wachen verb
Fundstelle: Lfg. 1 (1901), Bd. XIII (1922), Sp. 36, Z. 4
I.
herkunft und verwandtschaft. ein gemeingermanisches wort, mhd. wachen, ahd. wachên und wachôn, altsächs. wakôn, mnd. und ndl. waken, afries. waka, ags. wacian, engl. wake, anord. vaka, schwed. vaka, dän. vaage, got. wakan. überall im altgerm. ein schwaches verbum, nur im gotischen könnte es stark flectiert haben (die belegten formen erweisen das nicht) und im angelsächsischen tritt ein praet. wóc auf, neben dem ein anzusetzendes praes. wacan aber nicht vorkommt. die gleiche ablautstufe wie dies praet. zeigt das got. verbalsubstantiv wôkains, f. das wachen. neben dem intransitiven wachen steht das transitive wecken, got. wakjan und ein inchoativum, das im gotischen waknan lautet. zu dem gleichen stamme gehörige bildungen s. noch unter wache, wacht mit wachten und wächter, wacker, ableitungen sind wacher, wächig, wachung u. a. auszerhalb des germanischen bietet zunächst das lateinische verwandte formen in vegere erregen, vegetus lebhaft, munter, vigere lebenskräftig sein, leben und weben, in blüte stehen, vigor kraft, regheit, vigil wach, munter, vigilia wache, das griech. in ὑγιής gesund, munter, ferner das sanskrit in vâja kraft, muth, vâjáyati erregen. schon hieraus ergibt sich, dasz die im germanischen geltende bedeutung 'nicht schlafen' eine einschränkung der ursprünglichen 'lebendig, lebenskräftig sein' ist. einen noch weiteren gesichtskreis eröffnet, dasz auch lat. augere mit got. aukan, ahd. ouchôn vermehren auf dieselbe wurzel zurückgeht, sowie mit einer erweiterung die sippe von wachsen. an spuren der grundbedeutung 'in gedeihlicher entwicklung stehen', fehlt es doch auch im germanischen nicht. das oben erwähnte ags. praet. wóc bedeutet auch 'erwuchs, entsprang, entstammte' und das inchoative onwæcnan ist 'geboren werden', ferner ist wucher, ursprünglich 'ertrag, gewinn', an die wurzel von wachen anzuknüpfen. die specialisierung zu 'nicht schlafen' war schon im urgermanischen eingetreten und alle sonst im deutschen auftretenden bedeutungen von wachen sind aus dieser hervorgegangen.die flexion des verbums ist im deutschen nur die schwache. die von Göthe 3, 61 in einem dialectisch gehaltenen gedicht gebrauchte form erwachen als part. praet. hat keine mundartliche grundlage.
II.
gebrauch.
1)
verwendungen, in denen wachen den zustand des nichtschlafens bezeichnet, im eigentlichen und übertragenen sinn.
a)
von menschen und thieren, im gegensatz zu schlafen oder träumen:
α)
sô ih iz (die sünde) slâfandi dâdi sô wahhandi. Lorscher beichte bei Müllenhoff-Scherer denkm.³ 239, 37;
eʒ dûht in ein wunder grôʒ,
daʒ die frouwen niht verdrôʒ
ir wachens, daʒ si sliefen niht.
Parzival 553, 17;
der fur uns gestorben ist, auff das, wir wachen oder schlaffen, zu gleich mit im leben sollen. Thessal. 5, 10;
eins nachts lag ich und munder wacht
und mein gantz leben hinderdacht.
Hans Sachs 1, 437, 2 Keller;
ich brach drei lilgenbletlein,
ich warf irs zum fenster ein:
schlafest du oder wachest?
ste auf, feins lieb, und lasz mich ein!
Uhland volksl. 182;
'holla, holla! thu' auf, mein kind!
schläfst, liebchen, oder wachst du?
wie bist noch gegen mich gesinnt?
und weinest oder lachst du?' —
'ach, Wilhelm, du? .. so spät bei nacht? ..
geweinet hab' ich und gewacht;
ach, groszes leid erlitten!
wo kommst du hergeritten?' —
Bürger 14ᵃ (Lenore);
du hast uns oft im traum gesehen
zusammen zum altare gehen,
und dich als frau, und mich als mann.
oft nahm ich wachend deinem munde,
in einer unbewachten stunde,
so viel man küsse nehmen kann.
Göthe 1, 47;
da ich bestürzt mein zimmer wieder finde,
nicht wissend, ob ich wache, ob ich träume.
H. v. Kleist 1, 375 (Amph. 2, 4);
dein gedenk' ich, wann ich wache, wann ich träume, deiner.
Rückert ges. ged. 4, 165.
völlig wach sein ist hell wachen:
ich träumte, wie um mitternacht
mein falscher mir erschien
fast schwür' ich, dasz ich hell gewacht,
so hell erblickt' ich ihn.
Bürger 16ᵃ;
eine andere verstärkung: ich hätte wie Mercier es träumen, wie Dante es in eine vision hüllen können, es hat mir aber nicht geträumt, sondern ich habe es in hohem wachen eingesehen. Fichte werke 7, xv. wachen und schlafen, wachen und träumen werden vielfach zusammenfassend gebraucht:
er seine alten plane aufgegeben!
ich sag' euch, dasz er wachend, schlafend mit
nichts anderm umgeht.
Schiller 12, 130 (Piccol. 3, 1)
das tagewerk das mir aufgetragen ist, ... erfordert wachend und träumend meine gegenwart. Göthe briefe 4, 299 Weim. ausg.;
dich hab ich
gesucht, nach dir geforschet, wachend, träumend
warst du des herzens einziges gefühl.
Schiller 14, 57 (braut v. Mess. 2, 2);
um den ersten kusz muszt ich mich ja schmiegen und biegen, schmeicheln und lügen, bald von verzweiflung, bald von selbstmord reden und von unglücklicher liebe träumen und wachen. K. G. Lessing die mätresse 8, 16 (1, 5) neudr.;
voll durstes war die heisze seele des jünglings
nach der unsterblichkeit!
ich wacht', und ich träumte
von der kühnen fahrt auf der zukunft ozean.
Klopstock 2, 42 (an freund u. feind);
herschen und herschen das ist mein genusz!
davon wach' ich und träum' ich.
2, 133 (die erscheinung).
β)
es sind zeitbestimmungen angeschlossen: die gantz nacht wachen oder die nacht durch wachen, vigilias agitare. Maaler 479ᵇ; weit in die nacht hinein wachen, ad multam noctem vigilare. Stieler 2394; bis in die späte nacht wachen. Steinbach 2, 909; könnet ir denn nicht eine stunde mit mir wachen? wachet und betet, das ir nicht in anfechtung fallet. Matth. 26, 40. 41; bei der marterer greber, wen ir tag kam, daran si ir pluet vergossen hetten, kam das gemain volk zue nacht zam, prenten kerzen, zünten vil liechter an, wachten die ganz nacht. Aventin bair. chr. 1, 1083, 31 Lexer;
sie sliefen alle, wan er eine:
von seneclîchen sorgen
er wachte unz an den morgen.
K. Fleck Flore 3480;
möhte ich verslâfen des winters zît!
wache ich die wîle, sô hân ich sîn nît,
daʒ sîn gewalt ist sô breit und sô wît.
Walther 39, 7;
... der manche nacht
in furcht, gebet und zittern wachte.
Lessing 1, 108;
mit persönlichem dativ: schatten der väter ... sinds, die den anführer in träumen wecken und beleben, und denen er seine nächte wacht. Herder 5, 132 Suphan (urspr. d. sprache).
γ)
wachen als fromme übung und ein gott wolgefälliges werk:
wachen, venjen, ir gebet,
das sie zu girlichen det.
Elisabeth 1563;
solichen muͦt
hatte (sie) zu irn wachene,
gebedes vil zuͦ machene.
1599;
wann er schon tag und nacht
lyt uff den knuwen, baͤt und wacht.
Brant narrensch. 105, 26;
sie heissen fasten, betten, weinen,
da mit das geil bluot man duot reinen,
mit wachen und mit lesen yeben
und sich umb eigen sündt betrieben.
Murner Badenfart 12, 38;
der prior thut uns grosse pein
mit frü auffstehn, beten und wachen,
mit mettensingen und andern sachen,
die zu dem gottesdienst gehörn.
Ayrer 1684 Keller;
der fromme bischof Aravatius zu Tongern wollte durch wachen und fasten den einfall der Hunnen in Gallien wegbitten. Freytag 17, 235 (bilder 1, 4).
δ)
wachen bezeichnetim gegensatz zum traumauch den zustand des vollen bewusztseins: er (der mensch) beweiset reflexion, wenn er aus dem ganzen schwebenden traum der bilder, die seine sinne vorbeistreichen, sich in ein moment des wachens sammlen, auf einem bilde freiwillig verweilen ... kann. Herder 5, 35 Suphan (urspr. d. sprache); thiere verbinden ihre gedanken, dunkel oder klar, aber nicht deutlich ... ein mannichfaltiges ohne deutliche einheit: ein traum sehr sinnlicher, klarer, lebhafter vorstellungen, ohne ein hauptgesetz des hellen wachens, das diesen traum ordne. 5, 97;
es schläft der mensch in seiner mutter hüften,
dann eine weile noch, mit augen offen,
irrt er, schlafwandler, in den morgenlüften
und träumt ein buntes, himmlisch frohes hoffen,
bis plötzlich ihm an's herz das leben greift,
den schönen traum von trunkner stirne streift,
und ihn mit kalter hand in's wachen schüttelt,
wie meine hand hier blüthen niederrüttelt.
