Franck sprüchw. (1541) 2, 155ᵃ; vor hat man thaler einbracht, itzo eitel kleine munz; ... (es ist) eine alde schuld, die soll mit 18 wurfen auf einen gulden zahlt werden. vor hat man nur 17 wurfe geben (1560) ständeakten Joachims II. 2, 204 Friedensburg; ein hockenweib ..., die zehn wurf für einen heller gibt maler Müller w. (1811) 2, 24. — auf das norddt. küstengebiet beschränkt sich wurf beim zählen von fischen (vgl. schwed. kast in entsprechender verwendung, ordbok över svenska spraͦket K 704): een wurf = vier heringe (Eckernförde) Mensing Schlesw.-Holst. 5, 743; 3 fische = 1 werp; 20 werp = 1 schock 'in den fischerdörfern am strande' Frischbier pr. 2, 465. — weit verbreitet (insbes. auch im md. mundartgebiet) ist wurf als bezeichnung einer bestimmten anzahl von kleinfrüchten (nüssen, pflaumen, kirschen, äpfeln, birnen): ein wurff äpfel, birn, nüsse un getto cioè quintina di mele, di pere, di noci Kramer t.-ital. 2 (1702) 1330ᵇ; Adelung 5 (1786) 307; 'im obsthandel, wo schockweise verkauft wird, wie bei zwetschen und nüssen, eine anzahl von je drei dingen einer art: drei worp nöte, tein worp zwetschen' Schambach Göttingen 304; drei stück beim zählen von nüssen Flemes Kalenberg 380; 4 stück obst, bes. kirschen und pflaumen Albrecht Leipzig 238 (s. auch werfte 'eine handvoll; soviel man wirft' [Dresden] Müller-Fraureuth obersächs. 2, 658); 5 praumen, knètschen, nöss Gangler Luxemb. 486; 5 stück beim verkauf von obst Follmann Lothringen 550; beim verkauf von nüssen ein häufchen aus fünf stück Martin-Lienhart elsäss. 2, 849. schlieszlich auch: ein wurf waffeln ein kranz von 5 waffeln Fischer schwäb. 6, 985; würp lot kaffee, fünf kaffeebohnen Woeste-Nörrenberg westf. 330. — bei den stabschlägern ein wurf pipenstäbe (3 bis 4 faszdauben) Adelung 5 (1786) 307; ein wurf taufeln (4 stück), ein wurf stabholz (2—4 stück) Schmeller-Frommann bayer. 2, 997; 981. — 'n wurp steengood kleine menge zusammengehöriger töpferware Stürenburg ostfries. 337; Doornkaat Koolman ostfries. 3, 583; so auch bei Wilkens die töpferei ⁴117. — wuᵃrp soviel korn man mit der wurfschaufel wirft Woeste-Nörrenberg a. a. o. (s. auch Lademann Teltow 285). — ein bündel flachs Hertel Thür. 260; kleine menge heu Heinzerling-Reuter Siegerland 331.
3)
md. mundarten kennen wurf und insbes. das diminutivum würfchen (s. d.) im sinne von 'schluck, zug, ein glasvoll' (branntwein): Albrecht Leipzig 238; Hertel Thür. 260 (Salzungen, Ruhla). so schon 1781 in Kindleben s studentenlex. 219 ndr.; auch bei Niebergall (1837) dram. w. (1894) 151.
4)
in der weidmannssprache 'das vom wolfe niedergeworfene wild' Adelung 5 (1786) 307. s.werfen A 1 a γ αα und werfer 3 teil 14, 1, 2, sp. 282; 304.
B.
das ergebnis des werfens, das durch werfen entstandene. ansätze dieses übergangs namentlich unter I A 5 c (s. hier 1—3) und I C 2 e (groszer, glücklicher wurf). gelegenheitsanwendungen: den haufen oder wurf (des maulwurfs) (um 1570) haushaltung in vorwerken 129 Ermisch-Wuttke; dieser klee ... war aber äuszerst nachlässig gesäet, so dasz nicht nur die würfe (die saatflächen) nicht aneinander schlossen, sondern auch die gänge überschlagen waren Thaer gesch. meiner wirthsch. zu Möglin (1815) 101 (s. ¹würfig 1).
