verzocken vb.
Fundstelle: Lfg. 16 (1956), Bd. XII,I (1956), Sp. 2640, Z. 71
zu zocken 1 (teil 16, sp. 15); 'durch ziehen und zerren wirr machen, zerzausen': damit die wolle nicht verzocket werde, soll er (der schaf meister) sie in die pferch-hurden absondern Hohberg georg. cur. 3 (1715) 66ᵇ. verzockt sein in 'verstrickt in':
sie (die menschen) seint so gar in sunden vorstocket
und im eigen willen vorzocket
das die welt ân irrthum nicht kan sein,
so lange die sonne gibet ihren schein
P. Amnicola z. errettung d. ordenspers. (1524) A 4ᵇ.
mnd. vortocken 'verlocken' Schiller-Lübben 5, 475ᵃ und nnd. vertokken 'verleiten, durch überredung verführen' brem.-nds. wb. 5, 78 schlieszen sich an zocken 2 an. zu zocken 3: verzocka (vom klopfenden schmerz) 'sich gleichsam erschöpfen, aufhören' Tobler Appenzell 191ᵃ.
Zitationshilfe
„verzocken“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/dwb/verzocken>, abgerufen am 27.06.2019.

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