Lenau ged. 1, 156 (1857).
ε)
wachen vom leben gesagt, im gegensatz zum todesschlaf:
bleib, bleib in deiner ruh, schlaff in der stillen nacht,
der schläfft mit ehren ein, der, so wie du, gewacht.
Hoffmannswaldau begräbnisged. 19;
das nempt ir junckern wol in acht,
die ir noch in dem fleische wacht.
Ringwald christl. warnung (1590) G 2ᵃ.
b)
bildlich wird auch von den augen, dem geiste, dem herzen gesagt, dasz sie wachen: so der leo slafet, so wachent sinu ougen. physiologus (fundgr. 1, 17, 12); die groszen augenlider bedeckten die augen ganz, dasz nur ein schmaler funkelnder, schwarzer streif verrieth, dasz sie wachten. Heyse nov. 1, 98 (am Tiberufer);
die muntern sinnen wachen
ob schon sein müdes haubt in kurtzes schlummern fällt.
Gryphius trauersp. (1663) 410;
im schlafe wacht,
im wachen schläft ihr geist.
Lessing 2, 194 (Nathan 1, 1);
also gescriben ist in dem suͦʒʒen sange: ich slief und mein herze wachote. physiologus (fundgr. 1, 22, 27); ich schlaff, aber mein hertz wacht. hohel. 5, 2;
diu vil sælderîche machet,
daʒ mîn herze in swære wachet,
swenne eʒ solde in ruowe sîn.
Burkart v. Hohenvels minnesinger 1, 203ᵇ Hagen;
ich spil oft durch die langen nacht,
mein herz in grosen sorgen wacht,
des unglucks kümet vile.
H. Sachs fabeln 3, 20, 117 Götze-Drescher;
kein' hände-küplerey, kein dienen forn' und hinden
befreundet uns mit uns. wenn nicht das hertze wacht
und saget ja darzu, so hilfft kein schläfrigs ehren.
Fleming 60;
nicht ruhe nicht rast
den liebenden faszt.
was hilft es, und neiget das haupt auch sich nieder,
und sinken ohnmächtig ermüdete glieder;
das herz, es ist munter, es regt sich, es wacht,
es lebt den lebendigsten tag in der nacht!
Göthe 40, 376 (Pandora).
c)
wachen wird auch von kräften, willensregungen, empfindungen und gedanken gebraucht, die in der menschlichen seele lebendig sind:
und das gewissen wacht, dein zeuge, dein verräther.
Hoffmannswaldau ged. (1697) 1, 236;
man hat einmahl einen weisen und frommen mann gefraget, was er doch davon hielte: wenn er mit einem schönen mägdigen alleine in einem gemach sässe, die thüre wäre verschlossen, andere buhler schlieffen, seine begierde aber wachete, ... ob er auch fromm bleiben ... würde. Olearius pers. rosenth. 67 (5, 12);
keine sorge wacht,
wann ein weibchen lacht,
wie ein engel, grüszet,
auf den mund uns küszet;
alles unmuths frei,
sehn wir lauter mai.
Hölty 100 Halm;
in der mondennacht,
wann nur die sehnsucht und die schwermuth wacht.
Uhland ged.² 133.
in etwas wachen: liebe, noch wachst du in mir mit allen deinen qualen, mit allen deinen himmeln. Arnim Hollins liebeleben 96 Minor;
du (könig) kommst von leuthen her,
die häuffig ... Rom den zaum der erden,
der völcker königin, gezwungen zahm zu werden,
zu tragen frembdes joch: von leuthen, derer macht
noch bisz auff diese zeit in ihren gliedern wacht,
die nach der ehre mehr als nach dem leben fragen.
Opitz 1, 2;
mein liebend eifer ists der ewig in mir wacht.
Gryphius trauersp. (1663) 289;
wem schmertzen, scham und furcht tieff in dem hertzen wachen,
der schreibet, wie du siehst, gewisz nicht allzugut.
Hoffmannswaldau heldenbr. (1696) 154;
wacht nicht in eurer brust ein himmlisch hoher geist ...
so tragt ihr unverdient der frommen dichter namen.
Pyra u. Lange 116 neudr.;
doch was auch tief im herzen wacht,
das will ich jetzt begrüszen.
dem liebchen sei dies glas gebracht,
der einzigen, der süszen!
Körner 1, 217;
solang in uns gefühl der ehre, muth der freiheit wacht.
Rückert ges. ged. 6, 409;
hab' ich gelächelt, mag mir gott vergeben,
die schlange wacht in jedes menschen brust.
A. v. Droste-Hülshoff werke 3, 232;
da webt manch klassisches wort, manch leuchtender name (in den gesang) sich ein,
denn groszer vergangener zeit erinnerung wacht in Athen.
Geibel 1, 112;
ungewöhnlich auf etwas wachen:
verdrüszliches gesicht,
auf dem die magre sorge wachet,
das niemals, oder frostig lachet!
Uz werke 347 neudr.
d)
in der älteren sprache werden begriffe wie glück, unglück, verderben, gefahr personificierend als mächte angesehen, die auf das menschliche leben bestimmend einwirken und daher von ihnen gesagt, dasz sie wachen oder schlafen, vgl. Grimm rechtsalterthümer 5. mythologie⁴ 2, 720. die beziehung zum menschen wird vielfach durch einen dativ oder ein possessivpronomen ausgedrückt. der ausgangspunkt dieses wachen dürfte in der biblisch-kirchlichen sprache zu suchen sein (vgl. 2 Petr. 2, 3 von welchen das urteil von langes her nicht seumig ist und ir verdamnis schlefft nicht). in der mhd. dichtersprache wird es auch auf begriffe, wie ehre, schande, gnade übertragen. im älteren nhd. sind namentlich noch die formeln schade, unglück wacht lebendig. auch die neuere dichtersprache hat noch nachklänge der alten ausdrucksweise, doch wird dem wachen vielfach dadurch ein gröszerer bedeutungsinhalt zu geben versucht, dasz man es als ein bewachen oder feindliches auflauern nimmt (also eigentlich zu 4. 5 gehörig):
α)
sîd er (Christus) tharinne badôta,
then brunnon reinôta:
sîd wachêta allên mannon
thiu sâlida in thên undôn.
Otfrid 1, 26, 4;
si sprach: 'ir hât uns rîche
nu alrêrst gemachet:
hêr, unser sælde wachet'.
Wolfram Parzival 550, 10,
an im sach man decken
volleʒ lop swacheʒ meil,
ganze tugent meines teil;
dô wachet schande und slief daʒ heil.
H. v. d. Türlin krone 2030;
ich wil singen unde lachen,
swanne ich sihe, diu mich betwungen hât;
ir genâde mir muoʒ wachen,
sol der mînen sorgen werden rât.
Rud. v. Rotenburg minnesinger 1, 87ᵃ Hagen;
wol bescheiden ist sîn lîp, der milte ein triftik strâʒe;
des wachet sîn êre und ouch sîn lob in manigem lande.
Meiszner minnesinger 1, 107ᵇ Hagen;
nû sich zuo,
dîn schade wachet alsô fruo.
H. v. Neuenstadt Apollonius 1250;
und zu den vorgen. vier zeiten soll der schultheisz und die schöpffen verbunden und verhafft seyn zu dem ehegen. gericht und nicht mehr, ausgenommen wo pfandt vorgehen wolten, oder wachender schad were, oder ein gast were, der gericht begehrt, dem solten sie beholffen seyn. Haltaus 2013 (urkunde v. 1409); wo wir aber las vnd faul sein werden, warlich ists sein (des teufels) ernstlich drewen, er wolle uns den lieben Christum nemen ..., denn er lesst sich mercken, wie gar einen grossen hauffen könige ... er für sich habe, und wie ein geringes heufflin unser Christus habe, es heisst auff deudsch, schade wacht, und das evangelium sagt, die leute schlaffen, Esaias sagt, es gleubets niemand. Luther 6 (1578) 332ᵇ; abwendung des wachenden unglücks. urkunde von 1596 bei Grimm rechtsalterthümer 5;
ein lied hand si (die Schweizer) gemachet,
dasz mancher dummer lachet,
wiewol ir schad noch wachet,
den si empfangen hand
an der schlacht vor Meiland.
Liliencron hist. volksl. 1, 180ᵃ (v. j. 1516);
das ist ye war; wer es petracht
und auf sich selb hat teglich acht,
der findet, wie das unglück wacht,
anfechtung leiden im zu sacht
den abent und den morgen.
H. Sachs fabeln 3, 18, 5 Götze-Drescher;
wann dir der himmel lachet,
wann dir das glücke wachet,
bin ich zugleich erfreut.
Tscherning vortrab des sommers deutscher gedichte (1655) 75;
Eudocia. ich dachte
du schlieffest.
Celeudris. ja, wenn nur nicht unser unglück wachte!
Günther 1014;
du, Polo, bringst uns selber dein haupt,
hast thöricht die rache schlafend geglaubt,
hast her dich gewagt in unsern bereich,
die rache wacht, das erfährst du gleîch.
Chamisso ged.⁸ 358;
du selbst hast deiner pflicht vergessen!
doch das gericht des himmels wacht —
jetzt wird vor gott die schuld'ge treten.
Gottschall neue ged. 259.
β)
die augen müssen auch weit in der höhe stehen,
sich fleissig umb zu sehn, dem übel zu entgehen,
das alle stunden wacht und feyret niemals nicht.
Opitz poem. (1629) 1, 35;
das thränen-thal durchgehn,
wo noth und grauen wachen.