1)
im anschlusz an wurf I A 5 c α (s. auch IV 2) die gesamtheit der jungen, die ein muttertier auf einmal zur welt bringt; insbesondere von den jungen des hundes und des schweines (Schiller-Lübben 5, 770); von anderen tieren nur vereinzelt. s. auch ¹würfling. mundartlich allgemein. die beziehung zur gruppe II A (insbes. II A 2) ist eng: was es dann ein erstgeworffen hündlin, und das die breckin vor nye kein hündlin me geworffen hatt, so muͦst man das selb hündlin tödten. dohar kompt auch das gemeyn sprichwort, das man spricht: der erst wurff soll (taugt) nüt Keisersberg postill (1522) 4, 31ᵃ; den ersten vnd den anderen wurff (der hündin) achten sye für gar zuͦ bissig, thuͦn yn hynweg (primo et secundo fetu nimis ferocis putant gigni) Eppendorff Plinius (1543) 74 (vgl. ²gewerf 3 teil 4, 1, 3, sp. 5629); ein wurf ferkel vel hunde dicitur ... una paritura porcellorum vel catellorum Stieler stammb. (1691) 2549; wurf heisset die anzahl junger wölfe, die eine hündin, luchsin, wölfin oder füchsin auf einmal wölfet Heppe aufr. lehrprinz (1751) 301; (Falstaff zum pagen:) ich gehe hier vor dir her, wie eine sau, die ihren ganzen wurf aufgefressen hat, bis auf eins Shakespeare 6 (1800) 201; H. v. Kleist w. 2, 246 E. Schmidt; einem wurf junger katzen, die man fortgeworfen, ist sie (das mädchen) gar in den bach nach, vermeinend, sie müsset das ziefer retten E. v. Handel-Mazzetti Jesse u. Maria (1909) 1, 323; (die hirten) achten darauf, wenn die schafe lammen, pflegen den wurf und steigen im spätherbst aus den bergen zu tal Zillich zw. grenzen u. zeiten (1936) 60; manche sauen brachten in zwei jahren fünf würfe Berliner ztg. v. j. 1957.
2)
nomen acti zu wurf I A 5 c β; der erste wurf 'die erste gestalt, die erste (unausgefeilte) niederschrift' (eines lit. werkes): ich liebs höchlich, wenn ein dichter sich angreift; die ersten würfe — lob solche, wer da will, ich stimme nicht mit ein! Meissner skizzen (1778) 2, 138; in der mitte des januars kann er (Goethe) mit dem ersten wurfe der übersetzung (Rameau's neffe) fertig seyn, und dann könnte auch bald mit dem druck angefangen werden (1804) Schiller br. 7, 192 Jonas; ich wage nicht zu fragen, ob sich die novellendisposition ... locker halten liesze. sobald der erste wurf fertig ist und ich zu dictiren beginne, avisire ich sie (1883) C. F. Meyer s. br. 165 Langm. auch 'die erste liter. veröffentlichung': es ist Anton Gabeles erster wurf, dem auch keine der ... unsicherheiten anhaftet, die erstlingswerken gewöhnlich eignen Stehr stundenglas (1936) 63. hier schlieszt sich an: wenn ein mann inmitten seines lärms steht, inmitten seiner brandung von würfen und entwürfen Nietzsche w. (1895) 5, 97.
