Fundstelle: Lfg. 18 (1922), Bd. XIII (1922), Sp. 3080, Z. 48
s. wegdistel, -dorn, -fertig, -geld, -gras. —
weggeld wegegeld n
Fundstelle: Lfg. 18 (1922), Bd. XIII (1922), Sp. 3115, Z. 19
abgabe für benutzung eines weges (auch mnd. wechgelt Schiller-Lübben 5, 620, ndl. weggeld): das sie usz unde yn die stat faren unde nicht wegegeld wollen geben urkundenbuch d. st. Freiberg 3, 323, 16 Ermisch; den portener, die das wegegelde heben und zeichen innemen quellen z. rechts- u. wirtschaftsgesch. d. rhein. städte, Kurtrier 1, 52, 22 (1540); sie ... heben wegegeilt von wagen und perden der lantlude 319, 7 (1351); publicani, zollner, die das weggelt entphahen Diefenbach gl. 470ᵇ (voc. ex quo); wechgelt to land off to water Teuthonista 486ᵃ; das wegegelt oder ungelt, so man von den kauffleuten, fuhrwerg und sonst wandersleuten pflegt auffzuheben Milich schrapteufel C 3ᵃ; die hauptleute des keysers ... unterdruckten die umwohnenden landsleute und beschwereten sie mit unträglichem zoll und wegegelt Rivander düring. chronica (1596) 182; das viehegleit und wegegeld von den in- und auszer der stadt oder vorbeygehenden pferden, füllen, ochsen ... ingleichen das wegegeld von denen fuhrleuten, so nicht bürgern seyn stadtrechte von Gotha 359 (1666) v. Strenge u. Devrient; ein paar mädchen von zwölf bis vierzehn jahren saszen am zoll (der Rheinbrücke) in einem artigen kabinette und nahmen das weggeld ein Göthe 34, 366 Weim. ausg.; es ist empörend, wenn dem reisenden geleite und wegegeld abgefordert wird und er sich kaum aus dem koth herauswinden kann Seume 102; der fuhrmann hatte halt machen müssen, um das weggeld zu bezahlen Auerbach 5, 237;
sie machen immerfort chausseen,
bis niemand vor wegegeld reisen kann!
Göthe 3, 316.
in bildlichen wendungen z. b. weggeld für den zugang zum himmel (darnach auch 'letzte wegzehrung' quelle bei Fischer 6, 543):
je kürtzere zeit wir handt zuom todt,
je gröszer angst wir handt und not,
das wir das weggelt zamen lesen.
Murner mühle 779;
Dorias eigene unterschrift! ... der graf war richtig dort, wie ihr sagtet, und bezahlte mit schwarz und weisz das weggeld zu einem konterbandenen himmelreich Schiller 3, 89 (Fiesko 3, 4); die welt hat nun einmal ihre schlagbäume, an denen man stillhalten und wegegeld entrichten musz Heyse novellen 4, 33. —
Zitationshilfe
„wegegeld“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/dwb/wegegeld>, abgerufen am 16.10.2019.

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