S. Dach 305 Österley;
in seiner liebsten armen
entschlaffen und erwarmen,
ist, was in dieser zeit
uns einig noch erfreut,
wann gnüge, schertz und lachen
umb unser bett' her wachen.
465;
mein unttergang ist schon vor mir,
mein schade wachet vor der thür.
541;
Mich. du ringst nach deinem tod,
der vor der thüren wacht.
A. Gryphius trauersp. (1663) 78 (Leo Arm. 5, 395);
weh Albion! weh Engelland! weh! weh!
die straffe wacht, sie brennt auff kalter see ...
die straffe selbst steigt von des himmels höh
weh Albion! o Engelland! weh! weh!
356 (Car. Stuardus 2);
du weiszt, wie könige ein schweres eisen plaget
und stetig die gefahr bey ihrem throne wacht.
Hoffmannswaldau bei Steinbach 2, 909;
o hellen-schwartze nacht!
in der mehr furcht umb uns als unsre sklaven wacht!
bestürzte seelen-angst!
Lohenstein Cleop. 70, 468;
dich (freude) und deine rosen sahen
auch die gegenden der nacht
sich des todes throne nahen,
wo das kalte schrecken wacht.
Uz werke 177 neudr.
γ)
an meinem bett in der winternacht
als wärterin die sorge wacht.
sie trägt eine weisze unterjack',
ein schwarzes mützchen, und schnupft tabak.
Heine 1, 424 Elster.
e)
von sinnlich wahrnehmbarem.
α)
bei manchen pflanzen, deren theile während des tages eine andre stellung einnehmen als nachts z. b. den mimosen, spricht man von schlafen und wachen. Leunis bot.³ 1, 577. wachen kann aber auch in freierer anwendung dem zustand der vegetabilischen ruhe entgegengesetzt sein, in dem sich die pflanzen im winter befinden.
β)
die neuere dichtersprache braucht in anknüpfung an den wechsel des schlafens und wachens beim menschen wachen von erscheinungen der natur und andren dingen, die nachts oder früh morgens wahrgenommen werden. schon mhd. in der rechtssprache bî wachender sunnen: wer an gericht vellig wirt sulcher sache, der man im hat zugesprochen mit gerichte, der sal wiszen, dasz er daz erwunden ding sal richten bî wachender (var. schinender) sunnen. keyserrecht von 1372 cap. 24;
die sonn ist in das meer mit ihren schnellen pferden,
der silberweisse mond' hat sich herfür gemacht,
streckt seine stralen ausz, steht in der lufft und wacht.
Opitz t. poem. (1624) 45;
wie wenn bey dikker nacht,
wenn Föbe sich verkehrt und gantz kein stern nicht wacht,
ein liechter strahl scheusst hin.
Fleming 87;
die morgenröth schon wachet gar,
wil schon die nacht verleiten,
schon flechtets ihre purpur-haar,
und wil den tag bereiten.
Spee trutznacht. 183;
die sonne war noch nicht erwacht,
da wacht und gieng in voller macht
die unerschaffne sonne (Christus).
P. Gerhardt 52, 20 Gödeke;
nah bey der herrlichkeit gottes, auf einem himmlischen berge,
ruhet des allerheiligsten nacht. lichthelles glänzen
wacht inwendig um gottes geheimnisz. das heilige dunkel
deckt nur das innre dem auge der engel.
Klopstock Messias 1, 332;
ich, ich will mit Horazen trinken,
bis jeder stern der nacht
an seinem orte funkelnd wacht.
Uz werke 166 neudr.;
jetzt brüder, gute nacht!
der mond am himmel wacht:
und wacht er nicht, so schläft er noch.
Hebel 2, 141;
wo ich im dunklen hause wohnte, hat mir dein blick die lamp' entzündet,
die in nächten nun wacht an meinem einsamen herde ganz holdselig.
Rückert ges. ged. 4, 186;
doch — nun schweigst du (nachtigall), wie zu lauschen,
ob in dieser maiennacht
heimlich nicht noch andres wacht,
als der lüfte sanftes rauschen.
Lenau ged. 1, 205 (1857);
das meer ist still, nur mond und sterne wachen.
Faust 157;
und drunter (dem Marienbild), in krystall gehegt,
von funkelndem gestein umbunden,
ein überköstlich heiligthum,
ein nagel aus des heilands wunden;
zu seiner ehre nacht für nacht
das lämpchen am gestelle wacht.
A. v. Droste-Hülshoff werke 2, 599;
dunkel, dunkel im moor,
über der haide — nacht,
nur das rieselnde rohr
neben der mühle wacht,
und an des rades speichen
schwellende tropfen schleichen.
3, 83;
ungewöhnlich von einem vorübergehenden nächtlichen geräusch:
am söller geht geknister um,
im pulte raschelt es und ruckt,
als drehe sich der schlüssel um,
und — horch, der seiger hat gewacht!
's ist mitternacht.
3, 317.
γ)
seltener wird auch ohne eine derartige anknüpfung von dingen, die sich vernehmbar machen, gesagt dasz sie wachen. meistens ist dabei ein gegensatz gegen die lautlose, gewissermaszen schlummernde natur beabsichtigt:
was raucht und dampfet so? hui, dasz Vulkan hier (in der drahtmühle) sitzet?
die schnelle welle wallt, sie täubt, der hammer wacht,
der ambosz speyt und sprüzt, dasz alles knallt und kracht.
S. v. Birken Pegnesis 1, 20;
die fanden erst geleerte thoreshallen,
gemächer, säle, reich an schmuck und pracht,
doch d'rin nur ihre tritte wiederschallen,
man staunt sich an, man fürchtet, klugbedacht,
in irgend ein gestelltes netz zu fallen, —
umsonst! kein odem, keine stimme wacht.
de la Motte Fouqué Corona (1814) 368;
diese mittagsstille,
wo das lied der grille
einzig auf der flur
wacht, und alles schweiget.
Rückert ges. ged. 5, 330;
stumm und regungslos in sich verschlossen
ruht die tiefe see dahingegossen ...
nicht ein blatt am strande wagt zu rauschen,
wie betroffen stehn die bäume, lauschen,
ob kein lüftchen, keine welle wacht?
Lenau ged. 1, 247 (1857).
δ)
hierher zu ziehen ist wol auch das seemännische wachen, sichtbar sein, von gegenständen, die aus dem wasser hervorragen. eine bank wacht, wenn sie ganz trocken liegt, oder sich über das wasser erhebt. eine ankerboje wacht, wenn sie sichtbar auf dem wasser schwimmt, im gegensatz zur blindstehenden boje, die nicht zu sehen ist. Bobrik 715. der ausdruck findet sich auch im niederländischen als waken und ist auch in die skandinavischen sprachen übergegangen: dän. vage z. b. von schiffen, die keinen groszen tiefgang haben, schwed. vaka. Rietz 787.
f)
nur selten hat sich bei dem im vorausgehenden besprochenen wachen ein transitiver gebrauch entwickelt.
α)
es kann sich an das reflexiv gebrauchte wachen ein zweiter, adjectivischer accusativ anschlieszen, der das ergebnis der thätigkeit des wachens angibt. an stelle dieses accusativs kann auch eine präpositionelle wendung treten: also hat sie (die sterne) der herr in der höhe heissen die welt erleuchten, durch gottes wort halten sie ire ordnung, und wachen sich nicht müde. Sirach 43, 11;
und wenn sich ja in kurzer frist
sein matt gewachtes auge schlieszt.
Bürde bei Campe 3, 228ᵃ;
die wangen wacht' ich bleich in eurem dienste.
Shakespeare Heinrich VI. 2. th. 4, 7;
ey schlaft doch ein, ihr müden augen!
warum verderbt ihr mir die nacht?
denn eure müh wird doch nichts taugen,
und wenn ihr euch zu tode wacht.
Stoppe Parnasz im Sättler 223;
wachen werd' ich, mich zu tode wachen.
Goekingk 3, 28.
β)
auf dichterischer freiheit beruht ein wachen, das die bedeutung von 'im wachen verwirklichen, erfüllt sehen' hat:
wann thut sich auf des firmamentes kugel,
dasz wir die sieben himmel schau'n, die lichten?
wann sollen wir die wahrsagung gewahren,
und wachen, was wir schlummern in gedichten?
Platen 75 (ghas. 45).
2)
verwendungen, in denen wachen das eintreten in den zustand des nichtschlafens, das wachwerden bezeichnet. dieser inchoative gebrauch erscheint im mhd. ziemlich häufig und ist auch der nhd. dichtersprache noch bekannt.
a)
im eigentlichen sinn: der an den sunden hie also untslefet und niht bezite wachet mit der ruwe und mit andern guten werken, an dem jungesten tage, als alle die erwachen muzen, die nu slafen in den grebern und tot sin. altd. predigten 1, 88, 18 Schönbach;
do ich sô wünneclîche
was in troume rîche,
dô taget eʒ und muos ich wachen.
Walther 75, 24 Lachmann;
ein declachen zobelîn
zuct er ab in die lâgen
und süeʒes slâfes pflâgen,
sô daʒ si muosen wachen
und sînre unfuoge lachen.
Parzival 285, 19;
sie îlte hin widere   dâ si den künic vant.
'wachâ, herre Ludewîc!   dîn burc und ouch dîn lant
daʒ ist umbemûret   von gesten ungehiure.
daʒ lachen Kûdrûnen   koufent dîne recken hiute tiure.
Kudrun 1362, 2;
wache, cristen, eʒ wil tagen
der han hât zwir gecræt, ich wilʒ iu wærlîchen sagen:
eʒ nâhet gegen dem morgen.
