steuergeld n.
Fundstelle: Lfg. 16 (1936), Bd. X,II,II (1941), Sp. 2624, Z. 19
betrag der steuerabgabe (steuer, f., B 2), seit dem 15. jh.in alter zeit von dem einfachen steuer kaum unterschieden, vgl. die ältere bed. von geld 'abgabe' (teil 4, 1, 2, 2894): tributum steür, steürgält Frisius dict. (1556) 1329ᵃ. die ausgeschriebene, auferlegte steuerforderung und der entsprechend gezahlte steuerbetrag sind sachlich eins; besonders in den ausdrücken zu steuergeld geben, steuergeld auf jem. legen, vom steuergeld frei sein, steuergeld beschlieszen steht steuergeld nahezu gleichbedeutend für sonst übliches steuer (s. sp. 2597 ff.): das scythisch Ungerland ... gibt sölche fäl dem künig der Moschowyter zuͦ steürgält Herold-Forer Gesners thierb. 152; er hat yhm nicht lassen benügen an dem billichen und zymlichen einkomen von land und leuten, sondern hat auff sie gelegt steurgelt, bawgelt, hie geschetzt und da geschetzt mit mancherley auffsetzen Luther 19, 407 W.;
auch lass sie dir frönen zu feldt!
leg auff sie zinst und stewergelt,
ie lenger herter alle zeit
H. Sachs 10, 78 K.-G.;
wie kompt das, das jr münch und pfaffen frey seyt von ungelt, steurgelt, rayszgelt, wachgelt reform. flugschr. 2, 74 Clemen; denn die zeit und der schnelle abzug vom reichsztag zu Regenspurg wolten die räht ein sighafft heer (gegen die Türken) zu beschreiben nit zulassen, denn noch kein steuwergelt zum krieg beschlossen, die proviand nit zu weg gerüst, und villeicht die teutsche fürsten nit alle willig H. Halverius warh. beschr. aller chron. (1570) 2, 481. — ausschlieszlicher im sinn 'als steuerleistung gezahlter geldbetrag': sie haben uns idoch solch stewergelt czu hulffe czu geben czugesaget und gelobet (1457) Töppen akten d. ständetage Preuszens 4, 581; diese bestallungen verrichte man indes, bisz die gewilligten stewergelde ankemen, von dem gelde, so man ... den fürsten abgelihen Heinr. Rätel beschr. d. krieges (1590) y 4ᵇ; doch ist die herrschafft allweg einem pfleger schuldig erstlich, ihn denen unterthanen vorzustellen, dasz sie wissen, er sey an statt ihrer herrschafft, ... die gebührende zinsz-, steuer-, dienst- und anschlaggelder von ihnen zu fordern v. Hohberg georg. cur. (1682) 1, 99;
wie? wenn ein kühner feind durch unsre gräntzen streicht,
wenn schoosz und steuergeld wird hefftig eingetrieben?
v. Canitz ged. (1727) 104;
weil es (das städtchen) ein gewisses steuer- oder accisegeld jährlich aufbringen musz J. Möser s. w. 2, 347 Abeken.erst in jüngerer zeit in klarer unterscheidung von steuer, 'gezahlter geldbetrag': und gleich wird die bäuerin ihm das steuergeld auf die hand legen: da hast den bettel und jetzt marsch von der hütten Rosegger schr. III 4, 135; 'als steuer gezahlte münze': darum sage uns, ... ists recht, dasz man den käyser steuer gebe, oder nicht? weil nun Jesus ihre boszheit wuste, sprach er: ihr heuchler, was versucht ihr mich? weiset mir das steuergeld. und sie zeigten ihm einen groschen Zinzendorf (1737) Matth. 22, 18. im plural: als er (der amtsstatthalter) hilflos dastand und fragte, wo er um gottes willen auch geld hernehmen sollte, ... verwiesen sie ihn frech auf die von ihm bezogenen steuergelder, die bequem bereit lägen G. Keller ges. w. (1907) 8, 204; dies bestand in einem offenen anfall auf den mann, der am zweiten jedes monats die in der umgegend erhobenen steuergelder dem amte überbrachte Holtei erz. schr. 5, 172.
Zitationshilfe
„steuergeld“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/dwb/steuergeld>, abgerufen am 23.10.2019.

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