vorwinseln vb.
Fundstelle: Lfg. 13 (1951), Bd. XII,II (1951), Sp. 1942, Z. 56
unfeste zusammensetzung mit vor- teil 12, 2, 809, seit dem 18. jh. häufig belegt (s. Adelung 4 (1780) 1701, Sanders 2, 2 (1865) 1622); auch nordfries. bezeugt (s. Schmidt-Petersen 47ᵃ); 'jemandem in jämmerlichen tönen sein leid klagen' (s. winseln, vgl. vorwimmern und vorjammern): vorhin hat mir noch der hauptmann von Wagehals aufs aͤrgste vorgewinselt dt. schaubühne (1740) 6, 181 Gottsched; es ist eine eigne sache mit den elegien. man kann nicht immer ohne unverschämtheit fodern, dasz das publikum sich soll klagen vorwinseln lassen Herder 1, 477 S.; vgl. auch ebda 27, 360; bei andern armen und bettlern, die in die häuser schleichen und uns allerlei klagen über die menge der zu ernährenden kinder, theure zeiten und dergleichen litaneien vorwinseln, soll man vorsichtig zu werke gehn Knigge Schaafskopfs hinderlassene papiere (1792) 94; ich kann ihnen (anrede) heute nichts von meinem leben vorwinseln; die nächste gefahr ist vorüber Gutzkow ritter vom geiste (1850) 4, 218. auch vom kläglichen tönen der geige: lasz dich einmal hören, winsle (geige) mir ein wenig vor Brunner erz. u. schr. (1864) 1, 72.
Zitationshilfe
„vorwinseln“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/dwb/vorwinseln>, abgerufen am 18.08.2019.

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