Reinmar v. Zweter 2, 219, 1 Röthe;
in den gedenken ich entslief.
ein hopt mir vientlichen rief:
wol uf und wach und gang zuo mir.
Hugo v. Montfort 25, 15 Bartsch;
sy kuszt in mer dann tusend stund.
der held begund wachen.
ir baider hertz ward ser verwundt,
das chunt die lieb wol machen.
Hätzlerin 1, 3, 62;
ir sindt regyerer doch der land
wachen und duͦnt von üch al schand ...
stont uff und wachen von dem troum!
worlich, die axt stat an dem boum.
Brant narrensch. 99, 183;
mir trawmt, wie ich am ufer stünd
beym wasser, darausz gstigen synd
ja siben feyszten rinder schwer ...
da wacht ich, und schlieff wider hin,
und sich, mich daucht zum andren mol
auff wachszen siben aher voll.
Th. Gart Joseph 1175 Schmidt;
heint als der monde war in seinen craisz gezogen,
und mich der süsse schlaf umbfangen durch die nacht
ward mir mein augentrost im traume fürgebracht,
als lege sie bey mir an meine brust gebogen ...
fand aber gäntzlich nichts, wie ich desz morgens wacht.
Opitz t. poemata (1624) 61;
es war gleich mitternacht, als wolck und himmel krachte,
die erde bebete: dasz stad und bürger wachte.
Lohenstein Cleop. 69, 446;
legten ihn sorglich zu bette, da schlief er, aber nicht lange,
wachte verworren und kümmerte sich.
Göthe 40, 226 (Reineke 12);
erwache, Lykophron, wach, herzenskind!
nun richt dich auf, o sohn — wach, guter knabe!
Immermann 16, 318 Hempel (Periander 1);
der grosze könig, der den orient bezwungen,
hielt schlummernd mit der hand die kugel stets umschlungen ...
und drunten unter hand und kugel stand ein becken,
das, wenn die kugel fiel, mit klang ihn muszte wecken.
sie fällt, der erzklang weckt, der könig wacht und sieht
erschrocken, wie im traum die welt der hand entflieht.
Rückert werke 8, 152 (weish. des Brahm. 3, 127, 45);
wache! wache!
Wala, erwache!
aus langem schlafe
weck' ich dich schlummernde wach.
R. Wagner Siegfried 3. aufz.
b)
übertragen, von empfindungen und gedanken:
du sahest solche (feinde) kaum aus ihren grenzen gehen ...
so wachte schon dein muht, und eilte sonder ruh
auf die verwegne taht mit schneller rache zu.
Drollinger 280;
ich hab' im tiefsten grunde
der seele ruhn ein leid,
das schlaft und jede stunde
zu wachen ist bereit.
Rückert ges. ged. 6, 204;
dann wird euch klar, wie er so treu,
wie groszes ihr verschmaht,
und tief im herzen wacht die reu'
und ruft: zu spät! zu spät!
Förster ged. 1, 183 Tieck;
so hatte das unglück die süsze bewusztlosigkeit, worin das kind jungfrau geworden war, zerstört, und das wachen der wahrheit in der wunden brust geschaffen. Immermann Münchh.² 4, 41.
c)
von naturerscheinungen. die in rechtsquellen vorkommende formel mit wachender sunnen (vgl. 1, e, β) gehört hierher: wann einer seinen zugk thun will, der soll ziehen mit wachender sonnen. weisth. 5, 669 (Pfalz um 1500);
die sonn sampt ihren rossen,
späth österlich bezecht,
mit schlaff noch übergossen
wolt früh kaum wachen recht.
Spee trutznacht. 84;
mon und sternen abends wachen,
legen ihre sonn zu beth.
321.
3)
transitive gebrauchsweisen, in denen wachen die bedeutung von 'wachen machen' hat, haben sich nur wenig entwickelt.
a)
von menschen s. v. w. wecken, zuweilen in der älteren sprache: diu vierd (eigenschaft des morgensterns) ist daz er wacht, daz ist, daz er wachend macht und die läut aufstênt gegen dem tag. Konr. v. Megenberg 62, 30;
die red ain fräwlin wachen tett
usz süssem schlauff, den sy da hett
an heldes arm in süsser mynne schrencken.
Hätzlerin 1, 3, 19.
b)
den falken wachen heiszt ihn längere zeit hindurch am schlafen verhindern, um ihn dadurch zahm zu machen. der accusativ ist hier an stelle eines älteren dativs (s. 4, a, δ.) getreten: darnach versehe ihn mit guten fesseln und schellen und wache ihn, so vergiszt er alles, so er in der wilde gethan hat. falconaria vom jahre 1617 s. 24; so lange du ihn wachest, welches 4 oder 5 tag sein möchte, musz er nicht allein gelassen werden. ebenda; mit einem zweiten adjectivischen accusativ, der das ergebnis angibt:
ich lass' ihm keine ruh';
ich wach' ihn zahm, schwätz' ihn aus der geduld;
sein bett soll schule sein, sein tisch ein beichstuhl;
in alles, was er vornimmt, meng' ich ihm
Cassio's gesuch
(i'll watch him tame, and talk him out of patience).
Shakespeare Othello 3, 3.
4)
eine erweiterung des bedeutungsinhalts von wachen tritt zunächst in einigen verbindungen ein, in denen aber auch das bedeutungsmoment des nichtschlafens noch festgehalten wird.
a)
wachen mit persönlichem dativ, einem wachend seine aufmerksamkeit zuwenden (vgl. den schon besprochenen gebrauch 1, d).
α)
bewachen: do Karly daz geordnet hat, sprach er zuo sinen fürsten: ich bit üch, daz ir all mit mir wachend dem dieb Magis und land hundert rytter wapnen, die mit uns wachend. Haimonskinder 188, 8 Bachmann;
ich (der hund) hab mym herren zehen jor
gehüttet wol vor synem tor;
uff syn guͦt hett ich grosz acht,
wann er schlieff, das ich ihm wacht.
Murner narrenbeschw. 34, 8 neudr.;
als sy znacht hend dem künig gwacht.
tragoedia Joannis (Bern 1549) M 5ᵇ;
so will doch gottes aug und hand
zugleich dir wachen, dich bewahren.
Weckherlin 1, 362 Fischer (ps. 91, 3).
β)
auch von der totenwache. so noch jetzt aargauisch eim wache Hunziker 284: wa uf derselben hofstat dekein mentsch stirbet, es si frouw, man, jung, alt, frömd, heimsch, dann sol der vorgen. amtman derselben hofstat so vil holz geben, das derselben lich erlich gewachet werd. weisth. 4, 334 (Zürich 15. jahrh.); auff dem tisch stunden zwey liechter brennend bey hellem tag, als ob man den todten (plur.) wachen solte. Philander 2, 230; in derselben bedeutung auch ohne dativ: stirbt er dann, so legen sie ihn herab auf ein stro bisz er erkalt, lassen tag und nacht liecht bei ihm brennen und wachen. Franck weltb. 153ᵇ.
γ)
von der wache bei kranken, in schwäbisch-alemannischen quellen bis auf die neueste zeit üblich:
den siechen wacht ich (die begine) tag und nacht,
den tod ich inen han liecht gemacht.
N. Manuel 8, 33 Bächtold
(die) ihm öfters ganze nächte wachte,
ihm oft die füsze rieb, ihm oft den puls befühlt',
erwärmend ihn in ihren armen hielt.
Wieland 10, 193 (Aurora);
er kam in eine schwere und grosse kranckeit, also dasz man im stetigs wachen muͦszt. Wickram rollw. 162, 27 Kurz; kurtzlich darnach begab sich, das des fasziehers vatter auch tötlichen kranck ward, also das man im auch warten und wachen must. 163, 22; Anton und der andre pater, die dem kranken wachen sollten, sprachen leise. Miller Siegwart 1, 36; wenn es aber darum zu thun war, einer armen frau etwas zu bringen oder ihr zu wachen, so war Anneliese immer parat. Gotthelf geld und geist (1857) 18.
δ)
von der wache bei einem jagdvogel, der gezähmt werden soll. hier wurde später wachen in der bedeutung von wachhalten genommen und statt des dativs der accusativ gesetzt (3, b):
der selb musz einem sperber wachen.
Hans Sachs 12, 560, 3 Keller;
und (die jungfrau) sol haben ein sperber bey ihr, und wer diese abenthewer gewinnen wil, der musz dem sperber wachen, drey tag und drey nacht ohn alles schlaffen. Kornmann mons Veneris 177; also gieng mirs (Simplicius, den man nicht schlafen läszt) wie einem falcken, dem man wacht. Simpl. 1, 129, 24 Kurz.
b)
mit örtlichen bestimmungen, die den zweck des nichtschlafens andeuten (vgl. auch u. 5, a): bey einem kranken wachen, to watch or to sit up with a sick body. Ludwig 2358; der krankenpflege, des wachens bei kindbetterinnen und des trostzuspruchs an bekümmerte, will ich nicht einmal erwänen. Hermes Sophiens reise 6, 37; die gräfin hat beinahe die ganze nacht hindurch hier am bette gewacht. Eichendorff 2, 23 Dietze; wie die Anni kränker worden ist, und man gemeint hat, man musz ihr bald auf ihr end warten, da hab' ich oben gewacht. Auerbach neues leben 1, 193;
mancher beruͤmbt sich grosser sach,
wo er nachts uff der buͦlschafft wach.
Brant narrensch. 51, 14;
das drauszen auf den hohen schulen
bey gläsern mehr als büchern wacht.