3)
wurf der volkslieder 'das sprunghafte, unzusammenhängende, übergangslose, stoszweise vorwärtsdrängende der handlungs- und gedankenführung', merkmale, in denen Herder, der diesen wortgebrauch prägte, und die generation des sturms und drangs kennzeichen echter volksdichtung erblickten (bereits 1767/68 spricht Herder vom unbändigen wurf historischer begebenheiten 2, 123 S.). Herder verwendet sprung (s. teil 10, 2, 1, sp. 202f.) in gleichem sinne, doch beruht dieser wortgebrauch kaum auf übertragung, sondern schlieszt sich vermutlich als eigenentwicklung an wurf I A 5 c β an (niederschrift eines gedichts im banne schöpferischer inspiration, ohne vorstudien und nachträgliches ausfeilen). mit wurf II B 2 hat diese verwendung demnach den ausgangspunkt und die richtung auf das ergebnis gemeinsam. nahe steht auch III 4. zu einzelheiten vgl. E. Kircher volkslied u. volkspoesie i. d. sturm- u. drang-zeit in: zs. f. dt. wortf. 4 (1903) 30/31 (wo jedoch zwischen den mannigfachen varianten des durch Herder eingeleiteten wortgebrauchs nicht genügend scharf geschieden wird). abweichende herleitungsversuche von Waag bedeutungsentwicklung unseres wortschatzes (⁵1926) 74 (vom würfelspiel) und Baesecke anz. f. dt. altertum 39 (1920) 79 (sofern hier verknüpfung mit wurf III 1 'faltenwurf' vorgeschlagen wird) gehen fehl: ich bin stolz darauf das deutsche bardenmäszige in seinem (Klopstocks) 'was that dir thor, dein vaterland' und in allen neuern stücken, wo so viel kurzer, dramatischer dialog und wurf der gedanken ist, zu empfinden (1773) Herder 5, 176 S.; sollten also wohl für den sinnlichen verstand und die einbildung, also für die seele des volks ... dergleichen lebhafte sprünge, würfe, wendungen, wie sies (anrede) nennen wollen, so eine fremde böhmische sache seyn ...? ... zuerst musz ich ihnen ... sagen, dasz nichts in der welt mehr sprünge und kühne würfe hat, als lieder des volks ... bei allem simpeln und populären ist kein vers ohne sprung und wurf des dialogs ... (es folgt ein jägerlied als beispiel: und sehen sie, plötzlich, ohne alle weitere vorbereitung erhebt sich [im liede] die frage: ... und plötzlich, ohne weitere vorbereitung die antwort: ... und so gehen die würfe fort) ... wer ists ..., der nicht eben daher auf eine dunkle weise das lebendige poetische empfände? alle alte lieder sind meine zeugen! ... je älter, je volksmäsziger, je lebendiger, desto kühner, desto werfender ebda 5, 185/7; wie reich und vielfach sind da ... umstände, gegenwärtige züge, theilvorfälle! und alle hat das auge gesehen! ... das setzt sprünge und würfe! es ist kein anderer zusammenhang unter den theilen des gesanges als unter den bäumen und gebüschen im walde ... (der Grönländer, der einem verstorbenen die totenklage hält) klagt nicht: er mahlt, und das leben des verstorbnen selbst, mit allen würfen der einbildung herbeigeriszen, musz reden und bejammern (es folgt eine abgrenzung solcher sprünge und würfe von den kunstsprüngen der ode) ebda 5, 197; der inhalt (des liedes) ist fortgehende handlung, voll wurf (la.: voll kühner würfe) und zeichen der leidenschaft, die Shakespear im groszen so schrecklich geschildert (der eifersucht) ebda 25, 21 (s. auch wurfvoll, adj.).
4)
der kalkbewurf einer mauer, eines freskogemäldes (s. auch die belege bei Fischer schwäb. 6, 985): by der stainin mǔr, die mit dem wurff bedeckt und geglett ist (expolita tectoriis) (1491) Österreicher Columella 2, 146 lit. ver.; tectorium uetus deletum sit, et nouum inductum ... mit einem neüwen wurff beworffen Frisius dict. (1556) 685ᵇ; hernach musz man sie (die mauern) erstlich mit einem zähen starcken mörtel dick bewerffen, ... der andere wurff mag gelinder ... werden Hohberg georg. cur. 1 (1682) 24; der angeworfene kalk in der freskomalerei Adelung 5 (1786) 306; kalkbewurf der wände Schmeller-Frommann bayer. 2, 997; Müller-Fraureuth obersächs. 2, 682.
III.
art und weise des geworfenseins. dieser gebrauch beschränkt sich im wesentlichen auf bestimmte terminologische wendungen im bereich des schrifttums zur ästhetik, bes. zur bildenden kunst und zur dichtungstheorie.
