f.
Fundstelle: Lfg. 19 (1940), Bd. X,II,II (1941), Sp. 3030, Z. 35
s. auch das vorige. der mangel eines bestimmten charakters, eines inneren gesetzes an einer kunstform oder künstlerischen haltung. noch im sinne einer sachlichen bestimmung: durchweg ebenerdige häuschen in portugisisch - brasilianischer stillosigkeit E. v. Hesse-Wartegg zw. Anden u. Amazonas² 44. meist mit stärker negativem wertton: jetzt wird das naturwilde selbst mechanisch, selbst nach der schablone verfertigt, die styllosigkeit wird zum style Fr. Th. Vischer ästhet. (1846) 3, 1, 64; (vielwisserei) verträgt sich nöthigenfalls auf das beste mit dem gegensatze der kultur, der barbarei, das heiszt: der stillosigkeit oder dem chaotischen durcheinander aller stile Nietzsche (1895) 1, 183; Meyerbeers ... nichtoriginalität und styllosigkeit sind so bekannt, wie sein talent R. Schumann ges. schr. (1854) 2, 224. im sinne von stilwidrigkeit: in einem hause, das ganz nach der mode eingerichtet ist, wo man kein altes stück und nicht die geringste 'stillosigkeit' findet, leben parvenus Rosegger III 5, 137.
Zitationshilfe
„stillosigkeit“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/dwb/stillosigkeit>, abgerufen am 22.05.2019.

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