Günther bei Steinbach 2, 909;
wir narren haben wohl gedacht,
du würdest uns, o mitternacht,
mit schwarzen flügeln decken!
umsonst! gott wacht um uns, er wacht
mit allen seinen schrecken.
Uz werke 190 neudr.
c)
besonders zu erwähnen sind einige der bibelsprache angehörige verbindungen, die angeben, worauf sich die thätigkeit oder die gedanken beim wachen richten.
α)
in etwas wachen: gieng in berg betôn inti uuas ubar naht uuahhênti in gotes gibete (pernoctans in oratione dei. Luc. 6, 12) Tatian 70, 1 (Luther: bleib über nacht in dem gebet zu gott. Cod. Tepl.: er waz über nacht an dem gebet gottes); haltet an am gebet und wachet in demselbigen mit dancksagung. Col. 4, 2 (Cod. Tepl.: anstet dem gepet, wacht in im in der machung der gnaden. vulg.: orationi instate, vigilantes in ea in gratiarum actione).
β)
zu jemand wachen: gott du bist mein gott, früe wache ich zu dir, es dürstet meine seele nach dir, mein fleisch verlanget nach dir. psalm 63, 2 (Koberger: got mein gott frue wach ich zu dir. vulg.: deus deus meus, ad te de luce vigilo); von hertzen begere ich dein des nachts, da zu mit meinem geist in mir wache ich früe zu dir. Jesaias 26, 9 (Koberger: mein sel begert dein in der nacht, aber ich wach auch frü zu dir. vulg.: in praecordiis meis de mane vigilabo ad te);
wan morgenröth
die nacht ertödt
mit ihren gülden stralen,
wach ich zu gott,
zu meinem gott,
ruff ihn zum offtermahlen.
Spee trutznacht. 29;
nun war von ihm geschrieben:
zu ihm wer wachet früh,
er gleich auff sein belieben.
solt finden ihn ohn müh.
63;
ihr herze wachet tag und nacht
zu dem, der tag und nacht gemacht.
P. Gerhardt 243, 31 Gödeke.
γ)
zu etwas wachen: betet stets in allem anligen mit bitten und flehen, im geist, und wachet dazu mit allem anhalten und flehen, für alle heiligen, und für mich, auff das mir gegeben werde das wort .., das ich möge kund machen das geheimnis des evangelij. Eph. 6, 18 (Cod. Tepl.: pett in aim ieglichen zeit im geist und wacht in im in aller stetikait und in flehung. vulg.: in ipso vigilantes).
δ)
nach etwas wachen: wachen nach reichthum (vulg.: vigilia honestatis) verzehret den leib, und darumb sorgen lesst nicht schlaffen. Sirach 31, 1;
gott gebe mir eine gute nacht
nach einem bösen tage,
dasz wonach ich umsonst gewacht,
der schlaf mir nicht versage.
Rückert ges. ged. 5, 71.
5)
auch ohne derartige bestimmungen kann wachen die erweiterte bedeutung der aufmerksamkeit auf etwas zeigen und zwar
a)
zunächst noch in verbindung mit dem moment des nichtschlafens, wenn es z. b. vom hüten des viehs gebraucht wird: uuârun thô hirtâ in thero lantskeffî wahhânte inti bihaltante nachtuuahtâ ubar ero euuit. (Luc. 2, 8) Tatian 6, 1 (M. v. Beheim: und di hirten wâren in dem selbin kuͦnigrîche wachinde und huͦtinde des nachtis und wachiten ubir ire herte);
der senne hat gesungen,
der über den wolken wacht,
ein lied ist aufgeklungen
tief aus des bergmanns schacht.
Uhland ged.² 397.
ferner kann es auf die totenwache (4, a, β.), die krankenwache u. s. w. gehen. besonders aber bezeichnet wachen den sicherheitsdienst, wie er in den städten von den bürgern geleistet werden muszte, dann den mit dem kriegs- und lagerleben verbundenen wachtdienst. häufig ist die zusammenstellung hüten und wachen, wobei ursprünglich hüten auf den dienst bei tage, wachen auf den bei nacht geht. über kaffen und wachen s. theil 5, 24. excubare. wachen. Diefenbach gl. 215ᵇ. Dasypodius 450ᵇ; wachen, wacht halten, auf der wacht sein, excubare, vigilias, excubias agere, speculari. bey der porten wachen, bey dem thor wacht halten, explorare portas. Maaler 479ᵇ; in der nacht wachen, nocte in speculis praesidere. Stieler 2394; der wächter wachet bis um zwey uhr. ebenda; wachen, die wacht haben, faire la garde. Rädlein 1022; einige bürger wachen, quidam cives vigilias suscipiunt. des nachtes bey dem schlosse wachen, noctu ad arcem vigilias agere. Steinbach 2, 909; swem ouch uf die wachte gebotten wirt, der sol ze der selben gloggen komen uf das rathus und selber wachen. Zürcher stadtbücher 1, 93 Zeller-Werdmüller; hetten die benempten von Arouw inen usz der vorstat hin in in stat gebotten, die nacht ze wachen und den tag underm tor ze huͤten. stadtrecht v. Arau 94, 23 Merz (1441); welicher in den vorstetten sitzet und darinne uf der muren wachet, der sol der scharwacht, obe die an in keme uf die naht, so er uf der muren wachen sol, dieselbe naht erlossen sin. Straszburger zunftordnungen 165 Brucker; alle andere inwonere zu Heydelberg, die mit unsern burgern daselbst nit reysen, wachen, huden und ander beswernis liden. zeitschr. f. gesch. des Oberrheins 4, 391 (15. jahrh.); wir hain auch den obgenanten Johan gefrihet, das er dwile er lebet nit sal verplicht oder verbonden sin zu wachen, zu aichten oder andere dienst zu tunde, als dan unsere burgere zu Engers schuldig sin. urkunde bei Lamprecht deutsches wirthschaftsleben 3, 293, 27; (man bestrafte) Swob den moler darumbe das er zcu der stat handelunge pflegit und dach nicht wil wachen, als em denne von syner handelunge geboret. urkundenb. der stadt Freiberg 3, 223, 8 Ermisch; swert unde meʒʒer mac he (der bergmeister) tragen, unde sal zu rechte wonen mit huse zu Vriberc in der muren unde sal schoʒʒen unde wachen mit den burgeren. Freiberger stadtrecht 130, 26 Ermisch; wo der herr nicht die stad behütet, so wachet der wechter umb sonst. psalm 137, 1; richte einen tissch zu, las wachen auff der warte, esset, trincket, machet euch auff jr fürsten, schmirt den schilt. Jes. 21, 5; darumb gebot Jonathas seinem heer abends, das sie wachen und die gantze nacht im harnisch und gerüst sein solten. 1 Maccab. 12, 27; es hat ... ausz iedlichem quartier, so lang der unfrit gewert, etlich rotten tag und nacht müszen wachen. Baumann quellen zur gesch. des bauernkriegs in Oberschwaben 424; auff dem Fronhoff gescheibs um sind des kaisers landsknecht gelegen, die haben tag und nacht miessen wachen und ir auffsehen haben, damit kain auffruͦr werde. Senders Augsburger chronik, städtechr. 23, 253, 24; an welchen örten und enden, auch wie offt die wacht umbgehet, oder wie viel und wasserley fendlin auff ein mal wachen. Fronsperger kriegsb. 1, 78ᵇ (1573); also gehet die hut und wacht stets umb und wacht keiner mehr oder weniger denn der ander. 1, 152ᵃ; sie (die marodeure) wachen nicht, sie schantzen nicht, sie stürmen nicht und kommen auch in keine schlacht-ordnung, und sie ernähren sich doch! Simpl. 1, 407, 26 Kurz;
es ist ausz gots verhengknusz gschehen.
wann wo man hat gottes ungunst,
da wachen all wachter umb sunst.
Hans Sachs 11, 55, 31 Keller;
eins nachtz er spehet ause,
das unter dem rathause
schueczen und statknecht wachten.
fabeln 3, 104, 9 Götze-Drescher.
die verpflichtung wachtdienst zu leisten wurde vielfach durch eine geldabgabe ersetzt (s.wache 13), deren entrichtung dann auch durch wachen bezeichnet wird: zum dritten soll ain yeder burger ... 12 [[undefined:curundefined5wb]]. zu wachgelt geben ain viertail jars, er sitz in der statt, wa er wöll, und alle pfaffen, clöster und orden sollen als wol als ander burger stewrn und wachen. Baumann quellen z. gesch. des bauernkriegs a. Rotenburg 124; also wird er (der kommende held) ... die leibeigenschafften samt allen zöllen, accisen, zinsen, gülten und umgelten durch gantz Teutschland aufheben und solche anstalten machen, dasz man von keinem fronen, wachen, contribuiren, gelt geben, kriegen, noch eintziger beschwerung beym volck mehr wissen .. wird. Simpl. 1, 260, 13 Kurz. in allgemeinerem sinne steht dann wachen für 'hüten, wache halten': die gab der götlichen vorcht bedüt uns den portner oder den kamrer die nieman ein lassend und wol huͤtend und wachend. Ingold gold. spiel 37, 31 Schröder;
musz hie (sagt Crimhild) in dieser wildtnusz bleiben,
mein junge tag in laid vertreiben
bey dem grewlich, grawsamen trachen,
der mein hüet tag und nacht mit wachen.
Hans Sachs 13, 357, 31 Keller-Götze;
Gryphin bewacht sein geld: an seiner seite wacht
ein menschenfeind, der geiz, der horchende verdacht,
der zänkische betrug, der meyneid im gewerbe.