1)
wurf des gewandes und verwandte wendungen; von der kleidung der im gemälde oder als statue dargestellten personen 'die anordnung der falten und umrisse'; s.faltenwurf sowie werfen A 1 a α teil 14, 1, 2, sp. 280, 298f.: eine drapperie, die in ihrem wurfe zwei augenblicke vereinige (1769) Herder 3, 143; 8, 24 S.; die (die Griechinnen) schmückten sich mit einer so edlen gefälligkeit, dasz an ihren bildsäulen noch heut zu tage der wurf eines einfachen gewandes ... den geist des kenners und künstlers ergötzt Heinse s. w. 3, 275 Sch.; die kunstwörter: contour, stellung, wurf der gewänder, ... umrisz, helldunkel, harmonie und ruhe flossen ihnen so schnell vom munde, dasz jeder darüber erstaunte J. Moore, abrisz d. gesellsch. lebens (1779) 284; diese blätter gewähren also unstreitig einen begriff von dem werth der originale in absicht auf erfindung, stellung, wurf der falten (1789) Göthe I 47, 232 W.; also dasz sich (in den antiken kunstwerken) die seele liebreichstrenge bis im wurf des gewandes und in seinen falten ... offenbaret (1795) Herder 17, 353; 3, 143 S. auch: das schöne, feine antlitz dieses menschen, ... selbst der wurf seines schwarzen gewandes (zeigten) natürlichen adel und gebildeten sinn Ric. Huch triumphgasse (1902) 8. ähnlich wurf der haare: dieser wurf der haare ist als ein ... wesentliches kennzeichen des Jupiters geachtet worden Winckelmann s. w. (1825) 4, 131; vermittelst des leichten wurfes schöngelockter haare ist ein rasches herumwenden des haupts geistreich angedeutet H. Meyer gesch. d. bild. künste (1824) 1, 124. wurf der glieder (vgl. dazu auch I A 5 b α): herrliche attitüde (einer Apollostatue in Florenz), besonders reizender wurf der rechten seite (1783) Heinse s. w. 7, 158 Sch.; welch ein kraftvoller ... gang! welches rollen der augen! welch ein wurf der glieder! wie einverstanden und harmonisch! (1791) Klinger w. 3 (1815) 165; dasz ... in arm und in händen nach wurf und bildung müssiggang, spielerei oder that wohne ... weisz nach gemeinen ausdrücken jeder Herder an Lavater in: Herders nachlasz 2, 124.
2)
die wachstumsform von naturgebilden; s.werfen (schön geworfene äste) A 1 teil 14, 1, 2, sp. 280: baumschlag ... nent man ... in der natur den wurf oder die lage der verzweigungen der bäume mit ihrem blätterwerk, nach charakteristischer verschiedenheit Gruber wb. z. behufe d. ästhetik 1, 1 (1810) 521ᵇ; die haltung nun, der bestimmte hauch und wurf, welchen die blättermasse einem bedeutenderen vegetabilischen gebilde gibt Vischer ästhetik 2 (1847) 86; die weichen ... überhängenden zweige (der weide), ... das hingestrichene im ganzen wurfe des baumschlags ... geben immer einen weichen ... stimmungston ebda 2, 98. vgl. auch: dat schitt (scheit) härrᵉn schēᵃnᵉ wuᵉrf (geschwungene form) Heinzerling-Reuter Siegerland 331.
3)
frei übertragen; 'charakter' sich nähernd: diese soldateska hat einen höchst martialischen wurf und schnitt, eisenfresserisch, fluchend, prahlend Vischer ästhetik 2 (1847) 267; woher der treue ton und wurf jener rasselnden kriegszeit im ganzen Wallenstein? ders., altes u. neues, neue folge 38; der wurf des satzes (der abdankungsurkunde Napoleons) ist im französischen voller und schwerer, da es vermittelst der participialconstruction nur ein in sich verschlungener satz ist H. Laube ges. schr. (1875) 4, 51.
4)
die art und weise der auffassung des gegenstandes durch den künstler (konzeption) und die aus ihr hervorgehende darstellungs-, gestaltungsweise; zu wurf I A 5 c β und II B 2—3: ballade, romanze. da regt sich kein leben! kein odem! da ist kein glücklicher wurf! kein kühner sprung, so wenig der bilder als empfindungen (1776) Bürger s. w. 321 Bohtz (s. II B 3); über deine gedanken von den mahlereyen werd ich nichts sagen — historisch liesze sich vielleicht beweisen, dasz — doch wenn's der unnachahmlich kühne, grosse wurf und schwung nicht beweist — was beweist alles andre? (1781) Lavater in: schr. d. Goetheges. 16, 175; der Neuholdhof hält seinen viehauftrieb auf die alm — eine epische volksscene von breitestem schwung und wurf Kürnberger liter. herzenssachen (1877) 213; roh und formlos erschienen Schillers jugendwerke ...; doch der kühne wurf der fabel, das mächtige pathos ... lieszen schon ahnen, dasz Deutschland seinen gröszten dramatiker gefunden hatte (1879) Treitschke dt. gesch. im 19. jh. 1 (⁶1897) 100; seit sechzig jahren besaszen die Österreicher in 'könig Ottokars glück und ende' ein historisches trauerspiel von gewaltigem wurf aus ihrer eigenen geschichte E. Reich in: jahrb. d. Grillparzerges. (1890) 1, VIII; wurf und ton des liedes sind echt, ausdrucksweise und versbau dem charakter der zeit, der es angehört, vollkommen angemessen A. Jeitteles in: Germ. 37 (1892) 268; man mache sich die sicherheit des wurfes klar (in den Reichenauer wandstreifen), mit der etwa in der erweckung des Lazarus die gesamtfläche in aufrechte joche aufgeteilt ist Pinder kunst d. dt. kaiserzeit (1935) 1, 125. prägnant (wozu mit Baesecke anz. f. dt. altertum 39 [1920] 79 schmisz haben [von zeichnungen] zu vergleichen ist): (mein bild) ist klein, aber korrekt und energisch gezeichnet mit sehr viel studien, und dann ist wahrheit und wurf darin A. Feuerbach an die mutter (1847) 1, 157.
