wortbildung f.
Fundstelle: Lfg. 10 (1951), Bd. XIV,II (1960), Sp. 1550, Z. 13
seit dem späten 18. jh., vereinzelt auch als wörterbildung. 1) als fachwort der sprachlehre und grammatik, zusammenfassend für die art und gesetzmäszigkeit, in der eine sprache mit hilfe bestimmter bildungsmittel ihre wörter, ihren wortschatz bildet: im zweyten abschnitt (einer grammatik des arabischen) wird gehandelt von der wortbildung (1794) allg. dt. bibl. (1765) 116, 582; die aus dem Latein sich kaum loswindende sprache, die noch wankende wörterbildung ... macht dieses werk so anziehend als wichtig J. v. Müller s. w. (1810) 8, 137. neben anderen fachbegriffen der grammatik: haben sie (die grammatiker des indischen) ihren scharfsinn so ganz an der wortbildung erschöpft, dasz ihnen für die wortfügung gar nichts übrig blieb? A. W. Schlegel an W. v. Humboldt in: briefw. 86; alle (lehrbücher Hahns) beschränken sich auf laut- und formenlehre, nur beim mittelhochdeutschen handelte er auch die wortbildung ab W. Scherer kl. schr. (1893) 1, 132. enger gefaszt, im unterschied zu wortschöpfung (s. d. 1): es geschieht dies (die bildung des wortschatzes) ... auf doppelte weise: durch wortschöpfung und durch wortbildung, und diese ist entweder zusammensetzung oder ableitung Wilmanns dt. gramm. 2, 1. 2) allgemeiner für den sprachlichen vorgang der bildung von wörtern überhaupt: verwegenheit der wortbildung — darin sind diese paraphrasen echte kinder der regellosigkeit und gährung der durchgangsperiode Herder 12, 410 S.; dasz damahls die productive einbildungskraft, auch in dem sprach-product der ersten wortbildung sich ... fruchtbarer erwiesen haben mag Fr. Schlegel s. w. (1846) 15, 68. 3) 'das einzelwort, der ausdruck' als ergebnis eines wortbildenden vorgangs: es entstanden (in der minnesängerzeit) neue worte, wortbildungen und verbindungen allg. dt. bibl. (1765) anh. z. bd. 53-86, 2306; irgend eine Judith, die wir 'zubegehren' — beiläufig eine herrliche wortbildung — entscheidet über uns Fontane ges. w. I 5 (1905) 33. —
Zitationshilfe
„wortbildung“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/dwb/wortbildung>, abgerufen am 17.10.2019.

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