Hagedorn 1, 19;
vertheilt euch, wackre männer, hier
durch dieses ganze waldrevier
und wachet hier im stillen,
wenn sie die pflicht erfüllen.
Göthe 1, 234.
vereinzelt wird das im vorausgehenden besprochene wachen unter dem einflusz bedeutungsverwandter verba mit dem genetiv verbunden: wie der hirt sorgfältig seiner heerde wachet. Geszner schriften 2, 97; wachet des geschenkes der jungfrau und der zeit. Brentano 7, 36;
und mit lachen
versetzt' Isold': ich will hier wachen
des schiffs.
Immermann Tristan 336.
b)
wachen zeigt dann auch sonst die bedeutung von 'wachsam sein, auf seiner hut sein, die augen offen halten' u. dgl., wobei der gedanke an das nichtschlafen (der namentlich in den biblischen stellen noch den ausgangspunkt bildet) ganz in den hintergrund treten kann: es ist ietzt zeit zu wachen, summa jam opus est vigilantia. Stieler 2394; wenn gefahr da ist, so wachet er fort und fort, exsomnis et providens est. 2397; mich wundert, das yhr schwetzer unnd schreyber szo kun seyt auff den plan zu tretten, da yhr sehet, szo vil vorstendige und vornunfftige richter wachen. Luther 7, 687, 20 Weim. ausg.; so wachet nu, denn jr wisset nicht, wenn der herr des hauses kompt, ob er kompt am abend, oder zu mitternacht oder umb den hanenschrey, oder des morgens. Marc. 13, 35; wenn ein hausherr wüste, zu welcher stunde der dieb keme, so wachet er, und lies nicht in sein haus brechen. Luc. 12, 39; wachet, stehet im glauben, seid menlich und seid starck. 1 Cor. 16, 13; seid nüchtern und wachet, denn ewer widersacher der teuffel gehet umb her, wie ein brüllender lewe, und suchet, welchen er verschlinde. 1 Petr. 5, 8; so du nicht wirst wachen, werde ich über dich komen, wie ein dieb, und wirst nicht wissen, welche stunde ich über dich komen werde. off. Joh. 3, 3;
wacht, liebe teutsche fürsten, wacht
und nempt den possen wol in acht,
dasz euch der feind mit seinem pfeil
nicht eins gar unversehns ereihl.
Ringwald laut. warheit (1598) 6;
dann der könig zu tag und nacht
mit grossen sorgen huͤt und wacht,
damit wol steh der gmeine nutz.
Spangenberg Saul 50 Martin;
sie wachet mit verlangen,
sie wartet auff die zeit, sie steht in freud und scham,
verstummet dasz gott wird ihr sohn und bräutigam.
Opitz poem. (1629) 1, 59;
er hat ihn (den verrat) schon vollführt; geschlossen ist
das bündnisz mit dem feind vor wen'gen stunden ...
doch er betrügt sich, denn die klugheit wacht,
noch treue freunde leben hier dem kaiser,
und mächtig steht ihr unsichtbarer bund.
Schiller 12, 256 (Wallenst. tod 2, 6).
beliebt ist die verbindung das auge wacht (lat. oculi vigilantes):
so viel es (die fama) federn hat, an laugen,
so viel hat es wachender augen,
die auff gantz menschlich gschlecht stet blicken.
Hans Sachs 4, 162, 8 Keller;
vertritt in dessen du mein ampt und meinen stand
und gute achtung gib auff jed und alle sachen,
ich hoff ich komme bald wiedrumb zu rück gerant,
in dessen lasz dein aug an allen orten wachen.
D. v. d. Werder erlös. Jerusalem 11, 54
doch den sichern bürger schrecket
nicht die nacht,
die den bösen gräszlich wecket,
denn das auge des gesetzes wacht.
Schiller 11, 315 (glocke).
wachen wird. vereinzelt mit dem dativ verbunden:
wohl solchen knechten, die dem herrn (Christus)
bisz zu der rückkunfft wachen.
Günther 60.
mit abhängigem infinitiv:
doch Sarkan, dein schutzgeist
wacht, zur seite dir schwebend, den mörd'rischen schlag zu verhindern.
Wieland 16, 162 (Cyrus 5, 89).
mit angeschlossenem nebensatz mit dasz:
(gott) führt uns als seine schafe,
hält über uns sein schild und wacht,
dasz seine heerd in tiefer nacht
mit ruh und friede schlafe.
P. Gerhardt 174 Gödeke;
dann gehst du in das vorzimmer und wachst, dasz uns niemand störe. Castelli werke 4, 183.
c)
eng mit dem vorausgehenden zusammen gehört ein anderes wachen, das eine nach auszen gerichtete aufmerksamkeit bezeichnet im eigenen interesse oder um andern zu nützen oder zu schaden, das also durch 'sorgen, sich bemühen, sich bestreben', auch 'auflauern, bedrohen' wiederzugeben ist, vgl. 1, d, β, wo schon hierher gehörige beispiele gegeben sind: eines anderen sachen ze lieb und dienst wachen, vigilare pro re alterius. fleyssig etwas zethuͦn wachen, fleysz ankeeren, advigilare. Maaler 479ᵇ; animum advertere, laborare, curare, toto pectore ad aliquid incumbere. Stieler 2393; sprichwörtlich: sorgen und wachen sind herrensachen. Schottel 1120; mit wachen und wagen kann man das glück erjagen. Simrock 11096; wer kan nun genuͤgsam der jäger, vogler und fischer strick, netz, kloben, angel und garen, ja ir kunst, mühe, wachen und arbeit erzelen? Petrarcha trostbücher 107ᵇ;
der mensch im sechsten alter zwar ...
hat nun auf sein hauszhalten acht,
gantz ordenlich und sorgsam wacht,
ehrlich nach hab und gütern stelt.
Hans Sachs 4, 65, 33 Keller;
die Schlesier wurden wachen (vor gericht vgl. 7 d),
begerten einen schein,
aus welchem grund der sachen
der esel ir solt sein.
Wackernagel kirchenl. 3, 1040, 9;
der sorgen bleiche rott'
ist doch in stetem wachen
und schauet, wie sie sich
nur an uns möge machen.
S. Dach 432 Österley;
auch um den weisen schleicht, in unbewahrten stunden,
die unzufriedenheit, zerfleischt von hundert wunden,
die magre furie, die unersättlich wacht.
Uz werke 228 neudr.;
du hast der götter gunst erfahren!
die vormals deines gleichen waren,
sie zwingt jetzt deines scepters macht.
doch einer lebt noch, sie zu rächen,
dich kann mein mund nicht glücklich sprechen,
so lang des feindes auge wacht.
Schiller 11, 230 (ring des Polykrates);
es fehlt ihr (der mutter) treues walten,
ihre sorge wacht nicht mehr.
11, 314 (glocke);
aber einmal müszt ihr ringen
noch in ernster geisterschlacht,
und den letzten feind bezwingen,
der im innern drohend wacht.
hasz und argwohn müszt ihr dämpfen,
geiz und neid und böse lust ...
Schenkendorf 88;
es schallt ein schrei (des gequälten),
er trifft kein ohr, kein herz, das auge wacht
allein und forscht, was schmerzensausdruck sei.
Chamisso ged.⁸ 532.
mit abhängigem dativ 'auf jemand aufmerksam sein, sich um jemand bekümmern':
und etleich zauberinn die wachen
dem steren Venus umb die minne.
Vintler pluemen der tugent 7783 Zingerle;
hastu so ein guͦten raum und zeyt, dweil man dirs (dem müller) als selber heim bracht, dein selbs zuͦ warten oder wahr zuͦ nemen gehapt und ander leuten müssen wachen und hast dein selbs vergessen, so geb ich dir nit die abscherret uff meiner wirckbanck, ich geschweig ein stuck brots. Frey gartenges. 18, 5 Bolte. mit abhängigem infinitiv mit zu: wenn die tyrannen ein ende haben, und mit den spöttern aus sein wird, und vertilget sein werden alle die so wachen mühe anzurichten. Jes. 29, 20; die rangsucht unter ihnen, wie sie nur wachen und aufpassen einander ein schrittchen abzugewinnen. Göthe 16, 94 (Werther 1); die regierung von Bern, damals in der noth immer am gröszten, fürchtete den feind nicht; sorgfältig wachte sie, bey ihrem eigenen volk ruhige haltung zu behaupten. Joh. v. Müller geschichten schweiz. eidgenoss. 5, 1, 18;
des himmels gunst kann, wer sie hat, verlieren;
darum sie zu bewahren, wache du!
Rückert werke 6, 310.
mit angeschlossenem satz mit dasz: wie ein herr oder fraw im haus wachet, das das gesinde des morgens früe auff sey. Luther 6, 253ᵃ; wachen wir, dasz über dem siegesrausche der materiellen arbeit die höhere würde des geistigen schaffens nicht ganz vergessen werde! Riehl land und leute⁸ 108;
das senkblei wacht, dasz fest im grunde
der stein auf seiner schwerkraft liegt;
die richtschnur sorgt, dasz eng im bunde
sich balken an den balken schmiegt.
Rückert werke 6, 314.