IV.
gebrauchsweisen, in denen eine räumliche komponente stärker hervortritt.
1)
worp stehsieb zum durchwerfen der erde, asche Fromme-Alpers Hohenbostel 93. s. elsäss. werf(e), warf(e), f. Martin-Lienhart 2, 849; ¹werfte, f. teil 14, 1, 2, sp. 310 und Rosenfeld wort- u. sachstudien (1958) 3.
2)
bei pferden, kühen, gelegentlich auch bei anderen tieren 'der weibliche zeugungstheil am unterbauche' Illiger mammalia et aves (1811) 39; vulva equae Nemnich lex. d. naturgesch. 8 (1798) 2108 (zusätze); vgl.gewerf 'scheide der kuh' Martin-Lienhart elsäss. 2, 849. zu wurf I A 5 c α und II B 1: der wurf (des unau) liegt am after; magen und gedärm füllen sein inneres (1784) Herder 13, 96 S.; endlich wird auch das euter grösser, die zitzen werden länger, der wurf weiter und der körper des tragenden thieres bereitet sich vor, das junge auszustossen Schwerz prakt. ackerbau (1882) 732; geschlechtsorgan der stute Fischer schwäb. 6, 985; 3444. s. auch wurflefze.
3)
ort, an dem das wurfnetz ausgeworfen wird; fangstelle (Seligo fanggeräte [1914] 97); ein alter obd. fischereiausdruck (vgl.wurf I A 5 a α), der jedoch in mnd. mnl. worp Schiller-Lübben 5, 770; Verwijs-Verdam 9, 2815 eine genaue entsprechung hat (über verwandte bezeichnungen in den nord. sprachen vgl. Falk-Torp 1354f.): piscaturam illam supra Obernwerd que vulgariter dicitur wurf, habebant (sc. piscatores de Tekkendorf) per unam septimanam ... inferiores autem piscaturas, que similiter appellantur tractus sagene et wurf, habebunt solummodo piscatores ecclesie memorate (1271) monum. Boica 11 (1771) 246; es soll auch kain leiner (fischer) sein lein nit legen uber ain segngrunt oder uber ain steunden wurf (1399) österr. weist. 7, 972.
V.
mittel, werkzeug des werfens. als wurf bezeichnet die weidmannssprache den rüssel (das gebräch) des wildschweins Heppe aufricht. lehrprinz (1751) 21; Behlen forst- u. jagdkde (1840) 6, 490; vgl. auch gewerf 'lange zähne des wildschweins' teil 4, 1, 3, sp. 5630; ferner werfzähne teil 14, 1, 2, sp. 311: im winter leiden die säue leicht noth, wenn viel schnee lieget oder wenn er eine harte gefrorene rinde hat, so verwunden sie sich den wurf oder rüssel wenn sie durchbrechen Heppe jagdlust (1783) 1, 196; fast berührt er (ein keiler) mit dem gebräch meine drillingsmündung, als der schusz kracht. zwischen die lichter getroffen fliegt er auf mich zu und rammt mit dem wurf meine schienbeine Schmook schwarzkittel u. rotröcke (1937) 47; selten für die schnauze des dachses Behlen forst- u. jagdkde (1840) 6, 490.
Zitationshilfe
„wurf“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/dwb/wurf>, abgerufen am 22.09.2019.

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