telegraph m.
Fundstelle: Lfg. 2 (1890), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 238, Z. 3

Unterbegriffe in diesem Artikel

im 18. jahrh. aufgenommen aus franz. télégraphe (aus griech. τῆλε in die ferne, und einer ableitung von γράφειν schreiben, also fernschreiber), eine vorrichtung zur schnellen übermittelung von nachrichten nach entfernten orten durch verabredete zeichen (optische, mechanische, elektrische telegraphen): bei gelegenheit der capitulation von Condé (19. juli 1794) wurde der von Claude Chappe einige jahre vorher erfundene (optische) telegraph zum ersten mal zur mittheilung von heeresnachrichten verwandt. Becker weltgesch.⁴ 15, 22; nicht ganz ohne schwierigkeit erhielt ich vom direktor des telegraphen (in Straszburg) die erlaubnisz hinaufzusteigen und die arbeiten zu beobachten. die luft war heiter, und ich hatte daher die freude den wunderbaren fernschreiber in voller korrespondenz anzutreffen, nur von den direktoren des telegraphen zu Straszburg und Paris wurden seine geheimniszvollen chiffern verstanden ... sehr deutlich sahe ich durch das teleskop, mit welcher präcision und schnelligkeit der vier stunden weit entfernte nächste telegraph die figuren des hiesigen wiederholte u. s. w. Matthisson schriften 6, 54 f.; siehst du, wie der telegraph mit feuerlichtern auch bei nacht geht? Grabbe 2, 49; der wille gottes zieht durch die luft wie das stumme geheimnis eines telegraphen, der hoch über unsern häuptern seine verkündigungen den wissenden mittheilt, während die uneingeweihten .. nichts davon merken, dasz ... krieg und frieden unsichtbar über sie hin in den lüften verhandelt werden. H. Heine 11, 168 f. bildlich: so ging er .. dem abend entgegen, vergeblich von zeit zu zeit zum fernen telegraphen seines schicksals aufblickend, der sich immer bewegte, ungewiss, ob friedlich oder kriegerisch. J. Paul Titan 3, 58; diese (hofdame) spielt hastig mit ihrem fächer, dem luftigen telegraphen der liebe. H. Heine 11, 66. —
zusammensetzungen, z. b. telegraphendienst Freytag ges. werke 6, 18, -draht 15, 288, -knopf 15, 364, -leitung 22, 397, -linie Grabbe 2, 49, -mann Freytag 17, 216, -netz 15, 217.
Davon
telegraphisch das adj
nach frz. télegraphique:
telegraphische nachricht
Matthisson schriften 6, 55.
Zitationshilfe
„telegraph“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/dwb/telegraph>, abgerufen am 22.09.2019.

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