6)
gewöhnlicher ist die erweiterte bedeutung von wachen in präpositionellen wendungen, von denen einige schon in die ältere sprache zurückreichen.
a)
von einer localen auffassung ist auszugehen bei über jemand, etwas wachen. die wendung ist anfangs nicht häufig und scheint erst durch die bibelsprache später mehr in aufnahme gekommen zu sein. ursprünglich findet sich nach über nur der accusativ: über etwas wachen, acht haben, vigilare a qualche cosa. Krämer 1201; worüber wachen, invigilare. Stieler 2397; über sich selbst wachen, veiller sur soi-même. Rondeau; die über alles wachende vorsehung. Adelung; in êre der oberisten hirtes, daz er uber dich geruͦche ze wachen mit wachlichen sorgen. zeitschr. f. deutsches alterthum 8, 115; und di hirten wâren in dem selbin kuͦnigrîche wachinde und huͦtinde des nachtis und wachiten ubir ire herte. M. v. Beheim Luc. 2, 8; und gleich wie ich über sie gewacht habe, auszureuten, zureissen, abzubrechen, zu verderben und zu plagen, also wil ich über sie wachen zu bawen und zu pflantzen, spricht der herr. Jerem. 31, 28; sihe, ich wil über sie wachen, zum unglück und zu keinem guten. 44, 27; gehorchet ewren lerern, und folget inen, denn sie wachen über ewre seelen, als die da rechenschafft dafur geben sollen. Ebreer 13, 17; wache über deine leidenschaften und deine sinnlichkeit, sie verführen dich. Gellert moral. vorlesungen (1770) 1, 28; o tochter! tochter! ... ich kann nicht über dich wachen. ich kann dir die messer nehmen, du kannst dich mit einer stricknadel tödten. für gift kann ich dich bewahren, du kannst dich mit einer schnur perlen erwürgen. Schiller 3, 478 (kab. u. liebe 5, 1); wie schätzbar sind einem dichter hier geschmackvolle fühlende freunde, die über seine schöpfungen wachen, und das neugebohrene kind seines genius mit liebevoller sorgsamkeit warten und pflegen! 5, 1, 1; ein beszrer genius war es, der über das neue Europa wachte. 9, 221; über die befolgung der ihnen von dem kurfürsten angelobten amnestie zu wachen. H. v. Kleist 3, 73 (Kohlhaas); zu oberst setzte er (der blödsinnige) sich fest und zog das hölzerne stieglein empor; es war ihm nimmer beizukommen ... lasset ihn zurück, sprach der abt, über kinder und thoren wacht ein besonderer schutzengel. Scheffel Ekkeh. 170; aber wir mädchen werden ja dazu erzogen, über unsere stimmungen zu wachen und in allem, was hingebung heiszt, behutsam zu sein. Heyse nov. 1, 27 (anf. u. ende); als mitglied der reformationskammer d. h. der behörde, welche über die religions- und sittenverbesserung zu wachen hatte. G. Keller 6, 166;
und sechs grosze hunde, die wackern genossen des hauses,
liebten meine kinder und wachten über ihr leben.
Göthe 40, 13 (Reineke 1).
seit dem 18. jahrh. wird wachen über auch mit dem dativ verbunden. ein bedeutungsunterschied wird öfter angestrebt, ohne völlig zur durchführung zu gelangen: über einem wachen, veiller sur la conduite de quelqu'un. Rondeau. jetzt bezeichnet der dativ gewöhnlich etwas, das geschützt, ungefährdet erhalten werden soll (während der accusativ allgemein das object des wachens angibt), doch setzt die neuere sprache ihn auch wol sonst:
auf deinen (des schlafenden kindes) lippen schwebt der unschuld lächeln,
sie wachet über deiner ruh.
Gotter 1, 173;
ich will über dir wachen, wie der zauberdrach über unterirdischem golde. Schiller 3, 372 (kab. u. liebe 1, 4); komm, lasz uns zurück, über seiner ehre zu wachen. Brentano 7, 171; wirklich muszte der himmel über ihren häuptern wachen, denn sonst hätte gewisz die hand irgend eines der berauschten schützen den lauf des gewehres in verhängniszvoller richtung angeschlagen. Immermann Münchh.² 4, 82; dann mögen meine diener über mir wachen, damit du mir nicht etwas von meinen sachen mitnimmst. Freytag 17, 311 (bilder 1, 5); von keiner spazierfahrt kehrte er heim, ohne die neubauten und den entwicklungsgang der stadt aufmerksam zu beobachten. über jedem schönen baum in und um Berlin wachte sein königliches auge. E. Curtius bei Th. Flathe deutsche reden 2, 619; eine dienstliche strenge, die selbst dem letzten troszknecht zeigte, dasz ein sorgendes und strafendes auge über ihm wachte. Treitschke deutsche kämpfe n. f. 370; das einzige, was sie können, ist, über dem glück der andern zu wachen und zu sorgen, dasz es ihnen so gut wie möglich gehe. Sudermann frau Sorge 126. seltener sind andere verbindungen, bei denen ebenfalls von einer localen auffassung auszugehen ist: ob einem ding wachen und fleyssig sein, invigilare. Maaler 479ᵇ; fleissig wachen ob etwas, invigilare alicui rei. Dentzler 2, 339; worob wachen, rei cuidam operam dare. Stieler 2397;
einer holden frauen seidne hände
dar ihm reichen frommer dienste spende
und zwei blaue augen ob ihm wachen.
Immermann Tristan 228;
schon ragt bis zu des Maines borden
das werk, darob dein adler wacht.
Geibel 4, 239 (heroldsrufe).
um etwas wachen:
der aus dem kayser sich zum kerckermeister macht
und ärger denn ein sclav umb meine fässel wacht.
Gryphius trauersp. (1663) 49;
es wach um meinen schlaff auch deine himmels-stärcke.
Hoffmannswaldau geistl. oden 16;
dann bethet sie und beschwöret alle engel, alle heilige um ihn (Faust) zu wachen, und ihm beizustehen. Fr. Müller Fausts leben 52, 28 neudr.; die Pyrenäen wachen mit ihren gipfeln um die zerstreueten und tiefen sennenhütten. J. Paul Kamp. 18. in etwas wachen:
so hab ich (Merkur) auff dem helm ein han;
bedeut, das ein kauffman musz wachen
gar fleissigklich inn seynen sachen,
mit kauffen, verkauffen und stechen,
mit zalen, zelen, schreybn und rechen,
mit wechsel, leyen, zil und borgen,
auff das er nicht hernach thu sorgen.
Hans Sachs 3, 513, 25 Keller;
Judea gottes hausz musz im gesetze wachen (später: will alter satzung wachen),
helt vil auff Aarons rock und eusserliche sachen.
Opitz t. poemata (1624) 127.
bei etwas wachen: denn was sollte er besser thun, als die bey dem menschlichen glücke wachende vorsehung da walten zu lassen, wo ihm gesetze und rechte nichts vorgeschrieben haben? Möser patr. phant. 2, 182.
b)
in auf etwas wachen, das in der älteren sprache häufiger ist als jetzt, hat wachen namentlich auch die bedeutung 'seine aufmerksamkeit, seine gedanken auf etwas richten, aufpassen, auflauern':
dâ von sol dehein man,
der an tugent ahten kan,
dar ûf gedenken unde wachen,
wie si mügen daʒ gemachen,
daʒ si grôʒe hêrschaft gwinnen.
Th. v. Zirclaria der wälsche gast 6909;
ein lop sing ich dir ze prîse,
süeʒer got, in dirre wîse,
ûf daʒ du mir dîne spîse
teiles an mîn ende;
sô wirt al sîn ger geswachet,
der ûf mînen schaden wachet,
swaʒ er sider ûf mich sachet,
daʒ hât keine pfende.
H. v. Damen minnesinger 3, 166ᵃ Hagen;
ihr dencket, sinnt und wachet
nur einig auff mein leid.
S. Dach 522 Österley;
unfall ists, der auff uns wacht
und die männer männlich macht.
Fleming 490 (oden 5, 4);
die cerimonien und eusserlich geperden und weysen .. wilche, so ein prediger nit wachet auff das volck und zusihet, fast ferlich und schedlich gewissen machen. Luther 7, 795, 28 Weim. ausg.; der weber hat alle wuchen vil melbs vom miller kaufft um bargelt, brot daraus zuͦ bachen, darob sich der miller verwundert hat, wie er sovil brots verzeren mig, oder wa er es hinthie. und auff ain nacht hat er haimlich darauff gewacht, da hat er gesehen, dasz vil menschen zuͦ im sind komen. Senders Augsburger chronik, städtechr. 23, 251, 5; der mächtigst künig ..., der vil künig under im hat, und all nacht auff tausent personen, allein auff seinen leib wachende, besoldet. Franck weltb. (1542) 192ᵇ; der prinz ... befahl Cenrio auf die umgebung des hauses zu wachen. Arnim 1, 17 (Isabella); freilich musz man in der stille und abgeschiedenheit von den brausenden strömungen der gegenwart auf sich wachen, denn die gefahr des verbauerns steht auch nahe. Immermann Münchh.² 1, 213; beharret in der liebe zum erlöser ... und wachet unablässig darauf, zur verbreitung des christlichen glaubens mühe anzuwenden. Freytag 17, 258 (bilder 1, 4). ähnlich ist das jetzt nicht mehr übliche nach etwas wachen 'sich um etwas bemühen, nach etwas ringen':
du hast sehr früe die trübe nacht
des todes hinter dich gebracht,
nach welcher wir so sorglich wachen.
S. Dach 112 Österley;
Mich. mein blut, das so vil jahr hat für dein blut gewacht.
Leo. gewacht nach meinem tod.
Gryphius trauersp. (1663) 22 (Leo Arm. 163);
von anfang, da die welt gemacht,
hat so manch herz nach dir (Christus) gewacht;
dich hat gehofft so lange jahr
der väter und propheten schaar.
P. Gerhardt 151, 12 Gödeke;
wenn jemand nemlich trachtet, und wachet nach nichts anders, als wie er sich, und die seinige soll erhalten. Abr. a S. Clara Judas (1687) 1, 210. ferner zu etwas wachen:
drumb schaut koler fleyssig zur sachen,
muesz dartzuͦ tag und auch nacht wachen.
Rösch v. Geroldshausen Tiroter landreim 553 Fischnaler;
ihm gefällt die faulheit nicht,
die nicht als zum bösen wachet.
Opitz 1, 78.
c)
jünger, aber in der neueren sprache sehr entwickelt ist für etwas wachen: vor die gemeine wolfart wache ich ohne underlasz. Stieler 2397; für etwas wachen oder sorge tragen, to watch for a thing, to take watchfull care for it. Ludwig 2358; wachen für eines wohlseyn, curam alicuius suscipere. Frisch 2, 411; für seine ehre, für das gemeine beste wachen, veiller à (avoir soin de) son honneur, au (du) bien de l'état. Rondeau;
auf unser seit der herr gwisz steht
und stets um unser lager geht,
sorgt und wacht für uns väterlich.
Opel u. Cohn 30 jähr. krieg 12, 135;
zwar dasz er selbst für sich, wie billig, embsig wache
und suche, wie er kan, die wolfahrt seiner sache.
S. Dach 116 Österley;
was suchst du deine sachen,
für welche nacht und tag die muntern sternen wachen.
Fleming 588 (sonnette 2, 17);
nehmt diesen danck von mir, ihr milden götter, an,
die ihr für unser heyl aus treuer vorsicht wachet.
618 (sonnette 3, 28);
Mich. wolt ihr in fessel spannen
den der für euer blut und freyheit hat gewacht!
A. Gryphius trauersp. (1663) 14 (Leo Arm. 1, 481);
ihr götter, die ihr vor Sarmaten wacht,
wiszt, dasz mein sohn die kinder-zeit verbracht.
lustspiele 225, 45 Palm;
denn soll er für das haus des herren emsig wachen,
so musz in seinem hausz auch eine leuchte seyn.
Mühlpforth ged. 226;
ich weisz, du wirst in allen sachen
auch vor mein endlich wohlseyn wachen,
dieweil du darum gott und unser vater bist.
Günther 68;
so lang fürs vaterland der bürger liebe wachte.
Uz werke 176 neudr.;
noch wacht ein guter geist für mein geschick.
Göthe 7, 261 (Tancred 2, 1);
wenn unter brüdern edler wettkampf brennt,
wenn jeder eifersüchtig wacht und ringt
für solchen adels unbefleckten glanz.
Uhland Ernst v. Schw. 4, 2;
die ewige weisheit, die immer für das wohl eines jeden geschöpfes wachet. Geszner schriften 1, 126; die götter ... wachen für unsre tugend, wie sie für unser leben wachen. Lessing 2, 95 (Philotas 3); er rühmt die standhaftigkeit, den fleisz und die treue, womit ich bisher für die rechte seiner majestät in diesen landen gewacht habe. Göthe 8, 227 (Egmont 3). 'sich vorsehen vor etwas' ist für etwas wachen an folgender stelle:
wilstu einen wächter haben, der für schaden wacht?
nim dir an zu einem diener nur den wolbedacht.
Logau 3, 249, 174.
ebenso wider, gegen etwas wachen: die welt sol wachen, wider armut, unfride oder feinde, das es wol stehe, beide mit landen und leuten. Luther 6, 253ᵃ;
besonders aber laszt, gerecht und streng,
uns gegen der verräther tücke wachen.
Göthe 7, 244 (Tancred 1, 1).
7)
besondere gebrauchsweisen des part. praes. wachend (jetzt durch die neubildung wach mehr zurückgedrängt).
a)
in verbindung mit traum, dann auch mit andern wörtern ist wachend s. v. w. im wachen stattfindend. dieser gebrauch hat sich von wachend träumen aus entwickelt: auf das, was in seiner seele vorging, geheftet, schien er weder zu sehen noch zu hören .. und nur der anblick, der sich ihm auf dem sklavenmarkte darstellte, war vermögend, ihn aus dieser wachenden träumerey aufzurütteln. Wieland 1, 60 (Agathon 1, 7); ein wachender traum, also noch weniger als ein traum. Leisewitz Julius v. Tarent 1, 1; beide (schriftsteller und leser) fliehen aus eckel über arbeit oder musze, über politische neuigkeiten und schriftstellerey, in den schoos der göttin kritik, um sich hier durch einen wachenden schlummer zu zerstreuen und zugleich auch zu sammlen. Herder 1, 139 Suphan (fragm. üb. die neuere deutsche litter. I); bei einem gesunden müszen seine träume so gut eine regel der verbindung haben, als seine wachenden gedanken. 5, 99 (urspr. d. sprache); das lied fand groszen beifall, weil es so seltsamlich klang ... und im wachenden zustande wie ein traum unterhielt. Novalis⁴ 1, 68 (Heinrich v. Ofterdingen); wachende schlafsucht, coma vigil, ein zustand, bei dem der kranke trotz seiner schweren ermattung wach bleibt. Haller onomat. medica (arzneiwiss.) 1, 460.
b)
wachend in adjectivischem gebrauch zeigt auch die erweiterte bedeutung von wachsam, aufmerksam: ein atzel ist wie ein spatz ein fürsichtig wachend sorgfeltig thier, noch übersehen sie es etwa dasz sie gefangen werden. S. Franck sprichw. 2, 167ᵃ; wachender würgvogel heiszt der grosze graue würger (lanius excubitor), auch wächter genannt, weil er aus nahrungsneid die kleinen vögel durch ein scharfes geschrei: trui, trui! von der gegenwart eines habichts, sperbers oder falken benachrichtigt. handb. für forst- u. jagdkunde (1797) 2, 89; übertragen: ... dasz ich mich freue, sie noch immer als einen wachenden schüler der musen zu sehen. Göthe briefe 1, 238 Weim. ausg.;
ein elichir geborn ist zu ritter gud,
der mit sime libe gehit uf gericht
und hat einen festin starkin mud
und ein wachindis angesicht.
Rothe ritterspiegel 1052 Bartsch;
sie war gar fleissig, die letzte im bett und die erste am morgen frühe wieder darausz, und derohalben das wachende aug meiner hauszhaltung, oder der angelstern, darnach sich das übrige gesind richten muste. Simpl. schriften 4, 36, 11 Kurz (vogelnest 2, 4); vigilare pro aliquo, ein wachendes auge für einen haben, sorge für einen haben. Kirsch 1, 1247; derhalben musz man bey aufferziehung der ... kinder ein wachendes auge haben. Olearius pers. rosenth. 7, 4.
c)
in prädicativem gebrauch gehört wachend im wesentlichen nur der älteren sprache an. auch als prädicatsaccusativ in einen wachend machen, wachend finden: selig sind die knechte, die der herr, so er kompt, wachend findet. Luc. 12, 37.
d)
substantiviert: daher hatte einer, wie Plutarchus meldet, gesagt: die poetischen phantasieen wären, wegen ihrer enargie, träume der wachenden. Lessing 6, 461 (Laokoon); indem diese (regeln) nur für den wachenden gelten, der nicht träumen oder gedankenlos schlafen will. Kant 10, 199. in erweiterter bedeutung: ein andermal sehe er besser zu seinen sachen, dann die recht sind der wachenden Ayrer proc. 1, 11; wiewohl ich nun ohne gott nichts tuhn kan, so darf ich doch eben deswegen nicht begehren, das gott alles alleine tuhn sol. das recht ist der wachenden, und nahrung der arbeiter. v. Butschky Pathmos 330.
8)
der substantivierte infinitiv ist, da bei wache und wacht die abstracte bedeutung frühzeitig in den hintergrund getreten ist, als gegensatz su schlaf und traum, sehr gewöhnlich. das wachen, vigilatio, pervigilatio. Maaler 479ᵇ; das wachen schwächet den leib, vigiliae corporis vires debilitant. Stieler 2395; das lange wachen, les longues veilles. Rädlein 1022;
riuwe sunder lougen hât iuch in ir stricke gar bevangen.
weinen sî iuwer slâf, klage iuwer wachen.
mit disem hofgesinde müeʒet ir iu lange wîle machen.
jüng. Titurel 5402;
eine tochter, die noch unberaten ist, macht dem vater viel wachens, und das sorgen fur sie nimpt im viel schlaffs. Sirach 42, 9; in mühe und erbeit, in viel wachen, in hunger und durst, in viel fasten, in frost und blösse. 2 Cor. 11, 27; Karl stand vor dir im wachen, Karl regierte in deinen träumen. Schiller 2, 50 (räuber 1, 3 schausp.); die kunst soll aber eine, wenn auch höhere, welt mit wesen sein, ein erhöhtes wachen mit glänzenden gestalten; nicht ein schlaf voll träume. Grillparzer 9, 74 (zur ästh. im allg.);
wie sanft schläft unterdesz der weise, dessen wachen
ein froh bemühen war, nur glückliche zu machen.
Uz werke 237 (97, II, 65 in der lesart von 1768 ff.);
wie man vor dem hellen wachen einen blassen traum vergiszt.
Rückert ges. ged. 4, 169;
doch weit hinein reicht in den tag
noch von der nacht ein schattenschlag;
so wird vom traum ein streifen
in's wachen reichen, nur vermag
ihn nicht der sinn zu greifen.
werke 2, 450.
Zitationshilfe
„wachen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/dwb/wachen>, abgerufen am 16.10.2019.

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